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Sommer, Musik und Gemeinschaft

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Saisonabschlussfeier des Deutschen Nationalitätenchors Tolnau

Seit vielen Jahren werden die runden Geburtstage der Mitglieder des Deutschen Nationalitätenchors Tolnau/Vértestolna gemeinsam im Rahmen von Proben gefeiert. Auch eine lange Tradition hat die „Saisonabschlussfeier“ im Juni. Umso größer war die Freude in diesem Jahr, als diese beiden Ereignisse zusammenfielen, und so am 27. Juni etwas ganz Besonderes entstand.

Am Freitagabend begrüßten wir Terézia Gróf geb. Stockbauer und unsere Chorleiterin, Dorottya Váradi-Bach: Sie wurden zusammen 110 Jahre alt. Wir überraschten sie mit herzlichen Worten, je einem Blaufärber-Tischtuch beschriftet mit unseren selbstverfassten Glückwünschen und liebevoll gestalteten Figuren, die unseren Singkreis symbolisieren.

Rézi néni hatte schon lange einen Wunsch: Sie wollte gerne ihren 80. Geburtstag mit einer Musikkapelle feiern. Daher luden wir die örtliche Kapelle Schwab’N’Roll, ergänzt durch Tolnauer Musikanten, ein. Zu unserem größten Glück konnten wir auch unsere „Ewigen Chormitglieder“ (wir haben ehemalige Mitglieder mit diesem Titel geehrt) und auch unsere Familienangehörigen bei der Feier begrüßen. 

Nach einem leckeren Abendessen wartete bereits die Tanzfläche auf uns. Viele Generationen tanzten, jubelten gemeinsam und fühlten sich wohl dabei. In der Musikpause nahmen wir natürlich unsere Singmappe hervor und sangen unter freiem Himmel die Lieblingslieder der Gruppe. Der Abend, geprägt von Singen, Tanzen und angeregten Gesprächen, verging viel zu schnell. Doch das Gefühl der Zusammengehörigkeit wird uns noch lange durch die Sommerferien begleiten. 

Hier möchten wir im Voraus auch auf unsere nächste Veranstaltung aufmerksam machen: am 23. August findet die traditionelle „Öffentliche Chorprobe“ im Hof des Tolnauer Heimatmuseums statt, bei der wir den Tscholnoker Wagenhoffer-Chor als Gast begrüßen dürfen.  

Cecília Ruckenbrot

Foto: Violetta Prokl

Alte Tradition seit 10 Jahren erneut lebendig

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Seit 15 Jahren wird in Waschkut
das Treffen der tragbaren Marienstatuen veranstaltet 

In Nadwar selbst war die Tradition der Marienmädchen lange Jahre lebendig. Um eine solche Position zu erfüllen, hatte mehrere Voraussetzungen: Die Mädchen mussten aus einer frommen, wohlhabenden Familie kommen, da die Tracht und der Kranz bezahlt werden mussten. Die vom Pfarrer ausgewählten 12 Mädchen dienten ab dem 12. Lebensjahr bis zur Ehe in der Kirche bei größeren Festen sowie bei den Prozessionen. Vier von den Mädchen trugen abwechselnd die tragbare Marienstatue.

Die Kleider und die Kränze, die auch auf die Fotos zu sehen sind, wurden im Herbst 2014 durch die Förderung des Bundesministeriums des Innern (BMI) nach der über 100 Jahre alten traditionsgetreuen Muttergottesmädchen-Tracht gefertigt. Diese änderte sich in den 1940er Jahren nach der damaligen Mode in ein Blusegewand. Ende der 1960er Jahre trugen die letzten Mädchen schon kürzere, bis zu den Knien reichende Röcke.

Die originale tragbare Statue mit der restaurationsbedürftigen Trage steht in der Kirche. Pfarrer Robert Szauter schlug damals vor, nicht die schwere Statue zum Treffen mitzunehmen, sondern eine andere aus der Kirche. Diese ist ein Nachlass von Elisabeth Baumgärtner geb. Durst. Sie hat die Statue wahrscheinlich bei einer ihrer Pilgerfahrten gekauft und auf den Hausaltar gestellt. Vor ca. 25 Jahren ist die Statue an die Stelle der gestohlenen Prager Jesulein Statue in die Kirche genommen worden. Pfarrer Szauter ließ diese Statue dieses Jahr restaurieren.

Thomas Fogl fertigte vor 10 Jahren eine Trage aus Holz an, deren Stäbe für die Trägerinnen in zwei Höhen eingestellt werden können. Die Statue kann darauf sicher – ohne zu verrutschen – aufgestellt werden, und Elisabeth Bakonyi fertigte eine Tischdecke zur Trage. Die Blumenverzierung finanzierte dieses Jahr die Deutsche Selbstverwaltung Nadwar.

Die gegenwärtigen Mädchen – Boglárka Bakonyi, Luca Csicsman, Lilla Radics und Ágnes Wittendorfer – machen schon seit zwei Jahren mit, 2023 und dieses Jahr beim Treffen in Waschkut, sowie 2024 und 2025 beim Kirchweihfest in Nadwar. 

Bei unserem ersten Treffen vor 10 Jahren in Waschkut brauchten wir Ratschläge von den regelmäßigen Besuchern der Veranstaltung. Elisabeth Knipf, die Hauptorganisatorin aus Waschkut, und Anna Schumacher aus Fajsz (ihr Mann stammt aus Nadwar) erteilten uns damals wertvolle Informationen.

Seit 2023 hat die Gruppe eine eigene Fahne mit der Aufschrift Nadwar und dem Marienlogo, gefertigt von József Puha, einem Hauptorganisator des Waschkuter Treffens. Das Kreuz an die Spitze der Fahnenstange fertigte Oliver Bakonyi. Die Mütter der Marienmädchen leisten beim Schmücken der Trage und beim Anziehen große Hilfe. Das Waschen und Bügeln der Oberteile teilen wir mit Eva Krausz.

Am Waschkuter Treffen nahmen diesmal die Träger der Marienstatuen aus Almasch, Wikitsch, Bátmonostor, Tschatali, Drágszél, Salasche, Dusnok, Gara, Géderlak, Miske, Nadwar, Sükösd und Waschkut teil. Nach der Messe fand die Prozession um die Kirche statt, begleitet von der Anton-Kraul-Blaskapelle.

Wir bedanken uns bei der Gemeinde Waschkut für die Einladung und die Bewirtung. Wir danken den Mädchen für den Dienst und allen Helfern für die Mitwirkung.

Andrea Knoll-Bakonyi

Erstes Minitanzlager in Tarian

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Das im vergangenen Jahr gegründete Tarianer Familientanzhaus hat in den ersten Julitagen sein erstes Minitanzlager veranstaltet. Eine große Gruppe von Kindern und ihren Müttern verbrachte zwei fröhliche Vormittage und einen Nachmittag gemeinsam.

Das Programm im Camp startete wie immer: Wir sangen, spielten und tanzten zusammen. Dabei erlernten wir neue lustige Sommerlieder und auch den Tanz Der Spielmann. In guter Laune ging es am Mittwoch mit Backen weiter: Ágnes Kugler bereitete feinen Kuchenteig vor, sodass wir diesen nur noch ausrollen, ausstechen und dekorieren mussten. Das Kosten nach dem Backen war bei den Kindern natürlich der Höhepunkt – die Mütter waren da eher zurückhaltender, wir waren ja vor dem Mittagessen. 

Am Donnerstag stand der Lavendel im Mittelpunkt: Am Morgen fertigten wir duftende Lavendelsäckchen an. Wir empfahlen den Kindern, diese zu Hause unter das Kissen zu legen – für ruhige, angenehme Träume. Das für uns neue Lied Tschu Tschu Wa wurde schon nach kurzer Zeit begeistert gesungen. Nach der schwungvollen Tanzbeschäftigung bastelten wir im Hof niedliche Lavendelfeen – und damit auch unseren Veranstaltungsort, das Haus der Vereine, verschönert. 

Die erste Saison des Tarianer Familientanzhauses endete am Freitagnachmittag, an dem neben den Kindern und Müttern auch zahlreiche Väter und Großmütter mit dabei waren. Wir zeigten, was wir in den vergangenen Tagen und Monaten gelernt hatten. Ganz spontan stieg auch Ádám Straubinger, Vater und Musikant, mit seinem Akkordeon ein – so konnten wir den Abschluss mit Live-Musik feiern. 

Den Abend rundeten wir mit einem stimmungsvollen Lagerfeuer ab, wo Groß und Klein sich recht wohl fühlten. 

Ein herzliches Dankeschön geht an unseren Förderer, den Deutschklub, sowie an die beiden Tarianer Selbstverwaltungen und alle, die uns im vergangenen Jahr unterstützt haben – im September legen wir wieder los! 

Dorottya Váradi-Bach
Leiterin der Beschäftigung

Foto: Violetta Prokl
Weitere Bilder >>>

Tanz, Hymnen, Herzensgesten: Donauschwaben aus den USA verzaubern Mischlen

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Selten gibt es einen Abend, der so facettenreich die Botschaft von Zusammenhalt, Tradition und jugendlichem Elan vermittelt wie die Veranstaltung Von Chicago bis Misleny – Sommerliches Tanzmosaik am 29. Juni. Im Kulturhaus von Mischlen/Kozármisleny trat als besonderer Gast The Chicago Donauschwaben Jugendgruppe aus den Vereinigten Staaten auf – und die jungen Tänzerinnen und Tänzer eroberten nicht nur mit ihren Darbietungen, sondern auch mit ihren Gesten die Herzen der Einheimischen.

Die Tanzgruppe, die eine Strecke von fast achttausend Kilometern zurückgelegt hatte, überraschte das Publikum gleich zu Beginn ihres Auftritts mit einer außergewöhnlichen Geste: Mit Respekt und Hingabe sangen sie zunächst die ungarische Nationalhymne, danach die Hymne der Ungarndeutschen. Später ehrten sie mit einem „Palotás” die Gastgebernation und -gemeinschaft. Das Publikum erhob sich gerührt in diesen bewegenden Momenten.

Ziel der Veranstaltung war es, das Publikum auf eine freudvolle tänzerische Reise mitzunehmen, auf der Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und neue Interpretationen aufeinandertreffen. Eröffnet wurde das Programm mit Platzmusik der Schnaps Kapelle, die von Anfang an für sommerliche Picknickstimmung sorgte.

Zu Beginn des Bühnenprogramms begrüßte Dr. Marietta Pohl, Bürgermeisterin der Branauer Kleinstadt, die Gäste und betonte: Auch wenn Chicago geografisch weit von Mischlen entfernt liegt, fühle man sich einander in Kultur und Menschlichkeit dennoch nah. Sie hob zudem hervor, dass die amerikanische Jugendtanzgruppe von einer ebenfalls jungen Stadt – Mischlen wurde in diesem Jahr 18 Jahre alt – empfangen wurde, in der das Durchschnittsalter kaum über 36 Jahren liegt. Sie unterstrich, dass gemeinsame Erlebnisse und Kultur Brücken zwischen Sprachen, Generationen und Kontinenten schlagen können. Ähnliche Gedanken äußerte auch Szilvia Borka-Schmidt, Mitglied der örtlichen deutschen Nationalitätenselbstverwaltung.

Das Bühnenprogramm gliederte sich in drei große Blöcke. Zwischen dem ersten und zweiten Auftritt der Tanzgruppe aus Chicago zeigten das Fünfkirchen-Leőwey Tanzensemble – die eigentlichen Gastgeber des Ensembles aus den USA – sowie Mitglieder des örtlichen Józsa-Gergely-Volkstanzvereins ihre Choreografien. Erstere sammelt und präsentiert seit über einem halben Jahrhundert Tänze, Lieder und Trachtenkultur der Ungarndeutschen, während Letztere seit 1998 die ungarische Volkstradition der Stadt Mischlen pflegen. Die Jugendlichen aus Chicago führten vor allem donauschwäbische, österreichische und deutsche Volkstänze sowie moderne, zu amerikanischer Partymusik choreografierte Tänze auf – und verabschiedeten sich unter großem Applaus vom Publikum.

Nach den Darbietungen luden die Veranstalter – der Verein Kozármisleny Összetart, die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung von Mischlen, das Fünfkirchen-Leőwey Tanzensemble, der Józsa Gergely Volkstanzverein sowie das Kulturzentrum der Stadt – die Gäste aus Chicago zu einem Abendessen ein; das Publikum konnte sich bei Platzmusik und Gesprächen in lockerer Atmosphäre austauschen.

Die Rückmeldungen des Publikums waren eindeutig: Dieser Nachmittag und Abend war weitmehr als eine Tanzaufführung – er wurde zu einem wahren Fest. Ein gemeinsames Erlebnis, das durch authentische Tradition, jugendliche Begeisterung und die Kraft des Zusammenhalts zu einem bleibenden kulturellen Ereignis in Mischlen wurde.

Kristina Szeiberling

Foto: Daniel Pánovics

Videobeitrag von „Pannon Televízió” über die Veranstaltung >>>

Das Jakob Bleyer Heimatmuseum sucht Museumsmitarbeiter (m/w)

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Das Jakob Bleyer Heimatmuseum
schreibt eine Stelle eines/einer
Museumsmitarbeiter/in
aus.

Dauer des Arbeitsverhältnisses gemäß Arbeitsgesetzbuch: unbefristetes Arbeitsverhältnis
Beschäftigungsart: Vollzeit, 40 Stunden pro Woche
Arbeitsort: Budaörs, Budapesti út 45.

Wesentliche Aufgaben im Rahmen der Tätigkeit bzw. der Führungsaufgabe:

  • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen der Ungarndeutschen Selbstverwaltung Budaörs (BNNÖ) und des Heimatmuseums,
  • Erledigung administrativer Aufgaben im Zusammenhang mit Veranstaltungen der BNNÖ,
  • Führungen, Stadtrundgänge in deutscher und ungarischer Sprache,
  • Kontaktpflege zu Partnerinstitutionen, lokalen, regionalen und nationalen Fachverbänden.

Gehalt: Das Gehalt richtet sich nach den Bestimmungen des Arbeitsgesetzbuches von 2012.

Bewerbungsvoraussetzungen:

  • Deutschkenntnisse mindestens auf mittlerem Niveau

Von Vorteil:

  • Grafische Kenntnisse,
  • Pädagogische Ausbildung,
  • Erfahrung im Museumsbereich.

Erforderliche Kompetenzen:

  • selbstständiges, verantwortungsbewusstes Arbeiten,
  • Fleiß, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft,
  • Teamfähigkeit.

Als Teil der Bewerbung einzureichende Unterlagen: Lebenslauf, Motivationsschreiben und bei erfolgreicher Bewerbung ein Führungszeugnis (nicht älter als 90 Tage).

Bewerbungsfrist: 01.09.2025

Zeitpunkt der Stellenbesetzung: Die Stelle kann sofort nach Abschluss des Auswahlprozesses besetzt werden.

Einreichungsweise der Bewerbungen:

  • Elektronisch an Frau Noémi Sztabina unter der E-Mail Adresse n.izsak@heimatmuseum.hu oder persönlich im Heimatmuseum.

Weitere Informationen zum Arbeitgeber finden Sie auf der Website https://heimatmuseum.hu.

Drei Jahrzehnte im Dienst des Ungarndeutschtums

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Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
feierte ihr 30-jähriges Bestehen auf ihrer Sommersitzung

Die Vollversammlung der Landesselbstverwaltung tagte am 5. Juli in der Geschäftsstelle in der Júlia-Straße in Budapest. Auf der Sitzung diskutierten die Mitglieder neben einer Reihe von technischen Tagesordnungspunkten auch aktuelle finanzielle, bildungspolitische, kulturelle und politische Fragen. Die Tagung wurde von einer besonderen Veranstaltung begleitet: gemeinsam feierten die derzeitigen und ehemaligen Mitglieder der Vollversammlung und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle das 30-jährige Bestehen der LdU.

Der erste Tagesordnungspunkt war die zweite Modifizierung des Haushalts der LdU 2025, die die Kostenplanung und die Einnahmen der folgenden Institutionen umfasst: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek, Deutsches Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim, Valeria-Koch-Bildungszentrum, Friedrich-Schiller-Gymnasium und Schülerwohnheim, Deutsche Bühne Ungarn, Ungarndeutsches Pädagogisches und Methodisches Zentrum und die Geschäftsstelle der LdU. Daneben hat die Vollversammlung auch die Sicherung der Mehrkosten des Energieverbrauchs an den Bildungsinstitutionen in Trägerschaft der Landesselbstverwaltung und der örtlichen deutschen Selbstverwaltungen für das Jahr 2025 beschlossen. Außerdem wurden die Gruppen- und Schülerzahlen für das Schuljahr 2025/2026 am Valeria-Koch-Bildungszentrum, am Friedrich-Schiller-Gymnasium und Schülerwohnheim und am Deutschen Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim angenommen.

Ebenfalls wurden der Jahresbericht der Geschäftsstelle der LdU 2024, die Ausschreibung des Otto-Heinek-Preises 2026 sowie die Überprüfung des Verzeichnisses der ungarndeutschen Vornamen zugestimmt. Die Vollversammlung der LdU entschied auch über die Verlängerung der Vollstreckungsfrist des Beschlusses der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Nr. 31/2025 (II.15) über „Genehmigung des Verkaufs der Immobilien in Tiszaeszlár, Innenbereich, Grundstücksnummern 411, 435, 436 und 683“.

Danach beschäftigten sich die Mitglieder mit den Tätigkeiten zwischen Mai und Juli 2025 und mit der Umsetzung der Vollversammlungsbeschlüsse der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen mit abgelaufener Frist. Emmerich Ritter, ungarndeutscher Parlamentsabgeordneter stellte ebenfalls die Ergebnisse seiner Arbeit seit der letzten Sitzung vor.

Nach der Sommersitzung stand das Jubiläum im Mittelpunkt; die derzeitigen und ehemaligen Mitglieder der Vollversammlung und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle feierten gemeinsam das 30-jährige Bestehen der LdU. Ibolya Englender-Hock, Vorsitzende und Olivia Schubert, stellvertretende Vorsitzende, sowie Lorenz Kerner, ehemaliger Vorsitzender der LdU, erinnerten sich gemeinsam mit den Gästen an die wichtigen Stationen, Veranstaltungen und Gemeinschaftsmomente der vergangenen 30 Jahre, die von einer Fotoausstellung begleitet wurden.

Die LdU bedankte sich mit Ehrenurkunden bei den aktuellen und ehemaligen Kollegen für ihre wertvolle Arbeit für das Ungarndeutschtum. „Von ganzem Herzen danken wir für eure engagierte und vorbildliche Arbeit zur Stärkung der kulturellen Autonomie unserer Gemeinschaft, zur Bewahrung unserer Identität sowie zur Festigung der Grundlagen unseres Selbstverwaltungswesens“, – betonte Ibolya Englender-Hock.

Die Feierlichkeiten endeten mit einem Empfang im Garten der Geschäftsstelle, wo Gespräche und Erinnerungen weitergeführt wurden.

Quelle: LdU-Presse

Ungarndeutsches Handwerk

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Dieser reich illustrierte, von Karl Manherz herausgegebene einzigartige Band gewährt einen faszinierenden Einblick in das handwerkliche Erbe der Ungarndeutschen, wobei er auf zwei scheinbar unterschiedliche, doch eng miteinander verbundene Bereiche fokussiert: die bemalten Bauernmöbel von Hartau und die Töpferei in Nadasch und Altglashütte.

Marietta Boross: Bemalte Bauernmöbel von Hartau/Harta

In den letzten Jahrzehnten rückte die bäuerliche Volkskunst zunehmend ins Blickfeld, insbesondere die farbenfrohen, handbemalten Bauernmöbel wecken großes Interesse. Hartau galt dabei als eines der bedeutendsten Möbelherstellungszentren der Ungarndeutschen: Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg waren hier über 40 Tischler und Möbelmaler tätig. Die charakteristischen „Gaulkopf“-Betten, -Truhen und -Schränke schmückten nicht nur die örtlichen Haushalte, sondern waren auch in umliegenden Dörfern sehr gefragt.

Die kunstvoll gestalteten Möbelstücke gerieten infolge gesellschaftlicher und kultureller Umbrüche nach dem Krieg zunehmend in Vergessenheit: Viele Stücke wurden zu Spottpreisen verkauft, einige sogar als Brennholz oder Baumaterial für Ställe und Käfige zweckentfremdet.

Die Studie lenkt die Aufmerksamkeit auch auf Sammler und Museumsexperten, denen es zu verdanken ist, dass zahlreiche dieser Objekte für die Nachwelt erhalten bleiben konnten. Der Wunsch vieler ausgewanderter Hartauer, ein Stück ihrer Heimat zu bewahren sowie das wachsende ethnografische Interesse trugen dazu bei, dass diese Möbel heute europaweit als wertvolle Kulturgüter anerkannt sind.

Maria Imre: Töpferei in Nadasch/Mecseknádasd und Altglashütten/Óbánya 

Der zweite Teil des Buches widmet sich einem weniger bekannten, doch äußerst reichen Töpferzentrum. In Nadasch und Altglashütte stellten Töpfer über Generationen hinweg vor allem Koch- und Vorratsgefäße her. Stilistische und technische Entwicklungen lassen sich jedoch bis hin zu dekorativen Stücken nachvollziehen. Die Studie umfasst die Untersuchung von mehreren hundert Objekten, Werkstatteinrichtungen und Archivalien, wobei der Fokus auf dem Zeitraum vom 18. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg liegt.

Spannende Fragen werden dabei aufgeworfen: Wurde das Töpferhandwerk erst durch die Ansiedlung deutscher Kolonisten wiederbelebt oder bestand bereits zuvor eine lokale Tradition? Die Autorin beleuchtet auch die Wechselwirkungen zwischen den Werkstätten der Region und die, wenn auch schwer rekonstruierbare, Verbindung zur berühmten Zsolnay-Manufaktur.

Durch die bemalten Möbel aus Hartau und die Töpferei aus der Region Nadasch vermittelt dieses Werk weit mehr als bloß Objektgeschichten: Es eröffnet einen Zugang zu Kultur, Identität und dem Alltagsleben vergangener Zeiten. Dies ist ein wertvolles Buch für Sammler, Volkskundler und diejenigen, die sich für Ortsgeschichte interessieren, aber auch für jene, die sich für das Zusammenspiel von Handwerk und Tradition begeistern.

Ungarndeutsches Handwerk.
Marietta Boross: Bemalte Bauernmöbel von Hartau/Harta, Maria Imre: Töpferei in Nadasch/Mecseknádasd und Altglashütten/Óbánya
Budapest: Budapest: Tankönyvkiadó 1982

295 Seiten

Sprache: Deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

LdU-Landesgala 2026: Auftretende gesucht

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Ein Teil des Programms der Landesgala am „Tag der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen“ steht schon im Voraus fest. Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) ist bestrebt, ungarndeutschen Kleingruppen einen Raum zu bieten, sich vor der größeren Öffentlichkeit zu präsentieren.

Erwartet werden Ihre Vorschläge für Gruppen von Duo bis Quartett bis zum 12. September 2025, damit der Ausschuss für Kultur und Medien noch rechtzeitig eine Wahl treffen kann. Die Vorschläge können direkt bei der Geschäftsstelle der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (Pf. 348, 1537 Budapest) eingereicht werden. Die Bewerbungen müssen eine CD oder DVD mit verschiedenen, ortstypischen Stücken enthalten sowie eine Vorstellung der Kleingruppe.

Die nächste Gala findet am 10. Januar 2026 in Budapest statt.

Erlebnisse im deutschen Nationalitätencamp in Bohl

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Die deutsche Sprache spielerisch üben, neue Erlebnisse sammeln, die zu schönen Erinnerungen werden, gemeinsam Spaß haben und alte Traditionen kennenlernen: All das war im Nationalitätencamp der Bohler Allgemeinbildenden Schule möglich.

In der ersten Juliwoche wurde in Bohl/Bóly ein buntes und erlebnisreiches Nationalitätencamp für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung des Gábor-Bethlen-Fondsverwalters, der Bohler Deutschen Selbstverwaltung sowie der Bohler Allgemeinbildenden Schule organisiert. Ziel des Camps war es, das Wissen über die ungarndeutsche Kultur zu vertiefen und die deutsche Sprache im Alltag spielerisch anzuwenden.

Unter liebevoller Betreuung und in familiärer Atmosphäre konnten die Kinder mit allen Sinnen, viel Freude und Neugier in die Welt ihrer Vorfahren eintauchen.

Während der Campwoche erlebten wir zahlreiche spannende und traditionsreiche Programme, die uns dem Brauchtum der Ungarndeutschen näherbrachten. Wir stellten Seife her, lernten deutsche Kinderreime und Volkslieder, tanzten, beteten, bastelten und spielten gemeinsam. In der gemütlichen Atmosphäre des örtlichen Heimatmuseums durften wir traditionelle Handarbeiten ausprobieren und erfuhren mehr über das Leben früherer Generationen.

Ein besonderer Ausflug führte uns nach Burjad/Borjád, wo wir eine alte Wassermühle besichtigten und einen Bauernhof erkundeten. Dort konnten wir das ländliche Leben vergangener Zeiten hautnah erleben. In Burjád ist auch das Nationalitätenzimmer sehr schön eingerichtet. Dort erfuhren wir viel Interessantes über die traditionelle Seifenherstellung. Ein weiteres Highlight war der Besuch bei der Tárnoky-Lebkuchenmanufaktur in Bohl. Dort erfuhren wir viel über die traditionelle Herstellung von Lebkuchen. Jeder durfte seine eigene Lebkuchenfigur gestalten: Mit Zuckerguss, Mustern und liebevollen Details entstanden kleine Kunstwerke, Puppen und Husaren. 

Auch kulinarisch waren wir aktiv: Gemeinsam backten wir und probierten alte Köstlichkeiten. In einem kreativen Escape-Spiel im Heimatmuseum wurden wir zu Rätsellösern und konnten spielerisch mehr über die Geschichte und Bräuche der Ungarndeutschen lernen.

Ein ganz besonderer Tag war unser Ausflug nach Fünfkirchen/Pécs, wo wir das Lenau Haus besuchten. Mit der kleinen Binnelbahn fuhren wir durch die Stadt und sammelten viele schöne Eindrücke. Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch im UV-Reich, einer faszinierenden Schwarzlicht-Erlebniswelt, die uns auf ganz neue Weise zum Staunen brachte.

Den krönenden Abschluss unseres Camps bildete ein Auftritt im örtlichen Altenheim, bei dem wir die während der Woche gelernten Sprüche, Tänze und Lieder mit großer Freude präsentierten. Es war ein bewegender Moment für uns ebenso wie für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Unser Camp war eine wunderbare Gelegenheit, in die Welt unserer Vorfahren einzutauchen, die deutsche Sprache zu pflegen und Gemeinschaft zu erleben. Mit Liedern, Tänzen und vielen schönen Momenten im Herzen gingen wir nach Hause.

Bianka Faluhelyi

Beiträge für DK 2026 erwartet

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Beiträge mit sehr guten Originalfotos in hoher Auflösung (2-3 MB) über die Tätigkeit der Selbstverwaltungen, Vereine, Bildungsinstitutionen und Kulturgruppen, zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Jugendarbeit und kirchlichem Leben der Ungarndeutschen, Geschichten in der Mundart und Hochsprache aus dem Alltagsleben werden für das Jahrbuch der Ungarndeutschen, den Deutschen Kalender 2026, erwartet. 

Besonders die Qualität der Fotos ist entscheidend – möglichst 2-3 MB groß –, da der Kalender ganz in Farbe erscheint!

Senden Sie bitte den Beitrag per E-Mail in docx-Format bzw. die Fotos einzeln in JPG-Format (bitte keine Fotos im Word-Text) an neuezeitung@t-online.hu mit dem Vermerk DK 2026.

Einsendetermin: 05. August

Audi Hungaria Deutsche Schule Győr: Abschlussjahrgang 2024/25 verabschiedet

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Am Samstag vergangener Woche fand an der anerkannten deutschen Auslandsschule in Raab/Győr die diesjährige Schulabschlussfeier statt, in deren Rahmen die Schüler der drei Abiturklassen ihre Abiturzeugnisse und die Absolventen der Beruflichen Bildung ihre Abschlusszeugnisse erhielten. Die Feierstunde war verbunden mit der traditionellen, in Ungarn unerlässlichen Verabschiedung der Abiturienten (ungarisch: „Ballagás“), dabei schlenderten die Schulabgänger vor der Feier durch das mit Blumen geschmückte Schulhaus und verabschiedeten sich von ihren Klassen- und Unterrichtsräumen.

Schulabschlussfeier an der Audi Hungaria Deutschen Schule Győr

Nach dem Einzug der Abiturklassen und der deutschen sowie ungarischen Hymne begrüßte Schulleiter Andreas Gering die anwesenden Gäste, Eltern, Lehrkräfte und natürlich die Hauptakteure der Feier, die jungen Menschen, die einen bedeutenden Meilenstein in ihrem Leben erreicht haben und für die ein neues Kapitel beginnt.

In seiner Festansprache ermutigte der Schulleiter die Absolventen, abzuwägen, welche Ziele es sich lohnt, auf dem Weg in ihr selbstbestimmtes Leben zu verfolgen. Es sei wichtig, beim Streben nach Glück und Erfolg den Blick für das Wesentliche im persönlichen Umfeld nicht zu verlieren. „Das Leben ist kein Fließband – es ist ein Abenteuer!“ Dafür wünschte der Schulleiter allen Schulabgängern Mut, Leidenschaft und Menschlichkeit.

Andreas Gering

Nach den traditionsgemäßen Abschiedsreden der Vertreter der Abiturklassen folgten die Übergabe der Abiturzeugnisse und Sprachdiplome sowie die Vergabe der Preise für herausragende schulische Leistungen.

In diesem Jahr vergab die Audi Hungaria Schule Öffentliche Träger- und Betreiberstiftung erstmals zwei Kuratoriumspreise, die von Wirtschafts- und Schulverwaltungsleiterin Márta Oláh-Tóth überreicht wurden. Mit dem Kuratoriumspreis würdigt die Trägerstiftung besondere schulische und persönliche Leistungen auserwählter Absolventen. Heuer wurde diese Ehre Réka Schandl und Barnabás Burján zuteil.

Márta Oláh-Tóth

Den siebten Abschlussjahrgang der dualen Berufsausbildung zur/zum „Fremdsprachigen Industriekauffrau/mann“ verabschiedete Anja Schmiedel-Paul, die Leiterin der Beruflichen Bildung. Sie betonte, dass es eine Freude war, mit diesem großartigen Team zusammenzuarbeiten und hob hervor, dass in der heutigen Arbeitswelt neben fachlichem Know-how der Teamgeist eine entscheidende Fähigkeit sei. Den frisch gebackenen Industriekaufleuten gab sie neben guten Wünschen mit auf den Weg, weiterhin Persönlichkeiten mit Engagement und Herz zu bleiben, die andere mitreißen und inspirieren können.

Anja Schmiedel-Paul

Nach der Übergabe der Abschlusszeugnisse und Zertifikate an die 16 Absolventen der Beruflichen Bildung wurden zwei Absolventinnen – Pétra Osváth und Dominika Renáta Máté – mit einem Preis für herausragende Leistungen geehrt.

Schulabschlussfeier an der Audi Hungaria Deutschen Schule Győr

Den Abschluss der Feierstunde bildeten die traditionelle Übergabe der Schulfahne an die Abiturklassen des kommenden Schuljahres und die Klänge der Europahymne.

Audi Hungaria Deutsche Schule Győr

Schwäbische Abenteuer für Grundschüler

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Die Ungarndeutsche Nationaliätenselbstverwaltung Sankt Martin/Szigetszentmárton organisiert für die Achtklässler seit 2020 jedes Jahr die Programmreihe „Schwäbische Abenteuer“. Unser Ziel ist damit, den Kindern in ihrem letzten Schuljahr in der Sankt Martiner Grundschule spannende und immersive Erlebnisse zu bieten, damit sie nie vergessen, dass sie eine ungarndeutsche Nationalitätenschule besucht haben.

In unserem Dorf gibt es keine Mittelschule, deshalb haben wir mit diesem Projekt die letzte Gelegenheit, unser Wissen und unsere Erfahrungen an das breitere Kinderpublikum zu vermitteln. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe können wir ihr Interesse an unsere Kulturgruppen und Vereine wecken, und wir möchten sie dazu anregen, die ungarndeutsche Kultur in der Gemeinde weiter zu pflegen.

Die Abenteuer waren auch diesmal abwechslungsreich und vielseitig: Wir stellten den Schülern unser Liederbuch von Josef Ligeti vor, und wir sangen auch gemeinsam, wobei uns einige Mitglieder des Chores halfen.

Der Waggon ist ein wichtiges Denkmal in unserer Siedlung. Hier unterhielten wir uns über die Vertreibung und die Verschleppung der Ungarndeutschen. Der Waggon wird dieses Jahr erneut, und wir werden darin eine Ausstellung über die Geschichte von Sankt Martin einrichten. An einer weiteren Beschäftigung lasen wir auch Geschichten aus dem Buch „Lebenserinnerungen des Deportierten Georg Lerner“ (bearbeitet von Erika Schreiner) vor und besprachen diese.

Am 10. Mai organisierten wir für die Klasse einen Ungarndeutschen Abschlussball. Das war eines der wichtigsten Momente unserer Abenteuer. Die Schüler führten den Schön Walzer vor, den ihnen Monika Rierpl und Miklós Loór im Laufe des Jahres beigebracht hatten. Im Rahmen des Balls haben unsere vier weitere jüngere Kindertanzgruppe die Möglichkeit, sich vorzustellen. Diese Feierlichkeit ist unter den Eltern sehr beliebt, deshalb bietet sie uns eine sehr günstige Gelegenheit, unsere Nationalitätenkultur den Familien, die vor Kurzem in unser Dorf gezogen sind, näherzubringen und bekannt zu machen.   

Das letzte Abenteuer war die Ulmer-Schachtel-Gedenktour am 16. Juni, auf die die Jugendlichen schon sehr gespannt gewartet haben. Dieses Jahr fuhren wir an der Donau nach Wetsch/Szigetbecse. Agnes Deminger zeigte uns vor Ort die Sehenswürdigkeiten des ungarndeutschen Dorfes, und dabei erzählte sie uns sehr viele spannende Geschichten. Wir besuchten auch die Kirche, in der sich eine alte deutsche Wandinschrift befindet, worauf die Wetscher sehr stolz sind. 

„Schwäbische Abenteuer“ ist sowohl unter den Kindern als auch unter den Lehrern ein sehr beliebtes Projekt. Ich hoffe, dass wir es für die Achtklässler noch viele Jahre organisieren können.

Erika Rierpl

Fotos: Erika und Monika Rierpl

Chorjubiläum in Tolnau

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Der Deutsche Nationalitätenchor Tolnau/Vértestolna feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen. Über den Jubiläumsausflug berichteten wir bereits früher, jetzt stand uns das Feiern zu Hause im Heimatdorf bevor. Zu diesem Anlass haben wir eine Online-Fotoreihe mit dem Titel „20 Jahre auf 20 Bildern“ auf der Facebook-Seite des Chores gestartet.

Prost! Der Chor beim Maibaumfällen in Tolnau, 2025

Zwanzig Tage vor dem Kiritogsfest des Dorfes begannen wir Tag für Tag ein Foto aus der Vergangenheit, mit kurzen Gedanken ergänzt, zu veröffentlichen. So konnte jeder unsere Geschichte und Gegenwart näher kennenlernen.

Der Chor gibt das „Ehestandslied“ beim Kulturfest der Ungarndeutschen des Komitates Komorn-Gran 2025 zum Besten

Unser Singkreis war selbstverständlich auch beim feierlichen Dorffest zum Kiritog am 14. Juni vertreten. Dieses Programm galt für uns als Jubiläumsauftritt, da der damals neugegründete Chor vor 20 Jahren genau an diesem Fest zum ersten Mal auf der Bühne stand. Eigens begrüßt wurden die drei Chormitglieder, die seit 20 Jahren ununterbrochen im Singkreis mitwirken. Ein großes Dankeschön erging auch an unseren Akkordeonspieler Gábor Ujszászi, der den Chor seit den Anfängen musikalisch begleitet. Für den Auftritt hatten wir unsere Lieder besonders sorgfältig ausgewählt: Es ertönten die Lieblingslieder der früheren, bereits verstorbenen Chormitglieder. Es freut uns sehr, dass sich das Publikum mit uns an die vergangene Zeit erinnert hat. Für die positiven Rückmeldungen sind wir dankbar.

Dorottya Váradi-Bach
Chorleiterin

„Blasmusik hält uns jung…“ 

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Anregungen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
der ungarndeutschen Blasmusik
Neue Folge des Podcasts der LdU ist online

In der sechsten Ausgabe von Fokus: Ungarndeutsch, des Podcasts der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), wird der Versuch unternommen, die Geschichte und Gegenwart der ungarndeutschen Blasmusik unter die Lupe zu nehmen, möglichst viele Aspekte und Fragen zum Thema zu beleuchten, und auch über aktuelle Probleme, Herausforderungen zu sprechen. Ziel des Gesprächs ist es, auch die Zielsetzungen für den Erhalt und Weitergabe der Blasmusikkultur der Ungarndeutschen zu definieren.

In diesem Teil unterhielt sich der Moderator, Gábor Schulteisz, mit dem Musikpädagogen, Komponisten und langjährigen Kapellmeister der Bawazer Blaskapelle, Georg Ahmann, mit Sándor Kaszás, dem Musikpädagogen und Leiter mehrerer Blaskapellen bzw. dem Vorsitzenden der Blasmusiksektion des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, sowie mit Musiker und Blaskapellenleiter Andreas Zwick.

v.l.n.r.: Sándor Kaszás, Georg Ahmann, Andreas Zwick und Gábor Schulteisz

Im Fokus des Gesprächs standen die ungarndeutsche Blasmusik, die Blasmusikbewegung und die Nachwuchsförderung in den Vereinen/Musikschulen vor Ort und landesweit.

Die sechste Episode von „Fokus: Ungarndeutsch” ist sowohl auf YouTube, als auch auf Spotify und Apple Podcast zu finden!

Episode 1 >>>
Episode 2 >>>
Episode 3 >>>
Episode 4 >>>
Episode 5 >>>

Der Podcast erscheint monatlich auf dem YouTube-Kanal der LdU sowie auf den beliebtesten Podcast-Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts.

Quelle: LdU-Presse

Die Jugendtanzgruppe des UBZ in Athen – Eindrücke eines besonderen Tanzprojekts

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In der ersten Juniwoche hatten elf Tänzerinnen und Tänzer der Jugendtanzgruppe des Ungarndeutschen Bildungszentrums (UBZ) in Baje/Baja in Begleitung von drei Lehrkräften die Gelegenheit, im Rahmen eines Tanzprojekts in die griechische Hauptstadt Athen zu reisen. Das Ziel des Programms war es, den Teilnehmenden unmittelbare Einblicke in die kulturellen Traditionen anderer Nationen zu ermöglichen und gleichzeitig die ungarndeutsche Tanzkultur zu präsentieren.

Das Abenteuer begann in den frühen Montagmorgen mit dem Abflug nach Athen. Nach der Ankunft besuchte die Gruppe zunächst die Deutsche Schule Athen (DSA), wo wir herzlich empfangen wurden. Nach einem kurzen Kennenlernen und gemeinsamen Mittagessen bezogen wir unsere Unterkunft. Im Anschluss besichtigten wir das Zentrum von Athen, wo wir bei einer Stadtbesichtigung bedeutende Sehenswürdigkeiten und das historische Flair der Stadt bestaunen konnten.

Am nächsten Tag startete das Schulprogramm des internationalen Tanzprojekts, an dem außer uns auch eine bulgarische Tanzgruppe teilnahm. Zuerst präsentierten die Bulgaren ihre traditionellen Tänze, gefolgt von einem gemeinsamen Tanzhaus, an dem sich sowohl griechische als auch ungarische Teilnehmende begeistert beteiligten. Danach führte unsere Gruppe Choreografien aus ihrem Repertoire auf. Das Programm bot die Möglichkeit, Einblicke in die kulturellen Bräuche der anderen Gruppen zu gewinnen. Den Vormittag rundeten wir mit einem gemeinsamen Mittagessen ab, am Nachmittag standen das Akropolismuseum und die Akropolis selbst auf dem Programm. Die Besichtigung war nicht nur visuell beeindruckend, sondern auch historisch bereichernd – vertieft durch die Ausführungen von Theresia Szauter.

Am Mittwoch fand unsere offizielle Aufführung vor den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften der Deutschen Schule Athen (DSA) statt. Der Auftritt war ein großer Erfolg, das Publikum zeigte großes Interesse an den Choreografien, die sowohl ungarndeutsche als auch ungarische Elemente enthielten. Anschließend präsentierten die griechischen Schülerinnen und Schüler ihre Tänze – ein vielseitiges, interkulturelles Erlebnis, das in einem gemeinsamen Tanzhaus seinen Höhepunkt fand. Am Nachmittag besichtigten wir den Hafen und genossen ein gemeinsames Abendessen mit herrlichem Blick auf die Akropolis und den Sonnenuntergang. Die köstlichen Speisen und die freundschaftliche Atmosphäre stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Am Donnerstag – angesichts der warmen Temperaturen und des intensiven Programms der Vortage – unternahmen wir einen gemeinsamen Ausflug zum südlichsten Punkt der Halbinsel Attika, zum Kap Sounion. Dort bewunderten wir den Poseidontempel, der nicht nur historische und kulturelle Bedeutung hat, sondern auch einen atemberaubenden Blick auf die Ägäis bietet. Danach erfrischten wir uns bei einem Bad im Meer.

Am Freitagmorgen stand die Heimreise an. Nach dem Check-in am Flughafen traten wir erfolgreich den Rückflug nach Budapest an. Diese Reise war weit mehr als ein kultureller Austausch. Sie war ein unvergessliches, lebensveränderndes Erlebnis, das das Identitätsbewusstsein, die Offenheit und das Verständnis für internationale Zusammenarbeit bei den Jugendlichen nachhaltig stärkte.

An dieser Stelle möchten wir unseren Lehrkräften, Theresia Szauter, Zsanett Melcher und Josef Emmert, herzlich für die Organisation und ihr Engagement danken. Durch ihre Fachkompetenz und Hingabe haben sie maßgeblich zum Erfolg des Programms beigetragen.

Weitere Bildberichte und Videos über die einzelnen Programmpunkte sind in den sozialen Medien unserer Schule zu finden.

Klarissza Kapitány 11.b

Franz Metz: Heinrich Weidt. Der Lebensweg eines deutschen Kapellmeisters im Europa des 19. Jahrhunderts

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Das vorliegende Buch des anerkannten banaterdeutschen Organisten, Musikwissenschaftlers und Dirigenten Dr. Franz Metz stellt das Leben und Wirken des bedeutenden, heute jedoch weitgehend vergessenen Komponisten und Dirigenten Heinrich Weidt (1824–1901) vor. Es handelt sich dabei nicht nur um eine Biografie, sondern auch um eine musikalisch-kulturelle Zeitreise durch die Städte Mittel- und Südosteuropas im 19. Jahrhundert – wie Temeswar, Olmütz, Troppau und Werschetz.

Heinrich Weidt war in mindestens 24 europäischen Städten als Schauspieler, Sänger, Dirigent, Chorleiter, Komponist und Musikpädagoge tätig, unter anderem in Mannheim, Amsterdam, Hamburg, Budapest, Berlin und Temeswar. Im Jahre 1871 war er Mitbegründer des Temeswarer Philharmonischen Vereins, einer der bedeutendsten kulturellen Institutionen der Region jener Zeit.

Das Buch beleuchtet ausführlich Weidts Einfluss auf das multinationale Musikleben Südosteuropas: Er trat häufig mit ungarischen, rumänischen, serbischen, tschechischen und slowenischen Chören auf und trug zum kulturellenZusammenleben in der Region bei. Sein musikalisches Erbe beschränkte sich nicht auf den deutschen Sprachraum, seine Werke erschienen auch in ungarischer, italienischer und englischer Sprache und erfreuten sich sogar in den USA großer Beliebtheit. Auch seine beiden Kinder wurden erfolgreiche Musiker: Seine Tochter Lucie Weidt wurde auf Empfehlung Gustav Mahlers an die Wiener Oper berufen und wurde eine international gefeierte Sopranistin, sein Sohn Karl Weidt wirkte als Chorleiter und Musikpädagoge.

Der Autor entdeckte 1981 das bis dahin unbekannte Archiv des Temeswarer Philharmonischen Vereins, dessen Materialien ein neues Licht auf Weidts Leben und kompositorisches Schaffen warfen. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten im kommunistischen Rumänien sammelte Metz ab 1985 auch in Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowenien, Serbien und der Schweiz umfangreiches Quellenmaterial. Das Buch präsentiert somit bislang unveröffentlichte Dokumente, die eine neue Perspektive auf eine vielseitige, aber wenig bekannte Persönlichkeit der europäischen Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts ermöglichen. Heinrich Weidts Wirken reichte über seine Zeit hinaus, seine Werke wurden von anderen Komponisten bearbeitet und blieben für nachfolgende Generationen eine Inspirationsquelle.

Dieses Buch richtet sich an alle, die sich für das musikalische Erbe Mittel- und Südosteuropas sowie für die Musikgeschichte der Banater Deutschen interessieren.

Franz Metz: Heinrich Weidt. Der Lebensweg eines deutschen Kapellmeisters im Europa des 19. Jahrhunderts
Verlag: Edition Musik Südost, München, 2015
Seitenzahl: 279 Seiten
Sprache: Deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

Johann Schuth erzählt: Von Rauenthal nach Willand

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Im Jahr 1866 verließ Wilhelm Schuth (1844-1928) sein Heimatdorf Rauenthal (heute eine Teilgemeinde von Eltville), um in Willand Wein „nach rheinischem Geschmack“ zu keltern. Nach einigen Jahren rief er seinen Bruder Vincenz Schuth (1846-1907) nach Willand. Fast 160 Jahre später, am 25. Mai 2025, versammelten sich zahlreiche Mitglieder der Familie Schuth im Rauenthaler Pfarrheim, um die spannende Geschichte ihrer Vorfahren und deren Nachkommen zu hören.

Teilnehmer des Vortrags

Johann Schuth – Urenkel von Wilhelm Schuth und Chefredakteur des ungarndeutschen Wochenblattes Neue Zeitung in Budapest – entführte die Gäste mit einem anschaulichen Vortrag in die Vergangenheit. Mit historischen Dokumenten, alten Fotografien aus der Heimat und liebevoll aufbereiteten Details brachte er die Geschichte seiner Familie eindrucksvoll zum Leben. Viele Besucherinnen und Besucher aus Rauenthal und den umliegenden Ortschaften waren gekommen – darunter auch etliche, deren eigene Vorfahren familiäre Verbindungen zu den Schuths hatten.

Wilhelm Schuth und seine Arbeiter auf dem Hof des Willander Schuth-Hauses

Eingeladen hatte der Rauenthaler Traditionsverein. Dessen erster Vorsitzender, Michael Klein, ist selbst Urenkel von Katharina Färber geb. Schuth (1876–1924), einer Nichte der beiden ausgewanderten Brüder.

Trotz vieler historischer Fakten und Zahlen blieb der Vortrag unterhaltsam: Immer wieder sorgte Johann Schuth mit humorvollen Anekdoten für Schmunzeln und herzhaftes Lachen im Publikum. Die Stunde verging wie im Flug.

Die Familie Schuth mit Verwandten im Pfarrheim von Rauenthal

Im Anschluss konnten sich die Gäste noch bei einem Glas Willander Rotwein und einer Kostprobe „des luthrischen Saumagens“ aus Ungarn weiter austauschen. Mitgebrachte Fotos wurden betrachtet, Erinnerungen geteilt und der gemeinsam gepflegte Familienstammbaum studiert – ein lebendiges Miteinander zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Nach dem Vortrag führte Michael Klein die Familie Schuth durch die Rauenthaler Kirche. Ein Aufstieg zum Glockenturm war wegen Bauarbeiten am Kirchendach leider nicht möglich – dafür gewährte die Baustelle des ehemaligen Rathauses interessante Einblicke. Dort wirkten einst Johann Heinrich Joseph Schuth (1754–1811), der Großvater und Johann Baptist Schuth (1832–1905), der ältere Bruder von Wilhelm und Vincenz, als Schultheiß.

Im Alten Rathaus von Rauenthal, Wirkungsstätte von Schuth-Vorfahren.

Zum Abschluss wurde auch noch die nahegelegene Burgstelle der abgegangenen Burg Glimmenthal (erbaut um 1150!) besucht – ein geschichtsträchtiger Ort, der zwar keinen direkten Bezug zur Familie Schuth hat, aber dennoch für Staunen und Interesse sorgte.

Beim Mailäuten vor der Heiligen-Antonius-Kirche

Abgerundet wurde der Besuch in der Urheimat bei ausgezeichneten Speisen und exquisiten Weinen im Weingut Ernst Rußler. Die Mutter der ausgewanderten Schuth-Brüder hieß Agnes Rußler.

M. K.

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Auch in Rauenthal „landeten“ an die 300 Vertriebene, unter anderem aus Mutsching. Márton Kalász beschreibt in seinem Dokumentarroman „Tizedelőcédulák“ (Dezimierungszettel) eine Episode, wie ein Zug mit Vertriebenen aus Grawitz (Komitat Tolnau) auf dem Bahnhof in Eltville ankommt.

„Bezüglich des Verhaltens der begleitenden ungarischen Polizisten schildert den krassesten Fall nicht einer der Vertriebenen, sondern der Verwaltungsrat Dr. Peter Paul Nahm, einer der damaligen Vorsteher des Rheingauer Bezirks. Der Zug der aus der Ortschaft Grawitz im Komitat Tolnau Vertriebenen lief auf den Bahnhof von Eltville ein; sie wurden von Dr. Nahm empfangen. Während des Ausladens beklagten sich einige ältere Männer bei ihm, dass die ungarischen Polizisten oder Soldaten die Sachen der Vertriebenen unter der Berufung auf eine bequemere Reise in ihren Waggon umgeladen hatten, diese jetzt aber nicht zurückgeben wollten. Dr. Nahm ging mit seiner Begleitung zum Waggon der Polizei, aber bevor er etwas hätte sagen können, richteten die ungarischen Zugbegleiter die Waffe auf ihn. Der Rat rief die örtliche Polizei und den Bezirkskommandanten der amerikanischen Besatzungsarmee an, der gerade nicht in seiner Dienststelle war. Er setzte sich jedoch mit einem amerikanischen Oberstleutnant in Verbindung, der in einer nahen Villa einquartiert war. Als der Oberstleutnant nach einer halben Stunde ankam, befanden sich bereits fünf örtliche Polizisten auf dem Bahnhof. Der Oberstleutnant ließ mit Hilfe der deutschen Polizisten die Sachen wieder den Eigentümern zukommen. Er fragte den Kommandanten der noch immer sturen und unhöflichen Zugbegleiter, wie lang ihre Rückfahrt nach Ungarn dauern würde. Er ließ sie mit Stroh und so vielen Lebensmitteln versorgen, wie das der gegenwärtigen deutschen Ration entsprach. Bevor der Oberstleutnant ging, wurden einige amerikanische M.P. hinkommandiert, die den Bahnhof bis zur Rückfahrt des Zuges zusammen mit den deutschen Polizisten bewachten.“

Die Analyse der Daten der Volkszählung 2022

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Die Endergebnisse der Volkszählung 2022 erschienen im Herbst 2023, aus denen Analysen aus verschiedenen Gesichtspunkten über Anzahl und Zusammensetzung der Ungarndeutschen erstellt wurden.

Die Analysen finden Sie hier >>>

Ein Tag im Zeichen der Ungarndeutschen

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Am 13. Juni wurde am Ungarndeutschen Bildungszentrum (UBZ) in Baje/Baja ein Nationalitätentag organisiert. Die Initiative kam aus der Schülerschaft, die Organisatoren haben ein sehr buntes Programmangebot zusammengestellt; man konnte sich im Voraus online zu den verschiedenen Tätigkeiten melden.

Im ersten Block sind die Schülerinnen und Schüler in Gruppen gegeneinander angetreten. Zur Auswahl standen ein Escape-Spiel, eine Art Schnitzeljagd im Schulgebäude und auf dem Campus, ein Quizspiel mit interessanten Fakten und überraschenden Informationen über die Ungarndeutschen, praktische und etwas knifflige Aufgaben zu den ungarndeutschen Mundarten, ein Rallye entlang des ungarndeutschen Landeslehrpfades sowie die Wettkämpfe der „Schwaben-Olympiade“. Bei letzterem standen lustige Disziplinen auf dem Programm, die alle je einen kleinen Bereich des Alltags aufgreifen: man musste weiße und bunte Bohnen sortieren, Kartoffel schälen, einem Mannschaftsmitglied möglichst schnell Unterröcke und einen Blaufärberrock anziehen, einen Korb auf dem Kopf tragen, einen Hut auf den Kopf einer Figur werfen, aber auch mit einem Fragebogen sein Wissen im Bereich Volkskunde unter Beweis stellen.

Im zweiten Teil des Tages konnten sich die Schülerinnen und Schüler einzeln für die angebotenen Tätigkeiten anmelden. Man konnte sich im Sticken, Korbflechten und in der Blaufärberarbeit ausprobieren, die Frakturschrift erlernen, bei einem ungarndeutschen Gesellschaftsspiel oder beim Kartenspielen Spaß haben, lustige Spiele zum Thema Heilkräuter und Heilmethoden spielen, Milchsuppe und Zwiebeltunke kochen oder Stechelich backen und wen die hohen Temperaturen nicht gestört haben, konnte an einem Tanzhaus teilnehmen. Es ist eine große Freude, dass zwei unserer Schüler an diesem Tag ihren (internen) Ulmer-Schachtel-Führerschein erworben haben, indem sie zwei Schülergruppen die Ulmer Schachtel auf dem Schulcampus vorgestellt haben.

Das bunte Programm wurde mit einer Tombola ergänzt, bei der es wertvolle und für Schüler nützliche Preise zu gewinnen gab.

Bei diesem reichen Angebot konnte jeder auf seine Kosten kommen, ein wenig in das Leben der Ungarndeutschen eintauchen, viel Spaß haben und nebenbei – ganz unbemerkt – auch noch etwas lernen.

Csorbai Péter

Herzogendorf feierte buntes Fest beim Nationalitätentag – und die Stimmung kochte!

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Am vorletzten Maisamstag verwandelte sich Herzogendorf/Mezőfalva in eine wahre Farbenpracht und ein Meer aus fröhlichem Lachen, denn der 14. Nationalitätentag des Komitats Weißenburg stand ganz im Zeichen der Vielfalt und guter Laune. Bereits am Vormittag versammelten sich die kleinen Stars und Sternchen auf der Bühne – die Kindergarten- und Schulkinder. Mit strahlenden Gesichtern und voller Energie präsentierten sie eine bunte Mischung aus Tänzen, Liedern und Reimen. Man konnte kaum glauben, dass so viel Talent und Elan in so kleinen Menschen steckt – und für einige war das Auftrittsglück so groß, dass der Applaus sogar die eigene Unsicherheit übertönte!

Am Nachmittag waren dann die Jugendlichen, die Erwachsenen und die Senioren an der Reihe. Es wurde kräftig geklatscht, gelacht, sogar die eine oder andere Hüfte schwang mit – manchmal im Takt, manchmal eher im Takt des Herzklopfens vor Aufregung. Die Chöre, Blaskapellen und Tanzgruppen sorgten für eine musikalische Vielfalt, die selbst den eingefleischtesten Musikliebhaber ins Staunen versetzte. Besonders die Blaskapellen aus Moor und Pußtawam sorgten mit ihren Ohrwürmern und altbekannten Liedern für begeisterte Gesichter und Fußwippen im Publikum.

Katalin Sátori geb. Németh wurde für ihr herausragendes Engagement und ihre wertvolle Arbeit mit dem Ehrenpreis Für das Ungarndeutschtum im Komitat Weißenburg ausgezeichnet. Als Kindergärtnerin setzte sie sich mit großer Hingabe für die Betreuung und Förderung der jüngsten Mitglieder der Gemeinschaft ein. Darüber hinaus engagiert sie sich aktiv in verschiedenen Bereichen der Nationlitätenarbeit der Ungarndeutschen in Maan. Durch ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft trägt sie dazu bei, die kulturelle Identität und das Gemeinschaftsgefühl der Nationalität zu stärken. Ihr Engagement umfasst sowohl pädagogische Tätigkeiten als auch Initiativen zur Bewahrung und Förderung der deutschen Sprache und Kultur in der Region. Mit ihrer Arbeit leistet Katalin Sátori einen bedeutenden Beitrag zur Zusammenführung und zum kulturellen Erhalt der ungarndeutschen Gemeinschaft. Ihre Würdigung ist am Ende des Berichts zu lesen.

Und wer dachte, das sei schon alles, wurde am Abend mit einem besonderen Highlight überrascht: dem Ball mit der Folk-Pop Band „Swab“. Mit glitzernden Kostümen, fetzigen Rhythmen und einer gehörigen Portion Humor brachte die Band die Tanzfläche zum Beben. Das Tanzbein wurde geschwungen, die Hüften geschwenkt – natürlich mit einem freundlichen Augenzwinkern. Die Stimmung war so ausgelassen, dass man meinen könnte, die Musik kam direkt aus einem Wunschkonzert der ZDF oder dem Musikalischen Wochenende in Willand! 

Kurz gesagt: Herzogendorf hat am Wochenende bewiesen, dass Vielfalt, Spaß und ein bisschen Tanz die besten Zutaten für ein unvergessliches Fest sind. Wir freuen uns schon auf den nächsten Nationalitätentag – vielleicht mit noch mehr Musik, Lachen und unvergesslichen Momenten!

Ein herzliches Dankeschön geht an die Deutsche Komitatsselbstverwaltung von Weißenburg, die Nationalitätenselbstverwaltung und die örtliche Selbstverwaltung von Herzogendorf und den Verband der Deutschen Selbstverwaltungen im Komitat Fejér e.V. für ihre Unterstützung.

Ch.P.

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Für das Ungarndeutschtum im Komitat Weißenburg
an Katalin Sátori
Würdigung

Katalin Sátori geb. Németh ist Kindergärtnerin, arbeitete im Maaner Kindergarten Mesevár, seit 1992 war sie Leiterin der Einrichtung bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 2009. 2009 verlieh ihr die Gemeinde Maan die Ehrenbürgerschaft. Sie ist Gründungsmitglied des Vereins der Maaner Schwaben sowie Mitglied der Tanzgruppe Pfingstrosen.

Katalin Sátori wurde 1950 in Maan geboren. Ihre Vorfahren lassen sich über mehrere Generationen zurückverfolgen, darunter die Familiennamen Schnobl, Payer, Frech und Cziegler. Das alltägliche Leben, die Arbeit und die Erziehung ihrer Familie waren und sind geprägt von den Werten der religiösen Schwaben: Fleiß, Genauigkeit, Organisation, gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung bei der Arbeit sowie die Pflege der Traditionen. In ihrer Kindheit und Zuhause war die deutsche Sprache noch lebendig, in diesem Umfeld wuchs sie auf. Auch in der Mittelschule lernte sie Deutsch. Nach dem Abitur und einer kurzen beruflichen Umweg begann sie 1973 im Kindergarten von Maan zu arbeiten und absolvierte 1976 die Pädagogische Hochschule in Kecskemét.

Sie konnte das Wissen der Kinderlieder und Spiele, die sie von ihrer Mutter gelernt hatte, im Kindergarten gut nutzen. Die Pflege der Traditionen wurde ihr wichtig, sie wollte sicherstellen, dass diese nicht in Vergessenheit geraten. Unter ihrer Leitung wurde 2001 die Nationalitätenerziehung eingeführt. Während ihrer Führungsarbeit initiierte sie zahlreiche Entwicklungen im Haus, was dazu beitrug, dass heute ein moderner Kindergarten mit vier Gruppen, einer Turnhalle und guter Ausstattung sowie einem gut ausgestatteten Spielplatz die Kinder von Maan willkommen heißen. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Kindergartens erstellte sie 2008 eine Publikation und organisierte engagiert die Feierlichkeiten, um das Jubiläum würdig zu begehen.

Sie ist von Anfang an aktiv an der Arbeit des Vereins der Maaner Schwaben beteiligt, gestaltet Veranstaltungen, prägt das Gemeinschaftsleben mit Ideen und durch tatkräftiges Engagement. Sie spielt eine bedeutende Rolle bei der Bewahrung der Traditionen. Sie legt großen Wert auf den Erhalt der deutschen Sprache sowie der materiellen und geistigen Kultur. Durch ihre Sammelarbeit hat sie das Heimatmuseum mit zahlreichen Exponaten bereichert und sieht es auch als ihre Aufgabe, dieses zu gestalten und in Ordnung zu halten. Mit Begeisterung sammelt sie alte schwäbische Rezepte und gibt diese weiter.

Sie ist regelmäßige Teilnehmerin der Stammtisch-Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmer stets auf ihre Erinnerungen und Gedanken zählen können. 

Bei schulischen oder kindergartenbezogenen Veranstaltungen fehlt ihr Beitrag auch nicht, um die Bemühungen um den Erhalt des kulturellen Erbes unserer Vorfahren und der deutschen Volksgruppe zu unterstützen.

Ihre herausragende Persönlichkeit, ihr Engagement sowie ihre unermüdliche Arbeit für die deutsche Nationalität in Maan und für den Erhalt der Kultur sind unbestreitbar. Ihr Einsatz, und ihre Unermüdlichkeit tragen wesentlich dazu bei, dass wir das Erbe unserer Vorfahren an die nächste Generation weitergeben können.

Katalin Sátori arbeitet seit Jahrzehnten dafür, dass sich die deutsche Nationalität im Komitat Weißenburg weiterentwickelt, ihre Bemühungen wurden von der ungarndeutschen Gemeinschaft mit dem Preis Für das Ungarndeutschtum im Komitat Weißenburg geehrt.

Neue Forschungen zum Ungarndeutschtum

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Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek, der Stiftungslehrstuhl für deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa an der Universität Fünfkirchen und die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen organisierten am 4. Juni eine Konferenz im Gedenken an Otto Heinek im Haus der Ungarndeutschen. Die Vorträge der Konferenz wurden aufgezeichnet und werden demnächst auf dem YouTube-Kanal „zentrumhu“ zu sehen sein bzw. auch in einem Tagungsband veröffentlicht.

Das Programm begann mit einer Begrüßung von Zentrum-Direktorin Angelika Erdélyi-Pfiszterer, gefolgt von einem Grußwort der LdU-Vorsitzenden Ibolya Hock-Englender und der Mitorganisatorin Beata Márkus, Leiterin des Stiftungslehrstuhls. Die Tagung wurde in vier Sektionen unterteilt, alle mit einer gemeinsamen Diskussion am Ende.

Dora Frey eröffnete die Tagung mit einem düsteren Kapitel der Geschichte. Sie beleuchtete Ursachen, Verlauf und Nachwirkungen der Vertreibung der Ungarndeutschen aus dem Komitat Tolnau. Peter Schweininger knüpfte an dieses Thema an, sein Vortrag handelte davon, wie die Vertreibung der Ungarndeutschen in der Geschichtsschreibung und in der Öffentlichkeit thematisiert oder nicht thematisiert wird. Am Ende der ersten Sektion berichtete Stefan Pleyer über die Deutschtumspolitik der Weimarer Republik und über Deutschlands Südostpolitik.

Weiter ging es dann mit der zweiten Sektion und Erika Hammer mit einem Referat über das kulturelle Erbe und erfundene Traditionen. András F. Balogh sprach über den Roman „Atemschaukel“ von Hertha Müller und über die sprechenden Namen darin. Eszter Propszt analysierte Gedichte von Claus Klotz, Robert Becker und Georg Fath. Am Ende dieser Sektion stellte Viktoria Nagy dem Publikum die Auswertung der Ergebnisse ausgewählter deutscher Nationalitätenschulen bezüglich der sprachlichen Kompetenzmessung in Deutsch vor. Die Ergebnisse erwiesen sich als akzeptabel.

Nach einer Pause berichtete Tamás Egész über die ungarisch-deutsche Spannung in Ödenburg bei den Parlamentswahlen 1922. Die Deutschen in Ödenburg verhalfen dem unbekannten sozialdemokratischen Kandidaten Ede Hébelt zum Sieg über den Kandidaten der Regierung, Kunó Klebelsberg. Marta Müller und Krisztina Kemény-Gombkötő berichteten von den weiteren Arbeiten am Wörterbuch der Ungarndeutschen Mundarten. Ein Forschungsteam trägt die Mundartausdrücke zusammen, die dann online gestellt werden.

Beata Márkus fasste die Ergebnisse ihrer fünfjährigen Recherchen zu den Verfolgungen der Ungarndeutschen ab 1945 zusammen und räumte sachlich mit dem Opfermythos auf. Ungarndeutsche waren nämlich durchaus auch Täter, und die Forschung soll die persönliche Schuld des Einzelnen (zum Beispiel in der Waffen-SS) aufdecken. Gábor Kerekes referierte über Tabus in der ungarndeutschen Literatur: Politik, Religion oder Sexualität wurden nach seiner Ansicht in den ungarndeutschen Werken nicht thematisiert. Den Abschluss der vierten Sektion und damit der gesamten Konferenz machte Alexandra Korom. Sie beendete die Tagung mit einem Plädoyer für eine bessere Sichtbarkeit der Forschungsergebnisse von Kurt Petermann, der in den siebziger Jahren in ungarndeutschen Gemeinden die traditionellen Tänze gesammelt hat. Durch den frühen Tod des Leipziger Tanzforschers konnte keine wissenschaftliche Auswertung mehr erfolgen. Filme, die damals dem Deutschen Verband übergeben wurden, wurden und werden von ungarndeutschen Choreografen durchaus genutzt.

Die Tagung endete am späten Nachmittag mit einem herzlichen Dank an alle Referentinnen und Referenten sowie an die engagierten, diskussionsfreudigen Zuhörerinnen und Zuhörer.

Die Tagung wurde vom Bundesministerium des Innern und für Heimat unterstützt.

N. J. / Neue Zeitung

Foto: Ludwig Grund/zentrum.hu

Nachwuchsförderung als Schlüssel zum Erfolg – Jugendvereine der Ungarndeutschen im Fokus

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Neue Folge des Podcasts der LdU ist online

Wie begeistert man Jugendliche der Alfa-Generation nachhaltig für die ungarndeutsche Kultur? Soll Traditionserhaltung von innen kommen oder sind Freizeitangebote und Events wichtiger, um junge Menschen langfristig zu gewinnen? Wie entsteht eine ungarndeutsche Identität, wenn sie nicht mehr selbstverständlich von den Eltern weitergegeben wird? Können digitale Angebote persönliche Begegnungen ersetzen oder ergänzen sie diese lediglich? In der fünften Folge suchen die Teilnehmer des Podcasts die Antworten auf diese Fragen.

v.l.n.r.: Sára Egri, Martin Surman-Majeczki, Tekla Matoricz und Gábor Werner

Moderatorin Tekla Matoricz spricht mit Sára Egri, der Tanzlehrerin der Leinwarer Tanzgruppe und Abgeordneten der örtlichen deutschen Nationalitätenselbstverwaltung, dem Vizepräsidenten und Geschäftsführer des Vereins für Ungarndeutsche Kinder sowie LdU-Mitglied Gábor Werner bzw. LdU-Mitglied Martin Surman-Majeczki, der bei der Aufnahme noch Vizepräsident der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher war, die ihre Erfahrungen aus den ungarndeutschen Jugendvereinen teilen und zukunftsorientierte Strategien zur Jugendförderung diskutieren.

Die fünfte Episode von „Fokus: Ungarndeutsch” ist sowohl auf  YouTube als auch auSpotify und Apple Podcast zu finden!

Episode 1 >>>
Episode 2 >>>
Episode 3 >>>
Episode 4 >>>

Der Podcast erscheint monatlich auf dem YouTube-Kanal der LdU sowie auf den beliebtesten Podcast-Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts.

Quelle: LdU-Presse

Fotos, die etwas Besonderes bieten

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Ende Mai war es endlich so weit. Die lang ersehnten Bilder, die Finalisten des Vorjahres des ungarndeutschen Online-Fotowettbewerbs Blickpunkt, – sind an der Bohler Grundschule angekommen. Mit viel Freude und Engagement haben Lehrkräfte die Wanderausstellung des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (Zentrum) vorbereitet und Schülerinnen und Schüler am 21. Mai 2025 feierlich eröffnet.

Das Programm wurde mit großer Begeisterung von der Klasse 1.c/1 gestaltet. Mit fröhlichen Liedern, Tänzen und musikalischen Beiträgen sorgten die Kinder für eine lebendige und stimmungsvolle Atmosphäre. Eltern, Lehrkräfte, Gäste, Mitschülerinnen und Mitschüler waren begeistert von dem bunten Programm.

Die Ausstellung zeigt eine vielfältige Auswahl von Bildern, die das Leben der Ungarndeutschen auf eindrucksvolle Weise dokumentieren. Die Fotos sind Momentaufnahmen aus dem Alltag, der Kultur und dem Gemeinschaftsleben der Ungarndeutschen. Jedes bietet etwas Besonderes und lädt dazu ein, genauer hinzusehen und eigene Gedanken zu entwickeln. 

Besonders erfreulich war es, dass die Ausstellung nicht nur in der Schule zu sehen war. Am 7. Juni wurde sie auch im Rahmen des Pfingstfestes auf dem Batthyány-Platz öffentlich präsentiert. Dieses ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, die von der Deutschen Selbstverwaltung in Bohl/Bóly organisiert wird und sich großer Beliebtheit erfreut. In diesem Jahr fand bereits das 15. Pfingstfest statt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit und begaben sich mit großer Neugier auf eine Entdeckungsreise durch die Ausstellung. Gemeinsam suchten sie auf den Bildern nach bekannten Gesichtern, Verwandten, Freunden und natürlich sich selbst. Die Freude war groß, wenn jemand die eigene Hand oder die einer geliebten Person auf einem der Kunstwerke wiedererkannte. Es waren fröhliche und verbindende Momente, die die Ausstellung zu etwas ganz Persönlichem machten.

Bianka Faluhelyi

Fotos: Bianka Faluhelyi, Maria Faluhelyi-Hock, Brigitta Ódor

Die Erinnerungen wachhalten

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Am Pfingstsonntag, dem 8. Juni, fand die traditionelle Pfingstgedenkfeier am Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs in der Kleinstadt Mischlen/Kozármisleny im Komitat Branau statt. Die Veranstaltung wurde von der örtlichen deutschen Selbstverwaltung organisiert, und die Gemeinschaft erwies erneut in würdiger Weise jenen die Ehre, die ihr Leben für das Vaterland geopfert haben.

Im Rahmen der mit einer Kranzniederlegung verbundenen Feier hielt Ibolya Hock-Englender, die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, eine Festrede. Mit bewegenden Worten erinnerte sie an die Opfer und betonte die gemeinschaftsbildende Kraft des gemeinsamen Gedenkens. Darüber hinaus hob sie hervor:
“Der Kreis, den die im 18. Jahrhundert angesiedelten Deutschen einst eröffneten, schließt sich allmählich. Unsere Verwandten, die 1946–48 vertrieben wurden, verlassen uns langsam, und die nächsten Generationen zeigen kein oder nur seltenes Interesse an der Heimat ihrer Eltern und Großeltern. Die Welt wird immer unpersönlicher, menschliche Beziehungen und Wurzeln verlieren zunehmend an Bedeutung. Umso mehr ist es unsere Aufgabe, die Erinnerungen wachzuhalten, es als unsere Pflicht zu empfinden, unseren Kindern und Enkeln unsere Muttersprache, unsere Kultur und unsere Bräuche weiterzugeben – auch dadurch, dass wir sie lebendig halten und ihre zeitgemäße Relevanz entdecken. Unser Glaube an die Zukunft und an das Fortbestehen muss uns lebendig halten!”

Quelle: LdU-Presse