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Schlaglichter der Weltgeschichte

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Obwohl heutzutage zahlreiche Online-Ressourcen zur Verfügung stehen, gibt es Fälle, in denen man am Besten herkömmliche Nachschlagewerke benutzt. Wenn man kurze und bündige Informationen über die Weltgeschichte braucht, ist der Band “Schlaglichter der Weltgeschichte” eine gute Wahl.

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Die 1992 erschienene historische Zusammenfassung behandelt die Weltgeschichte von der frühen Antike bis zum Ende des Kalten Krieges. Der Text wird von zahlreichen Illustrationen und chronologischen Tabellen ergänzt, die die behandelte Epoche den LeserInnen näher bringen, bzw. ihnen helfen, einen Überblick über die Reihenfolge der Geschehnisse zu schaffen. Das Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit Politikgeschichte, und konzentriert dabei auf Europa und Nordamerika, mit Ausblicken auf die anderen Kontinenten. Besonders detailliert wird die Geschichte des 20. Jahrhunderts dargestellt.

Der Band ist ein ideales Nachschlagewerk für alle, die ihre historischen Kenntnisse erweitern möchten, und ist besonders hilfsreich für Geschichtsstudenten.

Schlaglichter der Weltgeschichte
Bonn : Bundeszentrale für politische Bildung, 1992
600 S. ; ill.

Deutscher Kalender 2010

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Als Ende 1956 die Worte von Friedrich Wild den ersten seit dem Zweiten Weltkrieg in Ungarn erschienenen deutschsprachigen Kalender einleiteten, konnte man nur hoffen, dass der Deutsche Kalender zur Tradition wird. 53 Jahre später ist der Deutsche Kalender eine grundlegende Veröffentlichung der Ungarndeutschen.

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Die Beiträge in den Kalendern fassen das ganze Gesellschaftsleben der Ungarndeutschen zusammen, die Traditionen werden durch alte Geschichten – teilweise in Mundart – gepflegt, auch Literatur und historische Publikationen haben festen Platz in den Bändern. Die Bänder werden in thematischen Blocks aufgeteilt, wie zum Beispiel “Städte/Gemeinden” oder “Jugend”. Im eigentlichen Kalenderteil werden auch die wichtigeren kirchlichen Feste angegeben.

Der aktuelle Kalender berichtet, wie gewohnt, über zahlreiche ungarndeutsche Veranstaltungen, darunter über mehrere Jubiläen, wie über das 20-jährige Bestehen des Liederkranz-Chors in Lantschuk (Lánycsók) oder über den 285. Jahrestag der Gründung von Sanktiwan (Pilisszentiván). In vielen Artikeln wird die Wichtigkeit des deutschen Muttersprachen-Unterrichts betont. Sowohl den Kindern als auch den Jugendlichen gehört je ein eigener Teil im Band, auch das kirchliche Leben wurde nicht vergessen. In der Porträt-Sektion sind unter anderem ein Interview mit dem Vorsitzenden der Hermann-Niermann-Stiftung, Uwe Stiemke und die Laudatio von Johann Schuth zu lesen, die er bei der Übergabe des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg an Mónika Ambach, Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums hielt.

Die historische Abhandlung dieses Jahres beschäftigt sich mit der Levente-Bewegung und der Organisation der Deutschen Jugend. Im literarischen Teil kann man eine Kritik über den neuen Roman “Atemschaukel” von Nobelpreisträgerin Herta Müller und einige Gedichte von Erika Áts lesen.

Selbstverständlich kann man in diesem Artikel nicht über jede Einzelheit der Veröffentlichung berichten, sowieso empfehlen wir Allen, den Kalender selbst zu kaufen und zu lesen. Der Deutsche Kalender kann von der Neue Zeitung Stiftung (Budapest, Lendvay Str. 22., H-1062, Tel.: +36 1/302 68 77, Fax: +36 1 354 06 93, Email: neueztg@hu.inter.net) bestellt werden.

Deutscher Kalender 2010
Budapest : Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, 2009
288 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

Theo Herrlein: Das Weihnachtslexikon

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Weihnachten ist vielleicht das schönste Fest des Jahres. Wie sie entstanden ist, welche Sitten zu ihr gehören, sind interessante Fragen. Theo Herrlein wählte die Form eines Lexikons, um diese und viele andere Fragen über das Weihnachtsfest zu beantworten.

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Auf den fast 400 Seiten des Bandes wird das Thema Weihnachten umfassend behandelt. Weihnachtliche Bräuche, bekannte Weihnachtsgesänge, sogar berühmte Krippenbauer haben eigene Artikel im Lexikon, das nicht nur als Nachschlagewerk benutzt werden kann, es lohnt sich auch, den Band einfach durchzublättern.

Das Buch ist eine ideale Wahl für diejenigen, die ihr Wissen über Weihnachten erweitern möchten.

Theo Herrlein: Das Weihnachtslexikon. Von Aachener Printen bis Zwölfernächte
Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 2005
398 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

Ede Herger: Der Teufelsgipfel

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Zweisprachige Bücher erleichtern das Erlernen fremder Sprachen, auch für die Erweiterung des Wortschatzes der Muttersprache einer Minderheit sind sie bestens geeignet. Besonders dann, wenn die Texte auch für Kinder interessant sind: und Sagen und Märchen sind immer beliebt bei Kindern. In Ede Hergers Sammlung werden 20 Sagen aus Palkan (Palkonya) in der Branau auf Ungarisch und Deutsch veröffentlicht.

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Wie das Aussehen des Bandes verrät, ist er in erster Linie für Kinder bestimmt: die Buchstaben sind groß gesetzt, die Illustrationen sind bunt und lustig. Für die Erwachsenen, die sich für die Herkunft der Sagen interessieren, gibt es eine Abhandlung über Palkan, wo die Geschichten gesammelt wurden. Einziger Nachteil der Veröffentlichung ist, das die deutschen und ungarischen Texte nicht nebeneinander sind, also wenn man etwas im Deutschen nicht versteht, kann er nicht schnell auf der anderen Seite nachsehen, was es bedeutet.

Sagen sind wichtige Teile unserer Traditionen, deshalb ist es besonders empfehlenswert sie kennenzulernen und an die jüngste Generation weiterzugeben. Die Winterferien bietet eine gute Gelegenheit dazu.

Ede Herger: Der Teufelsgipfel = Ördögcsúcs
Pécs : Veranda, 2000
190 S.; ill.
Sprache: Ungarisch-Deutsch

János Almási: Geschichte der Deutschen in Ungarn

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Leider ist es typisch, dass viele Ungarn fast nichts über das Ungarndeutschtum wissen. Ein noch größeres Problem ist, dass auch viele junge Ungarndeutschen nicht im Klaren über die Geschichte des ungarischen Deutschtums sind. Dieser Informationsmangel kann aber gefüllt werden, zum Beispiel durch das Lehrbuch von János Almási.

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Das Buch fasst die Geschichte des ungarischen Deutschtums von der Staatsgründung bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammen. Die Kapitel sind kurz und verständlich, für den Nationalitätenunterricht bestens geeignet. Besonders wertvoll wird der Band aber durch die darin veröffentlichten Dokumente. Mittelalterliche Quellentexte, Reden von Jakob Bleyer und ein Memorandum von István Bibó: all dies und noch viel mehr sind im Buch zu finden. Diese Texte bringen die historischen Ereignisse den Lesern näher, und sind auch in sich interessant.

Das Buch ist in erster Linie für schulische Benutzung bestimmt, aber auch für all diejenigen lesenswert, die einen guten Überblick über die Geschichte der Deutschen in Ungarn haben möchten.

János Almási: Geschichte der Deutschen in Ungarn. Zusammenfassung mit Dokumenten
Budapest : Nemzeti Tankönyvkiadó, 1999.
195 S.
Sprache: Deutsch

András Balogh F.: Német-magyar irodalmi együttélések a Kárpát-medencében

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Bereits seit der Staatsgründung gab es deutsche Bevölkerung auf dem Gebiet des historischen Ungarns. Die Literatur der Deutschen beeinflusste die Literatur der Ungarn, und wurde davon selbst beeinflusst. András Balogh F. hebt in seinem Buch elf Kapitel der gemeinsamen ungarisch-deutschen Literaturgeschichte hervor.

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Die Themen der Abhandlungen trennen manchmal Jahrhunderte voneinander: in der ersten Studie können wir über das Drakula-Motiv lesen, eine der späteren behandelt die Chancen der ungarndeutschen Minderheit an der Jahrtausendwende. Bezeichnend für die Vielfalt des Bandes ist, dass sowohl die Darstellung des Tokajers in der ungarndeutschen Literatur, als auch der Neuanfang dieser Minderheitenliteratur im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts darin untersucht wird.

Obwohl die einzelnen Abhandlungen bereits früher veröffentlicht wurden, gehört der Band ohne Frage ins Regal von allen, die sich für die ungarndeutsche Literaturgeschichte interessieren.

Balogh F. András: Német-magyar irodalmi együttélések a Kárpát-medencében (Deutsch-ungarische literarische Zusammenleben im Karpatenbecken)
Budapest : Argumentum, 2009
(Irodalomtörténeti füzetek, 166.)
205 S.
Sprache: Ungarisch

Helmut Heil (Hg.): Ungarndeutsches Trachtenbuch

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Die Tracht ist ein besonderer Teil des ungarndeutschen Kulturerbes. Nicht nur wegen ihrer Attraktivität, sondern auch, weil sie an jedem Ort verschieden ist. Die Zusammensteller des Ungarndeutschen Trachtenbuches versuchten, die ganze Vielfalt der traditionellen ungarndeutschen Kleidungsgutes zu präsentieren.

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Die erste Auflage des Buches wurde 1994 veröffentlicht. Seitdem sind zwei weitere Auflagen erschienen, die neueste Ende 2008. In der aktuellen Auflage sind 99 Prozent der ungarndeutschen Gemeinden mit einem oder mehreren Fotos vertreten, der Band repräsentiert damit den Trachtenschatz des gesamten Ungarndeutschtums.

Trachten sind mehr als nur Kleidungstücke: sie gehören zur Tradition der Ungarndeutschen, und das Kennen dieser Tradition ist Teil der ungarndeutschen Identität.

Das Durchblättern des Bilderbuches ist besonders denen zu empfehlen, die das Ungarndeutschtum näher kennenlernen möchten.

Ungarndeutsches Trachtenbuch = Magyarországi Német Népviseletek
Pécs : Stiftung Ungarndeutsches Volkstanzgut, 2008
3. Auflage
139 S. ; ill.
Sprache: Deutsch-Ungarisch

Dr. Eugen Christ (Hg.): Schule und Theater – eine Symbiose

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Theaterpädagogik ist heutzutage ein populäres Teilgebiet der Erziehungswissenschaft, die besonders in den Schulen erfolgreich angewandt werden kann. Die Zusammenarbeit zwischen Theaterfachleuten und Lehrern ist aber nicht immer unproblematisch, denn die Lehrer sind oft nicht im Klaren, was sie von den Fachmännern erwarten können. Das Ziel dieses Buches ist, die häufigsten Fragen zu klären und einen Überblick der Theaterpädagogik zu geben.

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Unter den 13 Abhandlungen des Bandes gibt es mehrere, die sich mit den theoretischen Grundlagen der Theaterpädagogik befassen (zum Beispiel Ralf Rainer Reimanns Beitrag über das Menschenbild der Theaterpädagogik), andere stellen bereits laufende Projekte vor (wie der Bericht über die Circus Praguli Zirkusschule) oder geben praktische Ratschläge für die Theaterarbeit in der Schule (wie die von mehreren Autoren zusammengestellten Abhandlung über Aufwärmübungen).

Der Band, zu dem auch zwei DVDs gehören, ist eine große Hilfe für Lehrer, die sich mit Theaterpädagogik beschäftigen möchten, und liefert gute Beispiele für Theaterfachleute, wie die Zusammenarbeit mit den Schulen gestaltet werden kann.

Dr. Eugen Christ (Hg.): Schule und Theater – eine Symbiose
Stuttgart : Donauschwäbische Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg, 2008
101 S. : mit 2 DVD-Beilage

Barátság. 15 éves ünnepi antológia

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Die Minderheitenzeitschrift “Barátság” feiert dieses Jahr das 15. Jubiläum ihres Bestehens. Zu diesem Anlass wurde eine Anthologie zusammengestellt, in der jede ungarische Minderheit mit mehreren Werken vertreten ist.

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Der Band bietet den Lesern eine vielfältige Lektüre. Gedichte, Erzählungen und Romanauszüge, sowie niveauvolle Grafiken sind im Buch zu finden. Wie in der Zeitschrift, werden die meisten Beiträge auch in der Anthologie in ungarischer Übersetzung veröffentlicht, damit die Interessenten, die die Sprache des jeweiligen Minderheitenautors nicht beherrschen, auch die Werke genießen können. Die Übersetzungen ungarischer Klassiker (z. B.: Endre Ady oder Sándor Weöres) sind selbstverständlich in der Minderheitensprache zu lesen, aber im Falle von mehreren Werken wurde zum Vergleich auch der ungarische Originaltext angegeben.

Die Anthologie ist ein guter Anfang zum Kennenlernen der ungarischen Minderheitenliteraturen.

Barátság. 15 éves ünnepi antológia
Budapest : Filantróp Társaság Barátság Egyesülete, 2009
120 S. ; ill.
Sprache: Ungarisch

Unser Hauskalender 2010

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Zum 62. Mal ist der Unser Hauskalender, das Jahrbuch der Deutschen in Ungarn erschienen. Auch dieses Jahr werden im Band zahlreiche Beiträge über die Geschichte, Kultur und Volkskunde der Ungarndeutschen mit zahlreichen alten und neuen Fotos illustriert veröffentlicht.

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Der eigentliche Kalenderteil ist mit Fotos von Vertreibungsdenkmäler geschmückt, alle Feste der katholischen und evangelischen Kirche sind aufgelistet. Neben historischen Beiträgen – wie zum Beispiel die Vorstellung von Schambek um 1800 oder die Berichte über die Vertreibung aus mehreren Gemeinden – gibt es im Band zahlreiche Texte über das einstige Alltagsleben der Ungarndeutschen. Auf dieser Weise können die Leser erfahren, wer die “Müli-Maris” waren oder wie eine Branauer Hochzeit im Jahre 1946 ablief. Besonders wertvoll sind die Archivbilder von ungarndeutschen Gemeinden.

Auch die diesjährige Ausgabe des Hauskalenders ist sehr gut gelungen, man kann ihn allen Ungarndeutschen empfehlen, unabhängig davon, wo sie heute leben.

Unser Hauskalender 2010 : Das Jahrbuch der Deutschen aus Ungarn
Ostfildern : Schwabenverlag, 2009
144 S. ; ill.

Jürgen Haase, Can Togay (Hg.): Deutsche Einheit am Balaton

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In den Jahrzehnten vor der Wende war der Balaton für viele Deutsche mehr als nur ein einfacher Urlaubsort. Am Ufer des Sees konnten sich viele durch die Zweiteilung Deutschlands gespaltene Familien für die Zeit des Urlaubs wiedervereinigen. Die Grundlage dieses Buches ist eine Ausstellung des Collegium Hungaricums in Berlin.

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Nach einer Einführung, die unter anderem die Vorbereitungen einer Ungarnreise für DDR-Bürger darstellt, kommt das Buch zum interessantesten Teil: der Hauptkapitel “Begegnungen” enthält Erinnerungen der damaligen Urlauber. Die ohnehin schon spannende Geschichten werden von einem ausgezeichneten Bildmaterial unterstützt. Nicht nur Familienfotos, auch Briefe, offizielle Dokumente oder Plakate wurden veröffentlicht, durch die die Leser sich in die behandelte Ära zurückversetzen können.

Das historische Jahr 1989 wird getrennt behandelt, durch persönliche Erinnerungen über die Grenzeröffnung und wissenschaftliche Beiträge über ihren politischen und gesellschaftlichen Hintergrund.

Das Buch ist ein idealer Lesestoff für alle, die sich für Zeitgeschichte interessieren oder Nostalgie für den “alten” Balaton fühlen.

Jürgen Haase, Can Togay (Hg.): Deutsche Einheit am Balaton. Die private Geschichte der deutsch-deutschen Einheit
Berlin-Brandenburg : Bebra, 2009
159 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

Herta Müller: Der König verneigt sich und tötet

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Seit der Bekanntgabe des Literatur-Nobelpreises von Herta Müller werden ihre Werke immer häufiger in Buchhandlungen und Bibliotheken gesucht. Die Bücher der Autorin basieren meistens auf eigenen Erfahrungen, wie auch die Essays des 2003 erschienenen Bandes “Der König verneigt sich und tötet”. Die grundlegende Themen der Texte sind Kindheit, Diktatur und Sprache.

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Der autobiografische Essayband ist ein guter Ausgangspunkt zum Kennenlernen von Müllers Schreibkunst.

Buchbeschreibung von Perlentaucher.de:

“Das eindrucksvolle Bild einer Lebenserfahrung unter absoluter Herrschaft: Herta Müller, die bedeutende und sprachmächtige Autorin, wuchs auf im Rumänien unter der Diktatur Ceausescus. Hier erfuhr sie Sprache als Instrument der Unterdrückung, aber auch als Möglichkeit des Widerstands und der Selbstbehauptung gegenüber der totalitären Macht. Und dieses Sprachbewusstsein stellt sie neben Erinnerungen an die Kindheit in den Mittelpunkt ihrer poetischen und politischen Selbstbefragung.”

Herta Müller: Der König verneigt sich und tötet
München ; Wien : Carl Hanser Verlag, 2003
203 S.
Sprache: Deutsch

Felicitas Fabian: Die Donauschwaben-Saga

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Felicitas Fabians Roman erzählt anhand des Beispiels der fiktiven Familie Falkenburg die Geschichte der Donauschwaben in Serbien vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zum Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit. Beim Lesen des teilweise auf die persönlichen Erfahrungen der Autorin basierenden Werks wird man mit den Schicksalsschlägen konfrontiert, die die Donauschwaben im 20. Jahrhundert erleben mussten.

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Im Buch werden die Gewalttaten gegen die Deutschen detailliert beschrieben, aber auch die Konflikte innerhalb der Familie spielen eine bedeutende Rolle. Trotz der vielen geschilderten Tragödien ist der Ausklang des Buches optimistisch: die Helden versuchen in ihrer neuen Heimat wieder glücklich zu leben.

Fabians Buch empfehlen wir allen, die gerne Familienromane lesen, und sich auch für donauschwäbische Geschichte interessieren.

Felicitas Fabian: Die Donauschwaben-Saga
München : Friedmann, 2005
613 S.
Sprache: Deutsch

András F. Balogh, Szabolcs János-Szatmári (Hg.): Deutsches Theater im Donau-Karpatenraum

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Theater ist einer der wichtigsten Kulturträgern. Ohne Zweifel hat es eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Hochsprache, auch bei der Erhaltung der Minderheitentraditionen ist es von großer Bedeutung. Das vom Klausenburger Universitätsverlag veröffentlichte Buch bietet einen Überblick der Geschichte des deutschsprachigen Theaters im Donau-Karpatenraum ab dem 18. Jahrhundert bis in die moderne Zeit.

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Das Buch ist mehr als nur eine historische Darstellung der deutschen Schauspieltruppen. In den 11 Abhandlungen finden wir Fakten über die Theaterpresse, über die Kritiken und über die Bühnendichtung selbst. Es wird auch über ungarische Volksschauspiele berichtet, sowie über die Tätigkeit der Brünner Jungjüdischen Bühne. Die Studien decken das ganze gesellschaftliche Umfeld der Theaterarbeit ab, so dass die Leser die jeweilige Ära besser verstehen.

Die Veröffentlichung lässt sich besonders für diejenigen empfehlen, die sich mit Theater beschäftigen, aber sie ist für alle ein lohnenswerter Lesestoff, die sich für Kulturgeschichte interessieren.

András F. Balogh, Szabolcs János-Szatmári (Hg.): Deutsches Theater im Donau-Karpatenraum. Dramatisches Schaffen, Aufführungen, Theaterzeitschriften und Kritiken
Cluj-Napoca : Presa Universitară Clujeană ; Heidelberg : Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, 2008
219 S.
Sprache: Deutsch

Karl-Heinz Braun – Reinhold Weber: Kleine Geschichte der Ein- und Auswanderung in Baden-Württemberg

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Das Gebiet des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg war schon immer Ausgangspunkt und Ziel von Migrationen. Die Autoren dieses Buches fassten die Geschichte dieser Ein- und Auswanderungen vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit zusammen.

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Beim Lesen des Buches erfährt man, welche Nationen oder religiöse Gruppen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit Zuflucht im behandelten Gebiet fanden, wie sie zusammen mit den Ureinwohnern lebten und welche Konflikte sie miteinander hatten. Ein eigener Kapitel beschäftigt sich mit den Auswanderungen im 18. und 19. Jahrhundert, als auch die Vorfahren der heutigen Ungarndeutschen sich auf den Weg machten. Der Leser des Bandes erfährt vieles über die Deutschen, die ihr Glück in den Vereinigten Staaten von Amerika suchten. In einem kürzeren Beitrag kann man über den wahren Kern der Legende lesen, dass die Amtssprache der USA fast die Deutsche geworden wäre.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Deutschland vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland. Grund dafür war unter anderem, dass die immer stärker werdende deutsche Wirtschaft mehr Arbeitskraft brauchte, aber auch, dass nach dem Zweiten Weltkrieg auch die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aufgenommen werden mussten. Die Probleme der Integration von Flüchtlingen und der genauso komplizierte Themenkreis der “Gastarbeiter” werden im Werk detailliert erörtert. Im abschliessenden Teil des Buches betonen die Autoren die Wichtigkeit der Einwanderer für Baden-Württemberg.

Der Haupttext des Buches wird durch kleineren interessanten Beiträgen ergänzt, in denen unter anderem über die persönlichen Erlebnisse einiger Einwanderer gelesen werden kann. Der mit zahlreichen Fotos, Grafiken und zeitgenössischen Dokumenten illustrierte Band ist allen zu empfehlen, die sich für das Thema Migration interessieren – nicht unbedingt in Bezug auf Baden-Württemberg.

Karl-Heinz Braun – Reinhold Weber: Kleine Geschichte der Ein- und Auswanderung in Baden-Württemberg
Leinfelden-Echterdingen : DRW, 2009
190 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

Farkas-Zoltán Hajdú: Tür nach Osten

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Der Band “Tür nach Osten” behandelt das historische Gebiet Siebenbürgen und verlockt den Leser zu einer Reise durch Erlebnisse, Empfindungen und Erkenntnisse von Farkas-Zoltán Hajdú, die ethnographische, historische sowie identitäre Aspekte aufarbeitet. Hajdú öffnet durch seinen essayistischen, ergreifend ehrlich-persönlichen Ton eine symbolische Tür, durch das Eintreten gewinnt der Leser Einblick in das Szekler-Gemüt, in die traditionsreiche, der Globalisierung unterworfene Bauernwelt.

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Jedoch streift der Blick des Autors als Städter, Intellektueller und Identitätssuchender weit breitere Gefilde: der autobiographisch durchwobene Band beinhaltet eine Reihe von Essays und durch die Verknüpfungen ist er als authentische Quelle, als eine Art Resümee des „Westwanderers“ zu betrachten. Hoffentlich folgen diesem weitere Bücher. Die Reichweite des erzählten Erinnerungsguts erstreckt sich von dem Erlebten des Autors als Lehrer in Menaság über tagebuchartige Aufzeichnungen eines Urlaubs auf Kreta bis hin zu einem sonderbaren Hermannstädter Begräbnis. Auch Erzählungen anderer Auswanderer, Erzählungen von Dorfbewohnern Menaságs ergänzen die Eindrücke Hajdús, der gerecht-kritisch und sehr liebevoll die Teilnehmer seiner schriftlichen Exkursion, die Leser, in die Verhältnisse Siebenbürgens einführt. Der philosophierende Ton, das eingebaute Wissen – sehr viele Autoren, Geschichtsschreiber, Ethnographen sowie Denker werden im Werk angeführt – prädestinieren den Autor dazu, als gerechter und authentischer Reiseführer aufzutreten. Seiner Sichtweise und seinem Blick entgehen keine Nuancen des menschlichen Gemüts: als guter Menschenkenner sieht er hinter den Facetten wichtige Zusammenhänge und strebt die Darstellung der Ganzheit durch die mosaikartige Erzählstruktur an. Tanzhausbewegung, ethnographische Tätigkeit, Lehrertätigkeit bringen den Städter Hajdú dem Dorf näher, das zur Veränderung verbannt ist. „Die Faszination des Ausgangs kann mit der Erkenntnis des Verlustes wachsen“ – heißt es im Vorwort des bekannten rumäniendeutschen Autors Hans Bergel.

Dem Buch ist die Dichotomie des Empfindens Hajdús, die Heimatsuche eigen, das durch seinen sprachlich angebracht-pompösen Stil den Leser verzaubert. Dem Band sind Anmerkungen von Juliane Brandt beigefügt, die für das historisch im Raum nicht bewanderte Leserpublikum eine wichtige Stütze bedeuten. Das unterhaltsame Buch ist ein wichtiges Werk zum Kennenlernen des historischen-ethnographischen-liebenswerten Siebenbürgens.

(Rezension von Angela Korb, Neue Zeitung 2009/33)

Farkas-Zoltán Hajdú: Tür nach Osten. Aufzeichnungen und Geschichten
München : IKGS, 2008
169 S.

Zsuzsanna Pfiszterer: Vértessomló – Schemling

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Heimatbücher sind etwas Besonderes. Sie sind nicht nur historische und ethnologische Darstellungen, sondern versuchen auch das einstige Leben der behandelten Gemeinde als Ganzes wiederzugeben. Dem neu erschienenen Schemlinger Heimatbuch ist das tatsächlich gelungen: auf seinen Seiten werden die 275 Jahre des Schemlinger Deutschtums durch zahlreiche Quelltexte, Abbildungen und Fotos erfolgreich vorgestellt.

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Die Autorin stellt die Geschichte von Schemling von der Zeit der Türkenkriegen bis zur heutigen Zeit dar, einen besonderen Akzent legt sie auf die Ansiedlung der Deutschen. Dabei werden auch präzise Statistiken veröffentlicht, die auch für Familienforschern wertvoll sein können. Eine Vielzahl der Beiträge – wie Gebete, Liedtexte oder Hochzeitsverschen – sind sowohl auf Deutsch als auch auf Ungarisch im Band zu finden. Besonders interessant ist die Gegenüberstellung der Schemlinger Hausbesitzer in den Jahren 1890 und 1945.

Beim Lesen des Buches merkt man schnell, dass eine große Forschungsarbeit dahinter steckt, bzw. dass die heutige Bewohner Schemlings ein intensives Gesellschaftsleben führen und stolz auf ihre Vergangenheit sind. Das Buch ist allen zu empfehlen, die eine Bindung zu Schemling haben oder gerne mit Dokumenten versehene historisch-ethnologische Zusammenfassungen lesen.

Pfiszterer Zsuzsanna: Vértessomló – Schemling. Festschrift zur 275-Jahr-Feier der Ansiedlung der Deutschen
Vértessomló : Vértessomló Község Önkormányzata, 2009
367 S. ; ill.
Sprache: Ungarisch

Dr. Annamária Zelényi: Wo man Deutsch spricht. Landeskunde einmal anders

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Das Werk von Frau Dr. Zelényi ist ein Lehrbuch für Landeskunde, aber wie der Untertitel schon verrät, ist es anders konzepiert als “herkömmliche” Landeskunde-Schulbücher. Im Buch werden die vier deutschsprachigen Länder (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein) getrennt voneinander vorgestellt und unter verschiedenen Aspekten mit Ungarn verglichen.

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Am Anfang der Publikation findet sich eine kurze Zusammenfassung über die Europäische Union, die natürlich teilweise veraltet ist, aber den Aufbau der Institutionen verständlich darstellt. Vier Themen bilden den Hauptteil des Buches: eine allgemeine Darstellung der einzelnen Länder, die Vorstellung ihrer Sprachen, die detaillierte Beschreibung ihres Staatsaufbaus und ihre Feste und Bräuche.

Der Text wird durch zahlreiche Fotos und Abbildungen ergänzt, auch literarische Beiträge und Noten sind im Band zu finden. Da es sich um ein Lehrbuch handelt, folgen den Texten Aufgaben zum Inhalt. In den Kapiteln über Ungarn wird auch über das Leben der Ungarndeutschen berichtet.

Die Autorin empfehlt ihr Buch neben Schülern und Studenten auch jedem, der die deutschsprachigen Länder näher kennenlernen möchte.

Dr. Annamária Zelényi: Wo man Deutsch spricht. Landeskunde einmal anders
Budapest : Nemzeti Tankönyvkiadó, 2001
352 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

Die allerschönsten Geistesblitze

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Weise Sprüche waren schon immer eine beliebte Lektüre, besonders wenn sie von Berühmtheiten stammen und auch noch witzig sind. Der vorliegende Band enthält auf seinen 720 Seiten unzählige humoristische Zitate von Dichtern, Schriftstellern, Schauspielern, Politikern und vielen anderen wichtige Persönlichkeiten der letzten Jahrhunderten.

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Die Weisheiten sind alphabetisch geordnet, von Abdankung bis Zynismus sind zahlreiche Kategorien in der Sammlung zu finden. Unter “Bücher” erfahren wir zum Beispiel von Mark Twain, dass ein Klassiker ein Buch ist, das die Leute loben, aber nicht lesen. Über Jean Pauls Bemerkung, Bücher seien nur dickere Briefe an Freunde und Briefe seien nur dünnere Bücher für die Welt, muss man erstmal nachdenken.

Durch die thematischen Vielfalt der Beiträge deckt das Buch viele Gebiete des Lebens ab.
Einziger Mangel der Publikation ist das Fehlen eines Autorenindex, da es interessant wäre, Äußerungen einer Person zu verschiedenen Themen zusammen zu lesen.

Das Buch ist eine gute Wahl für Leser, die sowohl weise Zitate, als auch guten Humor schätzen.

Tania Schlie, Hubertus Rabe, Johannes Thiele (Hrsg.): Die allerschönsten Geistesblitze
München : Marion von Schröder Verlag, 2000
720 S.
Sprache: Deutsch

Peter Kasza: 1954 – Fußball spielt Geschichte

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Vor 55 Jahren wurde das wichtigste Spiel der ungarischen und das vielleicht wichtigste der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gespielt. Im Finale der Schweizer Weltmeisterschaft besiegten die Deutschen die seit 1950 unbesiegte “Goldenen Elf” mit 3:2. “Das Wunder von Bern” wird der deutsche Sieg bis heute genannt, viel wird über die möglichen Gründe der ungarischen Niederlage diskutiert. Peter Kasza versucht in seinem Buch die sportliche und politische Vorgeschichte der beiden teilnehmenden Ländern und die Ereignisse nach dem Endspiel zu rekonstruieren.

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Fußball war die beliebteste Sportart im kommunistischen Ungarn, die sich auch von der Regierung gut vermarkten ließ. Die junge Bundesrepublik brauchte etwas, was das Zusammengehörigkeitsgefühl ihrer Staatsbürger stärkt. Nach dem Sieg bei den olympischen Spiele in Helsinki (1952) und dem legendären Sieg gegen England (1953) galt Ungarn als eindeutiger Favorit der WM.

Was genau sich in Bern sich abgespielt hat, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Tatsache ist aber, dass die ganze Bevölkerung Ungarns eine schlimme Enttäuschung erlitt und viele – darunter auch Kasza – meinen, dass diese zum Ausbruch der Revolution im Jahre 1956 beigetragen hat. Dahingegen konnte Deutschland – besser gesagt, die Bundesrepublik – zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg wieder stolz auf sich sein, und die Deutschen “waren wieder wer”.

Peter Kaszas Buch ist nicht nur Sportfreunden, sondern allen zu empfehlen, die sich für die deutsche und ungarische Geschichte der 50-er Jahren interessieren.

Peter Kasza: 1954 – Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern
Bonn : Bundeszentrale für politische Bildung, 2004
224 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

Klassische Einakter und Kurzspiele 1

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Es gibt zahlreiche Theatergruppen in ungarischen Schulen, die Bühnenstücke auf Deutsch vorführen. Es ist für sie nicht immer leicht, Stücke zu finden, die sowohl sprachlich als auch inhaltlich für die Gruppe geeignet sind. Das vorliegende Buch versucht den Theatergruppen mit einer Auswahl von kurzen, aber niveauvollen Stücken zu helfen.

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Das Angebot reicht von Komödie bis Tragödie, von Molière bis Ionesco. Im Buch wird der Inhalt des Stückes kurz zusammengefasst, auch die Anzahl der Darsteller und die Länge der Produktion wird angegeben. Am Ende des Bandes werden die Lebensgeschichten der Autoren veröffentlicht. Die Kontaktinformation für die deutschsprachigen Ausführungsrechte sind vor dem Text der einzelnen Stücke zu finden.

Selbstverständlich ist das Buch nicht nur für die Schauspielgruppen eine nutzvolle Publikation. Für Theaterliebhaber, die in den Sommerferien die Theaterbesuche vermissen, ist es auch eine spannende und interessante Lektüre für die heißen Sommertage.

Lutz R. Gilmer (Hrsg.): Klassische Einakter und Kurzspiele. Erster Band
München : Grafenstein, 1981
317 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

Claus Irmscher – Gisela Rein: Streifzüge durch Süd-Ungarn

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Es ist Urlaubszeit und wer jetzt nicht verreist, liest vielleicht gerne darüber, was Andere in fremden Ländern erlebt haben. Dieses Buch erzählt von keinem fremden Land, sondern von unserem gut bekannten Ungarn, aber aus den Augen zweier Deutscher. Claus Irmscher und Gisela Rein besuchten das südliche Transdanubien im Jahre 2001 und veröffentlichten ihre Erfahrungen in einem Buch, das die Merkmale eines Romans und gleichzeitig die eines Reisetagebuches aufweist.

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Die Autoren waren keine durchschnittliche Touristen, die nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ansahen, und danach weiterliefen. Irmscher und Rein wollten Ungarn verstehen und hatten viel über das Land gelesen. Sie besuchten nicht nur die Touristenattraktionen, sondern auch kleine Dörfer, um einfache Leute kennenzulernen. Sie interessierten sich auch für die Geschichte der Ungarndeutschen.

Was das Buch besonders interessant macht, sind die Grafiken und die literarischen Beiträge. Die Zeichnungen stellen manchmal Statuen, manchmal Dorfbilder oder einfach Gesprächspartner der beiden Reisenden dar, unter den Beiträgen findet man Sagen, Übersetzungen von Gedichten ungarischer Dichter und vieles mehr.

Das Buch ist allen zu empfehlen, die die Branau etwas anders kennenlernen möchten, aber es ist auch eine gute Wahl für diejenigen, die nur eine spannende Sommerlektüre suchen.

Claus Irmscher, Gisela Rein: Streifzüge durch Süd-Ungarn. Reisereportage durch die Baranya im Jahre 2001
Ziegenrück a. d. Saale : Espero, 2002
408 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

Rainer Seberich: Südtiroler Schulgeschichte

Das Bildungswesen ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Faktoren des Minderheitenlebens. Rainer Seberich fasst die Geschichte des
Südtiroler deutschen Schulwesens von der Zeit der Österreich-Ungarischen Monarchie bis in den 70-er Jahren zusammen.

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Die weltpolitischen Ereignisse beeinflussten selbstverständlich auch Südtirol und damit auch die Schulen. Je mehr der Staat die Minderheiten in den Hintergrund drücken wollte, desto weniger Spielraum hatten die deutschen Schulen. Es gab aber immer wieder Persönlichkeiten, die sich für die deutschen Schulen einsetzten, zum Beispiel der Vizeschulamtsleiter Josef Ferrari, der nach dem Zweiten Weltkrieg hohe Verdienste bei der Neugestaltung des Südtiroler Bildungswesens zuzuschreiben sind.

Der Kampf um ein autonomes deutsches Schulwesen lief parallel zum Kampf um die politischen Autonomie Südtirols, die 1972 erlangt wurde. Seberichs Buch schildert die Stationen des ersten Kampfes und weist auf die des zweiten hin. Im Band sind zahlreiche Fotos, Dokumente und Statistiken zu finden, die die Publikation besonders wertvoll machen.

Das Buch ist besonders denen zu empfehlen, die selbst im Minderheitenschulwesen tätig sind.

Rainer Seberich: Südtiroler Schulgeschichte. Muttersprachlicher Unterricht unter fremdem Gesetz
Bozen : Editio Raetia, 2000
512 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

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Im Bildungswesen haben auf Kompetenzen basierende Lehrmethoden seit Jahren eine besondere Rolle. Das Ziel der vom Ungarndeutschen Pädagogischen Institut veröffentlichten Materialiensammlung ist es, sprachliche Kompetenzen zu entwickeln, die für den Deutschunterricht und den deutschsprachigen Fachunterricht nötig sind.

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Zielgruppe der Publikation sind LehrerInnen, die in der Oberstufe der Grundschule unterrichten. Das Buch ist nach den Kompetenzbereichen gegliedert, über die die SchülerInnen nach der 8. Klasse verfügen sollten. Bei Erwerb dieser Kompetenzen würden die SchülerInnen in der Lage sein, Texte und Daten zu rezipieren, solche selbst zu produzieren, und auch Methoden für die Erleichterung des Lernens zu benutzen.

Zum Buch gehört ein CD-ROM, auf dem das gesamte Material der Sammlung in doc-Format und als PDF zu finden ist.

Die Publikation ist in erster Linie Grundschullehrern zu empfehlen, aber auch bei den Vorbereitungsklassen deutschsprachigen Gymnasien kann es eine große Hilfe bieten.

Ágnes Amrein-Pesti, Katalin Baumgartner-Wigand, Ibolya Englender-Hock, Manuela Metscher, Rainer Paul, Holger Wendlandt.: Schnittstelle. Sprachliche Kompetenzen zur Erschließung von Sachinhalten im Deutschunterricht
Pécs : Ungarndeutsches Pädagogisches Institut, 2009
113 S., ill.
mit CD-ROM
Sprache: Deutsch