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Lux 90

Mittwoch, 17. September 2025, 18 Uhr
Haus der Ungarndeutschen (Budapest VI., Lendvay u. 22)

Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum) und der Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) laden Sie herzlich zu einer Ausstellung mit Werken von Antal Lux ein.

Grußworte:
Angelika Erdélyi-Pfiszterer, Direktorin des Zentrums
Johann Schuth, 1. Vorsitzender von VUdAK

Einführung:
János Wolfart, Kunstsachverständiger

Musik:
Zsuzsa Hommer-Krausz (Klavier), Stefan Valentin (Geige)

Sprache der Veranstaltung:
Deutsch

WICHTIG: Der Eintritt ist frei, aber um vorherige Anmeldung wird gebeten bis zum 17. September um 9 Uhr unter info@zentrum.hu.

Facebook-Event der Veranstaltung >>>

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Antal Lux kam 1935 auf die Welt. Er ging mit Adam Misch in die Volksschule in Schorokschar und besuchte Mitte der Fünfziger die freie Malschule von István Ilosvai-Varga. Nach der Revolution 1956 flüchtete er in die Bundesrepublik Deutschland. Er erhielt 1965 sein Diplom als Grafiker und Maler an der Stuttgarter Akademie der Künste. 1970 siedelte er nach Westberlin über und schuf um diese Zeit einige Werke in der Pop-Art. Später kreierte Lux expressiv-surrealistische Werke. Neben Grafik und Malerei beschäftigte er sich ab Mitte der siebziger Jahre mit Bildhauerei an der Künstlerkolonie in Raab, später auch intensiv mit Videokunst und Elektrografie. Von 1980 bis 1990 nahm er an der Künstlerkolonie für Grafik in Makó teil. Er ist einer der vielseitigsten VUdAK-Künstler. 2015 wurde er mit dem Munkácsy-Preis ausgezeichnet.

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Die Ausstellung kann bis zum 31. Oktober 2025 in den Öffnungszeiten des Hauses der Ungarndeutschen besichtigt werden. Um vorherige Anmeldung unter info@zentrum.hu wird gebeten.

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Organisatoren:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler


Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)

Energetische Modernisierung: Neue Heizungsanlage im Lenau Haus in Betrieb genommen

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Die Modernisierung des Lenau Hauses in Fünfkirchen ist um einen wichtigen Schritt vorangekommen: Der Heizkesseltausch wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Ungarische Regierung unterstützte das Projekt über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter.

Das Lenau Haus ist das größte ungarndeutsche Gemeinschaftszentrum in Südtransdanubien und zählt auch landesweit zu den bedeutendsten Einrichtungen seiner Art. Errichtet wurde es Anfang der 1990er Jahre mit maßgeblicher diplomatischer und finanzieller Hilfe der Bundesrepublik Deutschland. Schon bald entwickelte es sich zu einem zentralen Ort des ungarndeutschen Gemeinschaftslebens. Mit den Jahren jedoch entsprachen die Räume und die bauliche Gestaltung nicht mehr den Anforderungen moderner Veranstaltungen, interaktiver Ausstellungen sowie digitaler und audiovisueller Technik. Zugleich sollte das Haus immer mehr Funktionen übernehmen, wofür seine Gegebenheiten jedoch unzureichend waren.

In den vergangenen Jahren wurden daher umfassende Renovierungen vorgenommen: Fenster und Türen wurden erneuert, die Wärmedämmung verbessert. Ziel war ein funktional vielfältiges, umweltfreundliches und energetisch modernes Zentrum. Eine vollständige energetische Sanierung konnte jedoch wegen Planungsverzögerungen sowie stark gestiegener Bau- und Lohnkosten nicht umgesetzt werden. Der Austausch des Heizkessels musste damals verschoben werden.

Am 11. März 2025 stellte die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen – der Inhaber der Immobilie – beim Staatssekretariat für Nationalitäten im Amt des Ministerpräsidenten einen Antrag auf Förderung des Kesseltausches. Die Bewilligung erfolgte im Mai 2025 durch die Bethlen-Gábor-Fondsverwaltung. Auf Grundlage der Förderurkunde NEMZ-E-25-0083 stellte die Ungarische Regierung 5 Millionen Forint zur Verfügung.

Die Ausschreibung wurde am 20. Juni 2025 erfolgreich abgeschlossen. Den Zuschlag erhielt die Firma „RBT Kft.“, mit der am 30. Juni der Vertrag unterzeichnet wurde. Der Einbau und die Inbetriebnahme des neuen Heizkessels erfolgten planmäßig, die technische Abnahme fand am 13. August 2025 statt.

Umfangreiche Malerarbeiten fanden im Sommer am Deutschen Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim in Budapest statt

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Das von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen getragene Deutsche Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim ist die bedeutendste Bildungseinrichtung der ungarndeutschen Gemeinschaft in der ungarischen Hauptstadt. 2023 wurden bereits umfassende Renovierungsarbeiten am Gebäude durchgeführt: So wurden die Sanitärräume erneuert, die frühere Hausmeisterwohnung in einen Tanzsaal umgewandelt, die Klassenräume mit neuer Beleuchtung und Tafellampen ausgestattet, eine teilweise Klimatisierung des Gebäudes eingerichtet sowie das Portal der Haupteingangstür im Innenbereich erneuert.

Bei einer Begehung am 22. Februar 2023 stellte die Abteilung für öffentliche Gesundheit des Budapester Regierungsamtes jedoch Mängel fest, vor allem aufgrund der ausgebliebenen Innenmalerarbeiten. Obwohl die Bauarbeiten im Dezember 2023 abgeschlossen wurden, zeigte eine erneute Kontrolle am 15. Mai 2024 wiederum die Notwendigkeit einer umfassenden Malerarbeit auf. Daraufhin entschied der Träger, sämtliche bislang nicht renovierten Gebäudeteile im Innenbereich vollständig streichen zu lassen.

Im Rahmen der Maßnahme wurden das Kellergeschoss, das Erdgeschoss sowie die Räume im ersten und zweiten Obergeschoss frisch gestrichen, ebenso die Wandflächen des Haupt- und Nebentreppenhauses. Zunächst erhielten die Wände eine neue Spachtelung, anschließend wurden zur Überbrückung von Rissen Glasfasergewebe sowie Kantenschutzprofile eingebaut. Die Innenräume wurden in den bisherigen Farb- und Gestaltungsrichtungen erneuert, sodass der ursprüngliche Charakter der Schule gewahrt bleibt.

Zur Finanzierung der Arbeiten reichte die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen im März 2025 einen Antrag beim Staatssekretariat für Nationalitätenfragen des Ministerpräsidentenamtes ein. Die Bewilligungsurkunde wurde im Mai 2025 von der Bethlen-Gábor-Fondsverwaltung AG ausgestellt. Für die Umsetzung des Projekts stellt die Ungarische Regierung über den Bethlen-Gábor-Fonds auf Grundlage der Bewilligungsurkunde mit der Nummer NEMZ-E-25-0082 eine Förderung in Höhe von 45 Millionen Forint bereit.

Das Ausschreibungsverfahren für die Bauarbeiten wurde am 23. Juli 2025 erfolgreich abgeschlossen. Den Zuschlag erhielt die Firma „House Help Service Kft.“, mit der am 29. Juli der Vertrag unterzeichnet wurde. Die Baustellenübergabe erfolgte am 31. Juli. Laut Vereinbarung stand für die Fertigstellung der Arbeiten ein Zeitraum von 45 Tagen zur Verfügung.

Die umfangreichen Malerarbeiten wurden erfolgreich abgeschlossen, die technische Abnahme erfolgte am 1. September 2025.

Wird erneut eine Ungarndeutsche die „Auslandsdeutsche des Jahres”?

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Die Wahl zur „Auslandsdeutschen des Jahres“ findet 2025 bereits zum fünften Mal statt. In den vergangenen Jahren habe sich das Projekt laut der Initiatorin, der Internationalen Medienhilfe (IMH),  zum bedeutendsten Wettbewerb für Auslandsdeutsche sowie für deutsche Frauen weltweit entwickelt. Dabei geht es nicht in erster Linie um Schönheit, sondern vor allem um das Engagement für die eigene Kultur. 

IMH-Leiter Björn Akstinat, der Ideengeber für die Aktion, erklärt: „Der Wettbewerb soll speziell die weiblichen Mitglieder der deutschen Gemeinschaften und Minderheiten rund um den Globus für ihre bisherigen Aktivitäten belohnen bzw. für eine Mithilfe bei deutschsprachigen Kultur- und Medieninstitutionen motivieren.”

Heuer haben wieder vier Bewerberinnen die Endausscheidung erreicht – darunter deutschstämmige Frauen aus Argentinien, Kirgisistan, Polen und zu unserer größten Freude ein bekenntes Gesicht aus Ungarn.

Erika Rierpl aus Ungarn

Erika Rierpl ist studierte Chemikerin sowie Umweltschutz-Juristin und lebt in Sankt Martin/Szigetszentmárton. Ihre Vorfahren mütterlicher- und väterlicherseits sind deutschstämmig. Seit ihrer Jugend setzt sich Erika für ihre donauschwäbische bzw. ungarndeutsche Gemeinschaft außergewöhnlich vielseitig ein. Sie leitet nicht nur mehrere Volkstanzgruppen, sondern auch die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung in ihrem Heimatdorf und das Regionalbüro für die ganze Region Nordungarn. In diesen Funktionen kümmert sie sich beispielsweise einerseits um Chöre, Kapellen oder Kulturgruppen und andererseits um Jugendtreffen, Musikwettbewerbe, neue Denkmäler oder Vorträge zur Geschichte der Donaudeutschen. Die Arbeit mit und für Frauen in der ungarndeutschen Gemeinschaft liegt ihr besonders am Herzen. 

Wenn Sie abstimmen möchten, dann schreiben Sie einfach eine Nachricht mit dem Vornamen und dem Land der jeweiligen Kandidatin an info@medienhilfe.org. Die Wahl läuft bis zum 31. Oktober. Abstimmen kann jeder aus jedem Erdteil. Das Ergebnis wird im November bekanntgegeben

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(Ein kleiner Rückblick: Die Gewinnerin der allerersten Ausschreibung im Jahre 2017 war unsere ehemalige Praktikantin Viktória Nagy.)

Gabriella-Nóra Tar: Deutschsprachiges Kindertheater in Ungarn im 18. Jahrhundert

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Das hier vorgestellte Buch lädt uns zu einer spannenden Entdeckungsreise in die Welt des professionellen deutschsprachigen Kindertheaters in Ungarn des 18. Jahrhunderts ein. Gabriella-Nóra Tar verbindet fundierte historische Forschung mit lebendiger Darstellung. 

Besonders faszinierend ist, wie die Autorin die Vielfalt der damaligen Theaterformen zeigt. In eigenen Abschnitten widmet sie sich detailliert den verschiedenen Darstellungsarten – vom klassischen dramatischen Spiel bis hin zur wortlosen Pantomime. Sie erklärt, wie sich diese Formen unterscheiden, wie sie auf das Publikum wirkten und welche pädagogischen oder unterhaltenden Absichten dahinterstanden.

Ein weiterer großer Vorzug des Buches ist seine visuelle Gestaltung. Zahlreiche zeitgenössische Illustrationen und Porträts erwecken die Theaterwelt des 18. Jahrhunderts zum Leben. Diese Bilder verleihen dem Band eine besondere Atmosphäre und machen es für die LeserInnen greifbarer.

Neben der historischen und theoretischen Analyse beeindruckt das Buch auch durch seine Empathie für die Kinder selbst – nicht nur als Zuschauer, sondern auch als junge DarstellerInnen, die in einer Erwachsenenwelt bestehen mussten. Ihre Leistungen, Herausforderungen und Rollen werden einfühlsam und differenziert zur Schau gestellt.

Dies ist ein außergewöhnliches Buch, das nicht nur informiert, sondern auch begeistertWir empfehlen es allen, die an Theater, Kultur und Geschichte interessiert sind.

Gabriella-Nóra Tar: Deutschsprachiges Kindertheater in Ungarn im 18. Jahrhundert (Német nyelvű gyermekszínjátszásMagyarországon a XVIII. században)
Thalia Germanica, Band 13
Berlin, LIT Verlag, 2012
284 oldal
Nyelv: Német

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.
Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

Hl.-Anna-Andacht auf dem Schwabenberg

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Schon seit langem wollte das St. Gerhards-Werk Ungarn am 26. Juli, am Namenstag der Hl. Anna, eine Andacht vor der St.-Anna-Kapelle beim Wetterbaum organisieren. Dieses Jahr wurde unser Wunsch erfüllt.

Saarer Pilger mit Pfarrer Bernhard Kollmann

Diese Kapelle, die die Wudigeßer Schwaben zwischen 1825 und 1830 zu Ehren der Mutter von Jungfrau Maria errichteten, wurde ein beliebter Wallfahrtsort, wohin die Wudigeßer jedes Jahr, aber besonders am Anna-Tag mit Prozession besuchten. Sie beteten zu Gott u. a. für die gute Ernte.

Das Ölgemälde „Die heilige Anna Selbdritt”

Zum Festtag der Hl. Anna sind jetzt zwei besondere Geschenke, die mit der Mutter von Maria verbunden sind, in die Kapelle gekommen. Seit der Wiederherstellung der Kapelle fehlte nämlich ein Heiligenbild. Im Juli 2025 besuchten die Vereinsmitglieder Maria Herein Kőrös und Dr. András Salamin die 92-jährige Anna von Staden in Heidelberg, die als Kind aus Wudigeß/Budakeszi vertrieben worden war. Sie schenkte jetzt der St.-Anna-Kapelle ein Ölgemälde mit dem Titel „Die heilige Anna Selbdritt” (Anna, Tochter Maria und das Jesukind). Das Gemälde war ein Geschenk von ihrer Cousine Eva Kienzler geb. Ortner und deren Mann, Bruno Kienzler, zu ihrem 70. Geburtstag (29.08.2003).

Das Ölgemälde wurde 2003 von Dimitri Petrov nach der Statue des Seitenaltars der Dorfkirche in Hausach (Schwarzwald) gemalt. Das Atelier des Malers befand sich damals in Brunos Werkstatt. Die Dorfkirche in Hausach wurde im 11. Jahrhundert erbaut und im 16. Jahrhundert im gotischen Stil umgebaut. Dieses Gemälde fand nun am 26. Juli 2025 in der St.-Anna-Kapelle seinen Platz.

Die Tiroler Holzschnitzerei der Hl. Anna mit Maria

Von ihrer Gelöbniswallfahrt im Juli 2025 brachte die stellvertretende Vorsitzende des St. Gerhards-Werks Ungarn, Maria Herein Kőrös, eine 23 cm große Tiroler Holzschnitzerei der Hl. Anna mit Maria mit, die nach der Litanei in der St.-Anna-Basilika in Altötting gesegnet wurde. Die Statue wurde Teil der Wallfahrten zur St.-Anna-Kapelle – ein Foto der Staue wurde diesmal dort aufgehängt.

Pilger aus verschiedenen Ortschaften (Budapest, Wudigeß/Budakeszi, Wudersch/Budaörs, Kerecsend, Saar/Szár, Bogdan/Dunabogdány) kamen zur Andacht am Anna-Tag und auch Bernhard Kollmann, Pfarrer der St. Elisabeth Katholischen Gemeinde deutscher Sprache, war anwesend, worüber sich die Gläubigen sehr freuten. 

Nach den Grußworten las der Vorsitzende des St. Gerhards-Werks Ungarn, Dr. Paul Klincsek, den Text des Liedes „Mutter Anna, dir sei Preis” mit 9 Strophen vor, dann hörten die Gläubigen ein Gebet und Gedanken aus der Magazinsendung von Radio Maria über das heilige Ehepaar Anna und Joachim. Nach einem Vaterunser und „Gegrüßet seist du Maria”, die die Pilger zusammen beteten, wurde ein längerer Text über die Verehrung der Hl. Anna in deutscher Sprache vorgetragen.

Pilger vor der Kapelle

Die Aufnahme des Liedes „St. Anna”, das im Jahre 2024 in Altötting in der St.-Anna-Basilika nach der Marienandacht erklang, fand bei den Gläubigern großen Beifall.

Die kurze Geschichte der St.-Anna-Kapelle und der Versöhnungskapelle von Schwabenberg stellte der Lokalhistoriker und Wiederaufbauer der Kapelle Dr. András Salamin vor.

Der Wudigeßer Frauenchor erfreute die Pilger unter der Leitung von Edit Krizsán mit den folgenden deutschen Marienliedern: „Mit frohem Herzen”, „Segne du Maria”, „Geleite durch die Wellen” und „Alle Tage sing und sage”.

Die familiäre und gut gelungene Andacht endete mit Gesprächen, Pogatschen und Fotografieren, schließlich bekamen alle Teilnehmer ein Heftchen mit der Geschichte der St.-Anna-Kapelle. Die Pilger freuten sich darüber, dass sie die Möglichkeit hatten, die kleine Kapelle mit den neuen Geschenken zu besichtigen, und diejenigen, die mit der Kindereisenbahn gekommen sind, beeilten sich zu der Blumental-Station, um den vorletzten Zug um 18 Uhr 11 zu erreichen.

Maria Herein Kőrös

Zwischen Donau, Erinnerung und Zukunft

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Das Erbe der Ungarndeutschen

„Was bleibt von einer Geschichte, die von Ansiedlung, Vertreibung, Neuanfang und der unterschiedlichen Entwicklung der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt?“ Mit diesen Worten eröffnete der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Joschi Ament, seinen Vortrag im Haus der Heimat in Stuttgart. Eingeladen hierzu hatte der baden-württembergische Landesverband des Bundes der Vertriebenen.

Ament gab in seinem Vortrag einen Überblick über die Geschichte der Ungarndeutschen vom Mittelalter über die Ansiedlung der Donauschwaben im 18. Jahrhundert bis zur Vertreibung und dem Verlust der Heimat am Ende des Zweiten Weltkrieges. Er erläuterte dabei u.a., dass aufgrund dieser langen Geschichte nicht jeder Donauschwabe ein Ungarndeutscher und nicht jeder Ungarndeutscher ein Donauschwabe sei.

Einen Schwerpunkt seines Referates bildete die unterschiedliche Entwicklung der Ungarndeutschen nach dem einschneidenden Ereignis der Vertreibung, das die ungarndeutsche Gemeinschaft in zwei Teile auseinanderriss – in Heimatvertriebene und Heimatverbliebene. Ament erläuterte anhand zahlreicher Beispiele das brückenbauende und verständigungspolitische Engagement der Ungarndeutschen der Nachkriegszeit, das nicht nur zu zahlreichen Patenschaften und Städtepartnerschaften führte, sondern auch ein Garant für Frieden und Freiheit in Europa sei.

„Heute arbeiten die beiden Spitzenverbände der Ungarndeutschen in Ungarn und Deutschland enger zusammen denn je“, wie Ament betonte. „Gleiche Hymne, gleiches Wappen, gleiches Kürzel – zwei Seiten der ein- und derselben Medaille.“

Zwischen Donau, Erinnerung und Zukunft – der Titel brachte es auf den Punkt. Es ging um mehr als nur Herkunft, Geschichte oder den Verlust von Heimat. Es ging um Zusammenhalt und vor allem um die Frage: „Was nehmen wir mit in die Zukunft?“

Ein gelungener Abend zwischen Geschichte, Identität und gelebter Kultur.

Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn

Qualität und einzigartiger Musikstil in der Traditionspflege

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Eine Woche lang gaben sich die Akkordeonspieler aus sechzehn Ortschaften gemeinsam ihrer Leidenschaft, dem Akkordeonspiel, in Taks im Rahmen der 16. Harmonikawoche des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen hin. 

Qualitativ hochwertige Darbietungen und die Betonung des einzigartigen ungarndeutschen Musikstils in der Traditionspflege. Während der gemeinsam verbrachten Zeit waren diese die wichtigsten Eckpunkte, die die Zusammenarbeit der Musiker bestimmten. Das ist kein Zufall, denn die Musiker kommen in dieses Camp, um den „Reiz” und den einzigartigen Charakter der ungarndeutschen Volksmusik zu spüren und gemeinsam zu erlernen. 

Während der Fortbildung wurden sie von zwei großartigen Akkordeonisten, Dávid Solymosi und Norbert Sax, mit fachlicher Anleitung betreut, und Landesrat-Vorsitzender László Kreisz, der selbst ein Liebhaber des Akkordeons ist, half den Musikern mit seiner Erfahrung, sich zu entfalten.

Der Landesrat organisiert seit 16 Jahren die Harmonikawoche, an der bisher insgesamt 92 junge Akkordeonspieler teilgenommen haben. Sie bietet jedes Jahr eine hervorragende Gelegenheit für Musiker aus allen entfernten Ecken des Landes, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu pflegen. Da sie sich grundsätzlich einmal im Jahr in dieser Woche treffen und gemeinsam musizieren, freuen sie sich besonders auf das Abschlusskonzert, bei dem sie dem Publikum das Ergebnis ihrer einwöchigen Zusammenarbeit präsentieren können. 

Als Ergebnis mehrstündiger Proben und Feinabstimmungen konnten wir beim Abschlusskonzert, das in der herrlichen Sommerabendstimmung im Musikpavillon auf dem Hauptplatz von Taks stattfand, ein sorgfältig zusammengestelltes, hochkarätiges Musikerlebnis genießen. László Kreisz sagte in seiner Eröffnungsrede, dass Kultur und Musik eine Art schöne innere Disziplin und Haltung vermitteln würden, die den Respekt für alles wecken, was wir von unseren Vorfahren erhielten. Unter den Gästen des Konzerts hob er den Musiklehrer Frigyes Tábori hervor, der vor vierzig Jahren drei renommierte Akkordeonspieler aus Taks, ihn selbst, sowie den Campleiter Dávid Solymosi und auch Zoltán Kassai, auf ihren musikalischen Weg gebracht hatte. 

Das Konzert wurde anschließend von Dávid Solymosi moderiert. Das Festprogramm bestand aus drei Blöcken mit Melodien aus der Region, die den Ungarndeutschen vertraut sind. Stolz stellte er die Mitglieder des Orchesters vor und hob deren schöne Darbietung besonders hervor, da es sich nicht um eine aktiv tätige Harmonikakapelle handelt, die regelmäßig probt. 

Zur Harmonikawoche wurden Musiker aus dem ganzen Land eingeladen, die dieses Jahr aus folgenden Orten kamen: Hidekut, Kalasch, Tschip, Waschludt, Harast, Jula, Werischwar, Orasch, Budapest (Tschepele sowie Pestelisabeth), Wetschesch, Pußtawam, Tscholnok, Taks und Leinwar. Er hob besonders die jüngsten und ältesten Teilnehmer hervor: Tamás Tóth aus Pestelisabeth nimmt seit 2014 teil und zögerte auch dieses Jahr nicht, sich als Erster anzumelden. Die beiden jüngsten Akkordeonisten, Kristóf Varga aus Werischwar und Péter Vajna-Rötzer aus Harast, standen die langen Proben heldenhaft durch. 

Der erste Teil des Konzerts war der Gegenwart gewidmet. Im Rahmen des Programms bewegten wir uns von der Gegenwart in die Vergangenheit. Im ersten Teil hörten wir Stücke, die Dávid Solymosi während seiner Karriere als Dirigent gespielt hatte. 2016 bat István Geiger, Akkordeonlehrer aus Madaras, Dávid Solymosi, nach seinem Rücktritt die Leitung der Harmonikawoche zu übernehmen. Dávid nahm diese Aufgabe gerne an, da er bereits seit 2011 aktiv an der Arbeit des Lagers beteiligt war. 

Danach trat die traditionelle Formation Dreidörfler Buam aus Harast auf, die regelmäßig von Norbert Sax auf dem Akkordeon begleitet wird. Ihre humorvollen Texte brachten das Publikum zum Lachen. 

Im zweiten Teil des Konzerts erklangen nicht-ungarndeutsche Stücke. Mit Freude erinnerten sich die Musiker an ihre Reise nach Tschechien im Jahr 2019, als die Harmonikakapelle am internationalen Festival “Kubešova Soběslav” teilgenommen hat, wo sie auf dem Hauptplatz von Sobeslav vor Tausenden von Menschen zusammen mit anderen namhaften Kapellen hatte spielen dürfen. Als besonderes Erlebnis behalten sie den Moment in Erinnerung, als der Komponist Ladislav Kubés selbst die „Südböhmische Polka” für sie dirigiert hatte.

Im dritten Teil des Konzerts schwelgten wir wieder in der Vergangenheit, denn die Lieder erinnerten uns mit großer Ehrerbietung an Herrn Geiger, der viele Jahre lang die Harmonikawoche geleitet hatte. Dávid Solymosi bemüht sich, den Jugendlichen die Lieder auf die Art und Weise zu vermitteln, wie er sie damals von seinem Lehrer gelernt hatte.

Anschließend spielte Ádám Weisz aus Waschludt, einer der herausragenden Musiker der Akkordeonwelt, auf seinem Steier Akkordeon den Walzer „Tiroler Klänge”. Der Block endete mit der Franzl-Polka, einer Transkription von Johann Fódi, einem der Gründungsmitglieder des Landesrats.

Die nächste Darbietung war ein ganz besonderes Erlebnis! Unter den Teilnehmern waren nicht nur Amateurmusiker im positiven Sinne, die dieses Instrument von ganzem Herzen lieben und in ihrer Freizeit spielen, wann immer sie können. Seit Jahren gehören drei junge talentierte Musiker zu den Teilnehmern: Evelyn Mira Schalbert aus Hidekut, Réka Nagy aus Kalasch und Bálint Patarcsits aus Tschip, die am Konservatorium studieren und sich darauf vorbereiten, professionelle Akkordeonspieler zu werden. Mit einer wunderschönen Darbietung von Astor Piazzollas bekanntestem und meistgespieltem Stück, „Libertango”, begeisterten sie das Publikum. 

Zum Abschluss des Konzerts erklang die beliebte „Inselbaum-Polka”, die in ungarndeutschen Kreisen von Taks über Schorokschar bis Wetschesch sowie entlang der Donau jeder kennt und bei der jedem Menschen mit ungarndeutscher Seele das Blut seiner Vorfahren in den Adern zu brodeln beginnt und sein Herz höher schlägt.

Die Akkordeonisten bescherten dem Publikum einen großartigen Sommerabend und bewiesen, dass ihnen ihre Traditionen und ihr Erbe wichtig sind, und dass ihre ungarndeutsche Musiksprache in ihnen sicherlich weiterleben wird. 

Wir danken den Musikern und den Campleitern für ihre Teilnahme und freuen uns schon jetzt darauf, sie nächstes Jahr wieder im Camp begrüßen zu dürfen! 

Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), die ungarische Regierung und die Takser Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung gefördert.

LandesratForum

Foto: Attila Székely

Erste Phase der Sporthallensanierung am Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen gestartet

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Das Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen, das von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen getragen wird, gehört zu den bedeutendsten und beliebtesten Bildungseinrichtungen der südtransdanubischen Region. Umso wichtiger ist es, dass die Gebäude der Institution kontinuierlich modernisiert werden, den heutigen Anforderungen entsprechen und zugleich energieeffizienter werden. Für die umfassende Sanierung des gesamten Gebäudekomplexes liegt bereits seit 2022 eine vollständige Ausführungsplanung vor.

In den vergangenen Jahren konnten mit Unterstützung des Staatssekretariats für Nationalitätenfragen beim Amt des Ministerpräsidenten bereits mehrere Gebäudeteile vollständig oder teilweise erneuert werden. Unter den noch nicht sanierten Bereichen befindet sich die Sporthalle derzeit in der kritischsten Lage: Das Dach, die Sanitäreinrichtungen sowie die Abwasserleitungen bedürfen dringend einer Erneuerung. Im laufenden Jahr erhielt der Träger Fördermittel für die teilweise Modernisierung der Sporthalle. Im Zuge der Arbeiten werden die alten Bodenbeläge entfernt, die Sanitärräume erneuert, neue Türen und Fenster eingebaut, anschließend folgen gebäudetechnische und elektrotechnische Maßnahmen. Abgeschlossen wird die Investition mit Fliesen- und Malerarbeiten.

Das öffentliche Ausschreibungsverfahren für die Bauausführung wurde am 23. Juli 2025 erfolgreich beendet. Den Zuschlag erhielt die Firma „Pécsi Építő és Tatarozó Zrt.“, mit der am 29. Juli der Vertrag unterzeichnet wurde. Noch am selben Tag erfolgte die Übergabe der Baustelle. Gemäß Vertrag muss die vollständige Sanierung innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen sein.

Das Projekt wird mit Unterstützung der Ungarischen Regierung über die Bethlen-Gábor- Fondsverwaltung AG im Auftrag des Ministerpräsidentenamtes realisiert. Auf Grundlage der Bewilligungsurkunde mit der Nummer NEMZ-E-25-0080 erhält die Investition eine Förderung in Höhe von 100 Millionen Forint.

Johann Schuth mit der Ehrengabe des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg 2025 ausgezeichnet 

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Der Landesbeauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler, Innenminister Thomas Strobl, gab Mitte August die Preisträgerinnen und Preisträger des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg 2025 bekannt. Ausgezeichnet werden drei herausragende Persönlichkeiten, die sich gleich in mehrfacher Hinsicht für die donauschwäbische Kultur und Geschichte verdient gemacht haben: Professor Dr. Anton Sterbling erhält den Hauptpreis, der Förderpreis geht an Denise Schillinger und mit der Ehrengabe wird Johann Schuth ausgezeichnet.

„Die Auswahl zu treffen, war auch in diesem Jahr eine schwere Aufgabe für die Jury. Denn es waren wieder einmal mehr Bewerbungen in der engeren Wahl, als ausgezeichnet werden konnten. Das spricht für die lebendige, reichhaltige und vielfältige donauschwäbische Kultur. Der Jury ist es gelungen, eine fundierte und ausgewogene Auswahl zu treffen“, zeigte sich der Stv. Ministerpräsident, Innenminister und Landesbeauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler Thomas Strobl anlässlich der Bekanntgabe des Votums der Jury für den Donauschwäbischen Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg 2025 sehr erfreut.

Für den Hauptpreis hat die Jury Professor Dr. Anton Sterbling ausgewählt, der von allen Einsenderinnen und Einsendern das umfangreichste und vielseitigste Werk, sowohl literarisch als auch wissenschaftlich, vorgelegt hat. Neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer ist er Autor und Herausgeber von Sammelbänden zu Flucht und Zwangsarbeit. In ihnen kommen Donauschwaben selbst zu Wort. Die Sammelbände wurden von der Landsmannschaft und vom Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien verlegt. Ebenso sorgte Anton Sterbling für Übersetzungen ins Rumänische und veröffentlichte Prosa und Lyrik. In seinem Werk verarbeitete er immer wieder Themen der donauschwäbischen Lebenswelt. Er war Mitbegründer der literarischen Gruppe „Aktionsgruppe Banat“, aus der später so erfolgreiche Schriftsteller wie Herta Müller hervorgegangen sind. Auch in der Kulturvermittlung hat sich Anton Sterbling hervorgetan, sei es durch Vorträge zur Geschichte der Donauschwaben oder die Teilnahme an Podiumsdiskussionen.

Der Förderpreis geht an Denise Schillinger, die unter dem Pseudonym Pia Varjas publiziert. In ihrem 2024 veröffentlichten Erstlingswerk „Wer braucht schon Ribisel?“ zeichnet Denise Schillinger ein beeindruckendes Bild donauschwäbischer Geschichte und der Beziehungen der Donauschwaben mit ihren Nachbarinnen und Nachbarn. Es ist ihr ein besonderes Anliegen, jüngere Menschen auch über soziale Medien zu erreichen, um damit das Bewusstsein für die Geschichte und Kultur der Donauschwaben lebendig zu halten.

Johann Schuth

Mit der Ehrengabe wird der ungarndeutsche Journalist Johann Schuth ausgezeichnet. Er engagiert sich seit mehr als 55 Jahren in vielfältiger Art und Weise in der ungarndeutschen Kulturszene. Johann Schuth war unter anderem Gründungsvorsitzender des Klubs der Deutschschreibenden (1972), Gründungsmitglied der Gemeinschaft junger Ungarndeutscher (1989) und Gründer des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler (1990), dessen Vorsitzender er bis heute ist. Als Organisator von Lesungen und Ausstellungen im In- und Ausland und als Herausgeber zahlreicher ungarndeutscher Publikationen in den Bereichen Literatur, Bildende Kunst, Kulturgeschichte und Wissenschaft gehört Johann Schuth zu den bekanntesten und angesehensten Journalisten seiner Volksgruppe.

Der Hauptpreis des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg ist mit 5.000 Euro dotiert, der Förderpreis und die Ehrengabe mit jeweils 2.500 Euro. Die feierliche Preisverleihung wird am 7. November 2025 im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen stattfinden.

Sprachförderung mit Zukunft

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Die Fortbildung für ungarndeutsche Kindergärten
geht im Herbst in die zweite Runde

Die erste Phase der durch das Bundesministerium des Innern (BMI) finanziell unterstützten und vom Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum (UMZ) durchgeführten Fortbildung mit dem Titel „Qualitätsförderung der deutschsprachigen Erziehung in den Nationalitätenkindergärten“ ist Mitte Juni zu Ende gegangen.

Die seit 2022 gültige Bildungsstrategie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) besagt: Wegen des seit Jahrzehnten andauernden und fortgeschrittenen Assimilationsprozesses haben Erziehungs- und Bildungseinrichtungen in der Tradierung von Sprache und Kultur sowie in der Bewusstmachung und Stärkung der individuellen und kollektiven Identität eine Schlüsselfunktion. Im Sinne der Konzeption des lebenslangen Lernens ist der Erhalt und der Ausbau eines durchgehenden und erreichbaren deutschsprachigen Bildungsangebots im vorschulischen und schulischen Bereich, in Hochschule und Universität, in der beruflichen Fort- und Weiterbildung sowie im Bereich der Erwachsenenbildung ein zentrales bildungspolitisches Ziel der ungarndeutschen Nationalität. Mit dem Recht auf Bildung in deutscher Sprache korrespondiert aber auch die Verpflichtung für die Angehörigen der deutschen Nationalität, es in allen Lebensphasen zu nutzen und aktiv zu gestalten.

Bildung in allen Lebensphasen genießt höchste Priorität.

Die Qualität der deutschsprachigen Erziehung in ungarndeutschen Kindergärten weiter zu verbessern – das ist das erklärte Ziel der Fortbildung „Qualitätsförderung der deutschsprachigen Erziehung in den Nationalitätenkindergärten – Stufe II“. Das Projekt, das bereits seit mehreren Jahren erfolgreich läuft, setzt auf praxisnahe Konzepte, moderne Methoden und gezielte Ausbildung von Multiplikatorinnen, um nachhaltige Veränderungen in der sprachpädagogischen Arbeit zu bewirken.

Im Fokus der Fortbildung steht das Modell „Eine Person – eine Sprache“, das die konsequente Anwendung der deutschen Sprache im Alltag der Kinder fördert. Dieses Prinzip basiert auf dem sogenannten „Sprachbad“ – einer einsprachigen Umgebung, in der Kinder intuitiv und spielerisch die Sprache aufnehmen. Die Methode hat sich in der Praxis bewährt und wird nun weiter verbreitet.

Die Fortbildung umfasst insgesamt 70 Unterrichtseinheiten, aufgeteilt in Online- und Präsenzphasen. Während die Online-Module vor allem theoretische Grundlagen wie Spracherwerb und Sprachvermittlung behandeln, liegt der Fokus der Präsenzveranstaltungen auf praktischen Übungen, Spielen, Liedern und kulturellen Elementen sowie Konfliktlösungsmethoden. Die 21 Teilnehmerinnen profitierten von einer intensiven Betreuung durch vier erfahrene Lehrkräfte, darunter Sprachpädagoginnen und Kindergartenexpertinnen.

Neu eingeführt ist die Ausbildung von Multiplikatorinnen. 9 Multiplikatorinnen übernehmen künftig eine regionale Rolle, um die Prinzipien und Strategien in die örtliche pädagogische Praxis einzubringen und ihre Kolleginnen zu unterstützen.

Alt bewährt sind die Hospitationen und Monitoring-Verfahren, die eine vertiefte Reflexion und Anwendung der erlernten Methoden ermöglichen. Eine der Expertinnen besucht 5 von den Kindergärten, woher die Teilnehmerinnen gekommen sind, und beobachtet die Umsetzung der Sprachstrategien, unterstützt die Kindergartenpädagoginnen mit fachlichen Ratschlägen und sie tauschen sich anschließend über ihre Erfahrungen aus. Diese praxisnahe Begleitung trägt maßgeblich zur langfristigen Qualitätssicherung bei.

Krisztina Lengl, Kindergartenpädagogin aus Mohatsch, berichtet begeistert: „Ich habe viele praktische Tipps erhalten, wie ich Kinder besser zur deutschen Sprache motivieren kann. Besonders gefallen hat mir die gute Organisation und die angenehme Atmosphäre während der Präsenztage in Budapest und Fünfkirchen.“

Auch Klára Katona vom Valeria-Koch-Kindergarten in Fünfkirchen hebt die Bedeutung der Fortbildung hervor: „Als Kindergartenpädagogin des Valeria-Koch-Kindergartens in Fünfkirchen hatte ich die Möglichkeit, an der Fortbildung »Eine Person – eine Sprache« teilzunehmen – eine Erfahrung, die mich beruflich und persönlich sehr bereichert hat. Als Mutter zweisprachig erzogener Kinder ist mir das Thema auch privat sehr wichtig. Die Fortbildung hat mir neue Impulse gegeben und meine Überzeugung gestärkt, wie wertvoll die zweisprachige Erziehung für die Zukunft unserer Kinder ist.“

Mit dem Fortbildungsmodell „Eine Person – eine Sprache“ wird ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache in Ungarn geleistet – ein Projekt mit Vorbildcharakter.

Wir bedanken uns beim Bundesministerium des Innern (BMI) für die Unterstützung des Projektes!

Das UMZ-Team

JAO-Blasmusikwoche mit vielfältigen Programmen und musikalischen Übungen

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Die große Herausforderung bei der Bewahrung des ungarndeutschen Erbes besteht darin, jungen Menschen die traditionelle ungarndeutsche Musikwelt näherzubringen und sie in ihre Sprache zu übersetzen und anzupassen. Musiklehrer und Chorleiter versuchen, junge Menschen von klein auf durch bewusste Musikausbildung und zahlreiche Gemeinschaftserlebnisse einzubeziehen und ihr Interesse für die Traditionen unserer Volksgruppe zu wecken. Familientraditionen bilden die Grundlage dafür, aber wenn neben den familiären Bindungen die Beziehungen zu Gleichaltrigen immer wichtiger werden, kann das Engagement für die Pflege der Traditionen nachlassen. 

Die Musiklehrer, Mentoren und traditionsbewussten jungen Erwachsenen spielen eine wichtige Rolle dabei, die Jugendlichen durch ihr Vorbild und gemeinsame Erlebnisse in den ungarndeutschen Musikgruppen, Chören oder sogar Tanzgruppen zu halten. Die Nachwuchsförderung und die Weitergabe des wertvollen Kulturerbes sind der Schlüssel zum Fortbestand des ungarndeutschen Erbes. 

Zwei großartige Fachmänner, engagierte Förderer der ungarndeutschen Volksmusik, haben dies erkannt und beleben Jahr für Jahr, indem sie immer mehr junge Menschen ansprechen, das JAO-Jugendblasorchester neu. Das Sommercamp erfreut sich erneut wachsender Beliebtheit.

Das Ziel des Camps ist unter anderem, den Nachwuchs für das 2003 gegründete Jugendauswahlorchester (JAO) zu sichern. In erster Linie werden junge Menschen in das Orchester aufgenommen, die bereits über grundlegende Kenntnisse im Bereich der Blasmusik verfügen. Im Rahmen des einwöchigen Camps liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der Blasmusikkünste der Jugendlichen und dem Kennenlernen und Erlernen der besonderen Stilmerkmale ihrer Volksmusik. 

Die vor allem für die Altersgruppe von 9 bis 19 Jahren organisierte Fachwoche fügt sich nahtlos in das Fortbildungssystem des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen ein, in dem großer Wert auf die Entwicklung der musikalischen Fähigkeiten der ungarndeutschen Jugendlichen und die Ausbildung des Nachwuchses gelegt wird. 

Balázs Kozek und Sándor Kaszás, die fachlichen Leiter des Camps, differenzierten während der Woche geschickt und überbrückten mühelos die Unterschiede, die sich aus dem Alter und den musikalischen Kenntnissen der Jugendlichen ergaben. Sándor Kaszás, Vorsitzender der Kapellensektion und fachlicher Helfer von Balázs Kozek im Camp, sammelte alle Noten, arrangierte sie und passte sie den Fähigkeiten der jungen Musiker an. Aufgrund des Altersunterschieds wurde für das Abschlusskonzert eine spezielle kleinere Formation zusammengestellt, in der die jüngsten Musiker gemeinsam spielten. Es ist wichtig, dass auch sie so schnell wie möglich lernen, Melodien zu spielen, aufeinander zu achten und ihre Darbietung auf hohem Niveau zu präsentieren. 

Während des Camps spielten sie vor allem Stücke von unbekannten ungarndeutschen Komponisten. Darüber hinaus konnten die Musikschüler auch verwandte Blasmusikstücke sowie böhmisch-mährische Blasmusik aus Tschechien und Volksmusik aus Österreich kennenlernen.  

Beim Abschlusskonzert bescherten die Jugendlichen dem Publikum ein großartiges Erlebnis mit ihrem Programm aus Walzern, Polkas sowie etwas schon in Vergessenheit geratenen Mazurkas. 

Da die Kapelle aus 9- bis 19-jährigen Musikern bestand, wurde aufgrund des großen Altersunterschieds die jüngere Altersgruppe separat unterrichtet. Das Hauptziel von Balázs Kozek war es, dass auch die Jüngsten lernen, Melodien zu spielen, aufeinander zu achten und ihre Stücke live vorzutragen. Beim Abschlusskonzert spielten sie einen Walzer und eine Polka und präsentierten damit, was sie während der Woche gelernt hatten. 

Eine innovative Bereicherung des Abschlusskonzerts war das Duo von Balázs Kozek und Márton Liszátz. Márton sang die ohnehin schon anspruchsvolle zweite Stimme und bewies, dass er auch in Terzen singen kann. Balázs Kozek äußerte sich anerkennend über die Gesangskünste des Jugendlichen. 

Der Campleiter betonte, dass die Jugendlichen mit großer Aufmerksamkeit und Begeisterung an der Arbeit im Orchester teilgenommen, viel geübt und sich weiterentwickelt hätten. Ein echter Farbtupfer des Camps war Josef Hermann (Szepi), der die ganze Woche über Tuba gelernt hatte und beim Abschlusskonzert das Spiel der Jugendlichen unterstützte.    

Balázs Kozek meinte in seinem Schlusswort, dass das JAO-Blasmusikcamp wichtig sei, um junge Menschen musikalisch zu bilden, ihnen das Erbe ihrer Vorfahren näherzubringen und ihnen zu vermitteln, dass sie die Melodien ihrer Eltern und Großeltern lernen oder sogar sammeln sollten, da in ihnen durch sie das ungarndeutsche Musikerbe bewahrt wird. Auch 2026 werden die Jugendlichen wieder mit neuer Musik und interessanten Programmen erwartet.  

Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium des Innern, die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und die Regierung Ungarns gefördert.

LandesratForum

Foto: Attila Székely

Bewerbungen erwartet: Otto-Heinek-Preis

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Das Ziel des Preises ist die Förderung von ungarndeutschen Wissenschaftlern und Forschern (bis max. 40 Jahren). Der Preis wird für herausragende Dissertationen, Monographien bzw. wissenschaftliche Publikationen verliehen. 

Der Preis wird auf Vorschlag der Arbeitsgruppe zur Auswahl der von der Otto-Heinek-Nachwuchsförderung finanzierten Projekte von der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen verliehen.

Der Preis wird höchstens alle zwei Jahre im Rahmen des Galaprogramms anlässlich des „Tages der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen” übergeben. 

Die Preisträger erhalten eine Plakette, eine Urkunde und 250 000,- Ft netto.

Der Preis kann an Wissenschaftler verliehen werden, die in Ungarn oder im Ausland in deutscher oder ungarischer Sprache nach dem 25. September 2023 

  • eine Dissertation über ein ungarndeutsches Thema (PhD), oder
  • eine Monographie über ein ungarndeutsches Thema, oder
  • eine bedeutende wissenschaftliche Publikation über ein ungarndeutsches Thema 

verteidigt/veröffentlicht haben.

Die Anwärter bewerben sich mit ihrer Dissertation, Monographie oder wissenschaftlicher Publikation individuell. 

Die Bewerbungsunterlagen sind bis zum 26. September 2025 (Eingang der Bewerbung) per Post und per E-Mail (im Pdf-Format) bei der Geschäftsstelle der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (MNOÖ Hivatala, 1537 Budapest, Pf. 348 und ldu@ldu.hu) einzureichen. 

Die Preisträger werden ausschließlich aufgrund der eingereichten Unterlagen ausgewählt.

Für die Bewerbung sind folgende Dokumente einzureichen:

  • deutschsprachiger tabellarischer fachlicher Lebenslauf
  • die Dissertation und die Beurteilungen des Konsulenten und der Opponenten 
  • bei Monographien und wissenschaftlichen Publikationen wird eine externe fachliche Beurteilung von der Arbeitsgruppe zur Auswahl der von der Otto-Heinek-Nachwuchsförderung finanzierten Projekte eingeholt
  • deutschsprachiger Abstrakt, wenn die Dissertation, die Monographie oder wissenschaftliche Publikation in ungarischer Sprache verfasst wurde
  • deutschsprachiger Ausblick auf die geplante wissenschaftliche Tätigkeit im ungarndeutschen Bereich (Umfang 1-2 A4-Seiten)
  • Postanschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse des Bewerbers
  • Erklärung darüber, dass der/die Bewerber/in der Verwaltung seiner/ihrer in der Bewerbung enthaltenen persönlichen Daten im Zusammenhang mit dem Bewerbungsverfahren zustimmt.

Omas Speisen

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Dieses zweisprachige Kochbuch eröffnet einen besonderen Einblick in die Kochtraditionen der schwäbischen Gemeinschaft von Gereschlak. Die Herausgeberinnen haben Rezepte von einfachen, sparsamen, aber mit Herz und Hingabe zubereiteten Gerichten zusammengesammelt, die über Generationen hinweg den Alltag der Familien prägten.

Die im Buch vorgestellten Speisen wie die berühmten Geresdlaker Hefeknödel, Kartoffelplätzchen oder Schmerbuchteln sind typische Beispiele der örtlichen schwäbischen Küche, die ursprünglich fast ausschließlich aus selbst angebauten Zutaten zubereitet wurden. 

Die Essgewohnheiten der Gereschlaker Schwaben waren lange Zeit durch Sparsamkeit und Einfachheit geprägt. Im Alltag wurden vor allem sättigende, schnell zubereitete Gerichte aus Mehl, Kartoffeln, Bohnen oder Kohl gekocht. Frisches Fleisch kam meist nur sonntags oder an Feiertagen auf den Tisch. Die Mahlzeiten waren ein fester Bestandteil des Familienlebens und wurden oft gemeinsam von mehreren Generationen zubereitet und eingenommen.

Diese Publikation ist mehr als nur eine Rezeptsammlung: Sie ist das Ergebnis einer gemeinschaftlichen Bewahrung von Werten und trägt dazu bei, den Geschmack der Vergangenheit für die kommenden Generationen lebendig zu halten. Die Familienrezepte wurden von den Frauen des Dorfes im schwäbischen Dialekt weitergegeben. Das Buch präsentiert die Zubereitungsschritte sowohl auf Deutsch als auch in ungarischer Übersetzung. Der mit Fotos illustrierte Band zeigt nicht nur die Zubereitungsschritte der Gerichte, sondern auch ausgewählte Stücke aus der reichhaltigen Handarbeitausstellung des Dorfes, mit Themen rund um Küche und Haushalt.

Diese Publikation kann allen empfohlen werden, die sich für die traditionelle schwäbische Küche interessieren, diese gerne ausprobieren oder einfach nur die Speisen ihrer Kindheit wiederentdecken möchten.

Omas Speisen. Nagymamáink ételei
Zusammengestellt von: Margit Schulteisz, Ramóna Szűcs
Gereschlak : Deutsche Selbstverwaltung, 2017

60 Seiten

Sprache: Ungarisch, Deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

Omas Speisen 2 – Buchtipp >>>

In Tarian dahaam. Egy sváb falu a fiatalok szemével

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Der Bildband In Tarian dahaam ist eine eindrucksvolle Sammlung aus dem schwäbischen Erbe von Tarian, einem Dorf mit langer Geschichte, in dem das ungarndeutsche Kulturgut bis heute lebendig ist. Die Fotografien dieses Buches zeigen nicht nur das alltägliche Leben, sondern auch die kulturelle Vielfalt, die Generationen von Dorfbewohnern geprägt und bewahrt haben.

Der Herausgeber, der Tarianer Deutschklub, verfolgt seit jeher das Ziel, die Sprache, die Gastronomie, die Musik und die Tänze an die nächsten Generationen weiterzugeben. Die Idee zu diesem Bildband entstand durch den Wunsch, das Dorfleben fotografisch festzuhalten. Den Anstoß zur Veröffentlichung im Jahre 2017 gab das 280. Jubiläum der Ansiedlung der Deutschen in Tarian. Die literarische Umrahmung liefert das Gedicht Zweüf Ma-onad is aa Joahr des 2006 verstorbenen ungarndeutschen Dichters Josef Mikonya.

Das Buch möchte den früheren Generationen danken, jenen Menschen, die ihre Identität, Sprache und Bräuche über Jahrhunderte hinweg, oft unter schwersten Bedingungen, gepflegt und weitergegeben haben. Denn obwohl die ursprüngliche Heimat weit entfernt war, lebte sie in ihren Gedanken und Herzen fort.

Das ungarndeutsche Bewusstsein ist das, das die Dorfgemeinschaft bis heute zusammenhält – mal stark, mal verletzlich, mal fröhlich, mal traurig, aber immer authentisch. Es ist ein kultureller Schatz, der in einer hektischen und oft oberflächlichen Welt Orientierung gibt.

Die Bilder des Buches machen deutlich, wie sehr Tradition und Moderne miteinander verbunden sein können. Wo Wurzeln noch vorhanden sind, kann Neues wachsen. Die aktive Beteiligung junger Menschen gibt dem Verein Kraft und Herz, diese wertvolle Arbeit fortzusetzen, damit Tarian auch in Zukunft „dahaam“ bleibt.

Wir empfehlen dieses Buch allen, die sich für das ungarndeutsche Kulturerbe, die lebendige Dorfgemeinschaft von Tarian und die generationenübergreifende Pflege der Traditionen interessieren.

In Tarian dahaam. Egy sváb falu a fiatalok szemével (Ein schwäbisches Dorf mit den Augen der Jugendlichen)
Tarian: Német Nemzetiségi Egyesület, Tarján, 2017
218 Seiten
Sprache: Ungarisch; Deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

Ein unvergessliches Handwerker-Ferienlager für Kinder

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„Wer will fleißige Handwerker seh’n…” 

Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu uns Kindern geh’n! – lautete das fröhliche Motto des diesjährigen Sommercamps in Fünfkirchen/Pécs des Vereins für Ungarndeutsche Kinder (VUK). Inspiriert von dem bekannten deutschen Kinderlied, stand die handwerkliche Welt im Mittelpunkt einer besonderen Ferienwoche, die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur praktische Fähigkeiten vermittelte, sondern ihnen auch einen lebendigen Einblick in die Arbeitswelt ihrer Vorfahren ermöglichte.

Blaumalerei

In Zeiten, in denen Kinder Produkte meist nur fertig im Supermarktregal sehen, stellt sich immer häufiger die Frage: Wie war das eigentlich früher? Genau diese Überlegung veranlasste unseren Verein dazu, ein Feriencamp zu gestalten, das sich ganz dem traditionellen Handwerk widmet.

Das Valeria-Koch-Bildungszentrum, das das kinderfreundliche Camp beherbergt, hat auch in diesem Jahr sein Engagement für die Weitergabe ungarndeutscher Traditionen unter Beweis gestellt und die Kinder mit großer Herzlichkeit empfangen.

Unter der engagierten Leitung von Gabriella Sillmann und Henriett Rang begaben sich 36 Schülerinnen und Schüler in der ersten Woche der Sommerferien auf eine spannende Entdeckungsreise. Unterstützt wurden sie von vier hilfsbereiten und herzlichen Jugendlichen – Médea Kóczián, Anna Kratofil, Milos Tóth und Adam Pfaff –, die durch ihre fürsorgliche Art schnell die Herzen der Kinder gewannen.

Trachtvorstellung

Mit viel Begeisterung und Neugier lernten die Kinder Berufe kennen, die einst für das tägliche Leben der Dorfgemeinschaft unverzichtbar waren: Schreiner, Schuhmacher, Müller und Töpfer. Unter Anleitung erfahrener Handwerker konnten die Kinder selbst Hand anlegen und eigene kleine Werke schaffen – eine Erfahrung, die weit über das bloße Basteln hinausging.

Das Camp bot nicht nur die Möglichkeit, die Schönheit traditioneller Berufe zu entdecken, sondern auch den Respekt und die Wertschätzung für handwerkliches Können zu fördern – Werte, die heute oft in Vergessenheit geraten.

Natürlich durften auch in diesem Jahr unsere bereits ikonisch gewordenen Ausflüge nicht fehlen. Am Mittwoch unternahmen wir eine Reise nach Nadasch/Mecseknádasd, da einige Handwerke ortsgebunden sind und somit nur vor Ort besichtigt werden konnten. Nach der Besichtigung der Mühle am Bach erklärte uns der Müller ausführlich alle Feinheiten und Geheimnisse seines Handwerks.

In der Töpferwerkstatt wurden wir mit erfrischendem Holundersirup empfangen, und konnten einem echten Meister bei der Arbeit zusehen. Schließlich lauschten wir den geheimnisvollen Geschichten der alten Gefäße, die sich in den Regalen stapelten.

Am Donnerstag wurden wir im Lenau Haus von Anikó Kramm-Mezei herzlich empfangen. Dort lernten wir die Zubereitung der bei den Deutschen so beliebten Päckekipferl kennen. Die begeisterten Kinder wollten mit dem Backen gar nicht mehr aufhören. Die fertigen Kipferl durften selbstverständlich probiert und mit nach Hause genommen werden.

Kipferlbacken

Die Eltern und Großeltern, die ihre Kinder abholten, sagten mit Tränen in den Augen nach dem Verkosten: Das schmeckt genau wie bei meiner Oma – so etwas Leckeres habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr gegessen! Die Kinder berichteten stolz über den gesamten Backvorgang.

Am Ende der Woche blickten die Kinder auf viele neue Erfahrungen, selbstgemachte Erinnerungsstücke und zahlreiche neu gewonnene Freundschaften zurück. Es war eine Woche voller Lernen, Lachen und kreativen Entdeckungen – der beste Beweis dafür, dass das Handwerk auch heute noch begeistert.

Wir sind dem Bundesministerium des Innern (BMI) für die finanzielle Unterstützung des Camps zu großem Dank verpflichtet, denn ohne ihre Hilfe hätte diese für alle unvergessliche Ferienfreizeit nicht stattfinden können.

Das VUK-Team

30 Jahre Theatercamp – Eine Bühne für Träume, Tradition und Gemeinschaft

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Ein runder Geburtstag, der nicht nur gefeiert, sondern gelebt wurde: Das deutschsprachige Theatercamp blickt auf 30 Jahre kreative, pädagogische und kulturelle Erfolgsgeschichte zurück. Jedes Jahr treffen sich hier Kinder und Jugendliche, um Theater zu spielen, zu tanzen, zu singen und die ungarndeutsche Kultur mit Leben zu füllen. Was einst als kleines Projekt begonnen hat, ist heute ein fester Bestandteil der Identitätsarbeit innerhalb der deutschen Nationalität in Ungarn.

„In einem Theatercamp, das seit drei Jahrzehnten besteht, schlagen unsere Herzen im Takt der Bühne“, sagt die langjährige Leiterin Erzsébet Berta, die das Lager mit viel Engagement und Fachkenntnis begleitet.

Unter dem Motto Theaterspielen ohne Grenzen reisten in diesem Jahr Gruppen aus Nadwar/Nemesnádudvar und dem Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen/Pécs an. Das Camp fand vom 15. bis 20. Juni im Iglauer Park in Waschludt/Városlőd statt, die Aufführungen wurden im nahegelegenen Kischludt/Kislőd vor einem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal präsentiert. Das Publikum bestand aus Schülern, Lehrern, Eltern und Einwohnern der Gemeinde.

Das Besondere an diesem Jubiläumsjahr war, dass in erster Linie jene Gruppen eine Einladung zum Theatercamp erhielten, die seit drei Jahrzehnten regelmäßig an den ungarndeutschen Theaterfestivals teilgenommen haben – und so durch ihre kontinuierliche Präsenz und ihr Engagement wesentlich zur Bewahrung und Weitergabe dieser Tradition beigetragen haben.

Die Schüler des deutschen Theaterzirkels aus Nadwar brachten das Stück „Die Bremer Stadtmusikanten“ auf die Bühne – in einer kreativen Fassung mit ungarndeutschem Flair. Die Aufführung begann mit einem schwäbischen Straßenspiel: Kinder spielen, wählen mit Abzählreimen im Nadwarer Dialekt Tiere für das Märchen aus und tanzen Kreisspiele. Ein Esel mit Flöte und ein Ziehharmonika spielender Hund sorgten für Begeisterung im Publikum.

Eine Gruppe des Valeria-Koch-Bildungszentrums führte das Theaterstück „Liebe“ auf, während die Älteren eine eindrucksvolle lyrische Collage aus Gedichten von Valeria Koch auf die Bühne brachten – ein sensibles, künstlerisch hochwertiges Programm.

Die Nadwarer Reime und Tänze wurden im Camp auch mit anderen Gruppen geteilt. Besonders eindrucksvoll: Zwei Schüler hatten ihre eigenen Ziehharmonikas mitgebracht und begleiteten die gemeinsamen Aktivitäten (u. a. Singen und Tanzen) mit großer Begeisterung.

Auch außerhalb der Bühne war Raum für Kreativität: Inspiriert von einer Ausstellung des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK)in Nadwar malten die Kinder eigene Bilder – abstrakt, geometrisch oder von persönlichen Erlebnissen wie einem Ausflug mit der „Kleinbahn“ ins Bakony-Gebirge oder in den Iglauer Park geprägt.

Ein Höhepunkt war der Besuch im ungarndeutschen Heimatmuseum in Waschludt. Die Kinder zeigten sich tief beeindruckt. Ein achtjähriger Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „Mir gefällt dieses Haus sehr. Ich mag die alten Sachen sehr. Ich freue mich, dass ich ein Ungarndeutscher bin. Ich lebe gern in meinem Dorf, Nadwar. Ich möchte nie in einer Stadt leben.“

Diese Worte fassen das Ziel des Camps treffend zusammen: Die ungarndeutsche Identität bewahren, Traditionen weitergeben und das Leben der Vorfahren mit neuem Leben füllen.

Im Theatercamp wird jedes Jahr aufs Neue die Magie der Bühne lebendig – ein Ort, an dem junge Träume wachsen, Talente sich entfalten und die ungarndeutsche Kultur auf kreative Weise erlebt und weitergegeben wird.

Ein großes Jubiläum – und ein Versprechen für die Zukunft.

Das Camp wurde ermöglicht durch die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, das Bundesministerium des Innern sowie das Ministerpräsidentenamt über den Bethlen-Gábor-Fondverwalter.

Das UMZ sucht Bildungsreferenten/in

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Das Ungarndeutsche Pädagogische und Methodische Zentrum
schreibt die Stelle
eines Bildungsreferenten / einer Bildungsreferentin
im Bereich deutschsprachige Nationalitätenkindergärten
aus.

Aufgabenbereich:

  • Beratung im Zusammenhang mit dem Betrieb von deutschen Nationalitätenkindergärten, insbesondere bei der Erstellung der Erziehungsplanes, bei der Dokumentation und bei der Erstellung bzw. Änderung des pädagogischen Programms der Einrichtung
  • Methodisch-didaktische Beratung zum Unterricht in deutschsprachigen Fächern
  • Organisation und Durchführung von Fortbildungen und Workshops
  • Organisation von Fortbildungen und Workshops zu den oben genannten Fächern
  • Vorträge auf Foren für Träger und Einrichtungsleitungen
  • Antragsbearbeitung im Rahmen des Nationalitätenpädagogischen Studienförderprogramms

Berufsfeld: Öffentliche Bildung
FEOR-Klassifikation: 2432 – Kleinkindpädagoge/in, Kindergartenpädagoge/in
Fachgebiet der Stelle: Personalwesen / Bildung und Ausbildung
Rechtsverhältnis: Öffentlich-rechtliches Arbeitsverhältnis (Kjt.)
Beschäftigungsdauer, Arbeitszeit, Arbeitsform: Unbefristet, 40 Stunden pro Woche, Vollzeit
Arbeitsort: Budapest
Genaue Arbeitsadresse: 1062 Budapest, Lendvay utca 22., bei Kindergartenbesuchen und Fortbildungen: landesweit

Über die Organisation: Das UMZ bietet pädagogisch-fachliche Dienstleistungen für Bildungseinrichtungen der ungarndeutschen Gemeinschaft an: Organisation von Fortbildungen und Fachforen zur Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur der deutschen Minderheit, Entwicklung methodischer Hilfsmittel, Lehrmittelentwicklung, Koordination von Nationalitätenstipendien sowie fachliche Unterstützung der Träger (örtliche Nationalitätenselbstverwaltungen) und der Einrichtungsleitungen.

Information zur Stelle: 3 Monate Probezeit
Weitere Informationen: Josef Weigert, Institutsleiter – E-Mail: weigert.jozsef@umz.hu, Tel.: +36 30 324 5891

Voraussetzungen und Vorteile

Bewerbungsvoraussetzungen:

Gesetzliche Anforderungen:

  • Keine Vorstrafen
  • Geschäftsfähigkeit
  • Führungszeugnis

Erforderliche Qualifikation:

  • Hochschulabschluss (BA/BSc) im Bereich Bildung
  • Qualifikation als Kindergartenpädagoge/in

Erforderliche Berufserfahrung: 3 Jahre
Erforderliche Führungserfahrung: 3 Jahre
Erforderliche Sprachkenntnisse: Deutsch: C1 (komplexe Prüfung)
Führerscheinklasse: B

Von Vorteil bei der Bewerbung:

  • Berufserfahrung im Bereich pädagogisch-fachliche Kontrolle und Lehrerqualifikation
  • Allgemeine und leitende Erfahrung in der nationalitätenbezogenen Kindergartenpädagogik
  • Breite methodische Kenntnisse
  • Erfahrung in der Organisation von Fortbildungen und Workshops

IT-Kenntnisse (mittleres Niveau):

  • Textverarbeitung (z. B. Word)
  • Tabellenkalkulation (z. B. Excel)
  • E-Mail-Programme (z. B. Outlook)
  • Präsentationserstellung (z. B. PowerPoint)

Persönliche Kompetenzen:

  • Digitale und IKT-Kompetenzen
  • Engagement, Zuverlässigkeit, ethisches Verhalten
  • Strategisches Denken

Einzureichende Unterlagen:

  • Kopie des Sprachnachweises
  • Motivationsschreiben
  • Erklärung zur Zustimmung zur Datenverarbeitung gemäß § 20/A Abs. 5 lit. b Kjt.
  • Lebenslauf mit Foto
  • Führungszeugnis (nicht älter als 3 Monate)
  • Zustimmung zur Einsichtnahme in die Bewerbungsunterlagen
  • Kopien der Abschluss- und Qualifikationsnachweise

Bewerbungsfrist: 20.08.2025, 00:00 Uhr
Bewerbung per E-Mail an: weigert.jozsef@umz.hu
Auswahlverfahren: Vorauswahl nach Erfüllung der Anforderungen, anschließend persönliches Gespräch
Entscheidungsfrist: 10.09.2025, 00:00 Uhr

Weitere Veröffentlichung der Ausschreibung:

  • www.ldu.hu
  • Facebook-Seite der LdU
  • Webseite und Facebook-Seite des UMZ: www.umz.hu
  • www.zentrum.hu

Geplanter Stellenantritt: 01.10.2025

Teil der großen ungarndeutschen Gemeinschaft sein

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Zwar wurde der TrachtTag zuerst 2015 angekündigt, aber auch nach 10 Jahren sind wir, die Mitarbeiter des Initiators, des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (kurz: Zentrum), vor dem Tag der ungarndeutschen Tracht immer noch aufgeregt und gespannt, welche Fotos und Videos die Angehörigen unserer tollen ungarndeutschen Gemeinschaft zum jeweiligen offiziellen Facebook-Event hochladen bzw. uns zuschicken. Sie enttäuschten uns bisher nicht.

TrachtTag 2025 mit der Hajoscher Volkstanzgruppe

Es ist ein gutes Gefühl zu sehen, wie viele und in wie vielen ungarndeutschen Ortschaften es noch wichtig finden, einen unserer teuersten Kulturschätze, die ungarndeutsche Tracht, so liebevoll zu bewahren und die ganze Kleidung oder nur einen Teil davon auch in ihrem Alltag zu tragen. Privatpersonen, Kulturgruppen, deutsche Selbstverwaltungen schließen sich Jahr für Jahr unserer Initiative an, aber ein Dank soll auch den Eltern, Großeltern und Pädagogen ausgesprochen werden, die sich mit den Kindergarten- und Schulkindern gemeinsam auf den TrachtTag vorbereiten, sich im Rahmen von Projektwochen mit dem Thema auseinandersetzen.

TrachtTag mit den Schülern der Johann Hauck Deutschen Nationaliätengrundschule in Tschawa/Piliscsaba
Zugeschickt von: Tímea Manek


Dieses Jahr war aber ein bisschen anders, als die vorangegangenen. Wegen des Osterfestes und der Frühlingsferien in den Schulen mussten wir das Datum des TrachtTags von dem gewohnten letzten Aprilfreitag ausnahmsweise auf den 11. April verlegen. So wurde der Tag der ungarndeutschen Tracht und der der ungarischen Dichtung am gleichen Tag begangen. Dank des Engagements der Lehrer und Schüler wurde dies erfolgreich gemeistert. Wir erhielten mehrere Aufnahmen, auf denen Jugendliche zu sehen sind, die in ihrer Volkstracht Werke ungarndeutscher Autoren rezitieren! 

Solche Aktionen, die uns dazu ermutigen, unsere Zugehörigkeit zu unserer Volksgruppe zu bekennen, sind unerlässlich für das Fortbestehen unserer Nationalität. Eine der besten Möglichkeiten zu dessen Veranschaulichung ist unsere Tracht, und damit der TrachtTag. Egal wo man lebt – in Fünfkirchen, Ödenburg, Kosart, Nadwar, Wesprim, Totwaschon, Totiser Kolonie oder Stuhlweißenburg, um nur einige Ortschaften zu nennen – und wie man mitfeiert – alleine, in der Schule, mit Freunden, auf dem Arbeitsplatz etc. – wir sind Teile derselben großen ungarndeutschen Gemeinschaft.

Selbstverständlich haben wir auch heuer ein großes Fotoalbum sowie eine Videosammlung aus eingereichten Bildern bzw. Videos zusammengestellt, aber alle Aufnahmen sind beim Facebook-Event des TrachtTags zu jeder Zeit zu bewundern.

„Treffen” wir uns auch nächstes Jahr, denn am 24. April 2026 kommt der 12. TrachtTag!

Zwei Dissertationsprojekte beleuchten ungarndeutsche Lebenswelten

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Gleich zwei Doktordissertationen mit ungarndeutschem Thema wurden am 18. Juni 2025 am Germanistischen Institut der Philosophischen Fakultät der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE) verteidigt.

Die Doktorarbeit von Gabriella Sós trägt den Titel „Wenn er mein Schwäbisch nicht verstand, musste ich mein Deutsch benutzen“ – Interdisziplinäre Untersuchungen zur Pflegemigration ungarndeutscher Frauen aus Südungarn in den deutschen Sprachraum. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen und Herausforderungen von ungarndeutschen Frauen, die als Pflegekräfte nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz pendeln.

Gabriella Sós

Gabriella Sós führte im Rahmen ihrer Dissertation über 30 ausführliche Interviews mit ungarndeutschen Pflegekräften. Ergänzt wurden die qualitativen Daten durch strukturierte Fragebögen, um auch breitere Muster zu erkennen.

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Migration wirkt als Katalysator sprachlicher und kultureller Veränderung. Viele Frauen berichten von einer stärkeren Wertschätzung ihrer Sprachkenntnisse, insbesondere ihrer Ortsdialekte, seitdem sie im Ausland arbeiten. Gleichzeitig verändert sich ihre Identität. Der Kontakt mit deutschen, österreichischen und schweizerischen Familien, Pflegebedürftigen und Institutionen lässt neue Selbstbilder entstehen und beeinflusst auch die Haltung zur eigenen Herkunft.

Die Arbeit liefert wichtige Impulse für die Diskussion um Sprachwandel, Minderheitenrechte und gesellschaftliche Teilhabe. Sie weist zudem auf die Dringlichkeit hin, ungarndeutsche Ortsdialekte zu dokumentieren und zu erhalten, denn der Sprachverlust schreitet weiter voran, nicht zuletzt, weil die jüngere Generation diese kaum noch verwendet.

Dr. habil. Koloman Brenner (ELTE, Lehrstuhl für Germanistische Linguistik) und Prof. habil. Dr. Erzsébet Drahota-Szabó (SZTE „Juhász Gyula“ Pädagogische Fakultät, Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur) haben die Arbeit eingehend geprüft und äußerst positiv bewertet. Die Kommission beurteilte die Arbeit mit summa cum laude.

Die Doktordissertation von Bálint Izsák behandelte das Thema „Spracheinstellungen in zwei Sprachregionen Ungarns bei Deutschlernenden und -lehrenden“. Die Dissertation vergleicht die zwei sprachlich unterschiedlich geprägten Regionen Südungarn und Westungarn. Ziel der Arbeit war es, mithilfe von Fragebögen und qualitativen Interviews herauszufinden, wie Schüler, Studierende und Lehrkräfte die deutsche Sprache wahrnehmen und welche Rolle sprachliche Vielfalt, also regionale Varietäten wie Dialekte oder österreichisches Deutsch, im Unterricht spielen.

Bálint Izsák

Die Analyse zeigt: In beiden Regionen ist die Einstellung zur deutschen Sprache insgesamt positiv, wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen. In Südungarn stehen Tradition, Identität und emotionale Verbundenheit im Vordergrund. In Westungarn dominiert eine instrumentelle Motivation, die aus Bildungs- und Berufsperspektiven im deutschsprachigen Ausland resultiert.

Zwar zeigen viele Lernende Interesse an regionalen Unterschieden innerhalb der deutschen Sprache, doch fehlt es häufig an gezielter Vermittlung durch die Lehrenden. Besonders in Westungarn äußerten viele Befragte, dass nur grundlegende Kenntnisse über Dialekte oder regionale Ausdrucksweisen vermittelt werden.

Auch Izsáks öffentliche Verteidigung wurde von den Prüfern Dr. habil. Koloman Brenner und Dr. Katalin Deé Kovács, Audi-Schule und Universität Raab, begutachtet und positiv bewertet.

Neel Junghans – Neue Zeitung

Das Album der Branauer Musikanten ist nun online!

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2023 wurden im Rahmen des Projekts „Ungarndeutsche Musik – Online“, gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI), fünf Musikstücke der Branauer Musikanten im Studio aufgenommen. Die Nachbearbeitung hat sich etwas in die Länge gezogen, aber nun können wir ihr Album „Branauer Musi“ in den Händen halten – besser gesagt: auf den meisten Musikstreaming-Plattformen finden und jederzeit und überall anhören. Ein Gespräch darüber führte Projektverantwortlicher Károly Radóczy mit dem Kapellmeister János Hahn.

KR: Mit welchem Ziel wurde die Kapelle gegründet? Was macht diese Formation besonders?
JH: Die Kapelle setzt sich aus Mitgliedern mehrerer Ortschaften zusammen. Ursprünglich schlossen sich die Leiter der Blaskapellen aus Wemend, Boschok, Schomberg und Bawaz zusammen. Sie wurden durch weitere Musiker ergänzt, um einen authentischen ungarndeutschen Klang mit möglichst wenigen Musikern zu erreichen. Der Grundgedanke war, dass die Kapelle in einen neunsitzigen Kleinbus passt und so gemeinsam und kostengünstig zu den Auftritten reisen kann. Es waren also neun Personen – daher habe ich alle Stücke für neun Stimmen arrangiert. Inzwischen sind wir mehr geworden, aber die neunstimmige Besetzung ist geblieben.

KR: Welche Werke stehen auf dem Repertoire?
JH: Ich sammle seit Jahren die alten Noten der Blaskapellen aus der Region. Es handelt sich dabei teilweise um vergessene Stücke, die heute kaum noch gespielt oder gehört werden – einige wurden sogar auf Dachböden alter Häuser gefunden. Viele davon wurden von den Kapellmeistern selbst komponiert. In Wemend haben wir für diese Noten eine Sammlung eingerichtet, die bisher jedoch nur teilweise aufgearbeitet werden konnte. Ich bin überzeugt, dass auch unsere Enkelkinder dort noch Neues entdecken werden – so umfangreich ist das Material. Unser Ziel ist es, diese musikalischen Raritäten zu bewahren, viele davon in unser Repertoire aufzunehmen und wieder bekannt zu machen. Es handelt sich um echte ungarndeutsche Musikstücke, die heute fast schon eine Kuriosität darstellen. Denn viele Kapellen spielen mittlerweile auch populäre Volksmusik aus anderen Ländern – einfach, weil das Publikum diese kennt. Doch gerade dadurch können wir zeigen, was wirklich unsere eigene Musik ist.

KR: Welche Stücke habt ihr für die Aufnahme ausgewählt und warum gerade diese?
JH: Fröhliche Morgenstund‘ Marsch: Dieses Stück wurde von Stefan Hornung, einem Akkordeonlehrer aus Petschwar, komponiert. Vor einiger Zeit haben wir von der Petschwarer Blaskapelle mehrere Stücke erhalten, die aus seiner Feder stammen. Dieses hier hat uns besonders gefallen – deshalb wurde es auch aufgenommen.
Die lustige Braut Walzer: Dieses Stück habe ich aus dem Nachlass von Konrad Freitag aus Haschad ausgewählt. Den Komponisten kennen wir hier nicht, aber es ist ein sehr schönes, melodisches Lied.
37. Polka: Dieses Stück wurde von Josef Aubert aus Sawer komponiert. Als er in Rente ging, sagte er einmal zu seinem Sohn, dass er ihm 100 Polkas komponieren werde. Davon wurden etwa 78 tatsächlich fertig, und wir haben die Polka Nr. 37 ausgewählt, weil sie sehr unserem Geschmack entspricht.
Lebensfreude Walzer: Die Noten habe ich von der alten Boschoker Blaskapelle bekommen und durfte damals auch noch mit ihnen spielen. Den Komponisten konnte damals niemand nennen, aber sie spielten das Stück gern. Leider lebt heute niemand mehr von dieser Blaskapelle, doch damals waren wir in Wemend neidisch darauf, was für eine gute Kapelle das Nachbardorf hat.
Rote Bäckle Polka: Dieses Stück habe ich von Miklós Hazenauer, dem ehemaligen Leiter der Kapelle in Gereschlak, erhalten. Er erzählte, dass es ein typisches Lied aus der Umgebung von Gereschlak und Nimmesch sei. Den Komponisten kennen wir hier ebenfalls nicht.

KR: Wie war es im Tonstudio? Erzähle ein bisschen über eure Erfahrungen!
JH: Es war ein tolles Erlebnis, wir verbrachten zwei Tage im Studio. Es war für uns wie ein Teambuilding. Danach haben wir uns Gedanken darüber gemacht, welche Methode besser ist: eine Blaskapelle Stimme für Stimme getrennt aufzunehmen oder alle gleichzeitig spielen zu lassen. Wir hatten die Möglichkeit, getrennt aufzunehmen, und dadurch dauerte die Nachbearbeitung wahrscheinlich viel länger. Denn eigentlich stellten wir uns eher einen Klang vor, der dem Live-Sound näherkommt, bei dem alle Musiker zusammen spielen und atmen. Deshalb fiel es uns schwer, die endgültige Version der Aufnahmen zu akzeptieren. Jetzt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, aber beim nächsten Mal würde ich wahrscheinlich gerne auch die andere Methode ausprobieren. Allerdings muss man dabei sehr präzise zusammenspielen können, ohne Fehler.

KR: Welche Tipps würdest du einer ähnlich großen Band für eine solche Aufnahme geben?
JH: Die Musiker sollten zuerst entscheiden, welche Aufnahmemethode am besten zu ihnen passt. Dementsprechend können sie die Aufnahme organisieren und sich gezielt darauf vorbereiten. Natürlich muss man sich bei beiden Methoden die Zeit nehmen, passende Musikstücke auszuwählen und alles so einzuüben, dass das Zusammenspiel präzise, fehlerfrei und wirklich abgestimmt ist. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat man deutlich bessere Chancen auf ein gelungenes Ergebnis.

KR: Wem empfiehlst du dieses Album?
JH: Ich empfehle unser Album allen, die auf der Suche nach authentischer, selten gespielter ungarndeutscher Blasmusik sind. Ich hoffe, dass viele diese Musik für sich entdecken – und dass vielleicht auch einige Kapellen Lust bekommen, sie wieder zu spielen. So können wir diese musikalischen Schätze lebendig halten.

Die an der Aufnahme mitwirkenden Musiker:
Klarinette Es/B: Balázs Ormándi, László Ormándi
Flügelhorn 1: Szabolcs Szemerédi, Dr. Krisztián Fazekas
Flügelhorn 2: Zsanett Blum, Márton Hahn
Tenorhorn/Bariton: Ferenc Mahr, Attila Jakab
Bass-Trompete/Trompete: János Hahn, Gábor Müller
Tuba: Soma Pichler

Einige Links zu dem Album:

Das Projekt wurde vom Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert.

Wenn Ihre Kapelle auch eine Studioaufnahme hat und sie auch online veröffentlichen möchte, kontaktieren Sie die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen unter radoczykaroly@ldu.hu.  Die LdU hilft Ihnen gerne weiter.

Eine alte Tradition wiederbelebt

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Pfingstkorb-Umfahren in Haschad/Hásságy

In diesem Jahr hat sich unser Verein, der Lindenblumen Verein Haschad, zum Ziel gesetzt, die Tradition des Pfingstkorbs wiederzubeleben. Dem Programm ging eine mehrwöchige Recherche voraus. Archivbilder wurden gesammelt und analysiert, ältere Menschen befragt und nach Antworten auf weitere Fragen gesucht.                

Am Abend des 7. Juni begann die Arbeit mit dem Abschneiden von Ästen im nahegelegenen Wald. Dann schlossen sich junge Leute zusammen und begannen unter der mündlichen Anleitung der ehemaligen Organisatoren mit dem Flechten des Pfingstkorbs. Die Schwierigkeit bestand darin, dass keiner von uns je in seinem Leben einen Weidenkorb geflochten hatte, geschweige denn aus dicken Bäumen und Ästen.   

Beim Flechten des Korbes, der nach Aussage der Ältesten groß genug sein sollte, damit ein Mann bequem darinstehen konnte, war es schwierig, den Korb so zu fixieren, dass er später auf den Pferdewagen geladen werden kann. Wir waren beeindruckt von der sorgfältigen und beharrlichen Arbeit unserer Vorfahren, denn es hat uns wirklich viel Mühe gekostet. Wir schlossen den Tag erfolgreich und stolz ab. Der ca. 3 Meter hohe Pfingstkorb war fertig, dekoriert und die Omas haben auch gesagt, dass es passt.

Am nächsten Nachmittag begann das Programm mit dem Anziehen der Trachten der Teilnehmer. Jung und Alt kleideten sich gemeinsam und riefen die schönen Erinnerungen an alte Zeiten wach.

Der 8. Juni ist ein besonderer Tag im Leben von Haschad, denn damals an diesem Tag wurden die ehemaligen Einwohner vertrieben. Wir sind stolz auf unsere Zugehörigkeit, denn trotz der schwierigen Momente in der Geschichte haben unsere Vorfahren ihre Traditionen bewahrt, und es stets für wichtig gehalten, ihre schwäbische Identität von Kindheit an weiterzugeben. Es wohnen heutzutage auch andere Nationalitäten im Dorf, mit denen wir unsere Feste gemeinsam organisieren und alle stolz unsere Trachten anziehen.

Früher wurde die Kutsche beim Umzug von Pferden gezogen und die Pfingstburschen begleiteten den Umzug auf Pferden. Leider gibt es heute keine Pferde mehr in Haschad und aufgrund der großen Hitze konnten auch keine aus dem Nachbardorf Ahlaß/Olasz geholt werden. Die Besonderheit des Umzugs war daher, dass die Pfingstburschen anstelle von Pferden die Pferdekutsche mit dem Pfingstkorb zogen. Begleitet wurde der Umzug von der Bierkapelle. Unsere Feste sind immer familiär, das heißt, dass Groß und Klein immer mithelfen und gern dabei sind, das war dieses Jahr bei der Bierkapelle auch nicht anders.

Der Umzug begann bei den Mädchenhäusern. Ende April stellten die jungen Männer des Dorfes einen Maibaum auf, den sie als erstes umwarfen, indem sie zur Musik tanzten. Anschließend mussten die Mädchen erraten, wer im Korb sein könnte – wer die Pfingstkatze ist. Diese konnte auf lustige Fragen miauen, schnurren usw., was das Rätselraten noch lustiger machte. 

Anschließend unterhielten die Familien der Mädchen die Teilnehmerinnen. Während der Umzug von Haus zu Haus zog, schlossen sich immer mehr Teilnehmerinnen an. Als wir zurück ins Kulturhaus kamen, zeigte sich die Pfingstkatze, und wer richtig geraten hatte, erhielt ein kleines Geschenk. Der schöne Nachmittag erfüllte die Teilnehmer mit positiven Emotionen, und die Kinder sammelten neue Erinnerungen, die ihnen helfen können, ihr Identitätsgefühl zu bewahren.

Anita Müller

Die Fotos stammen von den Mitgliedern des Vereins

Videozusammenstellung von Pannon Televízió übers Ereignis: 

Das Dach des Friedrich-Schiller-Gymnasiums wird erneuert

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Pressemitteilung der LdU

Die dritte Phase der Sanierung beginnt

Die Sanierung des Daches des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Werischwar wurde im August 2021 nach einem erfolgreichen öffentlichen Ausschreibungsverfahren mit staatlicher Unterstützung von der Trägerin der Einrichtung, der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), gestartet. Die Planungsarbeiten zur Dachsanierung wurden in drei Phasen unterteilt und von der Firma Vándorépítész Tervező és Szolgáltató Kft. durchgeführt. Die Erneuerung des Daches des Gebäudekomplexes zählte und zählt zu den dringendsten Aufgaben, da es trotz regelmäßiger Instandhaltung an mehreren Stellen zu Wassereinbrüchen kam, ältere Dachpartien vermoost waren und die Dachränder sowie Anschlüsse ständig ausgebessert werden mussten. Die Temperaturschwankungen zwischen Winter und Sommer beschädigten die Konstruktion zusätzlich, und bestehende Schäden wurden durch Wind und Niederschlag weiter verschärft.

In der ersten Bauphase wurde das Dach des Schülerwohnheim-, Küchen- und Speisesaaltrakts links vom Haupteingang erneuert, während in der zweiten Bauphase das Dach des dreistöckigen Schultrakts mit Dachgeschoss rechts vom Haupteingang ersetzt wurde. Das im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens als Gewinner hervorgegangene Unternehmen Pilisi Pléh-Boy Kft. erfüllte die vertraglichen Anforderungen in beiden Phasen gemäß den technischen Abnahmeverfahren.

Die dritte Bauphase umfasst den Theatersaal, die Aula und die Sporthalle. Im Rahmen der aktuellen Investition wird aus Phase 3 das Dach über dem Theatersaal, der sich im Eigentum der Selbstverwaltung der Stadt Werischwar befindet, erneuert. Für die Investition stellte das Amt des Ministerpräsidenten der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen eine Förderung in Höhe von 50 Millionen Forint zur Verfügung. Diesen Betrag reichte die LdU im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung an die Selbstverwaltung von Werischwar weiter, die für die Durchführung der Investition verantwortlich ist.

Als Ergänzung zu der von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen erhaltenen Unterstützung plante Werischwar im Haushalt für das Jahr 2024 einen Bruttobetrag von 50 Millionen Forint für die Sanierung des Bereichs über dem Theatersaal innerhalb der dritten Bauphase ein.

Aufgrund des von der Stadtverwaltung von Werischwar durchgeführten Ausschreibungsverfahrens wird die Sanierung erneut von der Firma Pilisi Pléh-Boy Kft. ausgeführt. Die Übergabe des Baufelds erfolgte am 24. Juni 2025. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum 30. August 2025 abgeschlossen sein, damit das Schuljahr 2025/2026 am 1. September 2025 reibungslos beginnen kann.

Das Projekt wird mit Unterstützung der ungarischen Regierung über den Bethlen-Gábor-Fondverwalter des Amtes des Ministerpräsidenten verwirklicht. Im Rahmen dessen wurde zur Realisierung der Investition eine Förderung in Höhe von 50.000.000 Forint gemäß der Förderurkunde mit der Nummer NEMZ-N-24-0127 bereitgestellt.

Bundesministerium des Innern und für Heimat: Deutsche Minderheiten stellen sich vor

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Diese Broschüre bietet einen spannenden Einblick in die Vergangenheit, Gegenwart und Perspektiven der deutschen Minderheiten in Europa und in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Sie richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für Geschichte, Minderheitenrechte und kulturelle Vielfalt interessieren.

Die Publikation zeigt, wie sich deutsche Minderheiten in Ländern von Europa und Zentralasien über Jahrhunderte hinweg, durch die mittelalterliche Ostbesiedlung, gezielte Ansiedlungspolitik im 18. und 19. Jahrhundert sowie durch Grenzverschiebungen und Vertreibungen infolge der Weltkriege entwickelt haben. Drei große Gruppen werden näher vorgestellt: die deutschen Minderheiten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie eine Minderheit in Nordeuropa, die deutsche Minderheit in Dänemark.

Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung des Schicksals der Russlanddeutschen, die unter Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Unterdrückung stark gelitten haben. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnten sie wieder ihre Sprache und Kultur freier pflegen. Heute leben etwa 400.000 Menschen deutscher Abstammung in Russland und über 200.000 in Kasachstan.

Die Broschüre betont, dass die deutschen Minderheiten nicht nur ein historisches Erbe darstellen, sondern lebendige Gemeinschaften sind, die als kulturelle Brückenbauer zwischen Deutschland und ihren Herkunftsländern fungieren können. Die deutsche Bundesregierung unterstützt diese Gruppen insbesondere im Bereich Sprachförderung, Jugendarbeit und Identitätssicherung und erkennt ihre Rolle als zivilgesellschaftliche Akteure im vereinten Europa an.

Die mit zahlreichen Bildern und anschaulichen Grafiken bereicherte Broschüre hilft auch dabei, Parallelen zur Geschichte und zum Schicksal der deutschen Minderheit in Ungarn zu erkennen und das gemeinsame Kulturerbe in einem größeren europäischen Kontext besser zu verstehen. Sie verdeutlicht, wie wichtig historische Verantwortung, kulturelle Vielfalt und europäische Zusammenarbeit auch im 21. Jahrhundert sind.

Bundesministerium des Innern und für Heimat: Deutsche Minderheiten stellen sich vor (Bemutatkoznak a német kisebbségek)
Berlin: Bundesministerium des Innern und für Heimat, 4., átdolgozott kiadás, 2023 
151 Seiten
Sprache: Deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu