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Mit der Teilnahme von 7 Duos und 14 Chören wurde heute das 2. Landesfinale des zweiten Gesangswettbewerbs für ungarndeutsche SchülerInnen am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule ausgetragen.
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Blickpunkt- und der Handwerker-Ausstellung in Bohl
Am 31. März 2026 wurde im „Erzsébet Vigadó” die neue Blickpunkt-Wanderausstellung mit ungarndeutschen Bildern sowie die begleitende Handwerkausstellung und Markt feierlich eröffnet. Zahlreiche Besucher fanden sich ein, um gemeinsam Kunst, Kreativität und regionale Traditionen zu feiern. Die festliche Atmosphäre war bereits zu Beginn spürbar und zog sich durch die gesamte Veranstaltung.
Blickpunkt ist der Fotowettbewerb des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek, kurz: Zentrum, der seit 2008 jährlich ausgeschrieben wird. Eingereicht werden können selbst aufgenommene Fotografien, kreativ zusammengestellte Postkarten mit deutschsprachiger Aufschrift sowie restaurierte oder aufgebesserte Archivbilder. Voraussetzung ist, dass sich das Motiv inhaltlich mit dem Leben, den Traditionen oder der Kultur der Ungarndeutschen befasst. Ziel des Wettbewerbs ist es, die kulturellen Werte unserer Volksgruppe sichtbar zu machen und einen persönlichen Zugang zur Geschichte und Gegenwart der ungarndeutschen Gemeinschaft zu eröffnen.
Aus den Finalisten der jeweiligen Ausschreibungen wird eine Wanderausstellung zusammengestellt. Diese zeigen eindrucksvoll Momente, Traditionen, Alltagsleben und kulturelle Werte der Ungarndeutschen . Dabei reichen die Motive von festlichen Bräuchen über familiäre Augenblicke bis hin zu detailreichen Einblicken in das ländliche Leben.
Die ausgestellten Bilder laden die Besucher dazu ein, besondere Perspektiven zu entdecken und sich mit der Vielfalt und Lebendigkeit der ungarndeutschen Kultur auseinanderzusetzen. Viele Gäste nahmen sich Zeit, die einzelnen Werke aufmerksam zu betrachten und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der parallel eröffnete Handwerksmarkt ergänzte die Veranstaltung und bot einen stimmungsvollen Rahmen für Begegnungen und Gespräche.
Für die feierliche musikalische Umrahmung sorgten Schüler der Bohler Allgemeinbildenden Schule. Die Klasse 2.c/1 begeisterte das Publikum mit einem vielseitigen Programm: Die Kinder führten ungarndeutsche Volkstänze auf, sangen Lieder und trugen Gedichte sowie Prosatexte vor. Mit ihrem frischen, engagierten und selbstbewussten Auftritt schufen sie eine besonders herzliche Atmosphäre und erhielten großen Applaus.
Aus der Klasse 3.c traten junge Akkordeonisten auf, die zur festlichen Stimmung beitrugen. Mit ihren sorgfältig einstudierten Stücken zeigten sie ihr musikalisches Können. Ihr Auftritt wurde vom Publikum mit herzlichem und lang anhaltendem Applaus belohnt.
Die Veranstaltung im „Erzsébet Vigadó” zeigte eindrucksvoll, wie eng Kunst, Handwerk und musikalische Bildung in Bohl miteinander verbunden sind.
Bianka Faluhelyi
Fotos: Bianka Faluhelyi, Brigitta Ódor
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Falls Sie die Ausstellung aus den Finalisten von Blickpunkt 2025, oder eine der Zusammenstellungen der frühere Jahrgänge auch in ihrer Ortschaft sehen möchten, kontaktieren Sie das Zentrum-Büro (+36-1-373-0933, info@zentrum.hu)!
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Auch in diesem Jahr wurde das regionale Dramenfestival in Ugod – mit der Teilnahme von etwa 150 SchülerInnen aus 11 ungarndeutschen Grundschulen aus Westungarn und der Hauptstadt – veranstaltet. Das Theatertreffen am 31. März 2026 mit 13 Aufführungen bot den Kindern erneut eine hervorragende Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in einer Fremdsprache spielerisch und kreativ zu zeigen. Die Produktionen waren sehr vielfältig und reichten von klassischen Märchenbearbeitungen bis hin zu modernen, zum Nachdenken anregenden Stücken.
Dramenfestival in Ugod
Den Tag eröffnete die Tanzgruppe der Gastgeberschule, gefolgt von den Grußworten der Schulleiterin Gabriella Csuka, der Direktorin des Schulbezirks, Andrea Egyházi, sowie des Bürgermeisters Zoltán Szőke.
Dramenfestival in Ugod
Den Auftakt machte Das Märchen von dem guten Kartoffelkönig, das gleich zu Beginn für die passende Stimmung sorgte. Die Kostüme waren besonders einfallsreich, die Geschichte handelte von einem selbstlosen Kartoffelkönig, der den hungrigen Kindern hilft. Dem folgte Die große Rübe, eine humorvolle Inszenierung des bekannten Märchens, die mit ihrer lebendigen und spielerischen Darstellung das Publikum zum Lachen brachte.
Das Märchen vom guten KartoffelkönigDie große Rübe – mit den Ugoder Schülern
Die neugierige Prinzessin war eine längere, detailreiche Aufführung mit kreativen Requisiten und einer nachdenklichen Botschaft. Sie betonte die Bedeutung von Fragen und zeigte gleichzeitig, welche Folgen es haben kann, wenn jemand zu neugierig ist. Am Ende bekommt die Prinzessin Antworten auf ihre Fragen, da ihre Eltern sie in die Schule schicken.
Die neugierige Prinzessin
Die Versammlung der Mäuse war eine liebevolle, verspielte Geschichte, in der neun niedliche Mäuse im Mittelpunkt standen, die mit Hilfe eines Hundes der Katze entkommen. Die Märchenwelt in der Schulbank brachte klassische Märchen auf kreative Weise zurück ins Klassenzimmer, da die Kinder diese nicht mehr kannten. So wurden bekannte Geschichten wie Schneewittchen, Rotkäppchen und Die drei kleinen Schweinchen neu erzählt.
Die Versammlung der MäuseMärchenwelt in der Schulbank
Eine zweite Version von Die große Rübe wurde ebenfalls aufgeführt, die mit Musik, Gitarre und Tanz noch unterhaltsamer gestaltet war. Die Bremer Stadtmusikanten waren ebenfalls sehr erfolgreich, vor allem durch die humorvolle Darstellung der vier Hauptfiguren.
Die große Rübe – mit den Schülern aus ÖdenburgDie Bremer Stadtmusikanten
Ein eher ungewöhnliches Stück war Phobien, das im Rahmen einer Selbsthilfegruppe verschiedene Ängste zeigte, zum Beispiel die Angst vor dem Entschuldigen oder vor peinlichen Pausen. Danach folgte Aschenputtel, als eine moderne Interpretation der bekannten Geschichte in einer besonderen Inszenierung.
PhobienAschenputtel
Während Die Heinzelmännchen von Köln den Gegensatz von Fleiß und Faulheit thematisierte und zeigte, wie nachtaktive Helfer den nachlässigen Handwerkern unter die Arme greifen, erzählte Regenbogenfisch die Geschichte eines bunten Fisches: Ein kleiner Fisch bittet ihn um eine schöne Schuppe, doch der Regenbogenfisch lehnt ab. Daraufhin wenden sich die anderen Fische von ihm ab, und er bleibt allein. Später holt er sich Rat bei einem weisen Oktopus, der ihm empfiehlt, seine Schuppen zu teilen. Obwohl es ihm zunächst schwerfällt, gibt er schließlich eine Schuppe ab und verteilt nach und nach immer mehr, bis er zwar nicht mehr der schönste ist, dafür aber umgeben ihn viele Freunde.
Die Heinzelmännchen von KölnRegenbogenfisch
Der kleine Vogel handelte von einem Vogel, der sich goldene Flügel wünschte. Nachdem er sie bekommen hatte, gab er sie jedoch an Bedürftige weiter.
Der kleine Vogel
Den Abschluss bildete das Stück Die Heinzelmännchen, das sich sowohl technisch als auch inhaltlich von der zuvor gesehenen Version unterschied. Die Geschichte wurde durch eine Rahmenhandlung neu erzählt, wodurch das Publikum sie aus einer anderen Perspektive kennenlernen konnte.
Die Heinzelmännchen
Die Qualität der Produktionen spiegelte sich auch in den Bewertungen wider:
Die Bewertung „Gut“ erhielten:
Deutsche Nationalitätengrundschule Ugod – Das Märchen vom guten Kartoffelkönig
Deutsche Nationalitätengrundschule Ugod – Die große Rübe
Maria Laschober Deutsche Nationalitätengrundschule, Rendek – Phobien
Maria Laschober Deutsche Nationalitätengrundschule, Rendek- Aschenputtel
Hriszto Botev Deutsche Nationalitätengrundschule, Wesprim – Die Heinzelmännchen von Köln
Grundschule in der Újlak Straße, Budapest – Regenbogenfisch
Mihály Munkácsy Deutsche Nationalitätengrundschule, Papa – Der kleine Vogel
Die Bewertung „Sehr gut“ erhielten:
Mihály Rőthy Deutsche Nationalitätengrundschule, Kischludt – Märchenwelt in der Schulbank
Deutsche Nationalitätenschule Ödenburg – Die große Rübe
Deutsche Nationalitätengrundschule Kerek Nap, Polan – Die Bremer Stadtmusikanten
Pannonia Grundschule mit zweisprachigem deutschem Nationalitätenunterricht bzw. erweitertem Englischunterricht, Budapest, 13. Bezirk – Die Heinzelmännchen
Die Bewertung „Ausgezeichnet“ erhielten:
Paul Angermann Deutsche Nationalitätengrundschule, Waschludt – Die neugierige Prinzessin
Nivegy-Taler Deutsche Grund- und Kunstschule, Tschitscha – Die Versammlung der Mäuse
Angelika Erdélyi-PfisztererDramenfestival in UgodJede Gruppe erhielt eine Plakette
Angelika Erdélyi-Pfiszterer, Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (Zentrum) und Hauptorganisatorin des Dramenfestivals, betonte die große Bedeutung des Kindertheaters, da es nicht nur das Sprachenlernen unterstütze, sondern den Teilnehmenden auch Selbstvertrauen und Gemeinschaftserlebnisse vermittele. Sie fügte hinzu, dass sie auch in Zukunft gerne ähnlich niveauvolle und kreative Produktionen sehen möchte.
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Die von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen aufgestellte deutsche Nationalitätenliste hat bei der Parlamentswahl am 12. April 2026 das begünstigte Mandat nicht errungen. Das Ergebnis zeigt jedoch, dass innerhalb der ungarndeutschen Gemeinschaft weiterhin ein erheblicher Bedarf an einer eigenen, direkten parlamentarischen Vertretung besteht und viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.
LdU-Vorsitzende Ibolya Hock-Englender und Gregor Gallai, Sprecher der Ungarndeutschen im Ungarischen Parlament
Nach den derzeit verfügbaren Daten waren am Wahltag 22.812 Wahlberechtigte im ungarndeutschen Wählerverzeichnis eingetragen. Von ihnen nahmen 22.188 Personen an der Abstimmung teil, was einer außergewöhnlich hohen Wahlbeteiligung von 97,26 % entspricht. Bei einer relativ hohen Eintrittsschwelle von 24.651 Stimmen gaben 17.845 Personen eine gültige Stimme ab. Ihnen gilt unser Dank! Wir sehen, dass innerhalb der Gemeinschaft weiterhin eine bewusste, den öffentlichen Angelegenheiten gegenüber aufgeschlossene Wählerschaft vorhanden ist; zugleich stehen wir jedoch dem hohen Anteil an ungültigen Stimmen mit Unverständnis gegenüber.
Die Zahl der Stimmen für die deutsche Nationalitätenliste ist auch vor dem Hintergrund zu bewerten, dass im Vorfeld der Wahl aus verschiedenen Richtungen Stellungnahmen erschienen, die auf die Möglichkeit eines Austritts aus dem Wählerverzeichnis hinwiesen, während der Wahlkampf insgesamt ebenfalls zugespitzt war.
Gregor Gallai
„Dieses Ergebnis ist für uns kein Abschluss, sondern eine Rückmeldung. Es bestärkt uns darin, dass der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung weiterhin besteht und wir diese Arbeit auch in Zukunft mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln fortsetzen müssen“, formulierte der Spitzenkandidat Gregor Gallai, der die ungarndeutsche Gemeinschaft in der nun beginnenden Legislaturperiode als Sprecher im Ungarischen Parlament vertreten wird. Er fügte hinzu, dass die gemeinschaftliche Vertretung auch künftig entlang jener Grundprinzipien weitergeführt werden soll, die bereits im Wahlkampf als Leitlinien dienten: eine auf Dialog aufbauende, offene und transparente Arbeitsweise, der kontinuierliche Austausch mit der Gemeinschaft sowie ein kooperatives Auftreten bei gleichzeitig konsequenter Vertretung der gemeinschaftlichen Interessen.
Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen wird die Wahlergebnisse im Anschluss an die Wahl detailliert auswerten und jene Faktoren analysieren, die zu diesem Ergebnis geführt haben. Ziel ist es, auf Basis der gewonnenen Erfahrungen die Möglichkeiten der Ansprache und Einbindung der Gemeinschaft weiter zu stärken und die Interessen der Ungarndeutschen künftig noch wirkungsvoller zu vertreten.
Wahlabend im Haus der Ungarndeutschen
Im Verlauf des Wahlkampfes konzentrierte sich die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen konsequent auf Fragen, die den Alltag der Gemeinschaft betreffen: auf den Erhalt der Sprache und des kulturellen Erbes, die Weiterentwicklung des Institutionensystems sowie die Ansprache und Einbindung der jüngeren Generationen.
Die LdU und der Sprecher danken allen, die mit ihrer Stimme, ihrer Arbeit oder in irgendeiner Weise zum Wahlkampf beigetragen haben. Sie werden sich auch in Zukunft engagiert für die Vertretung der Interessen der ungarndeutschen Gemeinschaft einsetzen. Sowohl die Landesselbstverwaltung als auch Gregor Gallai gratulieren den neu gewählten Abgeordneten und Sprechern des Ungarischen Parlaments und versichern zugleich allen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
GemeinsameVideobotschaft von Ibolya Hock-Englender und Gregor Gallai
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Im Rahmen des Projekts Ungarndeutsche Musik – Online unterstützte das Bundesministerium des Innern (BMI) auf Vorschlag des Jugendausschusses der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) 2025 zwei junge Kammerchöre bei Tonaufnahmen. Als erstes erschien auf den meisten Online-Musikstreaming-Plattformen kürzlich das Album Bakonyer Herz. Darüber fragte LdU-Jugendreferent Károly Radóczy Ádám Weisz, Mitglied des Ensembles.
Wesprimer Buam: Bakonyer Herz
KR: Was sollte man über die Wesprimer Buam wissen? ÁW: Das Ensemble wurde 2024 auf Initiative von unserer Lehrerin Éva Nagy-Peidl gegründet, aus den Männern des deutschen Nationalitäten-Kammerchors des László Lovassy Gymnasiums. Nach den Proben blieben wir oft noch zusammen und sangen weiter: Daraus entstand die Idee, dies auch auf der Bühne zu zeigen.
Zuerst überlegten wir, welche Lieder wir singen möchten – hauptsächlich Soldatenlieder und ungarndeutsche Volkslieder –, dann stellten wir ein Potpourri zusammen und traten anschließend bei mehreren Veranstaltungen in Wesprim auf. Einen Durchbruch bedeutete das Helikon-Festival, bei dem wir 2024 einen Sonderpreis der Jury erhielten. Wir durften bei der LdU-Gala in Fünfkirchen auftreten und nahmen 2025 am Gesangswettbewerb der Landesselbstverwaltung teil, wo wir in unserer Kategorie den 1. Platz belegten. Obwohl inzwischen vier von uns das Lovassy-Gymnasium verlassen haben, versuchen wir dennoch, das Projekt fortzuführen und bereiten uns mit Begeisterung auf unsere Auftritte vor.
KR: Wer sind die Mitglieder, und welche Rollen haben sie? ÁW: Wir begannen mit sieben Mitgliedern, jetzt sind wir zu acht:
Gábor Ábrahám, Tenor, Organisation (Sirtz)
Zalán Jakab, Tenor (Sirtz)
Márton Strenner, Bariton (Totwaschon)
Mátyás Steiner-Utczás, Bariton (Totwaschon)
Attila Békési, Bass (Wesprim)
Barnabás Ádám, Bass (Waschludt)
Martin József Vágner, Klarinette (Kisludt)
Ádám Weisz, Akkordeon (Waschludt)
Die Wesprimer Buam
KR: Was hält diese Gruppe zusammen? ÁW: Die Liebe zum Singen und zur ungarndeutschen Gemeinschaft. Viele von uns waren oder sind Klassenkameraden, und auch die Freundschaft zwischen den Mitgliedern ist sehr wichtig.
KR: Erhaltet ihr weiterhin fachliche Unterstützung? ÁW: Ja, wir erhalten Unterstützung. Auch vor der Studioaufnahme haben wir mehrfach konsultiert, und sowohl Hajnalka Pfeifer-Takács als auch Éva Nagy-Peidl halfen uns bei der Liedauswahl. Frau Nagy-Peidl hörte uns vor der Aufnahme mehrmals an, gab Feedback – meist positiv, aber wir bekamen auch viele konstruktive Kritiken, wofür wir sehr dankbar sind, denn dadurch konnten wir uns stark verbessern. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir weiterhin Unterstützung bekommen, obwohl einige von uns nicht mehr Schüler der Institution sind.
KR: Kommen wir zu den Liedern. Was sollte man über sie wissen?
Ich bin der Pua vom Aubachtal ÁW:Dieses Lied ist in den meisten ungarndeutschen Regionen unter dem Titel Ich bin der Pua vom Donautal bekannt; nur in Waschludt trägt es diesen Titel, da die Waschludter aus der Gegend des Aubach stammen. Eine weitere Besonderheit ist, dass dieses Stück bei uns die Forschung in Richtung unserer Partnerstadt angestoßen hat, wodurch wir herausfinden konnten, woher unsere Vorfahren stammen (Wiesthal, Bayern). Deshalb war es uns wichtig, dieses Lied auf das Album aufzunehmen.
In einem Polenstädtchen ÁW:Dieses Lied haben wir bereits zuvor oft gesungen, es war auch Teil unseres Programms für die Gala und den Gesangswettbewerb. Interessant ist hier vielleicht, dass ich im Liederbuch von Ferenc Roth aus Waschludt eine dritte Strophe gefunden habe, die ich sonst nirgends gesehen habe, weshalb wir diese als etwas Besonderes betrachteten.
Das Gewerbelied ÁW:Dieses Stück stammt ursprünglich aus Marka und ist in der Volksliedsammlung von Éva Békefi-Szeitl zu finden. Es hat mehr als zehn Strophen, von denen jede ein Handwerk beschreibt; wir haben diejenigen ausgewählt, die wir am passendsten fanden. Außerdem haben wir ein eigenes Bläsersolo dazu komponiert, mit dem wir das Volkslied etwas neu interpretiert haben.
Ich bin an arme’ Pua ÁW:Dieses Lied fanden wir im Liederbuch aus Urkut und nahmen es auf Empfehlung von Hajnalka Pfeifer-Takács in unser Repertoire auf. Es ist ein völlig neues Stück für uns, wir haben es noch nie live aufgeführt. Auch dazu erarbeiteten wir ein eigenes Bläsersolo. Mit dem Dialekt hatten wir hier etwas zu kämpfen – die Urkuter Mundart lag uns nicht ganz –, aber das Ergebnis ist letztlich unser eigenes geworden.
Mein besta’ Freund ÁW:Dies ist ein typisches Trinklied aus Waschludt, aus der Sammlung von Ludwig Tóvári, der es von den Großeltern von Johann Tepper (Waschludter Johann’s Kapelle) gesammelt hat. Soweit wir wissen, wurde dieses Lied sonst nirgends im Land gesungen, nur in Waschludt. Auch hier versuchten wir es, uns einzubringen, und schrieben eine dritte Strophe.
KR: Erzähl uns ein wenig über die Umstände der Aufnahme! ÁW: Wir wählten zunächst zehn-fünfzehn Lieder aus, die wir dann auf diese fünf reduzierten. Mit den Mitgliedern, die noch das Lovassy-Gymnasium besuchen, probte Éva Nagy-Peidl, während wir fünf, die Studenten in Budapest, uns bei Gábor Ábrahám im Eötvös-Collegium trafen und dort probten. Danach hatten wir eine längere Probe in Waschludt, bei der beide Lehrerinnen anwesend waren, und eine Woche später fand die Aufnahme in Budapest, in der Unitarischen Béla-Bartók-Kirche, unter der Leitung des Toningenieurs József Weisz statt.Auch er half uns sehr viel, gab Tipps, wie der Klang besser werden könnte, sodass die eigentliche Aufnahme schließlich in zwei-drei Stunden fertig war. Jede Stimme und jedes Instrument bekam ein eigenes Mikrofon: es wurde für den Gesang Raum-Mikrofone, für die Instrumente Richtmikrofone verwendet. Nach der Aufnahme folgte die Nachbearbeitung, die ebenfalls relativ schnell verlief.
KR: Gab es keine Streitigkeiten? ÁW: Ich habe mir für das gesamte Album eine Art Kneipenatmosphäre vorgestellt, und es gab beispielsweise Diskussionen darüber, dass wir anfangs laut mitzählen wollten – als wären wir wirklich in einer Kneipe: eins-zwo-drei-vier – aber das wurde letztlich aus der endgültigen Version entfernt. Solche Dinge kann das Publikum dann nur live hören. Auch über den Albumtitel wurde etwas diskutiert, aber schließlich einigten wir uns auf Bakonyer Herz.
KR: Kann man euch für Auftritte buchen, wenn jemandem das Album gefällt? ÁW: Aufgrund der bereits erwähnten Umstände ist es schwierig, alles zu organisieren, aber wir bemühen uns, alle Einladungen nachzukommen, und es ist immer ein tolles Erlebnis, wenn es klappt.
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Wenn Sie im ungarndeutschen Wählerverzeichnis eingetragen sind, erhalten Sie auf jeden Fall einen Stimmzettel für die ungarndeutsche Liste der LdU – unabhängig davon, wie viele Personen im jeweiligen Wahlkreis registriert sind. Alle gegenteiligen Informationen sind falsch!
Falls Sie dennoch keinen erhalten: fordern Sie ihn von der Wahlkommission an Wenn er Ihnen weiterhin nicht ausgehändigt wird: rufen Sie die zentrale Telefonnummer der LdU an: +36 (1) 212-9151
Vielen Dank, dass Sie sich in das ungarndeutsche Wählerverzeichnis eingetragen haben und Ihre Registrierung beibehalten haben! Bitte gehen Sie am 12. April wählen – denn für uns zählt wirklich jede einzelne Stimme! Wir haben eine Chance!
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Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt über das Bundesministerium des Innern auch im Jahre 2026 ungarndeutsche Kulturgruppen: Ziel ist nach wie vor die Verbesserung und Ergänzung der Ausstattung unserer Kapellen, Tanzgruppen und Chöre mit Instrumenten und Trachten.
Der vollständige Antrag ist in einem Exemplar und in deutscher Sprache bis zum 30. April 2026 (Eingang der Bewerbung!) bei dem zuständigen Regionalbüro einzureichen!
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Durch das Projekt Rund um das Jahr, rund um das Land der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) hatten wir am 22. Februar 2026 (am Hutzelsonntag) die Möglichkeit, dem alten, einzigartigen Brauch, dem Hutzelradrollen, in Altglashütte beizuwohnen. Am Programm nahmen die Mitglieder und Helfer der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Tscholnok, mit Vorsitzendem László Szax, sowie SchülerInnen der siebten Klasse der Grundschule und ihre Klassenleiterin, außerdem Schuldirektor Josef Tafferner und stellvertretender Direktor Bálint Magda teil.
Gleich nach der Ankunft in Altglashütte wurden wir mit einem Mittagessen empfangen, das von den Mitgliedern der örtlichen deutschen Selbstverwaltung aufgetischt wurde. Nach dem Mittagessen konnten wir das Heimatmuseum besichtigen, wo wir dank des Vorsitzenden des Deutschen Lesevereins, Dr. Sándor Hardicsay, viel Interessantes über die Geschichte der Siedlung und der Glasbläserei erfuhren. Inzwischen wurde es allmählich dunkel und wir begaben uns zu der Stelle, von wo aus man das Hutzelradrollen beobachten konnte. Bis zum Rollen wurden die Zuschauer mit Blasmusik und einer Feuershow unterhaltet.
Das Rollen des Hutzelrades dauerte einige Minuten, danach hatten uns unsere Gastgeber zum Abendessen eingeladen, das wir zusammen mit den Hutzeljungen verzehren konnten. Beim Abendessen unterhielten wir uns noch mit den Mitgliedern der deutschen Selbstverwaltung und lernten sogar den örtlichen Dialekt kennen.
Die Entfernung zwischen Tscholnok und Altglashütte beträgt ca. 200 km, so hatten wir am Abend noch eine lange Strecke zu bewältigen, deshalb nahmen wir nach dem Abendessen Abschied, aber versprachen einander ein baldiges Wiedersehen in Tscholnok.
Wir bedanken uns bem Bundesministerium des Innern (BMI) und der LdU für diese Möglichkeit und bei unseren Gastgebern in Altglashütte für ihre Gastfreundschaft und die schönen Momente.
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Die Woche vom 23. bis zum 27. März verlief im Ungarndeutschen Bildungszentrum in Baje alles andere als gewöhnlich. An der Einrichtung fand eine deutsche Schulinspektion statt. Über die Details hat Antal Fiedler Gesamtschulleiter Peter Stübler befragt.
– Was für eine Überprüfung fand im UBZ statt? – Die Bund-Länder-Inspektion ist der zentrale Teil der Qualitätssicherung im Deutschen Auslandsschulwesen. Wir wissen als Auslandsschulen, dass es einen Qualitätsrahmen mit 20 verschiedenen Merkmalen gibt, der beschreibt, wie Deutsche Auslandsschulen funktionieren sollen. Alle 6 bis 8 Jahre kommt ein Inspektionsteam aus Deutschland, das überprüft, ob wir diesen Qualitätsrahmen an unserer Schule umsetzen. Zwischen diesen Inspektionen finden Bilanzbesuche, sowie Besuche von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Schulen statt, die zunächst auf freundliche Art und Weise beobachten, ob wir alles erfüllen oder nicht. Den Höhepunkt bildet die eigentliche Bund-Länder-Inspektion, die in der vergangenen Woche stattfand.
–Warum war diese Überprüfung notwendig? – Die Qualität schulischer Arbeit wird regelmäßig überprüft. Zudem erhalten wir personelle und finanzielle Unterstützung aus Deutschland. Deshalb wird regelmäßig überprüft, ob diese Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden.
–Wie verlief die Schulinspektion? – Die Schulinspektion verlief zum Glück äußerst erfolgreich für unsere Schule. Von den 20 Merkmalen werden jeweils 15 ausgesucht, die an einer Schule überprüft werden. In der Regel müssen mindestens 8 dieser 15 Merkmale mit der zweitbesten Note, mit einem „B“ absolviert werden. In unserem Fall ist es gelungen, dass wir nicht nur 8 Merkmale bestanden haben, sondern 14 von 15 Merkmalen, und davon auch 5 mit der Bestnote „A“. Wir blicken also auf ein äußerst erfolgreiches Ergebnis zurück und wie die Inspektoren auch bei der Vorstellung des Ergebnisses gesagt haben: Das ist eine Bewertung, die in sehr seltenen Fällen in Deutschen Auslandsschulen vergeben wird. Wir können daher sehr stolz auf das Ergebnis sein.
–Wofür interessierten sich die Prüfer? – Die Prüfer betrachten die Schule als Gesamtheit. Das heißt, es wird unter anderem der Unterricht sowie die Vermittlung der deutschen Sprache hier an unserer Schule bewertet. Das ist verständlicherweise eine der Hauptaspekte, warum es deutsche Schulen im Ausland gibt: damit die deutsche Sprache gefördert wird. Dann geht es darum, wie wir mit den Ressourcen, mit dem Geld umgehen, das uns gegeben wird, wie die Schule geleitet wird und ob wir demokratisch organisiert sind. Dies sind einige der zentralen Aspekte der Inspektion.
– Das Bildungszentrum hat auch einen Standort in Kecskemét. Waren die Prüfer auch dort? – Ja, die Inspektion fand sowohl in Baje als auch an unserer Schwesterschule in Kecskemét statt. Auch dort wurde festgestellt, dass alle Qualitätsanforderungen erfüllt werden. Damit weist unsere Schule im Vergleich zu vielen anderen Auslandsschulen die Besonderheit auf, dass wir nicht nur an einem Standort erfolgreich waren, sondern an zwei Standorten die Qualitätsbedingungen des Deutschen Auslandsschulwesens erfüllen.
– Mit welchem Ergebnis wurde die Inspektion abgeschlossen? – Wenn die Bedingungen – wie in unserem Fall – erfüllt werden, bekommt die Schule ein sogenanntes Gütesiegel und darf sich für die nächsten Jahre „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ nennen. In Baje haben wir das bereits zweimal erreicht, da haben wir zum dritten Mal das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ erhalten. Das Besondere für die Schule in Kecskemét ist, dass diese Schule jetzt zum ersten Mal untersucht wurde und ebenfalls die Bedingungen erfüllt hat.
–Was bedeutet die Auszeichnung „Exzellente Deutsche Auslandsschule” persönlich für Sie und für die Gemeinschaft des UBZ? – Für die Schulgemeinschaft ist diese Auszeichnung ein wunderbares Ergebnis. Bei zahlreichen Schulveranstaltungen wird immer wieder betont, wie stolz wir auf unsere Schule, unsere Gemeinschaft und unsere Werte sind. Natürlich ist es dann toll, zu erleben, wenn in so einer Inspektionswoche wirklich sichtbar wird, dass alle Beteiligten das Ziel haben, gemeinsam diese Schule von ihrer besten Seite zu zeigen. Es hat also für die Schulgemeinschaft sehr viel gebracht, und es hat auch für das weitere Zusammenwachsen von Baje und Kecskemét sehr viel gebracht. Für mich persönlich ist es so, dass ich jetzt seit 6 Jahren Schulleiter am Ungarndeutschen Bildungszentrum bin. Ich hatte also nicht die Möglichkeit, zu sagen, wenn etwas schief geht, ist mein Vorgänger daran schuld. Die Bewertung stellt natürlich ein Feedback an meine Arbeit und an die Arbeit des Schulleitungsteams dar. Ich denke, es wird jeder verstehen, dass ich mich natürlich sehr freue, dass das, was das Schulleitungsteam unter meiner Leitung in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat, positiv eingeschätzt wurde.
– Herzlichen Gratulation! Vielen Dank für das Gespräch!
Mittwoch, 22. April 2026 um 18 Uhr im Haus der Ungarndeutschen (Budapest VI., Lendvay u. 22)
Die Historikerin und Otto-Heinek-Preisträgerin Dr. Viktória Muka nimmt Sie mit auf eine spannende Reise nach Wudersch/Budaörs und in das Ofner Bergland der 1920er und 1930er Jahre.
Im Mittelpunkt steht eine bei den Ungarndeutschen wohlbekannte Tradition: die Fronleichnams-Blumenteppiche in Wudersch. In ihrem Vortrag eröffnet Dr. Muka neue Perspektiven auf diese Praxis und hinterfragt verbreitete Vorstellungen über ihre Herkunft und Bedeutung für das lokale Kollektiv.
Ab der zweiten Hälfte der 1920er Jahre entwickelten sich die Blumenteppiche zu einer wahren touristischen Attraktion. Das wachsende Interesse von außen wirkte auf die Gemeinde zurück: Parallel zu den jährlich steigenden Besucherzahlen an Fronleichnam wurden die Blumenteppiche zunehmend Teil eines bewussten Selbstverständnisses der Wuderscher. In diesem Prozess entstand auch der bis heute wirkmächtige Mythos vom „mitgebrachten Erbe“.
Dr. Viktória Muka
Doch wie wurde eine lokale religiöse Praxis zu einem Symbol kollektiver Identität? Wann und warum entstand dieser Herkunftsmythos – und welche Ziele waren damit verbunden? Welche Rolle spielten dabei die identitätspolitischen Bestrebungen der „deutschen Bewegung“ in der Zwischenkriegszeit? Welche Bedeutung hatten die Blumenteppiche für die lokale Bevölkerung in der Zwischenkriegszeit und während des Zweiten Weltkriegs, und wie wurde die Tradition von den Vertriebenen in der „neuen Heimat“ weitergetragen?
Dr. Viktória Muka ist Universitätsoberassistentin am Lehrstuhl für Mitteleuropäische Geschichte an der Andrássy Universität Budapest sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Stiftungslehrstuhl für deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa an der Universität Fünfkirchen/Pécs. Im Rahmen des Vortrags präsentiert sie ausgewählte Aspekte ihrer 2025 an der Andrássy Universität Budapest verteidigten Dissertation.
Sprache der Veranstaltung:Deutsch
WICHTIG!Teilnahme ist kostenlos, aber wegen der begrenzten Zahl der Sitzplätze nur nach vorheriger Anmeldung spätestens bis zum 22. April um 9 Uhr unter: info@zentrum.hu (Registration erfolgt nach Reihenfolge. Es genügt nicht, auf Facebook auf den Teilnahmeknopf zu klicken.)
Organisator: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Förderer der Veranstaltung: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2026/3-000224)
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Die Seksarder Valéria Dienes Grundschule veranstaltete bereits zum 20. Mal das Komitatsfinale des ungarndeutschen Rezitationswettbewerbs der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Zum Regionalentscheid am 31. März 2026 reisten knapp 70 Schüler aus zahlreichen Schulen des Komitats Tolnau an. Die Kinder trugen – nach Jahrgangsstufen eingeteilt – in den Kategorien Hochdeutsch und Mundart ihre Gedichte vor.
Boglárka Wenhardt
Beim Eröffnungsprogramm trat Boglárka Wenhardt, Schülerin der Klasse 7.a, mit ihrem Flötenspiel auf. Der Wettbewerb wurde von Schulleiterin Emőke Prischetzky-Márkus und Georg Krémer, dem Leiter des Tolnauer LdU-Regionalbüros, eröffnet.
Die Jurymitglieder bewerteten den Wettbewerb als sehr niveauvoll und eng, was ihnen die Entscheidung deutlich erschwert habe. Es war eine besondere Freude, dass wir in den Mundart-Kategorien in fast allen Altersgruppen Geschichten hören durften, die mittlerweile als wahre Schätze gelten.
Von den Preisträgern vertreten die Erst- und Zweitplatzierten jeder Kategorie das Komitat Tolnau im Landesfinale im Mai.
Georg Krémer, Leiter des Tolnauer LdU-Regionalbüros, begrüßte die Schüler
Wir gratulieren allen Teilnehmern herzlich und danken den Lehrkräften für ihre Arbeit!
Brigitta Wigand
In den einzelnen Kategorien wurden folgende Platzierungen erreicht:
Kategorie Hochdeutsch:
Jahrgangsstufe 1-2. Platz 1: András Zalán Boda (Dienes-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Gyöngyi Müller) Platz 2: Éva Szilasi (Babits-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Edit Kaszás) Platz 3: Blanka Stefánia Márkus (Babits-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Edit Kaszás)
Jahrgangsstufe 3-4. Platz 1: Lia Wolf (Baka-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Klára Lőrincz-Földi) Platz 2: Dóra Várhegyi (Dienes-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Brigitta Wigand) Platz 3: Ádám Rádi-Aszódy (Babits-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Edit Kaszás)
Jahrgangsstufe 5-6. Platz 1: Benjámin Hartmung (Illyés-Gymnasium, Dumbowa – Betreuerin: Csilla Dicső-Kohlmann) Platz 2: Regina Bozsér (Hl.-Josef-Bildungszentrum, Seksard – Betreuerin: Erika Solymosi-Németh) Platz 3: Sára Mészáros (Dienes-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Györgyi Pál-Nähr)
Jahrgangsstufe 7-8. Platz 1: Cecília Túri (Babits-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Beáta Klág) Platz 2: Emma Rádi-Aszódy (Babits-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Beáta Klág) Platz 3: Zente László Zádori (Jinker Filialschule der Hedjeßer Hegyhát-Grundschule – Betreuerin: Annamária Horváth-Farkas)
Kategorie Mundart
Jahrgangsstufe 1-2. Platz 1: Ferenc Henevadl (Grundschule in Sumpa – Betreuerin: Éva Márton) Platz 2: Oliver Gillam (Baka-Grundschule, Seksard – Betreuerin: Márta Dobrovolni-Gazdag)
Jahrgangsstufe 3-4. Platz 1: Flórián Henevadl (Grundschule in Sumpa – Betreuerin: Éva Márton)
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In den Kindergärten des Valeria-Koch-Bildungszentrums gehen deutsche Nationalitätenerziehung und Nachhaltigkeit Hand in Hand
In den Kindergärten des Valeria-Koch-Bildungszentrums in Fünfkirchen gehen die Pflege der ungarndeutschen Traditionen und eine umweltbewusste Erziehung Hand in Hand: Deutsche Identität und Nachhaltigkeit sind hier selbstverständlicher Bestandteil der täglichen pädagogischen Arbeit. Die im Jahr 2023 verliehene Auszeichnung „Grüner Kindergarten“ bestätigt dieses konsequente Konzept: Umweltbildung ist kein separates Programm, sondern gelebter Alltag. Die Kinder lernen vor allem durch eigene Erfahrungen die Natur kennen und entwickeln so ein verantwortungsvolles Verhalten ihr gegenüber.
In den beiden Kindergärten dieser bedeutenden Bildungseinrichtung der ungarndeutschen Gemeinschaft beginnt Lernen nicht im Gruppenraum – sondern im Garten. Die Kinder säen, pflanzen, pflegen und ernten selbst und entdecken dabei auf natürliche Weise ihre Umwelt. Hochbeete, Kräutergärten, Kompostanlagen und Insektenhotels machen greifbar, was andernorts oft nur theoretisch vermittelt wird.
Laut Kindergartenleiterin Anita Kaitz erhalte in diesem Umfeld auch die deutsche Nationalitätenerziehung eine neue Dimension: „Wir sind stolz darauf, dass unsere Kinder nicht nur die Grundlagen der deutschen Sprache erwerben, sondern auch eine Haltung entwickeln, die auf Verantwortung und Zusammenarbeit basiert. Nachhaltigkeit ist bei uns keine Theorie, sondern gelebte Praxis. Wir besuchen mit den Kindern den Markt, kaufen bei regionalen Erzeugern ein und verarbeiten die Lebensmittel anschließend gemeinsam: Wir kochen Marmelade, bereiten Kompott zu und konservieren Gemüse – ganz wie unsere ungarndeutschen Vorfahren. Wir sind überzeugt, dass diese Erfahrungen zugleich Bewusstsein, Selbstständigkeit fördern und zeigen, wie Traditionen im Alltag weiterleben können.“
Auch die Förderung eines gesunden Lebensstils spielt im Alltag eine wichtige Rolle. Diese Haltung zeigt sich sogar bei Feierlichkeiten: An Geburtstagen stehen statt Süßigkeiten bunte, kreative und gesunde Obstplatten auf dem Tisch. Gemeinschaft wird auch im Rahmen der „grünen Aktionstage“ erlebbar: Der Tag der Erde, der Weltwassertag oder der Tag der Vögel und Bäume werden jedes Jahr mit spielerischen, erlebnisorientierten Programmen gestaltet. Gleichzeitig eignen sich die Kinder dabei ganz selbstverständlich ein umweltbewusstes Denken an. Regelmäßig organisierte Büchertauschaktionen vermitteln schon früh die Werte von Wiederverwendung und Teilen.
Erfahrungsorientiertes Lernen erreicht seinen Höhepunkt in den Projektwochen. In diesen Zeiten öffnen sich die Kindergärten nach außen: Die Kinder begegnen Fachleuten und Menschen, die im Alltag Verantwortung übernehmen. Während der „Woche des Waldes“ besuchen Ornithologen und Pilzexperten die Einrichtungen, in der „Woche des Bodens“ führen Umweltfachleute in die Welt des Kompostierens ein, und rund um den Weltwassertag unterstützen Naturschutzexperten die Wissensvermittlung. Ein besonderes Highlight war zum Beispiel die „Woche der Helden“, in der die Kinder Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Ärzte aus nächster Nähe kennenlernten. Diese Begegnungen hinterlassen bleibende Eindrücke und vermitteln Werte wie Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Achtsamkeit.
Die Nähe zur Natur prägt nicht nur den Kindergartenalltag, sondern auch die Aktivitäten im Mecsek-Gebirge. Dank der engen Zusammenarbeit mit Mecsekerdő Zrt. können die Kinder regelmäßig außerhalb der gewohnten Umgebung lernen und unmittelbare Naturerfahrungen sammeln. Der Kindergarten in der Dugonics-Straße hat beispielsweise die St.-Michaels-Quelle in Csertető „adoptiert“. Die Kinder kehren immer wieder dorthin zurück, beobachten die Veränderungen der Jahreszeiten, pflegen die Umgebung, führen einfache Untersuchungen durch und lernen dabei ganz selbstverständlich, Verantwortung für die Natur zu übernehmen.
„Unsere Aufgabe ist es, Werte zu vermitteln – getragen von einer ungarndeutschen Identität“, betont Kindergartenleiterin Anita Kaitz. „Wir wollen Wissen vermitteln und auch Vorbilder sein. Es ist uns wichtig, dass wir in diesem Bereich immer bewusster handeln – auch dank der kontinuierlichen Weiterbildung unserer Kindergärtnerinnen, die an Fortbildungen in Waldpädagogik und nachhaltiger Entwicklung teilnehmen. Unser Ziel ist es, Kinder zu erziehen, die stolz auf ihre ungarndeutschen Wurzeln und offen für die Welt sind, und verantwortungsbewusst in die Zukunft blicken.“
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Seit einiger Zeit verstärkt Gabriella Jaszmann das Team der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen: Seit August 2024 ist sie als Kulturreferentin der LdU tätig.
LdU-Kulturreferentin Gabriella Jaszmann
Der Name von Gabi Jaszmann dürfte vielen bekannt sein, denn in den vergangenen 17 Jahren war sie für die landesweite Koordination der ungarndeutschen Heimatmuseen verantwortlich. In ihrer jetzigen Position widmet sie sich nun der gesamten Bandbreite der ungarndeutschen Kultur. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die fachliche und finanzielle Betreuung der vom deutschen Bundesministerium des Innern (BMI) geförderten Projekte, die Zusammenarbeit mit kulturellen Gruppen sowie die Organisation bedeutender Veranstaltungen wie der landesweiten Gala.
„Ich stamme aus Burjad im Komitat Branau und komme aus einer über mehrere Generationen hinweg ungarndeutschen Familie. Die deutsche Sprache und Kultur haben mein ganzes Leben sowie auch meine Studien begleitet“, erzählt Gabriella Jaszmann über ihre Wurzeln.
Ihre berufliche Laufbahn begann sie als Redakteurin und Reporterin beim Fünfkirchner Rundfunk. Nach ihrem Umzug nach Budapest arbeitete sie zunächst bei einem deutschen multinationalen Unternehmen, später war sie auch als Pädagogin tätig. Der prägendste Abschnitt ihres beruflichen Weges war jedoch die 17 Jahre dauernde fachliche Betreuung und Beratung der ungarndeutschen Heimatmuseen.
LdU-Kulturreferentin Gabriella Jaszmann
Der Wechsel zur LdU entstand aus dem Wunsch nach beruflicher Erneuerung: Gabriella Jaszmann wollte ihre bisherigen Erfahrungen in einem breiteren kulturellen Kontext einbringen.
„Diese neue Aufgabe bedeutet eine Art Vermittlerrolle zwischen den Förderern und den Gemeinschaften, die die Programme umsetzen. Mein Alltag ist geprägt von präziser Administration, Projektabrechnungen und kontinuierlichen Abstimmungen. Ob es um Instrumenten- und Trachtenförderungen, theaterpädagogische Programme oder die ganzjährigen Vorbereitungen der Gala im Januar geht – mein Ziel ist immer dasselbe: unsere Gemeinschaften zu unterstützen.“
Auch wenn das neue Aufgabenfeld neue Perspektiven eröffnet hat, ist ihr früheres Herzensanliegen – die Welt der Heimatmuseen – nicht in den Hintergrund getreten. Ihre Erfahrungen kommen nun auch bei interaktiven Entwicklungsprojekten der Heimatmuseen zum Tragen.
„Es ist mir wichtig, mit meiner Arbeit zur Bewahrung des kulturellen Erbes der Ungarndeutschen beizutragen. Auch wenn die Weitergabe der Dialekte heute eine große Herausforderung darstellt, sehe ich im Gemeinschaftsleben und in der Einbindung der jungen Generation große Chancen – und genau das gibt mir im Alltag die größte Motivation.“
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Erfreulicherweise werden vor Ostern und am Karfreitag in immer mehr ungarndeutschen Ortschaften deutsche Kreuzwegandachten abgehalten. Der Zeitraum vor Ostern ist die Zeit des Fastens, der Erneuerung und der Buße. Am Kalvarienberg hat man das Gefühl, als ob man sich sowohl seelisch als auch physisch über den Alltag erheben könnte. Man kann an das Wesen, an den Sinn des menschlichen Lebens denken. Die Ruhe der Kreuzwegandacht brauchen wir in unserer Zeit voll mit Spannungen ganz besonders.
Deutscher Kreuzweg auf dem Kalvarienberg in Werischwar
Der traditionelle deutschsprachige Kreuzweg des St. Gerhards-Werks Ungarn und der Werischwarer Gläubigen fand am 13. März auf dem Kalvarienberg in Werischwar unter der Leitung von Christian Göbel, dem Pfarrer der St. Elisabeth Katholischen Gemeinde deutscher Sprache, statt.
Es war nicht das erste Mal, dass wir mit Christian Göbel den Stationen des Leidenwegs Jesu folgten, so war es auch 2017, bevor wir von ihm Abschied nahmen, weil er zu seiner deutschsprachigen Gemeinde nach New York zurückfahren musste.
Deutscher Kreuzweg auf dem Kalvarienberg in Werischwar
Die ca. 25 bis 30 Gläubigen aus verschiedenen Ortschaften, aber vor allem aus Budapest und Werischwar versammelten sich im Sonnenschein um 16:30 Uhr am Fuße des Kalvarienberges und gingen von dort singend und betend von Station zu Station.
Es ist immer schön, alte Bekannte begrüßen zu können, einige Teilnehmer kennen wir nur vom Sehen, mit anderen haben wir einen engen Kontakt. Der älteste in der Gruppe war Matthias Manherz, der mit seiner Schwester jedes Jahr an dem Kreuzweg teilnimmt, heuer war auch sein Sohn, Zoltán Manherz, mit dabei. Für den 90-jährigen Mann bereitete der steile Kalvarienberg keine Schwierigkeiten, er erreichte mit uns die Kalvarienkapelle und die drei Kreuze oben problemlos. Nach dem „Vaterunser” das wir oben gemeinsam beteten, und als wir schon bergab kamen, erzählte er, dass er vor einigen Tagen mit seiner Frau auf dem Kalvarienberg die Stationen gereinigt, Staub gewischt und die überflüssigen Astchen abgeschnitten habe. Es ist schön, wenn die Gläubigen den Kreuzweg als ihren eigenen betrachten.
Der 90-jährige Mathias Manherz mit seinem Sohn Zoltán
Anschließend gab es in der Kirche eine deutschsprachige Messe zelebriert von Christian Göbel. Die Werischwarer sangen die deutschen Fastenlieder sehr schön, an der Orgel spielte der bekannte Kantor aus SanktIwan bei Ofen, Franz Neubrandt.
Station Nr. 14.
Nach der Messe gab es eine Agape am Kirchplatz, wo der Pfarrer Möglichkeit hatte, die Werischwarer Gläubigen näher kennenzulernen, und wir, Messebesucher, konnten miteinander Gespräche führen. Geminsame Themen gab es viele: Der voriges Jahr verstorbene Wudigeßer Pfarrer Kristóf Filo diente in seiner Jugendzeit in Werischwar, er wurde von den Gläubigen dort sehr verehrt und geliebt. Jakob Geiger (Jaki bácsi) aus Wudigeß, Onkel meiner Schwägerin, war als Kaplan in Werischwar tätig, spielte mit Prälat Franz Walper bei der Gründung des St. Gerhards-Werks eine wichtige Rolle und wurde auch in Werischwar begraben.
Im Namen des St. Gerhards-Werk Ungarn sagen wir Pfarrer Christian Göbel und den Werischwarer Gläubigen ein Dankeschön fürs sprituelle Erlebnis, dessen wir an diesem Freitag in Werischwar teilhaftig werden durften.
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Mit diesem Leitgedanken fanden Anfang 2026 drei regionale Fachtage der ungarndeutschen Bildungslandschaft statt – in Tschasartet/Császártöltés, Woj/Baj und Taks/Taksony. Die vom Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum (UMZ) in Trägerschaft der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) organisierte Veranstaltungsreihe bot Fachkräften aller Ebenen – vom Kindergarten über Schule bis hin zu Leitung und Trägerschaft – einen vielseitigen Rahmen für Austausch, Orientierung und Inspiration.
Eröffnet wurden die Fachtage von Ibolya Hock‑Englender, der Vorsitzenden der LdU, die die Verantwortung und Bedeutung der ungarndeutschen Bildungsarbeit gerade im Kontext aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen hervorhob. Gregor Gallai, Spitzenkandidat der LdU, knüpfte daran an, und sprach offen über Herausforderungen, Erwartungen und Zukunftsperspektiven der Trägerschaften.
Gregor Gallai
Praxisorientierte Inhalte – drei Regionen, gemeinsame Ziele
Alle drei Fachtage folgten einem konsistenten Konzept: Fachlicher Inputs, lokalspezifische Praxisbeispiele, thematische Workshops sowie der bewusste Aufbau regionaler Netzwerke standen im Mittelpunkt. In den Sektionen zu Kindergarten, Schule und Trägerschaft/Leitung wurden Fragen der institutionellen Verwaltung, des Datenschutzes, der Personalorganisation und der Sprachförderung behandelt – stets mit Blick auf die Stärkung der ungarndeutschen Identität durch Sprachvermittlung, Kultur- und Traditionspflege, Dekoration der Bildungseinrichtungen, schwäbische Tänze sowohl im Kindergarten als auch in der Schule.
Tschasartet – Tradition als Lernraum
In Tschasartet stand die Begegnung mit regionalem Kulturerbe im Mittelpunkt. Die Präsentationen zeigten lebendige Beispiele dafür, wie Traditionen kindgerecht vermittelt werden können – etwa durch die Rezeptbuchwerkstatt, kreative handwerkliche Angebote und pädagogische Projekte, die die örtliche Geschichte erfahrbar machten. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in vielfältige Unterrichtsformen, die kulturelle Identität stärken und Lernprozesse an lokale Gegebenheiten anknüpfen.
Woj – Austausch als Quelle neuer Ideen
Der Fachtag in Woj zeichnete sich durch besonders intensive Gespräche und kollegialen Austausch aus. Die Workshops boten praxisnahe Einblicke in Methoden, die leicht in den eigenen Alltag übertragbar sind. Die Erkundung lokaler Lernorte diente als Anregung dafür, wie authentische Umgebungen zur Sprach- und Identitätsförderung genutzt werden können. Viele Teilnehmer betonten, wie wertvoll es sei, durch persönliche Begegnungen neue Perspektiven und Lösungsansätze mitzunehmen.
Taks – Kultur erleben, Sprache spielerisch fördern
In Taks lag der Schwerpunkt darauf, wie kulturelles Erbe und moderne Sprachförderung miteinander verbunden werden können. Die Einheit zur schwäbischen Tracht – die „Takser Schatztruhe“ – brachte Kindern und Lehrkräften die regionale Volkskunde durch Geschichten, Bewegungsangebote und kreative Aufgaben näher. Ergänzend dazu zeigten Workshops, wie analoge Sprachspiele und selbst hergestellte Materialien die Sprachkompetenz und Kreativität fördern können.
Die Rückmeldungen aus allen drei Orten vermitteln ein klares, äußerst positives Gesamtbild. Viele Teilnehmer hoben hervor, dass die Fachtage nicht nur fachliche Impulse, sondern auch emotionale Motivation boten:
„Die Vorträge waren inspirierend und geben neue Impulse für unseren Schulalltag.“
„Wir brauchen diesen kollegialen Austausch – er zeigt uns, dass wir mit unseren Herausforderungen nicht allein sind.“
Ein Blick nach vorn – Nachhaltige Wirkung für Träger, Kindergarten und Schule
Die drei regionalen Fachtage machten deutlich, wie vielfältig und zugleich zielgerichtet die ungarndeutsche Bildungsarbeit geworden ist. Die Veranstaltungen boten eine klare fachliche Orientierung: rechtliche und organisatorische Themen wurden verständlich und praxisnah vermittelt, sodass sie unmittelbar in den Einrichtungen umgesetzt werden konnten. Gleichzeitig präsentierten die Workshops eine Fülle methodischer Anregungen – von Sprachspielen über heimatkundliche Projekte bis hin zu lokalen Lernorten –, die den pädagogischen Alltag bereichern.
Besonders nachhaltig wirkte der kollegiale Austausch, der zahlreiche neue Kooperationen anstieß und das Bewusstsein stärkte, dass regionale Vernetzung ein zentraler Erfolgsfaktor qualitativer Bildungsarbeit ist. Ebenso wichtig war die kulturelle Dimension der Fachtage: Traditionen, Sprache und Werte der Ungarndeutschen wurden nicht nur thematisiert, sondern in gemeinsamen Erlebnissen sichtbar und spürbar gemacht. So entstanden Momente, die Identität stiften und langfristig in den Alltag der Einrichtungen hineinwirken.
Insgesamt legte die Veranstaltungsreihe ein stabiles Fundament für zukünftige Entwicklungen und bestärkte Pädagogen sowie Leitungsteams darin, ihren Bildungsauftrag engagiert und gemeinschaftlich weiterzutragen.
Oder, wie es eine Teilnehmerin treffend formulierte: „Ein Tag, der weiterträgt, verbindet und neue Wege öffnet.“
Wir bedanken uns beim Bundesministerium des Innern (BMI) für die Unterstützung des Projektes!
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Gemeinsame Videobotschaft von LdU-Chefin Ibolya Hock-Englender und Gregor Gallai, dem Sprecher der Ungarndeutschen im Ungarischen Parlament am Wahlabend
Videobotschaften der Kandidaten der Landesliste der LdU
Videobotschaft von Gregor Gallai, Spitzenkandidat der Landesliste der LdU
Videobotschaft von Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der LdU
Videobotschaft von Emil Koch, Kandidat der Landesliste der LdU
Videobotschaft von Gabor Werner, Kandidat der Landesliste der LdU
Videobotschaft von Richard Schneider, Kandidat der Landesliste der LdU
Videobotschaften von Mitgliedern unserer Volksgruppe
Videobotschaft von Eva Waldmann Baudentisztl, stellvertretende Vorsitzende der LdU und Vorsitzende der Selbstverwaltung der Deutschen des Komitates
Videobotschaft von Anna Schulteisz, Präsidentin der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher
Videobotschaft von Ferenc Gerber, Präsident der Deutschen Selbstverwaltung Harast
Videobotschaft von Netti Gerber aus Harast
Videobotschaft von Kinga Magenheim
Videobotschaft von der Deutschen Selbstverwaltung Mohatsch
Videobotschaft von Ferenc Mohl
Videobotschaft von László Schindler, dem stellvertretendem Vorsitzenden der LdU
Videobotschaft von Barnabás Matuszek
Videobotschaft von Georg Hoffmann, dem Büroleiter des Regionalbüros des Komitats Bekesch der LdU
Videobotschaft von Laura Kurtz-Kamuti
Videobotschaft vom Ungarndeutschen Landesmuseum Totis
Gemeinsame Videobotschaft von Joschi Ament, dem Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, und Georg Hoffmann, dem Leiter des Regionalbüros des Komitats Bekesch der LdU
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Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum) stellt jedes Mal aus den Finalisten der jeweiligen Ausschreibung seines Online-Fotowettbewerbs Blickpunkt eine Wanderausstrellung zusammen. Die Sammlung des Vorjahres war Mitte März im Schemlinger Kulturhaus zu sehen, daran anknüpfend wurden auch Vorträge organisiert.
Zuerst wurde mit zwei Veranstaltungen gerechnet, aufgrund des großen Interesses hielt aber Susanne Pfiszterer, Ehrenbürgerin des Dorfes und Heimatforscherin, schließlich drei Vorträge für die Interessierten, darunter Grundschüler, Rentner und aus Schemling Stammenden.
Im Mittelpunkt stand jedes Mal die Volkstracht. Das Thema hatte einen Bezug zu einem der ausgestellten Fotos: Ein Schemlinger Bild, das ein Paar in traditioneller Tracht zeigt, wurde 2025 mit dem Sonderpreis der Zeitschrift Barátság ausgezeichnet.
Die Programme ernteten großen Beifall und stießen auf großes Interesse bei den Zuschauern.
Susanne Somlói
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Falls Sie die Ausstellung aus den Finalisten von Blickpunkt 2025, oder eine der Zusammenstellungen der frühere Jahrgänge auch in ihrer Ortschaft sehen möchten, kontaktieren Sie das Zentrum-Büro (+36-1-373-0933, info@zentrum.hu)!
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Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen hielt seine Vollversammlung mit der Wahl der Amtsträger am 1. März in Totwaschon/Tótvázsony ab. Die Sitzung begann mit dem Bericht vom Vorsitzenden László Kreisz. In seiner Rede fasste er die Ereignisse und Entwicklungen der Organisation in den letzten vier Jahren zusammen, nach den Berichten der Sektionsleiter die Wahl der Amtsträger stattfand.
Landesrat-Vollversammlung mit Wahl der Amtsträger in Totwaschon
Landesrat-Vorsitzender Kreisz betonte in seinem Bericht, dass die Bewahrung von Traditionen dann wirklich wertvoll sei, wenn sie im Alltag als unbeschwertes Gemeinschaftserlebnis erscheint und nicht zu einer drückenden Pflicht wird. Das natürliche Erleben unseres Nationalitätenerbes sei die Garantie für das Fortbestehen unseres Kulturschatzes. Eine weitere wichtige Aufgabe bestehe darin, die Selbstbezogenheit der Gegenwart durch die verbindende Kraft der Gemeinschaft auszugleichen, die zu den Grundwerten des Landesrats gehört. Die Mission des Landesrats ist es nämlich, seinen Mitgliedsgruppen einen stabilen Bezugspunkt und fachliche Unterstützung für die authentische Ausübung und Weitergabe ihrer Traditionen zu bieten. Anschließend stellte er in seinem Bericht über die letzten vier Jahre die wichtigsten Säulen der Organisation vor:
László Kreisz
Der Landesrat schuf die Grundlagen für sein Fortbildungssystem: eintägige Seminare für Chorleiter und Kantoren, bzw. Dirigenten, sowie die seit mehreren Jahren erfolgreich organisierte Fachwochen im Sommer: Singwoche, Volkstanzwoche, Harmonikawoche, JAO-Musikwoche. Es ist wichtig, dass möglichst viele Menschen die Grundlagen erlernen, daher ist es eine gemeinsame Aufgabe, die Fortbildungen bekannt zu machen.
Das Qualifikationssystem des Landesrats und die Vollendung der Festivals: Das Qualifizierungssystem des Landesrates ist Spiegel und Kompass für die Kulturgruppen, um ihre Traditionen authentisch zu leben. Dieses gibt professionelles Feedback zu ihrem aktuellen Wissensstand, und dient als stabiler Orientierungspunkt für die Festlegung der Entwicklungsrichtung. Das Kriteriensystem ist ein wichtiger Leitfaden, um mit dem Aufkommen innovativer Trends und Instrumentierungen gesunde Grenzen zu finden. Ziel ist es, dass möglichst viele Gruppen an den Bewertungen teilnehmen, damit sie sich der authentischen, ursprünglichen ungarndeutschen Traditionen bewusst werden, was die Weitergabe des ihnen anvertrauten Erbes ohne Wertverlust gewährleistet.
Die Vollversammlung des Landesrates tagte in Totwaschon
Festivalpreise: Die materialisierte Symbole der Sektionen zur Anerkennung herausragender Leistungen. Mit Ausnahme der Chorsektion zeichnen bereits alle Sektionen die Besten ihres Festivals mit ihrem Festivalpreis aus. Das Ziel der Chorsektion für dieses Jahr ist es, den Festivalpreis „Stimmgabel” zu etablieren, damit bei ihrem Festival 2027 der beste Chor damit ausgezeichnet werden kann.
Die Jugendsektion rief die Marke HalloJugend ins Leben, unter deren Dach sie ihre Veranstaltungen wie das Landestreffen, Konferenzen und alle zwei Jahre den Jugendball organisiert. Ziel ist es, möglichst viele junge Menschen für die Veranstaltungen zu begeistern, damit sie die positiven Erfahrungen der Zugehörigkeit zur Landesrat-Gemeinschaft kennenlernen. In den letzten drei Jahren baute die Sektion ihre internationalen Beziehungen zum Weltdachverband der Donauschwaben weiter aus, wobei die digitale Kommunikation eine große Hilfe war. Ziel ist es, diesen Prozess weiter zu stärken, bzw. auch neue internationale donauschwäbische Organisationen zu erreichen und Beziehungen aufzubauen.
Die Vollversammlung des Landesrates tagte in Totwaschon
Das digitale Kommunikationsnetzwerk des Landesrats funktioniert über mehrere Kanäle, was die Arbeit der Sektionen und die digitale Präsenz der Organisation sowie die Bekanntmachung ihrer Veranstaltungen und Nachrichten unterstützt.
Der Landesrat stellte in den letzten drei Jahren durch eine stabile, berechenbare Finanzpolitik den Betrieb der Organisation sicher und schuf damit die Voraussetzungen für die fachliche Arbeit sowie die Infrastruktur für Veranstaltungen.
Nach den Berichten der Sektionen wählte die Delegiertenversammlung die neuen Vertreter, die Sektionsleiter und den Vorsitzenden des Landesrats.
Vorsitzender des Landesrates: László Kreisz
Chorsektion: Sektionsvorsitzende: Krisztina Fódi Vizevorsitzende: Mónika Fazekas-Gombár Vizevorsitzende: Eva Koleszár
Kapellensektion: Sektionsvorsitzender: Sándor Kaszás Vizevorsitzender: József Fazekas Vizevorsitzender: Balázs Alföldi
Tanzsektion: Sektionsvorsitzende: Julianna Szabó Vizevorsitzender: András Zwick Vizevorsitzende: Judit Mausz
Sektion Kirchenmusik: Sektionsvorsitzender: László Szax Vizevorsitzende: Hajnalka Pfeifer-Takács
Jugendsektion: Sektionsvorsitzende: Edina Bunth Vizevorsitzende: Viktória Éva Varga Vizevorsitzender: Andor Simon
Kontrollausschuss: Sektionsvorsitzender: József Károly Wennesz Vizevorsitzender: István Tavaszi Vizevorsitzende: Mira Gölcz
Krisztina Ágnes Fódi, Vorsitzende der ChorsektionSándor Kaszás, Vorsitzender der KapellensektionJulianna Szabó, Vorsitzende der TanzsektionHajnalka Pfeifer-Takács, Vizevorsitzende der Sektion KirchenmusikEdina Bunth, Vorsitzende der JugendsektionJózsef Károly Wennesz, Vorsitzender des Kontrollausschusses
Die gewählten Vertreter identifizieren sich mit den Zielen und Grundsätzen der Organisation und vertreten diese auch in ihrer kreativen Arbeit. Der Landesrat heißt die neuen Mitglieder willkommen und wünscht allen viel Freude bei ihrer kreativen Arbeit und viele schöne Erlebnisse im Jahr 2026.
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Dieser Satz steht am Anfang des Bandes Mesélő dallamok. Dalok és emlékek Dunaharasztiból / Märchenhafte Melodien. Lieder und Erinnerungen aus Harast und fasst dessen Zielsetzung treffend zusammen: das Bewahren der in Vergessenheit geratenen Melodien und Geschichten sowie deren Weitergabe an kommende Generationen.
Märchenhafte Melodien. Lieder und Erinnerungen aus Harast
Die im April 2025 vom Haraster Traditionspflegenden Deutschen Musikverein herausgegebene Sammlung ist das Ergebnis von beinahe eineinhalb Jahren Arbeit. Die Publikation enthält seit Jahrzehnten vergessene Volkslieder aus Harast, ergänzt durch Noten sowie QR-Codes, die zu Tonaufnahmen der Lieder führen. Dadurch wird sie nicht nur lesbar, sondern auch hörbar und bringt den Lesern die musikalischen Traditionen der örtlichen ungarndeutschen Gemeinschaft auf besondere Weise näher.
Der Band wurde auf Einladung des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (Zentrum) am 11. März in Budapest, im Rahmen der Reihe Zentrum-Programme im HdU im Haus der Ungarndeutschen präsentiert. In einer Gesprächsrunde, moderiert von Stefan Valentin, erläuterten die Herausgeberin des Bandes und Dirigentin des Blumenstrauss-Chores, Zsuzsanna Krausz-Hommer, der fachliche Lektor Viktor Pócsik sowie Andreas Zwick, der die Redaktion unterstützt hatte, den Hintergrund der Sammlung, die Entstehung des Buches und seine Bedeutung.
Auch über die Besonderheiten von in Balladenform verfassten Liedern wurde gesprochen. Lange Zeit herrschte die allgemeine Ansicht, dass in der Tradition der Ungarndeutschen nur wenige solche Stücke erhalten geblieben seien. Balladen zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Geschichte erzählen und daher oft einen größeren Umfang haben. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass viele dieser Lieder möglicherweise deshalb in Vergessenheit gerieten, weil sie mündlich überliefert wurden und daher im Laufe der Zeit zahlreiche Strophen und Varianten verloren gingen.
Der Blumenstrauss-Chor
Eine weitere Besonderheit des Werks besteht darin, dass die Lieder im ursprünglichen Dialekt aufgezeichnet und nicht ins Hochdeutsche übertragen wurden. Diese Entscheidung ist für die Bewahrung der sprachlichen Traditionen besonders wichtig, stellte die Herausgeber jedoch auch vor Herausforderungen, da dialektale Ausdrücke häufig eine andere Bedeutung haben, als ihre standarddeutschen Variationen.
Haraster Musikabend im HdU
Bei der Vorstellung eines Liederbuches durfte natürlich auch die Musik nicht fehlen: Der Blumenstrauss-Chor ließ die in Harast gesammelten Melodien auf eindrucksvolle Weise wieder lebendig werden. Eins der gesungenen Stücke war eine bewegende Ballade, die die Geschichte eines reichen und eines armen Mutters erzählt.
Das Buch ist weit mehr als nur eine Liedersammlung. Es ist Teil unseres Kulturerbes, das eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bildet.
Organisator: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Förderer der Veranstaltung: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2026/3-000224)
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Die nun vorgestellte Publikation ist nicht nur in ihrer Thematik, sondern auch in ihrer Struktur ungewöhnlich. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie in einem einzigen Band zwei, in Ton und Perspektive unterschiedliche, zugleich jedoch organisch miteinander verbundene Teile vereint. Das Werk ist eine Gemeinschaftsarbeit von András Salamin und Maria Herein, die darin auf eigene Erlebnisse sowie persönliche und familiäre Erinnerungen zurückgreifen, um die Welt der vergangenen Jahrzehnte lebendig werden zu lassen.
Gerade diese Dualität ist eins der größten Werte des Bandes. Die beiden Autoren nähern sich derselben Epoche aus unterschiedlichen narrativen Blickwinkeln und mit verschiedenen Akzentsetzungen an: Die Texte von András Salamin beleuchten die historischen und alltäglichen Prozesse des vergangenen Jahrhunderts anhand persönlicher Lebensschicksale, während Maria Herein mit ihren mit Wudigeß verbundenen, familiär inspirierten Erzählungen das Gesamtbild um eine sensible lokalhistorische und nationalitätenspezifische Dimension bereichert.
Beide Teile stehen jeweils für sich, gemeinsam jedoch entfalten sie ein komplexeres und nuancierteres Zeitbild. Der Band ist somit nicht bloß eine Sammlung von Geschichten, sondern eine Begegnung zweier Erinnerungshorizonte und literarischer Stimmen, in der persönliche Erfahrung zu kollektivem Gedächtnis wird. Die beiden Autoren erzählen in unterschiedlichem Ton, sich aber gegenseitig ergänzend, wobei beide dasselbe Ziel verfolgen: die Bewahrung der Erinnerung.
Der Teilmit dem Titel Igazszólások V. führt die Leser vor allem in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück, in die Welt der Jahre von 1900 bis 1940. Die strengen Regeln von Duzen und Siezen, familiäre Konflikte und berührende Missverständnisse, kindliche Streiche, Kriegsalltag, Kriegsgefangenschaft, Flucht, Glaube und Hoffnung – diese Geschichten erzählen von Lachen und Schmerz, von Verlust und Überleben, von menschlicher Schwäche und unbeirrbarer Liebe.
Die persönlich gehaltenen Erzählungen von Maria Herein im Teil Családi kör – 2 rufen den Alltag in Wudigeß, aus der Perspektive des Kindes, jedoch mit erwachsener Reflexion, ins Gedächtnis. Besonders bedeutsam sind die Erinnerungen an Kleidung, an das Dorfleben und an familiäre Alltagsmomente. Die Welt der Helenka-Hosen, der „Orkanjacken”, der geerbten und „besvejfolt“ (enger gemachten) Kleidungsstücke veranschaulicht präzise die kreativen Überlebensstrategien einer Mangelwirtschaft. Für die jüngere Generation der Leser eröffnet sich somit eine heute kaum mehr vorstellbare Welt, aber doch mit vertrauten Gefühlen der Geschwisterrivalität, der Sehnsucht nach Geschenken, der festlichen Erwartung und die der kindlichen Ängste.
Auch die persönliche Motivation zur Entstehung des Buches wird im Vorwort sichtbar: ein im Krankenhaus liegender Freund, der vor Lachen seinen Schmerzen vergaß; eine Mutter, die nach einem Schlaganfall ihr Gedächtnis verlor und der die vorgelesenen Geschichten immer wieder Freude bereiten; sowie die familiäre Tradition, Lebenswege niederzuschreiben, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Diese Erfahrungen verleihen dem Band seine menschliche Authentizität.
Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert, und gerade darin liegt ihre bleibende Wirkung.
Salamin András: Újkori történetek – Igazszólások V. Igaz történetek az elmúlt évszázad történéseiből (Geschichten aus der Neuzeit – Wahrheiten V. Wahre Geschichten über die Geschehnisse des vergangenen Jahrhunderts) Herein Mária: Családi kör – 2. Történetek egy budakeszi család életéből (Familienkreis 2 – Geschichten aus dem Leben einer Wudigeßer Familie) Budapest : Pauker Nyomda Seiten: 352 Sprache: Ungarisch
Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich. Weitere Informationen: info@bibliothek.hu Webseite: www.bibliothek.hu
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Neue Folge des Podcasts der LdU ist online
Woher komme ich? Wer sind meine Vorfahren? Wie wurde ich zu dem, der ich geworden bin? Diese Fragen stellt sich jeder irgendwann mal in seinem Leben. Wer da zur Hilfe eilen kann, sind die Genealogen. In dieser Folge hat Moderator Gabor Schulteisz gleich drei professionelle Ahnenforscher am Gesprächstisch, die sich mit ungarndeutscher Ahnenforschung beschäftigen, und sie versuchen, auf diese und noch viel mehr Fragen eine Antwort zu bekommen.
In der Runde sind diesmal Dr. Kornél Pencz, Familienforscher, Obmann vom Arbeitskreisungarndeutscher Familienforscher (AKuFF), Georg Müller, Ingenieur, Familienforscher protestantischer Familien, und Florian Mayer, Arzt, Familienforscher und Verfasser des Buches „Ortsfamilienbuch Haschad”.
Die dreizehnte Episode von „Fokus: Ungarndeutsch” ist sowohl auf YouTube, als auch aufSpotify und Apple Podcastzu finden!
Der Podcast, in dessen Rahmen Führungskräfte, Experten und Partner der deutschen Nationalität in Ungarn kulturelle, soziale und politische Fragen der Ungarndeutschen diskutieren, erscheint monatlich auf dem YouTube-Kanal der LdU sowie auf den beliebtesten Podcast-Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts.
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Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und der Nadascher Winzerverein organisieren auch 2026 den Landesweiten Weinwettbewerb der Ungarndeutschen, wo die besten Winzer ausgezeichnet werden.
Es werden sowohl Weinbauer als auch Weinbaubetriebe erwartet. Neben zahlreichen Sonderpreisen werden die Ehrentitel „Weißwein, Rosé und Rotwein der Ungarndeutschen” verliehen.
Abgabe der Weinproben: am 7. und 8. April 2026 (Dienstag, Mittwoch) zwischen 13:00 und 18:00 Uhr im Kulturzentrum von Nadasch (Franz-Liszt-Straße 75) Jeder Teilnehmer kann sich mit mehreren Weinproben am Wettbewerb beteiligen. Anmeldegebühr: 2.500,- Ft / Sorte. Pro Muster sind jeweils zwei Glasflaschen abzugeben.
Feierliche Preisverleihung: am 18. April 2026, ab 18:00 Uhr in der Sporthalle von Nadasch. Direkt im Anschluss beginnt der Ball der Nadascher Winzer, für gute Stimmung sorgt die Sextett Kapelle. Abendessen mit Eintritt kann für 5.000,- Ft / Person vorbestellt werden.
Erfolgreiche Vorbereitung und viel Glück beim Wettbewerb wünschen: Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und Csaba Schlapp, Vorsitzender des Winzervereins Nadasch
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Faschingsausklang am Faschingsdienstag in Elek
Im Rahmen des Projekts Rund um das Jahr, rund um das Land besuchten zwei Abgeordnete der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Szeged, Mitglieder des Vereins der Ungarndeutschen im Komitat Csongrád sowie Studierende des Lehrstuhls für Ethnologie und Kulturanthropologie der Philosophischen und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Szeged auf Einladung des Vereins der Eleker Deutschen die Stadt Elek.
Hans-und-Gretl-Puppen – Foto von Josef Banner aus dem Jahre 1966 (Quelle: elekfoto.com)
Am 17. Februar 2026, am Faschingsdienstag, ging die diesjährige Reihe der Faschingsfeierlichkeiten in Elek zu Ende. Die Beschreibung des Brauchtums können Interessierte in den am Ende des Berichts aufgeführten, im Internet frei zugänglichen Quellen finden, daher werden sie hier nicht im Detail erläutert.
Trotz des frostigen Dienstagmorgens und des Werktages kam die Stadt Elek in Bewegung. Die sogenannten maszkák, also maskierte, kostümierte Umzugsteilnehmer, verkleideten sich und versammelten sich im Leimen-Haus (Elek, Kétegyházi Straße 2.). Hier wurde unsere Gruppe von Georg Hoffmann empfangen, der selbst bereits kostümiert auf den Beginn des Umzugs wartete. Die Teilnehmer (darunter wir Beobachter) wurden mit Kleinbussen zur Bushaltestelle am Ende der Kétegyházi Straße gebracht.
An der Seite der Pferdekutschen und der Räder von „Hans und Gretl” starteten wir den traditionellen Umzug durch die Stadt. Unter Lärm, Tanz und Musik wurden den „Schaulustigen” gegen ein symbolisches Kleingeld Krapfen angeboten. An den einzelnen Stationen warteten warmer Tee, ein wenig „Herzstärkung” und natürlich Krapfen auf die kostümierten Narren. Im Stadtzentrum herrschte reges Treiben; in den Schulen, Kindergärten, Krippen und beim Niedermayer-Haus konnten die Menschen in den Institutionen das „Ausrufen” und die Glückwünsche hören. Die Maskierten belohnten die Geduld und Aufmerksamkeit der Zuschauer mit Krapfen, und mancherorts wurden auch sie mit hausgemachten Krapfen bewirtet.
Der Umzug endete am Kulturhaus „Mihály Reibel”, wo nach der „Scheinhochzeit” von Hans und Gretl der Verzehr von gefülltem Kraut und deutsche Tänze unsere Energiereserven wieder auffüllten.
Es war erfreulich zu sehen, dass im multiethnischen Elek jeder die Traditionen der Deutschen als seine eigenen empfindet und auch die Stadtführung aktiv an der Bewahrung und Gestaltung der lokalen Identität und der lokalen Identität der Deutschen mitwirkt sowie den gemeinschaftlichen und infrastrukturellen Rahmen für deren Erleben schafft.
Banner, József – Mester, György:Faschingsbrauchtum der Ungarndeutschen von Elek. In: Acta Ethnographica Hungarica 15. (1966) 3-4. pp. 319-339. http://real-j.mtak.hu/2924/
Das Interview mit Georg Hoffmann wurde von Gergely Takács, dem Abgeordneten der Ungarndeutschen Nationalitätenselbstverwaltung Szeged, geführt, die Videoaufnahmen wurden von Alexandra Korom, der Vorsitzenden der Ungarndeutschen Nationalitätenselbstverwaltung Szeged, erstellt. Schnitt: Károly Radóczy