HauptnachrichtZwei Jahrzehnte für die Bewahrung sprachlicher und kultureller Werte

Zwei Jahrzehnte für die Bewahrung sprachlicher und kultureller Werte

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Am 15. Mai fand das Landesfinale des 20. Ungarndeutschen Rezitationswettbewerbs am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule statt. Nach den regionalen Vorentscheiden qualifizierten sich mehr als 200 Schüler aus 106 ungarndeutschen Grund- und Mittelschulen für die Budapester Endrunde. Im Finale nahmen insgesamt 215 Schüler aus 12 Jahrgangsstufen teil, um ihre  Sprach- und Präsentationskenntnisse vorzustellen. Die Schüler zeigten ihr Wissen in insgesamt 6 Hochdeutsch- und 5 Mundartkategorien.

Das Ziel dieses Wettbewerbs ist, neben der Talentförderung und der Traditionspflege je Kategorie diejenigen Schüler zu finden, die deutsche Texte – Gedichte wie Prosa – am eindrucksvollsten vortragen können. Dies gilt sowohl für Hochdeutsch-Sprecher als auch für Sprecher der ungarndeutschen Mundarten. 

Nach der Eröffnung zogen sich die Schüler und die Jurymitglieder in die ihnen zugewiesenen Klassenräume zurück, wo die Vorträge und die Bewertung begannen. Die Teilnehmer hatten auch dieses Mal ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet: Neben Gedichten und Prosawerken aus dem deutschen Sprachraum wurden auch zahlreiche Werke von ungarndeutschen Autoren vorgetragen. Die Teilnehmenden der Mundartkategorien präsentierten meistens generationsübergreifende, humorvolle oder lehrreiche Dorfgeschichten sowie Werke aus dem Alltag, die in ihrem eigenen Dialekt geschrieben waren. 

Die Vorführungen wurden von einer Jury bewertet, die sich aus in- und ausländischen Pädagogen, Bildungsfachleuten, Journalisten und anerkannten Vertretern der deutschen Minderheitenkultur zusammensetzte. Bei der Bewertung wurden sowohl die sprachliche Qualität, die Aussprache, die Betonung und die Vortragsweise der Darsteller als auch das Niveau der ausgewählten Werke berücksichtigt. Die besondere Atmosphäre der Veranstaltung wurde noch verstärkt durch die Trachten, die mehrere Schüler trugen und die die kulturelle Vielfalt und die lebendigen Traditionen der ungarndeutschen Gemeinschaft sichtbar illustrierten.

“Für uns war es wirklich ein ganz großes Erlebnis, heute eure Vorträge zu hören und zu sehen. Der allgemeine Eindruck in allen vier Altersgruppen war, dass sich das Niveau weiter erhöht hat im Vergleich zum letzten Jahr” – erwähnte Dr. Maria Mirk, Jurymitglied der Mundartkategorie. “Ich denke, jedes Jahr wird es besser, und das ist ein sehr-sehr großes Ergebnis. Es liegt sowohl an euch, Kindern und Jugendlichen, als auch an den Lehrern, Eltern und Großeltern. Eine besonders erfreuliche Überraschung dieses ganzen Wettbewerbs war, dass es Kinder gibt, die die Mundart lebendig verstehen und verwenden können. Eine Kollegin erzählte, dass sie einige Kinder in der Mundart angesprochen hat, und sie haben automatisch in der Mundart geantwortet. Das ist wunderbar, so sollen wir weitermachen!”

Dr. Maria Mirk

Auch nach dem Auftritt blieb keine Zeit für Langeweile. In der Bastelecke der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) und des Vereins für Ungarndeutsche Kinder (VUK) konnten die Teilnehmenden in fröhlicher Stimmung basteln, was sie mit großer Begeisterung annahmen.

Nach den Vorträgen und der Mittagspause folgte der Höhepunkt des Tages: die feierliche Preisverleihung. Die Organisatoren belohnten die ersten drei Platzierten jeder Kategorie mit wertvollen Buchpreisen und Geschenkgutscheinen; außerdem erhielten sie eine Einladung auf eine Reise nach Baden-Württemberg. Die Gewinner der einzelnen Kategorien durften erneut auf die Bühne treten und ihre preisgekrönten Darbietungen noch einmal dem großen Publikum präsentieren.

„Ich habe mich heute sehr wohlgefühlt. Bei der Preisverleihung konnte ich mich am besten in meinen Vortrag hineinversetzen“, sagte Andor Szabados, Gewinner der Kategorie Hochdeutsch – Klasse 5-6. Die Vorbereitung war diesmal ziemlich intensiv, aber mit der Hilfe meiner Mutter habe ich den Text in kurzer Zeit gelernt. Die Teilnahme am Wettbewerb war ein großes Erlebnis. Ich glaube, dass wir auch viel lernen und Erfahrungen sammeln, auch wenn nicht jeder gewinnt. Ich kann es wirklich jedem empfehlen, es lohnt sich, das einmal ausprobieren.

Der Ungarndeutsche Rezitationswettbewerb wurde von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter, vom Goethe-Institut Budapest, von der Katholischen Apor-Vilmos-Hochschule und vom Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek gefördert.

Die Ergebnisse sind hier nachzulesen >>>

Weitere Fotos >>>
Fotos: Ludwig Grund/zentrum.hu

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