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Musik, Rhythmus und Liedtexte bilden, auch wenn sie nur mündlich überliefert werden, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
In den ungarndeutschen Musikerfamilien hat ein vielversprechender, zukunftsweisender Prozess begonnen, den wir am 22. November beim 16. Landestreffen der Familienmusiker – organisiert vom Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen – in Waschludt beobachten konnten.
Die jungen Menschen lernen die aus Freude und nach Gehör von den älteren Musikern übernommenen Melodien gerne und heben sie durch ihren Musikschulunterricht auf ein neues Niveau. Die Familien sammeln die lokalen Melodien mit geschultem Ohr und bewusst bzw. notieren sie für die Nachwelt. Die musikalischen Kenntnisse der Jugendlichen und das von ihren Eltern instinktiv erworbene Volksmusikerbe bringen die Traditionspflege auf ein qualitativ hochwertiges Niveau und tragen dazu bei, dass das musikalische Kulturgut in authentischer und schriftlicher Form weitergegeben wird. Auch beim diesjährigen Treffen konnten wir Zeugen dieser edlen Initiative werden. Das Musizieren innerhalb der Familie verbindet die älteren Familienmitglieder auf besondere Weise mit den jungen. Es war interessant zu erleben, wie sich zwei Generationen auf der Bühne mit liebevoller Achtung gegenseitig unterstützen.
Ein lebendiges Beispiel dafür ist, wie das Oberhaupt der Familie Wehring, Gábor, sechs Jahre später als sein Sohn Mátyás das Akkordeonspielen lernte, damit sie gemeinsam musizieren und die Melodien ihrer Vorfahren bewahren können. Oder was Anna Pappert aus Salkau motivierte, im Alter von sechs Jahren mit ihrem Vater auf die Bühne zu gehen. Obwohl sie heute auf hohem Niveau Akkordeon spielt, trat sie als kleines Mädchen mit ihrem Vater, neben ihrer Liebe zur Musik deswegen mit ihm zusammen auf, damit er nicht allein auf der Bühne stehen musste. Seither nimmt das Vater-Tochter-Duo gerne an Landesrat-Veranstaltungen teil.
Als Erstes des Treffens trat das Wehring-Duo aus Bohl auf. Das Ziel der beiden Musiker ist es, ihre ungarndeutsche Identität nicht nur durch die deutsche Sprache, sondern auch durch die Volksmusik zu leben und die Melodien ihrer Vorfahren im Familienkreis zu bewahren.
Ihr folgte die Familie Hermann-Galambosi aus Seetsche, die fast schon zu den Stammgästen des Treffens gehört. Die aus den beiden Familien bestehende Kapelle entstand aus einer zwanzigjährigen, guten Freundschaft auf Initiative von József Hermann, den alle als Szepi kennen, und László „Laci” Galambosi. Die beiden Musiker gingen früher getrennte Wege, aber die neugegründete Seetscher Blaskapelle hat sie wieder zusammengebracht, und daraus entstand die jahrzehntelange gute Beziehung.
Als dritte Gruppe trat die Familie Bauernhuber aus Herend auf. József Bauernhuber und seine beiden Söhne Andor und Ákos setzten sich zum Ziel, die traditionellen Blas- und Volksmusikstücke der deutschen Nationalität zu pflegen und zu bearbeiten: Ihr Repertoire umfasst Polkas, Walzer, Märsche und Mazurkas sowie eigene Bearbeitungen von Volksliedern. Für das aktuelle Treffen brachten sie eine Sammlung von Volksliedern aus Herend mit. Andor notierte Volkslieder, mit denen sie das Repertoire der Familie erweiterten. Anschließend setzten sie ihr Programm mit einem Liederstrauß aus Ganna fort. Als besonderes Musikstück brachten sie einen Brauttanz mit, den sie von János Magasházi gelernt und in Markau notiert hatten, der damals auf der Knopfharmonika spielte.
Anschließend konnten wir das Pappert-Duo hören. Der Vater, Gábor, erzählte, dass es ihm sehr wichtig sei, seiner Tochter zu zeigen, was ihn an der Musik reizt, und dass sie ihre Nationalität leben kann. Sie spielten wunderschön zusammen sowohl auf der Knopfharmonika als auch auf der Tastenakkordeon.
Vor der Veranstaltung versammelten sich Interessierte und Familien traditionsgemäß zu einer deutschen Messe in der katholischen Kirche von Waschludt, wo András Sándor Tóth, stellvertretender Bischofsvikar und Pfarrer von Herend, die Messe zelebrierte.
Das Treffen beehrten Tamás Schell, Bürgermeister von Waschludt, und die Notarin der Gemeinde, Dr. Renáta Ádám.
László Kreisz, Vorsitzender des Landesrats, bedankte sich bei den Familien mit einer Kristallglocke, dem Symbol der Veranstaltung, für das Erlebnis und dafür, dass sie ihre bekannten und weniger bekannten, einzigartigen Lieder mit dem Publikum teilten.
Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern (BMI), der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), der ungarischen Regierung und der Waschludter Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung realisiert.
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Am Samstagvormittag Ende November 2025 wurde im Haus der Ungarndeutschen das zweisprachige interaktive Koffermärchen Die Weihnachtsfee aufgeführt, das auf Einladung des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (Zentrum) von der Schauspielerin Ildikó Frank erzählt wurde.
Die Geschichte beginnt mitten im Winter: Die Frühlingsfee April genießt ihre Ruhezeit, entspannt sich und musiziert, als plötzlich ihr Feentelefon klingelt. Sie erhält die Nachricht, dass sie in diesem Jahr dafür ausgewählt wurde, Weihnachtszauber, Weihnachtsfreude und Weihnachtsglanz auf der Erde zu verbreiten.
Sie alleine kann es aber nicht schaffen, und ohne die tatkräftige Unterstützung der Kinder im Publikum wäre Weihnachten dieses Jahr zu einer recht freudlosen Angelegenheit geworden. Die jungen ZuschauerInnen halfen der Frühlingsfee begeistert dabei, das Weihnachtsfest zu retten.
Ob Weihnachten tatsächlich gerettet wurde, wird sich jedoch erst am 24. Dezember zeigen – erst dann wissen wir, ob Aprils neu erlernter Weihnachtszauber ausgereicht hat.
Organisator: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Förderer der Veranstaltung: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)
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Der Bewerbungszeitraum für die duale Ausbildung an der Audi Hungaria Deutschen Schule Győr im Schuljahr 2026/27 hat begonnen.
Die in diesem Jahr 15-jährige deutsche Auslandsschule im nordwest-ungarischen Raab/Győr nahm im Schuljahr 2017/18 die duale kaufmännische Berufsausbildung Fremdsprachige/r Industriekauffrau/mann in ihr Bildungsangebot auf.
Die zweijährige duale Ausbildung basiert auf deutschem Vorbild und findet überwiegend in deutscher Sprache statt. Die theoretischen Grundlagen erwerben die Auszubildenden an zwei Schultagen pro Woche an der Audi Hungaria Deutschen Schule Győr, während ihnen die praktischen Kompetenzen an drei Tagen in der Woche bei einem international tätigen Partnerunternehmen vermittelt werden. Derzeit engagieren sich AUDI HUNGARIA, BOS, KACO, RESRG Automotive, RUDOLPH Logistik und Motherson in der praktischen Ausbildung der zukünftigen Fremdsprachigen Industriekaufleute.
Dieses in Ungarn noch relativ neue und einzigartige Bildungsangebot richtet sich an besonders motivierte und leistungsbereite junge Leute mit Abitur und guten Deutschkenntnissen. Die Ausbildung bietet auch ideale Möglichkeiten zur Vorbereitung auf ein späteres Studium, wie zum Beispiel der Betriebswirtschaft – auch in Deutschland. Auszubildende, die ein weiterführendes Studium an ungarischen Universitäten anstreben, erhalten wertvolle Kreditpunkte, die bei der Studienplatzvergabe von Vorteil sind.
Neben den klassischen Fächern wie Betriebswirtschaftslehre, Beschaffung, Personalwesen, Industriebuchführung, Produktion und Absatz spielt Business Englisch eine wichtige Rolle. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Zusatzqualifikationen zu erwerben: ICDL (International Certification of Digital Literacy) bescheinigt den Erwerb digitaler Kompetenzen, wodurch die Auszubildenden fit gemacht werden für das Arbeitsleben in der digital geprägten Welt. SAP4school ist seit 2021 im Unterricht integriert, wodurch die Auszubildenden auf die Aufgaben in einem Industriebetrieb vorbereitet werden, indem sie die Steuerung von Geschäftsprozessen in den verschiedenen Bereichen eines Unternehmens kennenlernen.
Nach erfolgreich abgelegten Prüfungen erhalten die Absolventen einen Doppelabschluss: Das Zeugnis der Ungarischen Industrie- und Handelskammer sowie den Abschluss Deutsche duale Berufsbildung im Ausland der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK), welches der höchsten Qualitätskategorie entspricht, das bedeutet Kern- und Fachqualifikationen gemäß deutschen Ausbildungsnormen. Des Weiteren erhalten sie das Fremdsprachenzertifikat der deutschen Kultusministerkonferenz in der Fremdsprache Englisch sowie die ICDL- und SAP4school-Zertifikate.
Im aktuellen Schuljahr besuchen insgesamt 19 Auszubildende in zwei Jahrgängen den beruflichen Zweig der Audi Hungaria Deutschen Schule Győr mit dem Ziel, in zwei Jahren die berufliche Qualifikation Fremdsprachige/r Industriekauffrau/-mann zu erwerben. Besonders attraktiv an diesem Ausbildungsformat ist zunächst die Möglichkeit, die in der Schule erworbenen theoretischen Kenntnisse parallel in die Praxis umzusetzen. Gleichzeitig erhalten die Auszubildenden einen wertvollen Einblick in die verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens. Überzeugend ist auch die attraktive Ausbildungsvergütung und die Aussicht auf interessante Arbeitsplätze.
Im Sommer 2025 legte der siebte Ausbildungsjahrgang erfolgreich seine Prüfungen ab und die frisch gebackenen Industriekaufleute konnten ins Arbeitsleben starten. Die meisten von ihnen wurden von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen, die anderen begannen ein Universitätsstudium. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen – sowohl im Hinblick auf die Auszubildenden als auch auf die Ausbildungsunternehmen – kann diese duale Berufsausbildung als Erfolgsmodell bezeichnet werden.
Interessierte junge Menschen mit Abitur und guten Deutschkenntnissen können sich bis 30. April 2026 mit Hilfe des Online-Formulars auf der Schulhomepage für einen der freien Ausbildungsplätze im Schuljahr 2026/27 an der Audi Hungaria Deutschen Schule Győr bewerben.
Weitere Infos über die Berufliche Bildung sind hier zu finden. Alles Wissenswerte über die Audi Hungaria Deutsche Schule Győr: www.audischule.hu
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In einer wunderschönen Umgebung, in der knapp 6000 Einwohner zählenden Gemeinde Badeseck im Komitat Tolnau, veranstaltete der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen am 25. Oktober dieses Jahres das 17. Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik. Die Badesecker katholische Kirche bot einen intimen, sakralen Ortfür die Andacht und das Erleben des christlichen Glaubens in der Muttersprache der Gläubigen.
In den ungarndeutschen Gemeinden haben Kirchenlieder eine vielschichtige Bedeutung: Als fester Bestandteil der Liturgie tragen sie während der heiligen Messe dazu bei, dass die Gläubigen ihre Religiosität ausleben können, und verstärken das innige spirituelle Erlebnis. Darüber hinaus tragen sie durch die Wiederbelebung und Pflege alter liturgischer Melodien zum Erhalt des deutschsprachigen Glaubenslebens bei. Das Gemeinschaftsgefühl beim gemeinsamen Singen stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gläubigen. Jede Kirchenmusik hat eine eigene Ausstrahlung, einen eigenen Stil, so auch die ungarndeutsche. Es ist wichtig, dass diese besonderen Lieder erhalten bleiben und bewahrt werden.
Das Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik ist eines der ereignisreichsten und erhebendsten Ereignisse im Leben der Landesrat-Gemeinde. In diesem Jahr erfüllten die Stimmen von mehr als 200 Chorsängern aus 20 Chören die Kirche in Badeseck.
Die Veranstaltung begann mit einer deutschsprachigen heiligen Messe, die von Pfarrer Stefan Wigand zelebriert wurde. In seiner Eröffnungsrede dankte László Szax, Vorsitzender der Sektion Kirchenmusik im Landesrat, besonders ihm für seinen Dienst und auch Pfarrer Viktor Nyúl dafür, dass er ihnen die Feier in der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria ermöglicht hatte.
Die Veranstaltung wurde durch die Anwesenheit von Dr. Róbert Bozsolik, dem Bürgermeister von Badeseck, Dr. Krisztina Kemény-Gombkötő, der Vorsitzenden der örtlichen Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung und dem Mitglied der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Hajnalka Pfeifer-Takács, der stellvertretenden Vorsitzenden der Sektion Kirchenmusik sowie Krisztina Kovács-Fódi, der Vorsitzenden der Chorsektion, beehrt.
Wie in den Vorjahren traten auch heuer die Chöre in drei Gruppen auf. Die der ersten Gruppe sangen zweistimmig, die der zweiten Gruppe sangen drei- bis vierstimmig oder mehrstimmig, und in der dritten Gruppe traten gemischte Chöre auf.
Die Auftretenden der ersten Gruppe waren: Deutscher Nationalitätenchor „Glück Auf“ aus Großmanok, Deutscher Nationalitätenchor Rosenbrücke, Deutscher Nationalitätenchor Tscholnok, Deutscher Nationalitätenchor aus Mesch, Chor Liederkranz aus Lantschuk, Chor der Dauroger Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung, Wiesental-Chor aus Tevel-Kleindorog, Deutscher Nationalitätenchor aus Kokersch, Novi Cantores aus Tschawa, Chor Hl. Margarethe von Schottland aus Nadasch.
Anschließend begrüßte Dr. Róbert Bozsolik, Bürgermeister von Badeseck, die Anwesenden. Er erklärte, dass die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Gemeinde eng mit der deutschen Kultur verbunden seien und einen bedeutenden Einfluss auf die lokale Kultur hätten. Das Chorsingen sei schon immer mehr als nur die Harmonie von Stimmen gewesen, denn beim gemeinsamen Singen schwingen auch die Herzen im Einklang. Dies wünschte er auch den Anwesenden, dass sie ihre Herzen für dieses Erlebnis öffnen und sich der spirituellen Erbauung hingeben sollten.
Im zweiten Teil hörten wir dann dreistimmige und vierstimmige Kirchenlieder von dem Liederschatz-Chor des VDB des 18. Bezirks von Budapest, dem Deutschen Nationalitätenchor István Steixner aus Markau, dem Deutschen Nationalitätenchor Rozmaring aus Hanselbeck, dem Deutschen Nationalitätenchor Mondschein aus Seksard, dem Herbstrosen-Chor, dem Herender Deutschen Nationalitätensingverein Heimatklang aus Waschludt, dem Chor des Wesprimer Deutschklubs und dem Singverein Heideröslein.
Das Kirchenmusikprogramm schlossen der Herender Deutsche Nationalitätensingverein, der Chor Heimatklang aus Waschludt, der Gemischtchor Cantate aus Daurog, der Chor Hl. Margarethe von Schottland aus Nadasch sowie die Formation Novi Cantores Tschawa ab.
Anschließend würdigte Landesrat-Vorsitzender László Kreisz das Konzert als Geschenk. Er betonte, dass der christliche Glaube den Ungarndeutschen Halt gebe und ihre Identität stärke, weshalb es wichtig sei, dass die Gläubigen diese Möglichkeit nutzen und möglichst viele an solchen und ähnlichen Veranstaltungen sowie an deutschsprachigen Messen teilnehmen. Er forderte alle auf, mutig aus diesem Gefühl zu schöpfen und die erhebende Stimmung der Umgebung und der Musik mit in ihren Alltag zu nehmen.
Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), die ungarische Regierung und die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung der Stadt Badeseck gefördert.
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Neue Folge des Podcasts der LdU ist online
Wie steht es um die eigene gebildete Schicht der Ungarndeutschen im Jahr 2025, ein Jahr nach den Kommunal- und Nationalitätenwahlen und vor den Parlamentswahlen 2026? Wie bildete sich diese Schicht heraus und welche Rolle spielt sie im Leben der Ungarndeutschen?
Im Gespräch mit dem Historiker Dr. Zsolt Vitári sowie mit Agnes Schamberger, Schuldirektorin und Mitglied des Bildungsausschusses der LdU aus Totiser Kolonie, ist Moderatorin Dr. Judit Klein.
Die neunte Episode von „Fokus: Ungarndeutsch” ist sowohl auf YouTube, als auch auf Spotifyund Apple Podcastzu finden!
Der Podcast, in dessen Rahmen Führungskräfte, Experten und Partner der deutschen Nationalität in Ungarn kulturelle, soziale und politische Fragen der Ungarndeutschen diskutieren, erscheint monatlich auf dem YouTube-Kanal der LdU sowie auf den beliebtesten Podcast-Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts.
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Erlebnisbericht über das Volkskunde- und Chorcampdes DNG im Komitat Bekesch
Jedes Jahr veranstaltet das Deutsche Nationalitätengymnasium Budapest sein traditionelles Volkskundecamp in einer anderen Region des Landes, wo auch Ungarndeutsche leben. Heuer fand es, zusammen mit dem Chorcamp, vom 6. bis 10. Oktober in Jula/Gyula im Komitat Bekesch statt. Wir hatten auch die großartige Möglichkeit, einen Einblick in das Leben der Banater Schwaben in Charlottenburg und Temeswar zu gewinnen.
Am Montagmorgen trafen wir uns am Ostbahnhof und fuhren mit dem Zug nach Jula. Unsere Unterkunft befand sich in der hübschen Altstadt. Ein paar Minuten später waren die Zimmer schon aufgeteilt und wir zogen ein. Gleich danach besuchten wir das älteste Wohnhaus der Stadt, das Marienhaus in Deutsch-Jula, anschließend nahmen wir in Gruppen an einer Stadtrallye teil. Alle Teams sollten ein Quiz zum Thema „Die Märtyrer von Arad” ausfüllen, die in der Stadt ihre Gefängniszeit verbracht hatten. Wir fotografierten uns vor ihren Gedenktafeln und recherchierten ihre Nationalität.
Gruppenfoto vor dem MarienhausStadtrallye in JulaFoto: Martin Surman-Majeczki
Am Dienstag machten wir einen interessanten Ausflug nach Elek, um den neuen ungarndeutschen Lehrpfad zu begehen, bzw. die Mitglieder der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung und des Vereins der Eleker Deutschen kennenzulernen.
Ein Gespräch mit Klára MesterGeorg Hoffmann stellt den Eleker Lehrpfad vorFoto: Martin Surman-Majeczki
Im Leimen-Haus führten wir Interviews mit dem Vorsitzenden der deutschen Selbstverwaltung, László Wittmann, mit dem Regionalbüroleiter der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Georg Hoffmann, sowie mit Klára Mester, einer Pädagogin, die ursprünglich aus Elek stammt. Hiermit möchten wir auch unseren besten Dank für ihre nette Gastfreundschaft aussprechen, es war ein sehr angenehmer Tag für uns alle in der Bekescher Kleinstadt.
Der letzte einheimische Schwabe in Charlottenburg (Foto: Lóránt Bokor)
Am Mittwoch führte unser Weg nach Temeswar. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir das einzigartige Runddorf Charlottenburg und hatten eine lehrreiche Begegnung mit dem letzten einheimischen Schwaben. Es war auch lustig, wie ein Mitschüler von uns, Lóránt Bokor, mithilfe seiner Drohne die besondere Dorfform von oben zeigte. Den Nachmittag verbrachten wir in dem märchenhaft schönen Temeswar, das nicht ohne Grund auch als „Das kleine Wien“ genannt wird. Im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus sangen wir vor dem berühmten Stefan-Jäger-Triptychon für unsere Gastgeber, und bevor wir nach Jula zurückfuhren, hatten wir noch eine kleine Freizeit, um das historische Zentrum Temeswars zu entdecken.
Am Donnerstag besuchten die Chormitglieder das Geburtshaus des deutschstämmigen Komponisten unserer Nationalhymne Franz Erkel sowie das rumänische Gymnasium „Nicolae Bălcescu“, um sich mit den Chormitgliedern der Schule zu treffen, von ihnen rumänische Volkslieder zu lernen bzw. ihnen einige ungarndeutsche Volksweisen beizubringen.
Die besondere Dorfform von Charlottenburg (Foto: Lóránt Bokor)Singen vor dem berühmten Triptychon (Foto: Martin Surman-Majeczki)Unterwegs in der Hauptstadt des Banats (Foto: Martin Surman-Majeczki)
Währenddessen unternahmen die „Nicht-Chormitglieder“ eine Fahrradtour sowie eine Schifffahrt zum Kreisch-Zusammenfluss. Später nahm die ganze Gruppe an einem multikulturellen Abend bei der Landesselbstverwaltung der Rumänen teil, wo wir leckere rumänische Spezialitäten kosten durften und mit gleichaltrigen rumänischen Jugendlichen viel sangen und tanzten. Alle genossen den Abschlussabend sehr, auch deshalb luden wir unsere neuen rumänischen Freunde zu einem Gegenbesuch ein.
Multikultureller Abend mit den Vertretern der rumänischen Nationalität Ungarns (Foto: Martin Surman-Majeczki)
Am Freitag, auf der Rückfahrt nach Budapest, hatten wir noch ein Gespräch mit den Vertretern der slowakischen Nationalität im Slowakischen Haus von Tschabe/Békéscsaba. Sie erzählten uns vom früheren und aktuellen Leben ihrer Nationalität. Am Nachmittag trafen wir, mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck, mit dem Zug am Ostbahnhof ein.
Gespräch mit den Vertretern der slowakischen Nationalität in Tschabe (Foto: Martin Surman-Majeczki)
Wir bedanken uns bei den Organisatoren des Camps, Frau Szép, Frau Győrfi und Herrn Surman-Majeczki, sowie bei allen Gastgebern und Teilnehmern für das einmalige Erlebnis! Unser bester Dank gilt auch dem Staatssekretariat für die Beziehungen zu den Kirchen und Nationalitäten im Ministerpräsidentenamt bzw. dem Bethlen-Gábor-Fondverwalter für die finanzielle Unterstützung des Camps.
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Am 29. November 2025 veranstaltete der Verband der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun den 25. Batschkaer Ungarndeutschen Kulturtag mit der Verleihung der Auszeichnung Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun. Der Ort wird immer aufgrund der Bindung der ausgezeichneten Person ausgewählt. Auf Waschkut fiel die Wahl schon zum vierten Mal. Ein weiterer Grund zum Feiern war das 30-jährige Gründungsjubiläum des Komitatsverbandes.
Am frühen Nachmittag erwartete die Waschkuter Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung die Gäste zu einer deutschsprachigen Messe mit Blasmusik, zelebriert von den Pfarrern Matthias Schindler und Tibor Szűcs. Im Anschluss erwartete die örtliche Anton Kraul Blaskapelle mit Musik das Publikum im Veranstaltungsraum.
Die Messe wurde von Matthias Schindler und Tibor Szűcs zelebriertHeilige Messe mit Blasmusik
Das kulturelle Programm begann mit dem gemeinsamen Singen der Hymnen. Bürgermeister Zoltán Alszegi und Csaba Vörös, Vorsitzender der örtlichen deutschen Selbstverwaltung, begrüßten die von weit und nah angereisten Zuschauer als Gastgeber. Josef Manz, Vorsitzender des Komitatsverbandes, eröffnete die Veranstaltung.
Zoltán AlszegiCsaba VörösJosef Manz
Als Auftakt spielte die Anton Kraul Blaskapelle unter der Leitung von György Huzsvay ungarndeutsche Melodien. Der Singkreis des Vereins der Waschkuter Deutschen unter der Leitung von Eva Huber brachte mit der „Hymne der Batschka”, Kehr ich einst zur Heimat wieder, auch das Publikum zum Singen. Begleitet wurden sie auf Knopfharmonika von Hans Knipf.
Die Anton Kraul BlaskapelleDer Singkreis des Vereins der Waschkuter Deutschen
Die Kindertanzgruppe des Hartauer Traditionspflegenden Kulturvereins präsentierte unter der Leitung von Andrea Iván Hartauer Kinderspiele und Tänze. Auf Akkordeon spielte Árpád Vértes. Anna Kajtár-Stráhl erzählte dann eine Geschichte von Barbara Péter in Waschkuter Mundart.
Die Kindertanzgruppe des Hartauer Traditionspflegenden KulturvereinsÁrpád Vértes
Die Anwesenden erhielten einen kurzen Einblick in die Geschehnisse der vergangenen 30 Jahren im Leben des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun.
Als Höhepunkt der Veranstaltung wurde die Auszeichnung Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun zum 25. Mal verliehen. Die verdiente Persönlichkeit war diesmal Julia Vörös geb. Bohner, ehemalige langjährige Vorsitzende der Waschkuter Deutschen Selbstverwaltung und ehemaliges Vorstandsmitglied des Verbandes. Frau Vörös ist auch heute sehr aktiv im Leben des ungarndeutschen Dorfes. Ihre Würdigung ist am Ende des Berichts zu lesen.
Julia Vörös erhielt 2025 die Auszeichnung „Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun”
Der Chor Heidenröschen aus Katschmar unter der Leitung von Ildikó Nagy und Erzsébet Gulyás-Gyetvai sangen ungarndeutsche Lieder, und zu Ehren der Ausgezeichneten den Irischen Segen. Sonja Kubatov trug danach eine Mundartgeschichte von Barbara Péter vor. Als Abschluss des Kulturprogramms trat die Waschkuter Ungarndeutsche Traditionspflegende Tanzgruppe unter der Leitung von Rita Krix auf die Bühne. Ihre Produktion begleitete die Waschkuter Blaskapelle.
Josef Manz hob in seinen Schlussgedanken die Wichtigkeit der parlamentarischen Vertretung hervor.
Wir danken Aliz Munding und Balázs Engi für die gekonnte Moderation.
Andrea Knoll-Bakonyi
Anna Kajtár-StráhlSonja KubatovAliz Munding und Balázs EngiDer Chor HeidenröschenDie Waschkuter Ungarndeutsche Traditionspflegende Tanzgruppe
Laudatio auf Julia Vörös „Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun“
Julia Vörös geborene Bohner lebt seit ihrer Geburt in ihrem Heimatdorf Waschkut. Ihre schwäbischen Wurzeln brachte sie von zu Hause mit. Sie arbeitete lange Jahre als Leiterin des Postamtes im Dorf, ab den 90er Jahren wurde sie Unternehmerin.
Ihr ganzes Leben lang stand sie stolz zu ihrer Zugehörigkeit zum Ungarndeutschtum und widmete ihre Freizeit vollständig der Bewahrung des Waschkuter schwäbischen Dialekts, der Pflege der örtlichen schwäbischen Traditionen und dem Zusammenhalt der in der Gemeinde lebenden Ungarndeutschen.
Julia Vörös
Eines der ersten Ansiedlungsdenkmäler wurde 1993 in Waschkut errichtet, an dessen Gestaltung sie ebenfalls beteiligt war.
Sie war maßgeblich am Zustandekommen der ersten Deutschen Minderheitenselbstverwaltung im Jahre 1994 beteiligt und arbeitete anschließend zwölf Jahre lang als Vorsitzende und weitere acht Jahre als Abgeordnete der Nationalitätenselbstverwaltung. Unter ihrer Leitung konnte das kulturelle Leben in Waschkut aufrechterhalten werden. Sie arbeitete eifrig daran, dass die Deutsche Selbstverwaltung ein geeignetes Büro erhält, sowie trug tatkräftig dazu bei, der Anton Kraul Blasmusikkapelle einen Proberaum zu schaffen. Sie initiierte zahlreiche Veranstaltungen und Gedenkfeiern, an deren Verwirklichung sie auch mitwirkte. Sie ließ Wegkreuze renovieren, damit die religiösen Denkmäler weiterhin erhalten bleiben.
Auch heute ist sie noch bei der Pflege der deutschsprachigen Partnerschaften der Gemeinde sowie der Kulturgruppen aktiv tätig. Sie nimmt regelmäßig an den Nationalitätentagen im Kindergarten und in der Grundschule teil, sie kocht mit den Kindern traditionelle schwäbische Speisen, wobei sie auch über die Traditionen erzählt.
Auf Komitatsebene war sie ebenfalls engagiert. So war sie in der ersten, zugleich auch bedeutendsten Wahlperiode Vorstandsmitglied im Verband der Deutschen Minderheitenselbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun, als die Grundsteine des Verbandes gelegt wurden.
Mit ihrer Mitwirkung konnten mehrere ungarndeutsche Vorentscheide des Nationalitätenjugendfestivals auf Komitatsebene in Waschkut veranstaltet werden.
Auch gegenwärtig setzt sie sich aktiv für die Nationalitätenangelegenheiten ein. Sie unterstützt die Deutsche Selbstverwaltung und die Vereine mit ihren Ratschlägen.
Die Bewahrung des Waschkuter Dialekts ist ihr besonderes Anliegen. So nahm sie 2022 in Vertretung von Waschkut mit einem Mundartvortrag an der Veranstaltung Ret‘wi tr ham in Nadwar teil.
Für ihre beispielhafte Tätigkeit wird Julia Vörös vom Verband der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats die Auszeichnung Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun verliehen.
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Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum) gab auch heuer den Blickpunkt-Wandkalender heraus, welcher eine Auswahl aus den eingesandten Fotos des Wettbewerbs der Bilder enthält.
Der Blickpunkt-Wandkalender für 2026 beinhaltet vier Archivbilder und acht Fotos bzw. zwei Postkarten.
Der Blickpunkt Tischkalender ist schon ebenfalls erhältlich: Das Zentrum stellte auch dieses Jahr einen Tischkalender für die 52 Wochen des nächsten Jahres herausgeben. Dieser enthält nicht nur Fotos der Endrunde, sondern auch Werke aus dem ganzen Wettbewerb.
Informationen zur Bestellung:
Die Kalender können im Haus der Ungarndeutschen (1062 Budapest, Lendvay u. 22.) nur nach vorheriger Vereinbarung (+36-1-373-0933; info@zentrum.hu) erworben werden, oder wir schicken ihn Ihnen per Post oder Foxpost zu.
Wenn der Kalender geliefert werden soll, brauchen wir folgende Informationen von Ihnen:
Eine Erklärung, ob Sie Ihre Bestellung per Post oder Foxpost erhalten möchten;
Name;
Postadresse evtl. der gewünschte MPL- bzw. Foxpost-Automat oder PostaPont;
Rechnungsadresse (falls es nicht mit der Lieferadresse identisch ist);
Zahlen können Sie bei persönlicher Übernahme mit Bargeld, im anderen Fall per Überweisung. Die weiteren Informationen erhalten Sie von uns per E-Mail. Ihre persönlichen Daten werden nur bei der Ausfüllung der Paketscheine benutzt, damit die Übernahme der Lieferung reibungslos abgewickelt werden kann.
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Studienreise der Gewinner der ungarndeutschen Landeswettbewerbe nach Baden-Württemberg
Hier folgt der traditionelle Bericht der SchülerInnen, die als Belohnung für ihr Fleiß und den errungenen vornehmen Plätzen an Landeswettbewerben der Nationalitätengrundschulen und -gymnasien an einer Deutschlandreise teilnehmen konnten. Die Reise wurde auch dieses Jahr von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) organisiert und durch das Bundesministerium des Innern (BMI) sowie das Ministerpräsidentenamt gefördert.
„Nach dem Reisetag mit einem bequemen Bus sind wir am Abend in Weil der Stadt im Bundesland Baden-Württemberg angekommen. Unseren ersten richtigen Tag haben wir gestartet, indem wir den Ort unserer Unterkunft erkundeten. Neben einer interessanten Präsentation über die Ortschaft vom Bürgermeister Christian Walter, konnten wir an einer bereichernden Stadtführung durch Weil der Stadt teilnehmen. Als Kulturschock mussten wir jedoch feststellen, dass hier die Geschäfte zwischen 13 und 14 Uhr zuhaben. Zu Mittag wurden uns köstliche Maultaschen – eine hiesige Spezialität – vom ehemaligen Bürgermeister, Hans-Josef Straub serviert. Während des Mittagessens erzählte er ausführlich über seine Zuneigung zu Ungarn und über das fast 300 Jahre alte Gasthaus „Rössle”, wo wir gerade gastierten. Am Nachmittag begaben wir uns dann zur Ritter-Sport-Schokowerkstatt, wo wir die Möglichkeit hatten, unsere ganz persönlichen Tafeln zu kreieren. Den Tag beendeten wir mit dem Film 22 Bahnen, den wir im Kino von Weil der Stadt anschauten. Die vielen verschiedenen Gefühle, die der Film in uns hinterließ, konnten wir nachher auch besprechen.”
„Am nächsten Tag unserer Reise besuchten wir zuerst die Stadt Marbach am Neckar. Im Rahmen einer Stadtführung schauten wir uns das Geburtshaus von Friedrich Schiller, die Alexanderkirche und das Rathaus an. Der Stadtführung folgte ein leckeres Mittagessen in Backnang: Wiener Schnitzel mit Pommes und Nockerln! Nach dem Mittagessen kam es zum Höhepunkt unseres Tages, zum Besuch des örtlichen ungarndeutschen Heimatmuseums, wo wir in die alten Zeiten zurückgeführt wurden.
Dank unseres Fremdenführers, Klaus Loderer, konnten wir uns in die verschiedenen Aspekte der ungarndeutschen Lebensweise vertiefen: Die Anfänge, Berufe, Wohnen und Traditionen wurden ausführlich dargestellt. Authentische Trachten, viele alte Werkzeuge und einen Wagen aus der Zeit der Vertreibung konnten wir besichtigen, die die Geschichte vieler Generationen von Ungarndeutschen miterlebten und bewahrten. Diese Gegenstände schaffen eine zeitübergreifende Verbindung zu den ungarndeutschen Vorfahren und gaben uns die Möglichkeit, uns in Gedanken und Gefühlen mit unseren Wurzeln zu verbinden.
Nach diesem Erlebnis setzten wir unsere Reise mit einer spannenden Stadtrallye fort, durch die wir Backnang entdeckten und unsere Kreativität zeigen konnten. Die Aufgabenlösungen und die lustigen Bilder, die wir in Gruppen machten, sahen wir uns nach dem Abendessen an. Den Tag beendeten wir mit Singen und Tanzen, natürlich auf ungarndeutsche Weise!”
Luca Szikszai, Henrik Radnai, Emma Koczor, Johanna Koczor, Árpád Vértes
„Den 22. Oktober verbrachten wir in Gerlingen. Zuerst führte uns Herr Schweizer durch die Stadt. Wir besichtigten das ehemalige und das neue Rathaus und verschiedene andere Gebäude. Danach gingen wir in das Stadtmuseum, wo wir die wunderschöne ungarndeutsche Ausstellung bewundern durften. Nachher hatten wir die Möglichkeit, Herrn Reitinger, einen Zeitzeugen der Vertreibung der Ungarndeutschen kennenzulernen und mit ihm ein Gespräch zu führen. Er erzählte uns über seine traurigen Erinnerungen aus dieser Zeit.
Nach einer leckeren Pizza zeigten die Mitglieder des Jugendgemeinderates in Gerlingen uns ihr Jugendhaus, wo wir auch die Organisation selbst kennenlernen konnten. Das Jugendhaus war sehr interessant, wir verschiedene Spiele ausprobierten. Jeder fand was für sich: einige spielten Billard, Gesellschaftsspiele oder musizierten. Wir verbrachten da eine gute Zeit. Danach fuhren wir mit dem Bus zurück nach Weil der Stadt, wo wir ein bisschen Zeit mit dem Kaufen von Geschenken für die Familie verbrachten. Am Abend hatten wir ein sehr interessantes Gespräch über Identitätsfragen und über das Ungarndeutschtum. Alle hatten was zu sagen, es wurde intensiv diskutiert, das Gespräch wurde bis in die Nacht weitergeführt.”
Hanna Meinzinger, Barnabás Ádám, Attila Békési, Kinga Csokona, Léna Kovács, Vanda Wágner
„Den Donnerstag, den 23. Oktober, verbrachten wir in Stuttgart. Erstens waren wir im Porsche-Museum, wo wir viele Neuigkeiten über die Marke erfuhren. Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg Richtung Landtag von Baden-Württemberg, dort wurden wir durchs Gebäude geführt, einige konnten – aus Spiel – mit ihrer politischen Laufbahn anfangen. Wir wählten sogar unsere eigene Regierung! Nach diesem spannenden Programm bekamen wir ungefähr zwei Stunden Freizeit, die wir in der Fußgängerzone von Stuttgart verbringen konnten. Als wir zurückkamen, erwartete uns nach dem Abendessen ein tolles und lustiges Quiz im Zusammenhang mit den Programmen der Woche.”
Léna Virth, Krisztián Barta, Kira Hergert, Péter Karkus, Franciska Radnai
„Am letzten Tag vor der Abreise ging es für uns in den Europa-Park nach Rust. Dieser Park hat insgesamt zehnmal die Auszeichnung „Bester Freizeitpark der Welt“ erhalten. Schon bei der Hinreise herrschte gute Laune, das tägliche Singen im Bus durfte natürlich auch nicht fehlen. Als wir dann ankamen, teilten wir uns in kleine Gruppen auf und alle durften hingehen, wohin sie wollten. Der Park war sehr schön, er war in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt, die an die unterschiedlichsten Länder Europas angelehnt sind. An Attraktionen gab es auch keinen Mangel. Unserer Meinung nach war der Voltron Nevera die spaßigste Achterbahn. Sie ist eine der neuesten Bahnen des Europa-Parks. Diese 2024 eröffnete Bahn ist mit sieben Inversionen nicht nur voller Action, sondern ist der „Launch-Coaster” mit den meisten Überkopf-Elementen der Welt. Tagsüber füllten wir noch ein spannendes Quiz über den Europa-Park aus, wo wir viel Interessantes erfahren konnten. Der Tag wurde dann noch mit einem Karaoke-Abend abgerundet.”
Lőrinc Zsebők, Zsófia Barna, Péter Börcsök, Gergő Sillmann, Ingrid Werner
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Dieses Jahr wählten wir, also das Team des Vereins für Ungarndeutsche Kinder (VUK), einen neuen Ort für unser traditionelles Familienwochenende, wo uns das nette Personal des Fried Schlosshotels verwöhnte. Fünfzehn Familien aus dem ganzen Land waren in Simonsturm/Simontornya mit dabei, um an verschiedenen gemeinsamen und dem Alter nach getrennten Beschäftigungen teilzunehmen. Auf dem Programm standen ein Kennenlernabend, ein Erfahrungsaustausch über die alltäglichen Herausforderungen und Hilfestellung zur zweisprachigen Kindererziehung, Förder- und Sprachspiele, Bastelstunden, Familienwettbewerbe zum spielerischen Entdecken des Ungarndeutschtums, Gesellschaftsspiele, die unvergesslichen Werwolf-Runden und die großartige zweisprachige Vorstellung Zauberfisch vom Puppentheater Álomzug Társulás.
Das eine Ziel war, den neu dazugestoßenen und den bereits einander gut kennenden Familien anhand von reichhaltigen Beschäftigungen und Aktivitäten neue Bekanntschaften und Freundschaften möglich zu machen, andererseits ungarndeutsche Inhalte, Sprachpflege und die Wahrnehmung der gemeinsamen Wurzeln sowohl den Eltern als auch den Kindern bewusst zu machen.
Nach dem Ende des Programms wurden zwei Familien über ihre diesjährigen Erfahrungen gefragt.
Die Familie Nagy-Papp war schon mehrmals Gast unserer Veranstaltung für Familien. Die Mutter, Tímea Nagy-Papp, wurde über ihre Motivation und Erfahrungen befragt:
-Ihr habt schon mehrmals am VUK-Familienwochenende teilgenommen, was führt euch zu dieser Veranstaltung? -Wir waren schon dreimal dabei, es hat uns sehr gut gefallen, auch in den früheren Jahren. Ich habe über diese Möglichkeit zuerst von der Familie meines Mannes gehört. Die Besprechungen mit anderen Eltern über die zweisprachige Erziehung war sehr praxisorientiert. Es ist auch gut, solche Familien, wie wir, also „schwäbische“ (ungarndeutsche) Familien, die auch die Traditionen pflegen bzw. ihre Kinder zweisprachig erziehen, kennenzulernen und neue Bekanntschaften zu schließen. Hier können wir uns nicht nur erholen, sondern auch praktische Dinge lernen. Es ist auch für die Kinder interessant, weil es gute Programme gibt, bei denen sie Deutsch sprechen, Lieder lernen und ungarndeutsche Traditionen kennenlernen. Auch neue Kontakte können geknüpft werden. Die Beschäftigungen sprechen nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern an. Das finde ich sehr nützlich.
– Was für Änderungsvorschläge habt ihr? Was würdet ihr euch noch wünschen? – Für unsere Familie, kann ich sagen, war alles gut so, wie es gestaltet wurde, das Wochenende hat uns sehr gefallen. Wir sind vollkommen zufrieden. Es gibt immer verschiedene Programme für die kleineren Kinder, wieder andere für die größeren und auch für die Eltern.
– Konntet ihr auch konkrete Tipps für Zuhause mitnehmen? – Wir haben eine Liste bekommen, worauf ganz gute Ideen erwähnt wurden: diverse Spiele und etliche Aktivitäten, wobei die deutsche Sprache auf natürliche Weise benutzt werden kann. Diese Sammlung werden wir sicher verwenden.
– Inwieweit hat euch das VUK-Familienwochenende bei der zweisprachigen bzw. multikulturellen Erziehung unterstützt? -Wir haben darin auf jeden Fall eine Bestärkung bekommen. Für mich gab es einen interessanten Moment. In unserer Familie mit drei Kindern ist es nämlich so, dass mein Mann für die zweite, also die deutsche Sprache verantwortlich ist. Er spricht besser Deutsch als ich, d. h. er spricht mit den Kindern deutsch und ich meistens ungarisch. Als unsere älteste Tochter noch klein war, hat mein Mann sehr viel gearbeitet, deshalb haben sie sehr wenig Zeit miteinander verbracht und so hat sie von der zweisprachigen Erziehung nicht besonders viel mitbekommen, nur die Kleineren. Sie sprechen wir auf Deutsch an, aber unsere Große auf Ungarisch. Am VUK-Familienwochenende haben wir dann gehört, dass es Familien gibt, die nicht von Anfang an, sondern erst später mit der zweisprachigen Erziehung begonnen haben. Ihrer war eine ähnliche Story wie unsere. Uns wurde bewusst, dass es auch jetzt noch hilfreich sein kann, mit unserer großen Tochter Deutsch zu sprechen und damit haben wir jetzt auch begonnen.”
– Jetzt also direkt nach dem VUK-Familienwochenende? – Eigentlich ja.
– Dann war das eine Inspiration für euch. – Ja, das war es. Eine Bestärkung, dass auch ein Spätanfang möglich ist.
– Das ist für den Verein ein großer Erfolg, dass das VUK-Familienwochenende so eine Auswirkung auf euer Familienleben hatte. Das freut uns sehr und nur so weiter! Vielen Dank für das Gespräch.
Die Familie Mellwig-Hentschel aus Baje/Baja kam mit ihrem jüngsten Sohn (15) zum ersten Mal zum VUK-Familienwochenende. Anne Hentschel beantwortete die ihr gestellten Fragen:
– Wie habt ihr euch für die Teilnahme am VUK-Familienwochenende entschieden? – Wir haben eine Einladung von einer Bekannten bekommen und obwohl wir keine Ungarndeutsche sind, dafür aber neu in Ungarn, wollten wir die Möglichkeit nutzen, Land und Leute auch auf diese Art kennenzulernen.
– Was hat euch besonders gut gefallen oder angesprochen? – Der Familienwettbewerb im Freien mit den einfachen und lustigen Spielen, die haben uns so viel Spaß gemacht. Ich fand die Gruppe fantastisch, es waren ganz tolle Menschen dabei. Ich fand auch die Flexibilität des Restaurants großartig und dass uns die Sehenswürdigkeiten vor Ort gezeigt wurden.
– Was habt ihr von den Ungarndeutschen wahrgenommen oder neu erfahren? – Also für mich war die zweisprachige Erziehung neu, die Schwierigkeiten, die man da haben kann, das fand ich spannend. Es war auch beeindruckend, dass alle Teilnehmer fließend Deutsch und Ungarisch sprechen, also zwei schwierige Sprachen, die sich sehr voneinander unterscheiden.
– Was war euer Gesamteindruck? – Ich fand es sehr eindrucksvoll, mit wie viel Liebe, Zeit und Gedanken dieses Wochenende gestaltet wurde, man hat das einfach am ganzen Programm gespürt. Die Veranstaltung war sehr einladend, willkommen heißend, einfach schön.
-Vielen Dank für die positive Rückmeldung. Es freut uns, dass ihr euch wohlgefühlt habt.
Für die Vorbereitung und Abwicklung verantwortlich waren die Vorstandsmitglieder des Vereins: Katalin Ruff, Gábor Werner, Bernadett Földi und Klarissza Kapitány, weiterhin die Jugendleiter Lilla Buják, Barbara Werner, Anna Lisa Sillmann und Büroleiterin Susanne Mescha. Das Programm wurde durch die großzügige Unterstützung des Bundesministeriums des Innern (BMI) gefördert.
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Am 25. November wurden in Fünfkirchen am Denkmal für die in die Sowjetunion Verschleppten der Opfer der vor 81 Jahren begonnenen Zwangsarbeitsdeportationen der Ungarndeutschen gedacht. Die Gedenkfeier wurde vom Nationalitätenkreis der Ungarndeutschen in Fünfkirchen-Branau organisiert, der diesmal Ibolya Hock-Englender mit der Gedenkrede beauftragte.
In ihrer bewegenden und zugleich erhebenden Ansprache betonte die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, dass die Vertreibung und Verschleppung der Ungarndeutschen eine historische Wunde sei, die vielleicht durch Versöhnung gemildert, jedoch nicht vergessen werden könne und dürfe. Sie erinnerte daran, dass vor 81 Jahren jene Züge abfuhren, die unschuldige Menschen zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion brachten – Züge, die bis heute ein Symbol für Vergeltung und ungerechtes Leid sind.
Sie hob hervor, dass wir die Schrecken der Vergangenheit – die Grausamkeit des Lagerlebens, die Entbehrungen, Krankheiten und die Zerreißung der Familien – auch Generationen später auszusprechen verpflichtet sind, da die Überlebenden jahrzehntelang nicht darüber sprechen durften. Sie fügte hinzu, wie wichtig es sei, dass das Gedenken nicht nur an festlichen Anlässen stattfinde, sondern sich auch darin widerspiegele, wie die Nachkommen ihre ungarndeutsche Identität leben und bekennen.
Sie machte deutlich, dass diese Identität heute kein selbstverständlich vererbtes Gut mehr ist, sondern eine bewusste Entscheidung, deren Pflege die Verantwortung der Familien, der Institutionen und der gesamten Gemeinschaft ist. Sie unterstrich, dass wir unseren Vorfahren für all das, was sie aufgrund ihrer Herkunft erleiden mussten, etwas schulden – und dass wir diese Schuld nur einlösen können, wenn wir mutig und konsequent für die Sprache, Kultur und Werte unserer Gemeinschaft eintreten.
Die Würde der mit einer Kranzniederlegung verbundenen Gedenkfeier wurde durch das Programm der Schülerinnen und Schüler des deutschen Nationalitätenklassenzuges des Klara-Leőwey-Gymnasiums in Fünfkirchen weiter erhöht, die mit Gedichten und Auszügen aus zeitgenössischen Dokumenten zur feierlichen Atmosphäre beitrugen.
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Das hier empfohlene Werk blickt auf die vier Jahrzehnte lange, vorbildliche Tätigkeit der Ungarndeutschen Blaskapelle von Taath zurück. Das Buch beginnt mit dem Grußwort vom Bürgermeister Lajos Turi, das die Leser in persönlichem Ton in die reiche Geschichte der Kapelle einführt und auf ihre Wichtigkeit für die örtliche Gemeinschaft hinweist.
Im Anschluss wird deren Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart dargestellt. Wir erfahren, dass die Kapelle am 1. Oktober 1985 gegründet wurde und dass seit dem Beginn Dirigent Wilhelm Bulhardt eine prägende Rolle spielte: Er arrangierte die in alten Noten überlieferten Melodien neu und passte sie dem Klangbild des 27-köpfigen Ensembles an.
Das Buch listet die im Laufe der Jahre gewonnenen Auszeichnungen auf, stellt die künstlerischen Leiter, die Dirigenten und die Vorsitzenden vor und würdigt die Gründungsmitglieder der Blaskapelle. Es widmet sich auch der Vereinstätigkeit, den früheren und aktuellen Musikern und zeigt detailliert, welche Instrumente sie spielten.
Des Weiteren stehen die heutigen Kapellenmitglieder im Mittelpunkt, und uns wird ein Überblick über die wichtigsten Auftritte und Ereignisse im Inland gegeben. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch den internationalen Events: In den vergangenen vier Jahrzehnten trat die Kapelle mehrmals in Deutschland, Österreich, Finnland, Rumänien, Italien, der Slowakei, auf Malta und in Kroatien auf. Zudem empfing sie Freunde aus verschiedenen Ländern und gab so gemeinsame Konzerte mit Ensembles aus Kanada, Frankreich, Dänemark, Deutschland, Österreich, Belgien, Australien, England, Norwegen, der Schweiz und den USA.
Einer der wertvollsten Teile des Buches ist das Kapitel 40 év képekben, újságcikkekben, hang- és videófelvételeken (40 Jahre in Bildern, Zeitungsartikeln sowie Ton- und Videoaufnahmen). Dieser Abschnitt dokumentiert anhand von reichhaltigen visuellen und schriftlichen Materialien die wichtigsten Momente, Auslandsreisen, Auftritte und Erlebnisse der Kapelle. Dank moderner Technologie können die Leser via QR-Codes auch in Konzertaufnahmen hineinhören und erhalten so einen besonders lebendigen Zugang zur Vergangenheit und Gegenwart der Musiker.
Der Band verbindet auf besondere Art und Weise die Werte der Vergangenheit mit den Möglichkeiten moderner Technologie und bringt damit die Geschichte der Taather Kapelle den Lesern noch näher. Aufgrund seines gut zugänglichen und zugleich unterhaltsamen Inhaltes empfehlen wir das Buch Jung und Alt gleichermaßen.
40 éve szól a fúvószene Táton 1985-2025 (Seit 40 Jahren erklingt Blasmusik in Taath 1985-2025) Zusammengestellt von: Károly Rózsavölgyi Tát: Tát Város Önkormányzata, 2025 224 Seiten Sprache: Ungarisch
Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich. Weitere Informationen: info@bibliothek.hu Webseite: www.bibliothek.hu
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Erfahrene und neue Jugendleiter trafen sich in Litowr/Liptód
Siebzehn Jugendleiter verbrachten mit vier LeiterInnen des Vereins für Ungarndeutsche Kinder (VUK) Ende Oktober ein langes Wochenende im Jómadár Camp in Litowr. Das Ziel war, aus den neuen und erfahrenen Teilnehmern anhand von vielfältigen Beschäftigungen und Aktivitäten ein gut gelauntes, zusammenhaltendes Team zu schmieden.
Gespräch darüber, wie ein Jugendleiter sein soll
Im Programm standen u. a Kennenlern- und Teambuilding-Spiele, Kennenlernen der Spielmöglichkeiten des Methodenkoffers, Entdeckung der Ortschaft im Rahmen einer Dorfrallye, Bastelrunde, Strudelziehen, des Weiteren Workshops zu den Themen Gemeinnützige Arbeit, Tradition und Modernisierung, Wie ist ein idealer Jugendleiter? – Selbsterkenntnis, Grenzensetzen und Selbstentwicklungsmöglichkeiten, Lern unseren Verein kennen! bzw. Kooperation und Zusammenarbeit.
Bastelstunde
Hier sind die Rückmeldungen einiger Teilnehmer zu lesen, die für sich sprechen:
Ich war zum ersten Mal dabei und habe mich sehr willkommen gefühlt. Die verschiedenen Workshops haben mir geholfen, mein Wissen im Bereich der Pädagogik zu erweitern. Die kreativen Spiele, die die Jugendleiter mitgebracht haben, waren eine schöne Abwechslung zum Alltag. – Lena Beck-Faubl
Gruppenspiel
Wir haben uns auch an dieser Jugendleiterbildung wohlgefühlt. Schon nach den ersten Programmen entwickelte sich der Teamgeist der Gruppe. Die Werwolfrunden durften auch diesmal nicht fehlen. Programme über Traditionspflege waren auch dabei. Unter anderen waren wir in der Kirche und im Heimatmuseum. Am Samstagnachmittag konnten wir das Strudelziehen ausprobieren. Alles in allem fanden wir, dass es eine sehr gute Erfahrung war. – Lilla Buják und Ingrid Werner
Sammlung von Informationen über VUK
Das war meine erste Jugendleiterbildung hier in Litowr. Ich habe mich sehr wohlgefühlt. Es gab viele Programme, die mir Spaß machten: Dorfrallye, Steinmalerei, Teambuilding-Spiele. Wir bekamen eine fantastische Verpflegung, nahmen an den Workshops im Kulturhaus teil und spielten in den Abendstunden sehr viel Werwolf. Ich freue mich schon auf die nächste Jugendleiterbildung im Frühling. – Marcel Brands
Was mir an dieser Jugendleiterbildung besonders gut gefallen hat, waren die wunderbare Auswahl an Programmen und Aktivitäten sowie die neuen, wunderbaren Gesichter, die zu uns gestoßen sind. Die Stimmung war durchwegs großartig, und ich lade andere dazu ein, sich uns anzuschließen, um gemeinsam etwas Besseres für die Zukunft zu schaffen. – Botond Koprivanecz
Vielen Dank an VUK-Vorstandsmitglieder Katalin Ruff, Gábor Werner, Bernadett Földi und Büroleiterin Susanne Mescha für die Organisation und Abwicklung dieses produktiven und interessanten Wochenendes und auch ein Dankeschön für die großzügige Unterstützung an das Bundesministeriums des Innern (BMI).
„Rolle, rolle den Strudel ein”Strudelziehen – die ExpertenGruppenarbeitGruppenarbeitGruppenarbeitMehr über den Verein erfahren
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8. Wilhelm Knabel Tagung in Bonnhard
Workshop mit Maria Frey
Am 18. und 19. November fand an unserer Schule, dem Evangelischen Gymnasium und der Grundschule Sándor Petőfi in Bonnhard/Bonyhád, die achte Wilhelm Knabel Tagung statt, die erneut zahlreiche PädagogInnen, SchülerInnen sowie Fachleute der ungarndeutschen Nationalitätenbildung zusammenbrachte. Die zweitägige Fachkonferenz bot ein abwechslungsreiches Programm mit praxisnahen Workshops und inspirierenden Vorträgen.
Der erste Tag war der Jugend gewidmet: Unter der Leitung von Maria Frey vertieften Grundschüler und Gymnasiasten ihre sprachlichen und kulturellen Kompetenzen durch spielerische und kreative Aktivitäten.
Am Vormittag des zweiten Tages nahmen Studierende der Universität zu Fünfkirchen/Pécs an Hospitationen in unserer Schule und im Kindergarten Wetterhahn teil. Nachher organisierten wir im Talboden Museum einen fachlichen Workshop für sie.
Bei der offiziellen Eröffnung der Konferenz begrüßten wir unsere Gäste, darauf folgte ein Vortrag von Zoltán Macsek über die Rolle und Besonderheiten des Deutschunterrichts im ungarischen Bildungssystem zwischen den beiden Weltkriegen.
Zoltán Macsek
In der Kaffeepause konnten die Teilnehmenden die Wanderausstellung mit Werken des für Schüler von Nationalitätenschulen ausgeschriebenen Zeichen- und Fotowettbewerbs besichtigen, die als ein besonders interessanter Programmpunkt den Nachmittag bereicherte.
Während der Sektionseinheiten erwarteten zwei Workshops die PädagogInnen. In der Sektion für den Kindergarten und die Unterstufe zeigte Bianka Faluhelyi, Lehrerin an der Bohler Grundschule, wie man Kindern die Volkskultur der Ungarndeutschen spielerisch näherbringen kann. In der Sektion für die Oberstufe und das Gymnasium sprach Josef Weigert, Direktor des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums, darüber, wie Theaterspiele im Sprachunterricht angewendet werden können.
Workshop mit Josef Weigert
Die Veranstaltung endete mit einem gemütlichen Abendessen. Die TeilnehmerInnen konnten zahlreiche neue Ideen, fachliche Inspirationen und wertvolle Kontakte mit nach Hause nehmen.
TeilnehmerInnen der Tagung
Die Veranstaltung wurde vom Gábor-Bethlen-Fondverwalter des Ministerpräsidiums unterstützt.
Gabriella Herger-Macsek stellvertretende Direktorin Sándor Petőfi Evangelische Grundschule
Mittwoch, 10. Dezember 2025 um 17 Uhr im Haus der Ungarndeutschen (Budapest VI., Lendvay u. 22)
Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum) sowie die Deutsche Selbstverwaltung Budapest organisieren zum Jahresende erneut eine gemeinsame Adventsveranstaltung in fröhlicher Runde. An diesem Abend wird auch das 30-jährige Bestehen der Deutschen Selbstverwaltung Budapest gefeiert!
Eröffnung: Julia Gross, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn Ehrengast: Eva Bajtai- Mayer, ehemalige Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung Budapest
Im Rahmen der Veranstaltung wird auch die Auszeichnung Für das Deutschtum in Budapest 2025 übergeben.
Für die gute Unterhaltung wird Schauspielerin Ildikó Frank sorgen.
WICHTIG! Teilnahme ist kostenlos, aber wegen der begrenzten Zahl der Sitzplätze nur nach vorheriger Anmeldung spätestens bis zum 8. Dezember um 9 Uhr unter: info@zentrum.hu (Registration erfolgt nach Reihenfolge. Es genügt nicht, auf Facebook auf den Teilnahmeknopf zu klicken.)
Organisatoren: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek Deutsche Selbstverwaltung Budapest
Förderer der Veranstaltung: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)
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Blickpunkt 2025 ging zu Ende
Immer wieder wird betont, dass Blickpunkt mehr ist als ein Wettbewerb. Er ist auch ein Gemeinschaftsprojekt, das – mithilfe der Bewerber – einen Einblick in die Gegenwart und Vergangenheit unserer Volksgruppe gewährt. In Bildern festgehaltene Momente zeugen davon, wie die heute Lebenden die Traditionen der Vorfahren bewahren, pflegen und weiterführen, die Archivaufnahmen bringen uns das Leben und den Alltag der Ahnen näher und die Postkarten sind ein Beweis für die Kreativität der Teilnehmer. Die Werke, die nominiert werden – egal ob diese einen Preis gewinnen oder nicht – sind auf der offiziellen Webseite des Wettbewerbs – www.blickpunkt.hu – zu jeder Zeit zu bewundern.
Hiermit bedankt sich der Initiator, das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (kurz: Zentrum) bei den Wettbewerbsteilnehmern, die das Blickpunkt-Archiv Jahr für Jahr bereichern, sowie bei allen, die die hochgeladenen Aufnahmen bewertet haben.
Die Blickpunkt-Jury: Gabriella Jaszmann, László Spengler und Johann Schuth
Gabriella Jaszmann, Referentin für Kultur der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, habe ihre Vergangenheit als Fachfrau für Heimatmuseen nicht leugnen können, verrät sie nach der Jurybesprechung. Sie habe nämlich immer nach Motiven gesucht, die mit dem Gegenständlichen zu tun haben, aber letztendlich hätten ihr diejenigen gefallen, auf denen Personen zu sehen sind, die ihren Bezug zu ihrer Herkunft zeigen. Fotograf László Spengler freute sich darüber, dass bei Blickpunkt verschiedene Altersgruppen vertreten sind, und wies darauf hin, dass das Fotografieren technisch nicht mehr eingeschränkt sei. Heutzutage haben schon sehr viele Menschen gute Handykameras in ihren Taschen, und so braucht man nicht unbedingt teure Fotoapparate, um schöne Fotos zu machen. Seiner Meinung nach sind bei solchen Wettbewerben die kreativen Ideen auch unerlässlich. Für Johann Schuth, den 1. Vorsitzenden des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler, ist immer eine schöne Überraschung, die Fotos der aktuellen Ausschreibung zu sehen. Er hob hervor, dass viele Fotos die Trachten zum Thema haben – dies habe aber auch ihre Berechtigung, da die Volkstracht ein wichtiger Bestandteil unseres Kulturerbes ist, aber er möchte auch auf die Bilder aufmerksam machen, die z. B. das Arbeitsleben der Ungarndeutschen zeigen.
„Ich ermutige alle, das ganze Jahr hindurch mit offenen Augen auf der Suche nach guten Schnapschüssen zu sein, oder nach Ideen für gute eingestellte Fotos zu sammeln bzw. in den Familienarchiven nach alten Schätzen zu suchen, denn die Geschichte von Blickpunkt soll auch 2026 weitergeschrieben werden”, so Zentrum-Direktorin Angelika Erdélyi-Pfiszterer.
〰〰〰〰〰 Selbstverständlich besteht weiterhin die Möglichkeit, die Wanderausstellung mit den Blickpunkt-Finalisten in ihrer Ortschaft vorzustellen. Diesbezüglich kontaktieren Sie das Zentrum-Büro (info@zentrum.hu). Das Zentrum-Team freut sich schon auf die Einladungen von Schulen, Kulturgruppen, Vereinen oder Deutschen Nationalitätenselbstverwaltungen! 〰〰〰〰〰
Förderer: Bethlen Gábor Fondsverwalter des Ministerpräsidiums (NKUL-KP-1-2025/3-000467)• Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen • Zeitschrift Barátság • Neue Zeitung • Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler • Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher • MTVA: Unser Bildschirm, Treffpunkt am Vormittag.
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Foto auf der Hauptseite: Károly Molnár: „Fotografieren wir uns!”
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Dieses von Maria Erb, Margit Schulteisz und János Müller zusammengestellte Buch ist ein kulturelles Zeitdokument, das den immateriellen Schatz der ungarndeutschen Gemeinschaft von Gereschlak/Geresdlak bewahrt und zugleich zum Wiederbeleben einer Singtradition einlädt.
Im Vorwort wird eindrucksvoll geschildert, wie tief das gemeinsame Singen einst im Alltag der Dorfgemeinschaft verwurzelt war – bei der Arbeit auf den Feldern, bei Festen, in den Spinnstuben oder eben auf der Straße. Das Singen verband Generationen, stärkte das Gemeinschaftsgefühl und trug entscheidend zur Erhaltung der deutschen Sprache und Identität bei. Diese Tradition wurde jedoch nach 1945 durch Vertreibung, Diskriminierung und Sprachverbote jäh unterbrochen.
Die Sammlung umfasst sechzig Lieder mit Melodien, einige davon mit Varianten, sowie sieben weitere Texte ohne Noten. Thematisch sind sie in Liebes-, Schicksals-, Jäger- und Natur-, Scherz-, Soldaten- sowie Heimatlieder gegliedert. Die meisten stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden über Generationen mündlich weitergegeben.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Lieder in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre von über achtzigjährigen Frauen in Erinnerung gerufen und überliefert wurden. Von Frauen, die diese jahrzehntelang nicht gesungen hatten, sie jedoch aus dem Gedächtnis wieder zum Leben erweckten. Dadurch entsteht ein einzigartiges Zeugnis des Erinnerungsvermögens einer Gemeinschaft, die ihre Wurzeln trotz widriger Umstände bewahrt hat.
Dieses Buch möchte nicht nur zur Dokumentation des ungarndeutschen Kulturerbes beitragen, sondern die kommenden Generationen dazu motivieren, diese Lieder wieder in das gesellschaftliche und pädagogische Leben einzubringen.
Das liebevoll gestaltete Werk, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet, wird MusikliebhaberInnen, VolkskundlerInnen, PädagogInnen und allen empfohlen, die sich für das kulturelle und musikalische Erbe derUngarndeutschen interessieren.
Lieder aus Gereschlak gesammelt und bearbeitet von Maria Erb, Margit Schulteisz, János Müller Deutsche Selbstverwaltung Gereschlak 2025 98 Seiten Sprache: Deutsch
Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich. Weitere Informationen: info@bibliothek.hu Webseite: www.bibliothek.hu
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Das Ungarndeutsche Pädagogische und Methodische Zentrum (UMZ) hat am 13. und 14. November eine Fortbildung mit dem Schwerpunkt Lesekompetenz für Pädagogen mit Förderung des Ministerpräsidentenamtes an zwei Fortbildungsorten veranstaltet.
Die Fortbildung mit Katrin Nowaczyk, der Referentin des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM), fand in der Grundschule Pál Kinizsi in Großwaschon/Nagyvázsony und im Haus der Ungarndeutschen in Budapest statt.
Lesen ist neben anderen eine sehr wichtige Kompetenz im Sprachenlernen, die ständig entwickelt werden muss, nicht nur in den Sprachstunden, sondern auch in anderen Fächern. Ohne gute Lesefähigkeiten ist das Textverstehen auch problematisch.
Die Referentin hat in der Fortbildung drei Bereiche in den Mittelpunkt gestellt. Zu jedem Bereich hat sie verschiedene Methoden vermittelt.
Als Anfang fasste sie die verschiedenen Satzanfänge kurz zusammen, die zum Sprechen, zur Textbearbeitung und in einem Vortrag benutzt werden können, so z. B. die Vermittlung wichtiger Informationen, die Angabe des Themas, Abschluss, Dank und Fragestellungen und solche Informationen, worauf die Zuhörer besonders achten sollen, wie man beispielsweise Interesse wecken kann. Diese Mustersätze verwendend hat Frau Nowaczyk die drei Bereiche vorgestellt.
Leseflüssigkeit fördern – Mit dem Leseband und Lautlesetandems haben die Teilnehmer Methoden kennengelernt, wie man die Schüler beim flüssigen und automatisierten Lesen für jedes vertiefte Textverständnis unterstützen kann.
Lesestrategie gezielt einsetzen – Der LeseNavigator wurde als effektives Instrument vorgestellt, mit dem die SchülerInnen Sachtexte systematisch erschließen können. Die drei Phasen des Lesens – vor, während und nach dem Lesen – wurden praxisnah vermittelt und durch reziprokes Lesen mit Rollenkarten vertieft.
Formulierungshilfen für mündliche und schriftliche Leistungen – Die Referentin hat zu Zusammenfassungen, Vorträgen und Inhaltswiedergaben mit dem Redekompass konkrete Werkzeuge gegeben, um die SchülerInnen sprachlich zu unterstützen. Die Teilnehmer haben Hinweise auf hilfreiche Materialien wie der Methodenpool des Mercator-Instituts für sprachsensiblen Fachunterricht bekommen.
Alle vorgestellten Methoden wurden ausprobiert und der Vorteil mit Argumenten unterstützt. An dieser interessanten Fortbildung haben die Teilnehmer nicht nur ein fundiertes Wissen, sondern auch viele praktische Impulse für den Unterricht bekommen.
„Diese war eine inhaltsreiche, inspirierende und anspruchsvolle Fortbildung. Ich habe viele Methoden gelernt, die sich auch in der Praxis gut anwenden lassen.“ – ist unter den Rückmeldungen der Teilnehmerinnen zu lesen.
Die Fortbildung wurde vom Ministerpräsidentenamt finanziell unterstützt.
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Vom 27. bis 29. Oktober 2025 unternahm die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) eine dreitägige Busreise durch Ungarn und die Slowakei, um alte Kontakte zu pflegen und neue Begegnungen zu erleben. Auf dem Programm standen Berkina/Berkenye, Sende/Szendehely, Waitzen/Vác, Kremnitz/Körmöcbánya, Blaufuss/Krahule und Schemnitz/Selmecbánya – Orte, die durch Geschichte, Kultur und deutsche Wurzeln miteinander verbunden sind.
In Berkina wurden wir herzlich von Veronika German, Réka Kucsera, Judit Schlenk-Árpás, der Vorsitzenden der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung von Berkina, sowie von Josef Schmidt, dem Leiter des Heimatmuseums, empfangen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen erkundeten wir das Dorf: Wir besichtigten die Kirche, das Heimatmuseum und schließlich auch das ehemalige GJU-Haus, das viele Erinnerungen weckte. Im Kulturhaus erwarteten uns unsere Gastgeber mit Kaffee und Kuchen. Besonders erfreulich war, dass uns auch eine Gruppe junger Menschen begrüßte, die derzeit plant, einen neuen GJU-Freundeskreis in Berkina zu gründen. So kann Berkina künftig wieder Teil des aktiven GJU-Netzwerks werden.
Als besonderes Dankeschön an die Gastgeber überreichte Zsuzsanna Ritzl, Büroleiterin der GJU, Veronika German das Gästebuch des ehemaligen GJU-Hauses – ein Geschenk von großem symbolischem Wert, das viele Einträge und Erinnerungen aus den frühen Jahren der GJU bewahrt.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Sende und einem gemütlichen Abend in Waitzen, wo wir die stimmungsvolle Altstadt erkundeten, führte uns die Reise am nächsten Tag über die Grenze nach Kremnitz. Dort wurden wir herzlich von Hilda Steinhüblová, der Leiterin der Region Hauerland innerhalb des Karpatendeutschen Vereins, begrüßt. Sie begleitete uns auf einer spannenden Stadtführung, gemeinsam mit Viliam Neuschl, der uns viele interessante Geschichten über die Stadt und ihre Geschichte erzählte. Wir besichtigten die historische Münzprägestätte, das Stadtmuseum und zahlreiche beeindruckende Baudenkmäler.
Viliam Neuschl erklärte uns, dass Kremnitz im Mittelalter von deutschen Bergleuten gegründet wurde, die mit ihrem Fachwissen im Bergbau und in der Münzprägung das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt bereicherten. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg kam es hier – anders als in vielen anderen Orten – nur zu wenigen Vertreibungen, da die Bedeutung des Bergbaus für die Region groß blieb. Diese Geschichte und die deutsche Prägung sind bis heute in Kremnitz spürbar.
Auf dem Weg nach Schemnitz machten wir einen kurzen Halt in Blaufuss, einem der wenigen Orte in der Slowakei, in denen auch der deutsche Ortsname offiziell am Ortseingang zu sehen ist. Dieses zweisprachige Schild ist ein sichtbares Zeichen der lebendigen deutschen Traditionen in der Region.
Am Abend erreichten wir Schemnitz, die wohl bekannteste ehemalige Bergbaustadt der Oberungarischen Bergregion. Auch hier spielten die deutschen Siedler eine entscheidende Rolle: Sie gründeten im 18. Jahrhundert die berühmte Königliche Bergakademie, die als älteste montanistische Hochschule der Welt gilt. Bei einem abendlichen Spaziergang durch die wunderschön beleuchtete Altstadt und einem Besuch in der bekannten ERB-Brauerei konnten wir die besondere Atmosphäre der Stadt genießen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.
Nach einem gemeinsamen Frühstück am letzten Tag traten wir die Heimreise nach Ungarn an, erfüllt von vielen neuen Eindrücken, interessanten Gesprächen und dem schönen Gefühl, die GJU-Gemeinschaft wieder ein Stück näher zusammengebracht zu haben. An der Reise nahmen 17 GJU-Mitglieder aus ganz Ungarn teil. Alle waren sich einig, dass die Fahrt nicht nur interessante Einblicke bot, sondern auch eine hervorragende Gelegenheit war, neue Kontakte zu knüpfen und die Gemeinschaft zu stärken.
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Am 12. November wurde im Haus der Ungarndeutschen die Ausstellung „Quadriga“ eröffnet. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie Werke von vier Künstlerinnen – Bernadett Breszkovics, Erzsébet Horváth, Erzsébet Lieber und Zsuzsa Trieb – präsentiert. Zur Vernissage lud das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum) in Zusammenarbeit mit dem Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) ein.
Zentrum-Direktorin Angelika Erdélyi-Pfiszterer sowie Angela Korb, 2. Vorsitzende des VUdAK, betonten in ihren Grußworten die Vielfalt der künstlerischen Sichtweisen und Techniken, die in der Ausstellung nebeneinanderstehen. Besonders hervorgehoben wurde, dass die Ausstellung ideal in die Zeit falle, da Anfang Dezember im Haus der Ungarndeutschen die internationale Veranstaltung „Women of Minorities“ der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) stattfinden wird, für die die präsentierten Werke eine passende ästhetische Ergänzung bieten.
Im Anschluss führte Kunstsachverständiger János Wolfart ein Gespräch mit den beiden anwesenden Künstlerinnen, Erzsébet Lieber und Zsuzsa Trieb. Diese Ausstellung in Budapest unterscheidet sich leicht von der der ersten Station im Lenau Haus in Fünfkirchen/Pécs, da sie um einige Werke erweitert wurde – unter anderem schuf Zsuzsa Trieb ein neues Gemälde speziell für diese Schau.
Erzsébet Lieber sprach über die Grundlagen ihrer digitalen Gemälde, die meist auf eigenen Naturfotografien basieren, welche sie am Computer weiterbearbeitet. Auf die Frage, ob sie bereits mit Künstlicher Intelligenz gearbeitet habe, erklärte sie, dass sie dies nicht grundsätzlich ausschließe, bisher jedoch keine KI verwendet habe. Sie verwies auf ein Gespräch mit dem Sozialpsychologen György Csepeli, der einst behauptet habe, KI sei nicht zu originären Gedanken fähig – mittlerweile jedoch davon ausgehe, dass sie dies eines Tages sein werde.
Besonders hob Lieber ihre Werkserie „Singularität“ hervor, die sich mit Zukunftsvisionen der Menschheit, technologischen Entwicklungen und möglichen Wendepunkten befasst.
Lieber betonte, dass der künstlerische Schaffensprozess für sie ein intuitiver Weg Schritt für Schritt sei, der sich nicht durch fertige KI-Lösungen ersetzen lasse. Jede Entscheidung im Schaffensprozess entstehe aus Impulsen, inneren Bildern oder spontanen Empfindungen. Diesen Prozess wolle sie sich nicht nehmen lassen.
Ein weiteres Thema war ihre frühere Hydro-Installation, bei der Besucher durch Berührung der Wasseroberfläche Licht- und Formeffekte auslösen konnten. Lieber berichtete, dass die Interaktivität dieser Installation großen Anklang gefunden habe. Sie beobachtete sogar, dass die erzeugten Wellen und Lichtformen oft im Zusammenhang mit dem emotionalen Zustand der Besucher standen – dies sei eine überraschende, wenngleich nicht wissenschaftlich belegte Erkenntnis.
Erzsébet Lieber
Für die Zukunft plant Lieber zwei Ausstellungen im kommenden Jahr: eine in der Met-Galerie in Budapest, die andere in Zamárdi, wo ein komplett schwarzer, spiegelnder Raum neue experimentelle Präsentationsformen ermögliche.
Zsuzsa Trieb berichtete, dass sie ursprünglich ein Semester Architektur an der Technischen Universität Budapest studierte – auf Wunsch ihrer Familie, die ihr einen sicheren Beruf ermöglichen wollte. Sehr schnell habe sie jedoch erkannt, dass dies nicht ihr Weg sei. Während dieser Zeit begegnete sie dem Maler József Zalakovács, der sie intensiv auf die Aufnahmeprüfung an der Universität der Bildenden Künste vorbereitete. Dort studierte sie später bei Ádám Kéri, den sie als äußerst unterstützend und fachlich vielseitig beschrieb.
Trieb erzählte von ihrem langjährigen Interesse an Träumen als Inspirationsquelle: Sie verarbeitete sowohl eigene Träume als auch die ihrer Bekannten zu Gemälden. Da ein einziges Bild eine ganze Traumgeschichte widerspiegeln sollte, war stets eine gewisse Modifikation nötig, um die wichtigsten Elemente darin zu vereinen. Diese Arbeitsweise setzte sich später in ihren Collagen fort, in denen Papierfragmente oft selbst den erzählerischen Rahmen vorgaben und surrealistische Szenen entstehen ließen.
Trieb Zsuzsa
Zu ihren aktuellen Plänen gehören vor allem Porträts – insbesondere von ihrem Kind, von dem sie jedes Jahr eines malen möchte. Außerdem sammelt sie Fotografien interessanter Menschen, die sie gerne künstlerisch umsetzen würde, sobald es ihre Zeit zulässt.
Die Eröffnung endete mit einer Reflexion über die Rolle ungarndeutscher Kunst von Angela Korb. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob ungarndeutsche Kunst eine spezifische thematische Ausrichtung brauche oder ob bereits die Identität der Künstler ausreiche, um einen zeitgenössischen, authentischen Ausdruck zu schaffen. Die Schlussbemerkung lautete sinngemäß: Kunst ist Kunst – sie entsteht im Zusammenspiel von Kunstschaffenden und Betrachtenden, und ihre Wertigkeit liegt im offenen Resonanzraum, den sie eröffnet.
Anna Schulteisz
Foto: Ludwig Grund/zentrum.hu
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Organisatoren: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler
Förderer der Veranstaltung: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)
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Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum) gab auch heuer den Blickpunkt-Wandkalender heraus, welcher eine Auswahl aus den eingesandten Fotos des Wettbewerbs der Bilder enthält.
Der Blickpunkt-Wandkalender für 2026 beinhaltet vier Archivbilder und acht Fotos bzw. zwei Postkarten.
Der Blickpunkt Tischkalender kann bereits vorbestellt werden: Das Zentrum wird auch dieses Jahr einen Tischkalender für die 53 Wochen des nächsten Jahres herausgeben. Dieser wird nicht nur Fotos der Endrunde, sondern auch Werke aus dem ganzen Wettbewerb enthalten. Der Tischkalender erscheint Anfang Dezember.
Informationen zur (Vor-)Bestellung:
Die Kalender können im Haus der Ungarndeutschen (1062 Budapest, Lendvay u. 22.) nur nach vorheriger Vereinbarung (+36-1-373-0933; info@zentrum.hu) erworben werden, oder wir schicken ihn Ihnen per Post oder Foxpost zu.
Wenn der Kalender geliefert werden soll, brauchen wir folgende Informationen von Ihnen:
Eine Erklärung, ob Sie Ihre Bestellung per Post oder Foxpost erhalten möchten;
Name;
Postadresse evtl. der gewünschte MPL- bzw. Foxpost-Automat oder PostaPont;
Rechnungsadresse (falls es nicht mit der Lieferadresse identisch ist);
Zahlen können Sie bei persönlicher Übernahme mit Bargeld, im anderen Fall per Überweisung. Die weiteren Informationen erhalten Sie von uns per E-Mail. Ihre persönlichen Daten werden nur bei der Ausfüllung der Paketscheine benutzt, damit die Übernahme der Lieferung reibungslos abgewickelt werden kann.
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Am Samstag, dem 8. November, wurde die 25. Gala der Ungarndeutschen der Region Nord gefeiert. Nach dem Einzug der Kulturgruppen der Gegend und dem Erklingen der ungarischen und der ungarndeutschen Hymne in der Städtischen Sporthalle von Wudersch/Budaörs eröffneten Gewinnerinnen von Rezitations- und Gesangswettbewerben das Festprogramm.
Lilla Gyarmati trug eine Sammlung von Kinderreimen aus ihrem Heimatdorf Werischwar/Pilisvörösvár vor, auch Emma Koczor erzählte eine Geschichte im Dialekt. Der Singvögel-Chor der Zimándy-Schule aus Großturwall/Törökbálint erfreute das Publikum mit einem Liederkranz schwäbischer Melodien . Auf die Bühne traten auch die singenden Zwillinge – Eszter Flóra und Réka Fanni Kovács – aus Niglo/Szigetszentmiklós, die eine Auswahl schwäbischer Volkslieder, darunter Die Uhr hot eins g’schlog’n… mit sich brachten.
Dank des Akkordeonspiels von Anna und ihrem Vater Gábor Pappert erklangen beliebte Melodien wie Du, du liegst mir im Herzen, Nach meiner Heimat, Unsere Ländler und Schloss Polka. Im Laufe des Nachmittags spielte auch die Jugendblaskapelle Wetschesch/Vecsés einen Marsch, einen Walzer und eine Polka.
In seinem Grußwort wies Bürgermeister der Stadt Wudersch, Tamás Wittinghoff, auf die reiche, 1000-jährige Beziehung der Ungarn und Deutschen hin und erinnerte sowohl an die schönen als auch an die traurigen Zeiten der gemeinsamen Geschichte.
Emmerich Ritter, Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender des Gastgebervereins, des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen in Nordungarn (ÉMNÖSZ), fasste in seiner Festrede die 25-jährige Tätigkeit, die Geschichte und die Gegenwart des Verbandes zusammen und dankte allen, die in dem vergangenen Jahrzehnten die Arbeit des Verbandes auf irgendeine Art und Weise unterstützt haben.
Als Höhepunkt der Gala wurde die Auszeichnung Für das Ungarndeutschtum der Region Nord übergeben. Geehrt wurden dieses Jahr Ildikó Winhardt aus Ujfluch/Szigetújfalu, Georg Boros aus Wudersch/Budaörs, der Verein Junger Haraster Schwaben sowie Maria Németh-Gálvölgyi aus Budapest posthum. Ihre Würdigungen sind am Ende des Berichts zu lesen.
Auf diesem Wege gratulieren wir auch den Gymnasiasten, die für ihr Engagement und schulische Leistung ein Stipendium der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Pesth für das Schuljahr 2025/2026 erhalten: Oliver Pass und Lorenz Szonthág (Friedrich Schiller Gymnasium und Schülerwohnheim, Werischwar), Emma Svébis und Ida Simon (Deutsches Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim, Budapest), Andras Rack (Paul Ritsmann Deutsche Nationalitätenschule und Gymnasium, Wiehall-Kleinturwall/Biatorbágy) sowie Blanka Réti (Ady-Endre-Gymnasium, Ratzenmarkt/Ráckeve)
Das mehrstündige Kulturprogramm schloss eine großartige gemeinsame Produktion von vier Chören – dem Blumenstrauss Chor aus Harast/Dunaharaszti, dem Chor des Deutschen Nationalitätengymnasiums Budapest, den Wetschescher Nachtigallen und dem Schaumarer Traditionspflegenden Frauenchor -, drei Blaskapellen – den Kleinturwaller Musikanten, der Haraster Dorfmusik und den Pesther Jugendbläsern – sowie drei Tanzgruppen – dem Werischwarer Heimatwerk, der Sankt Martin Tanzgruppe und dem Verein Junger Haraster Schwaben – ab.
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Für das Ungarndeutschtum der Region Nord 2025“ Laudationen
Ildikó Winhardt (Ujfluch/Szigetújfalu)
Ildikó Winhardt
Ildikó Winhardt stammt aus einer ungarndeutschen Familie aus Ujfluch. Bis 2000 arbeitete sie als Lehrerin für deutsche Nationalitätensprache in der Unterstufe der Grundschule. 1991 war sie Gründungsmitglied des Donauschwäbischen Kulturvereins Ujfluch und ist noch heute als Vizevorsitzende tätigt. Auf ihre Initiative hin entstand die ortsgeschichtliche Sammlung „Palatin Thomas“. Zwanzig Jahre lang sang sie im Chor „Musikfreunde“. 1989 begann sie als Volkstanzlehrerin zu arbeiten. Sie sammelte Lieder, Kinderreime und Spiele aus Ujfluch, die sie später digitalisierte. Ihre Gruppe erhielt beim Landeskindertanzfestival einen Sonderpreis für die authentische schwäbische Aussprache.
Zwischen 1994 und 1998 war sie Abgeordnete der ersten deutschen Selbstverwaltung in Ujfluch, in der folgenden Periode übernahm sie den Vorsitz. Siebzehn Jahre lang leitete sie das Regionalbüro der Region Nord der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Von 2010 bis 2014 war sie Abgeordnete der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Pesth.
2014 ließ sie mit Unterstützung des Nationalkulturfonds Notenhefte für Musikschulen anfertigen, 2017 digitalisierte sie die Feldforschung des deutschen Tanzforschers Kurt Petermann im Bereich ungarndeutscher Volkstanz. Sie verfasste einen Beitrag über die Tätigkeit des Leipziger Volkstanzforsche in Ungarn und arbeitete mehrere Volkstänze tanzfolklorisch auf. Mit dem Titel „Ein jeder muss tanzen…“ organisierte sie eine Tanzhausreihe. Sie ist immer auf der Suche nach den Schätzen der Ungarndeutschen und ist bestrebt, diese von der Vergessenheit zu retten.
Georg Boros (Wudersch/Budaörs)
Georg Boros wurde 1951 in einer ungarndeutschen Familie geboren, in der – bis zum Tod seiner Mutter – ausschließlich Deutsch gesprochen wurde. Er spielte eine aktive Rolle bei der Bewahrung und Wiederherstellung des gebauten Erbes von Wudersch sowie bei der Pflege kirchlicher Traditionen. Seine starke religiöse Verbundenheit half maßgeblich bei der Einholung kirchlicher Genehmigungen und Bewilligungen.
Georg Boros
Seine enge Beziehung zu den älteren Wuderschern schuf von Beginn an eine solide Grundlage für die äußerst erfolgreiche Arbeit der deutschen Selbstverwaltung in der Stadt. Zu seinen wichtigsten Verdiensten zählen die Gründung und der Betrieb des Heimatmuseums, der Wiederaufbau der Kalvarienbergkapelle und der Kreuzwegstationen, die Anfertigung und Aufstellung zweier Statuen, der Wiederaufbau der Steinberg-Kapelle, das erneute Aufhängen der Glocken und die Aufstellung der Statuen, die Renovierung des Alten Friedhofs sowie die Wiederaufführung der Wuderscher Passionsspiele.
Seit seiner Gründung ist Georg Boros Mitglied des Wuderscher Passionsspielvereins, das Passionsspiel selbst ist ihmebenfalls eine Herzensangelegenheit: von Beginn an ist er aktiver Teilnehmer der Aufführungen. Seit über dreißig Jahren ist er ein engagierter Bewahrer des ungarndeutschen Kulturerbes und der Traditionen.
Verein Junger Haraster Schwaben (Harast/Dunaharaszti)
Die Tanzgruppe wurde auf Initiative der damaligen deutschen Selbstverwaltung gegründet und entwickelte sich durch kontinuierliche, zielgerichtete Arbeit zu einem der wichtigsten Träger ungarndeutscher Kultur in Harast. Einerseits liegt ihre Aufgabe in der Bewahrung der örtlichen Volkstanzkultur. Diese spiegelt sich in ihren eigenen Sammlungen und Choreografien wie Deutsche Tänze vom Pester Tiefland, Auf dem Ball, Die Alte Kirchweih, Erntefest, Aus alter Zeii und Burschenweihe. Auch Werke bekannter Choreografen gehören zu ihrem Repertoire. An den Wertungen des Landesrates nahm die Gruppe ständig mit eigenen Zusammenstellungen teil, und erreichte bisher drei Gold- und vier Silberwertungen. Bei den Qualifizierungen des Muharay-Volkstanzverbandes wurde zweimal die Kategorie Gut qualifizierterreicht.
Mitglieder des Vereins Junger Haraster Schwaben
Volkstanz ist auf der Bühne eine Ausstellung, auf dem Parkett gelebte Tradition. In diesem Sinne organisieren die Vereinsmitglieder ungarndeutsche Tanzhäuser für die Schulen in Harast, um den jungen Generationen Volkstänze und Figuren weiterzugeben. Das Ensemble ist zugleich auch ein GJU-Freundeskreis und ist ein aktiver Bestandteil mit eigenen Veranstaltungen in Harast. Vier Mitglieder der Gruppe sind bzw. waren Abgeordnete der örtlichen deutschen Selbstverwaltung. Zehn Jugendliche erhielten das Stipendium der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Pesth, sieben wurden mit dem Valeria-Koch-Preis der LdU ausgezeichnet, und fünf bekamen das Nationalitätenstipendium der Regierung. Von den derzeit zweiundzwanzig aktiven Mitgliedern besuchen oder abiturieren siebzehn am Deutschen Nationalitätengymnasium Budapest oder am zweisprachigen Klassenzug des Kossuth-Lajos-Gymnasiums in Budapest.
Posthum: Maria Németh-Gálvölgyi (Budapest)
Frau Németh-Gálvölgyi war seit 1997 ein prägendes Mitglied der Mindszenty-Schule und half von Anfang an, die katholische Gemeinschaft der Schule aufzubauen. Sie unterrichtete nicht nur, sondern erzog auch, wirkte als ein Vorbild und war mit ganzem Herzen und ganzer Seele im Leben der Kinder, der Kollegen sowie der gesamten Gemeinschaft präsent.
Auch nach ihrer Pensionierung blieb sie der Schule eng verbunden: Sie half immer wieder, gab Ratschläge und ermutigte ihre ehemaligen Kollegen. Als Fachberaterin, Hochschuldozentin und Mentorin begleitete sie zahlreiche Pädagogen auf ihrem beruflichen Weg. Sie hatte stets ein freundliches Wort, ein Lächeln und eine Weisheit bereit.
Sie betreute und leitete die Unterrichtspraktika der Studierenden mit Schwerpunkt Deutsch als Minderheitensprache und deutsche Kultur sowie das pädagogische Seminar des Faches. Durch ihre Fachkompetenz, ihr Wissen und ihre liebenswürdige Persönlichkeit vermittelte sie bleibende Werte, die ihre Studierenden ihr Leben lang begleiten werden.
Auch ihre Tätigkeit am Goethe-Institut belegt ihre außergewöhnliche berufliche Hingabe und Liebe zur Arbeit. Maria war ein Mensch, auf den man sich immer verlassen konnte, an den man sich jederzeit wenden konnte und der nie müde war, anderen zu helfen. Ihre Liebenswürdigkeit, ihr Glaube und ihre Menschlichkeit werden uns für immer fehlen.
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Die Vollversammlung der LdU entschied im Zeichen von Erneuerung und Verjüngung
Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) hielt vom 14. bis 16. November ihre Klausurtagung in Baje, im Ungarndeutschen Bildungszentrum, ab. Als wichtigste Entscheidung des Wochenendes wählte die Vollversammlung die einheitliche ungarndeutsche Landesliste für die Parlamentswahlen 2026. Nachdem Emmerich Ritter offiziell bekanntgegeben hatte, dass er bei der nächsten Parlamentswahl nicht als Spitzenkandidat der Ungarndeutschen antritt, kam Nationalitätenpolitik-Experte Gregor Gallai an die Spitze der Liste.
Der auf der geschlossenen Sitzung am Samstag gefasste Beschluss bedeutet einen Meilenstein für die parlamentarische Vertretung der ungarndeutschen Gemeinschaft: An die Spitze der Liste wurde ein im nationalitätenspezifischen öffentlichen Leben bereits bewährter Fachmann gewählt, der gleichzeitig Kontinuität und Erneuerung verkörpert. Die Botschaft der Vollversammlung ist eindeutig: Die ungarndeutsche Gemeinschaft setzt auf jüngere, gut ausgebildete Fachleute, misst der Vereinbarkeit von moderner Denkweise und Tradition große Bedeutung bei und strebt eine parlamentarische Vertretung an, die auch die junge Generation anzusprechen vermag.
Auf die ersten fünf Plätze der ungarndeutschen Landesliste wurden Gregor Gallai, Ibolya Hock-Englender, Emil Koch, Richard Schneider und Gabor Werner gewählt.
v.l.n.r.: Richard Schneider, Gregor Gallai, Ibolya Hock-Englender, Emil Koch und Gabor Werner
Die Vollversammlung sprach Emmerich Ritter besonderen Dank aus, der die ungarndeutsche Gemeinschaft zwölf Jahre lang im Ungarischen Parlament vertreten hat – zunächst als Sprecher, anschließend zwei Legislaturperioden lang als vollberechtigter Abgeordneter –, und nun auch offiziell ankündigte, dass er nicht mehr antritt. Seine Arbeit trug wesentlich zur Durchsetzung nationalitätenpolitischer Rechte, zur Weiterentwicklung des Fördersystems und zur Stärkung der ungarndeutschen Identität bei. Seine Verdienste wurden von den Teilnehmenden mit langanhaltendem Applaus gewürdigt.
Gregor Gallai und Emmerich Ritter
Strategiebildung, Gemeinschaftspflege, internationale Beziehungen
Die dreitägige Klausurtagung drehte sich jedoch nicht ausschließlich um die Listenaufstellung. Die Teilnehmenden zogen Bilanz über die Ergebnisse der vergangenen Zeit und begannen mit der Planung der Projekte für 2026–27 in den strategischen Bereichen Bildung, Kultur, Jugend, Kommunikation und Nationalitätenpolitik. Darüber hinaus führten sie ein Online-Gespräch mit Jürgen Harich, dem Präsidenten des Weltdachverbandes der Donauschwaben, über mögliche internationale Kooperationen, und stärkten im Rahmen eines Gemeinschaftsabends das ungarndeutsche Zusammengehörigkeitsgefühl und die Identität.
Gemeinschaft, Tradition, Erneuerung und strategisches Denken – das prägte das Wochenende in Baje, das erneut bewiesen hat, dass die ungarndeutsche Gemeinschaft über eine starke, aktive und zukunftsorientierte fachliche Basis verfügt.
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Unsere Institution ist eine ungarndeutsche Nationalitätenschule, in der die Pflege der Traditionen den Alltag prägt. Eine unserer wichtigsten Veranstaltungen ist der Martinstag. Anlässlich des 60. Jubiläums unserer Schule haben wir uns dieses Jahr mit noch größerer Liebe und Vorfreude darauf vorbereitet.
Das Gebäude erstrahlte zum 11. November wieder in herbstlichem Glanz. Auf jedem Stockwerk verkündeten Erntegaben, geschnitzte Kürbisse, Gänschen aus verschiedenen Materialien und zahlreiche Bastelarbeiten der Kinder das Nahen des Martinstages. Am Dienstagvormittag lag der Duft frischen Gebäcks in der Luft, und am Nachmittag erleuchteten die Lichter den Hof und die kleinen Laternen.
Die Schüler der Unterstufe und ihre Familien versammelten sich zum Umzug. Nach dem Grußwort unserer Direktorin, Emőke Prischetzky-Márkus, verkündeten die Schüler der Klassen 2.b und 3.b in ihrem liebevollen kleinen Programm die Botschaft von Sankt Martin. Darauf folgte die Siegerehrung des Kürbisschnitzwettbewerbs. Beim Laternenumzug erklangen die Lieder, und mit gemeinsamem Gesang machten wir uns auf den Weg zu einem kurzen Spaziergang um die Schule.
Der Abend endete mit einem gemeinsamen Imbiss. Die gute Stimmung, die gemeinsamen Gespräche und die lachenden Kindergesichter vermittelten das Gefühl des Festes. Es war schön, wieder einen Anlass zu haben, bei dem Kinder, Eltern und Pädagogen gemeinsam feiern konnten – hier bei uns im DIENES!
Brigitta Wigand Leiterin der Deutschen Arbeitsgemeinschaft