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Dank ihrer Deutschen Nationalitäten-KindergärtnerInnenausbildung besteht zwischen der Universität Sopron und dem benachbarten Österreich eine intensive Zusammenarbeit. Ein Beweis dafür ist die aktive Teilnahme am Bildungsprojekt „Education for Tomorrow (eTOM AT-HU)” in der Grenzregion Österreich-Ungarn. Dieses befasst sich mit der Weiterentwicklung zukünftiger Kompetenzen. Sein Ziel ist es, die pädagogischen Fachkräfte zur regelmäßigen Anwendung der sieben im Projekt diskutierten Kompetenzen in ihrer zukünftigen pädagogischen Arbeit zu motivieren. Als Teil dieses Projekts haben ExpertInnen folgende methodische Materialien entwickelt >>>
Neben der Fortbildung von PädagogInnen und der Entwicklung methodischer Materialien spielen auch der Transfer und die praktische Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse eine wichtige Rolle.
Im Rahmen des Projekts eTOM nahmen Zweisprachigkeitsexpertinnen der Universität, Zsófia Babai und Dr. Éva Kovács-Vinkovics sowie Dr. habil. Péter György Horváth, Dozent am Institut für Kreativwirtschaft der Fakultät für Holz- und Kreativwirtschaft, mit den österreichischen Projektpartnern vom 26. bis 29. Mai 2026 an einer Fachexkursion nach Hamburg teil. Ziel der Reise war es, in Deutschland zu den Themen MAKER, Mehrsprachigkeit und Inklusion Erfahrungen zu sammeln.
Hamburg ist flächen- und bevölkerungsmäßig die zweitgrößte Stadt Deutschlands. 41,2 Prozent der Bevölkerung und 50 Prozent der SchülerInnen haben laut der Statistik Nord und der Universitätsprofessorin Prof. Dr. Drorit Lengyel einen Migrationshintergrund. Als Hafenstadt ist Hamburg geprägt von Migration, Integration und Vielfalt.
Während der Fachexkursion besuchten wir verschiedene Institutionen in der Stadt und sammelten dadurch wertvolle Praxiserfahrungen. An der Schule am Heidberg in Hamburg-Langenhorn konnten wir die ethnische und sprachliche Vielfalt hautnah erleben, da 60 Prozent der SchülerInnen Migrationshintergrund haben. Das Schulklima ist daher von Toleranz und Respekt für unterschiedliche Kulturen geprägt – Werte, die auch am jährlichen sog. Diversity Day thematisiert werden. Philip Spenner, früher kenianisches Straßenkind, arbeitet seit 2009 an der Einrichtung als Beratungslehrer. Ein Interview mit ihm ist hier zu sehen:
An der Universität Hamburg trafen wir die aus Ungarn stammende Prof. Dr. Drorit Lengyel, Professorin am Lehrstuhl für Allgemeine, Interkulturelle und Internationale Vergleichende Erziehungswissenschaft und Pädagogische Psychologie der Fakultät für Erziehungswissenschaften. Wir tauschten uns mit ihr über die wissenschaftlichen Grundlagen der pädagogischen Praxis auf städtischer und landesweiten Ebene aus.
Der Fröbel-Kindergarten Billstedt, der gleichzeitig als Familienzentrum dient, liegt im multikulturellen Viertel Hamburgs. Laut Ivonne Flügge, der Koordinatorin für Netzwerkarbeit haben 91 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund und sprechen über 40 Sprachen. Wesentliche Elemente des äußerst vielfältigen PREVERAGE-Programms sind Projektarbeit, Ausflüge und MINT-Aktivitäten, die mit einer Kindergarten-Forschungswerkstatt, einer Kinderküche, einem Kinderrestaurant, einem Rollenspielraum und einem Kreativraum, der im Kindergartenalltag genutzt wird, verbunden sind.
Der Phorms Campus Hamburg ist eine private Einrichtung im Herzen Hamburgs. In ihrem bilingualen Kindergarten und der dazugehörigen Schule nahmen wir an Aktivitäten und Unterrichtsstunden teil. Die Einrichtung legt großen Wert auf die Entwicklung zukunftsrelevanter Kompetenzen, die Kindergarten- und Schulkinder optimal auf ihre Zukunft vorbereiten. Dazu gehört auch der Fremdsprachenunterricht, der nach dem Programm „Eine Person – Eine Sprache“ auf Basis des Immersionsmodells stattfindet. Englisch und Deutsch sind durch die Anwendung im Alltag fester Bestandteil des Schulalltags, sodass die Kinder am Ende ihrer Schulzeit in beiden Sprachen – sowohl schriftlich als auch mündlich – effektiv kommunizieren können.
Der Kindergarten des Vereins Elbkinder Hamburg in der Emilienstraße bietet Raum für selbstständiges Forschen, Experimentieren und kreatives Arbeiten. Der Kindergarten engagiert sich für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). In der Lernwerkstatt für große Gruppen findet man neben Alltagsgegenständen und Haushaltsartikeln auch Werkzeuge und Geräte für ernsthafte wissenschaftliche Experimente. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, die Werkzeuge selbstständig auszuprobieren, Fehler während des Gebrauchs und Experimentierens eigenständig zu korrigieren und Lösungen zu finden.
Am letzten Morgen unseres Aufenthalts in Hamburg besuchten wir den Online-Buchverlag onilo.de, der eine digitale Lernplattform für Vorschul- und Grundschulkinder betreibt, die Deutsch als Fremdsprache lernen möchten. Auf seiner Website bietet der Verlag Bildergeschichten, animierte Geschichten und Bilderbuchverfilmungen basierend auf beliebten Bilderbüchern zu verschiedenen Themen, für unterschiedliche Altersgruppen und Kompetenzstufen an. Er stellt außerdem Hintergrundwissen und fertige Zusatzmaterialien zu den Themen bereit.



Die Fachexkursion trug auch zur Stärkung und Vertiefung der bestehenden fachlichen Partnerschaft zwischen den teilnehmenden ungarischen und österreichischen Partnern bei.
Zsófia Babai
Fachrichtung Deutsche Nationalitätenkindergartenpädagogik



