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Jeden 3. Sonntag im Monat liest der Referent für die deutsche Nationalität der Diözese Fünfkirchen/Pécs, Stefan Wigand, einen deutschsprachigen Gottesdienst im Dom zu Fünfkirchen.
Am 18. Januar zelebrierte Diözesanbischof László Felföldi die Messe auf Ungarisch, Stefan Wigand konzelebrierte sie auf Deutsch. Die Lesungen, das Evangelium und die Fürbitten, waren teils auf Ungarisch, teils auf Deutsch, die deutschsprachigen Kirchenlieder ertönten in der Interpretation des Bonnharder Deutschen Nationalitätenchors Rónai Józsefné unter der Leitung von Tibor Németh.
László Felföldi freute sich über die Einladung zu diesem Gottesdienst, die Gedenkmesse mit der ungarndeutschen Gemeinschaft begehen zu können und erklärte in seiner Predigt: „Das Geheimnis dieses Leidens kann man nicht verstehen, nicht auflösen und nicht ablegen. Man muss es auf den Schultern, im Herzen und in der Seele tragen. Nur wer es in seinem Schicksal akzeptiert hat, wer es an seinen Platz gesetzt hat, damit es ihn nicht daran hindert, das Gute, die Liebe und die Menschenwürde von morgen zu genießen, kann mit dem Leiden leben.” Er betonte, dass die Hoffnung der Zukunft, das Lichtstrahl wir seien, eine kleine Gruppe von Christen, die mit einzelnen Lebenswegen und in ihrer Gemeinschaft der Pfand des Friedens sein könne.
Am Ende der Messe teilte Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, ihre Gedanken dem Gläubigen mit, teils über persönliche Erinnerungen zur Verschleppung und Vertreibung, der ungarndeutschen Opfer jener schweren Zeiten auch so zum Gedenken und um ein Zeichen für die Nachkommen und für die Welt zu setzen.
Als Ermahnung für die heutige Zeit, aber auch für die Zukunft hielt sie fest: „Man kann sich mit dem Geschehenen abfinden, aber man darf es über Generationen hinweg nicht vergessen.”
Vielen Dank an alle Mitwirkenden und alle Anwesenden für das gemeinsame Gedenken.
Gábor Werner Organisator
Fotos und Video: Diözese Fünfkirchen/Pécsi Egyházmegye Weitere Bilder >>>
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Als ich an der vorjährigen Klausurtagung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) über die Ungarndeutschen in Balmazújváros gehört habe, wollte ich meinen Ohren nicht glauben. Wie, wieso kamen sie dorthin? Weit weg von den klassischen ungarndeutschen Siedlungsgebieten.
Im Hotel Kamilla
Die Möglichkeit das zu erfahren, bekamen wir durch die Ausschreibung des Bundesministeriums des Innern (BMI), das eben solche Erfahrungsreisen aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags fördert.
Die Teilfinanzierung war so nach einem erfolgreichen Bewerbungsverfahren bei der LdU gesichert, den Eigenanteil legten die Fekeder Deutsche Selbstverwaltung und natürlich die Reisenden selbst hinzu.
Nun musste man nur noch alles organisieren, wobei die dortige Mitarbeiterin des Hauses der Traditionen, Erika Takács, und LdU-Abgeordneter Ernő Pinczés maßgeblich geholfen haben.
Während des zweitägigen Erfahrungsaustausches besuchten wir vor allem ihr Zentrum in Németfalu (deutscher Stadtteil), wo das Akkordeonorchester und der Gemischtchor uns sogar mit einem kleinen Kulturprogramm überrascht hatten, danach sprachen wir über ihre Möglichkeiten ihr Ungarndeutschtum hier in der Tiefebene erhalten zu können.
Das Akkordeonorchester und der Gemischtchor empfingen die Fekeder herzlichst
Sie leben hier seit Jahrhunderten als eine Sprach- und Minderheiteninsel im ungarischen Umfeld, kamen mit dem Ulmer Schachtel als deutsche Calvinisten erst in die Batschka, die deutsch-katholische Bevölkerung hat sie zu den ungarischen Calvinisten nach Debrecen geschickt, dort wurden sie wieder nach Újváros weiterverwiesen, weil sie zwar calvinistisch, aber nicht ungarischsprachig waren.
So haben sie ihre deutsche Muttersprache seit Generationen aufgeben müssen, doch die Traditionen, die deutsche Kultur wollen sie mit voller Kraft pflegen.
Das schön hergerichtete Semsey-Schloß, die Werkstatt der berühmten Hutmacherfamilie „Mihalko”, die zur slowakischen Minderheit gehören, und das Bad der Stadt fehlten auch nicht vom Programm.
Im Schloß Semsey
Am anderen Tag auf der Heimreise haben wir noch in der Batschka das berühmte Dorf Hartau/Harta mit den handbemalten Möbeln besucht, wo wir das Heimatmuseum und die Werkstatt der Möbelmalerin Maria Schneider besichtigten.
Diese Erfahrungsreise hat die Mitglieder der Fekeder Deutschen Selbstverwaltung, des Vereins und des Gemeinderates in ihrer weiteren Arbeit für unsere Volksgruppe gestärkt, dazu angespornt, dass wir unsere Muttersprache aktiver gebrauchen, unsere Kultur weiterhin erleben müssen, um dem Assimilierungsprozess entgegenzuwirken.
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„Nie wieder!”
Anlässlich des 80. Jahrestages der Vertreibung der Ungarndeutschen fand in Budapest, im Zentralgebäude der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, die Gedenkkonferenz „Nie wieder!” statt. Ziel der Veranstaltung war es, neben dem würdigen Gedenken eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen zu ermöglichen und zugleich die Verantwortung der Gegenwart zu thematisieren.
Die feierliche Eröffnung der Konferenz gestaltete der Auftritt der Jugendblaskapelle aus Sóskút, der mit seinen musikalischen Traditionen zugleich die kulturelle Kontinuität der ungarndeutschen Gemeinschaft zum Ausdruck brachte.
Die Grußworte zu Beginn der Konferenz gaben der Veranstaltung einen klaren inhaltlichen Rahmen und unterstrichen ihre wissenschaftliche, gesellschaftliche und politische Bedeutung. Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, betonte die Rolle des kollektiven Gedächtnisses und der historischen Verantwortung. Tamás Freund, Präsident der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, würdigte mit seiner Anwesenheit und seinem Grußwort die wissenschaftliche Relevanz des Themas.
Miklós Soltész, Staatssekretär für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten der ungarischen Regierung, sowie Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, dankten gleichermaßen der ungarndeutschen Gemeinschaft dafür, dass sie auch achtzig Jahre nach der Vertreibung deren Erinnerung wachhält und nicht zulässt, dass diese Tragödie zu bloßen Zahlen verblasst. Sie betonten, dass sich hinter den statistischen Angaben die Schicksale unschuldig leidender Menschen und von Familien verbergen, die jahrzehntelang zum Schweigen gezwungen waren. Soltész hob hervor, dass die Gemeinschaft trotz aller Prüfungen Bestand gehabt und sich gefestigt habe: Mit ihren Institutionen, ihrer lebendigen Kultur und ihrer parlamentarischen Präsenz sei sie auch heute ein integraler Bestandteil des Landes – ein Verdienst vor allem jener Vorfahren, die die auf dem Prinzip der kollektiven Schuld beruhende Verfolgung mit Schmerz, aber in Würde ertragen hätten. Fabritius übermittelte die Grüße der Bundesregierung und würdigte in diesem Zusammenhang besonders die Arbeit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die eine maßgebliche Rolle bei der Bewahrung der Erinnerung und der Interessenvertretung der Gemeinschaft spielt.
Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, brachte die Perspektive der Vertriebenen und ihrer Nachkommen ein und schlug damit eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er unterstrich, dass die Vertreibung der Ungarndeutschen auch achtzig Jahre später kein fernes historisches Ereignis sei, sondern bis heute fortwirke – „in Familienerinnerungen, in Erzählungen, in Fragen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden”. Die Vertreibung habe Wege getrennt, so Ament, „aber sie hat unsere Gemeinschaft nicht zerstört”, denn die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn und die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen stünden auch heute für zwei Lebensrealitäten und zwei politische Räume, zugleich jedoch für „zwei Teile einer gemeinsamen Volksgruppe, verbunden durch Sprache, Kultur, Geschichte und Verantwortung“. Er betonte, dass diese Zusammenarbeit weit mehr sei als eine organisatorische Notwendigkeit: Sie sei eine bewusste Antwort auf die leidvolle Geschichte, insbesondere mit Blick auf junge Menschen und ihre Identität. Erinnerung erfülle ihre eigentliche Aufgabe dann, wenn sie nicht Stillstand bedeute, sondern Orientierung gebe – „Erinnerung bedeutet nicht Stillstand” –, und wenn das ungarndeutsche Erbe nicht nur im Rückblick, sondern „nicht nur in Erinnerungen, sondern in Menschen” weiterlebe.
Die Vorträge am Vormittag widmeten sich den grundlegenden historischen Prozessen und ihren Voraussetzungen. László Schindler ging in seinem Vortrag „Was weiß man allgemein über den Prozess? Was beinhalten die Geschichtsbücher?“ der Frage nach, wie der Vertreibungsprozess im öffentlichen Wissen und in Schulbüchern präsent ist. Beata Márkus analysierte in ihrem Videobeitrag „Die Verschleppung der Ungarndeutschen zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion 1944/45” die Deportationen sowie deren langfristige Folgen. László Oroszbeleuchtete mit „Flucht und Evakuierung 1944. Die Phase vor der ‚kollektiven Bestrafung‘” die Vorgeschichte der Zwangsmigration. Nach der Kaffeepause ordnete Zsolt Vitári das Thema mit „Moderne Völkerwanderung – Flucht und Vertreibung in Europa in den 1940er Jahren” in einen gesamteuropäischen Kontext ein. Agnes Tóthuntersuchte in ihrem Vortrag „Zwang oder Möglichkeit? Die Akzeptanz des Prinzips der Kollektivschuld im Bezug auf die Ungarndeutschen” die ideologischen Grundlagen der Vertreibung. Georg Ritter zeigte in „Die Vertreibung der Deutschen aus Schaumar 1944–1948” lokale Dimensionen der Ereignisse auf, während Peter Schweiningermit „Wie verlief die Vertreibung in Saar?” einen weiteren kommunalen Vergleich vorstellte.
Die Vorträge am Nachmittag richteten den Blick auf die Zeit nach der Vertreibung, auf Neuanfang, Integration und Erinnerung. Kristina Kaltenecker stellte in „Der Neuanfang in Westdeutschland: Ungarndeutsche Siedlungen am Rande Darmstadts (in Hessen)” Integrationsprozesse in der Bundesrepublik vor. Csilla Schell analysierte in „‚Also sind wir so schnell nach Deutschland gekommen‘ – Neuanfang nach Vertreibung im Spiegel von Ego-Dokumenten” persönliche Zeugnisse der Betroffenen. Nora Tóth-Rutsch stellte den Neuanfang der Vertriebenen in der sowjetischen Besatzungszone vor. András Morauszki führte die Diskussion mit „Die Identität der Deutschen in Ungarn heute im Spiegel der Volkszählung” in die Gegenwart. Den Abschluss bildete Maria Erb mit ihrem Vortrag „‚Nie wieder‘ – Gedenkstätten der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen”, der Erinnerungskultur und historische Verantwortung zusammenführte.
Die besondere Bedeutung der Konferenz lag in der Vielfalt und fachlichen Tiefe der Vortragenden: Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, erfahrene Hochschullehrende, Archivfachleute sowie eine jüngere Generation von Forscherinnen und Forschern traten in einen gemeinsamen Dialog. Diese Breite an Perspektiven gewährleistete eine differenzierte, wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit der Geschichte der Ungarndeutschen.
Einen sensiblen kulturellen Akzent setzte der Auftritt des Holczinger-Molnár-Duos, dessen Volksliedprogramm aus Sammlungen aus Sitsch und Totwaschon das Gedenken auf eindrucksvolle Weise musikalisch erfahrbar machte.
In den Schlussworten der Konferenz wurde betont, dass „Nie wieder“ nicht nur eine historische Aussage, sondern eine Verpflichtung der Gegenwart ist. Erinnerung, Wissen und Dialog sind unverzichtbar, um zu verhindern, dass sich die Tragödien der Vergangenheit wiederholen.
Veranstaltet wurde die von der Regierung Ungarns geförderte Konferenz von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Die Veranstaltung trug wesentlich dazu bei, die Geschichte der Vertreibung der Ungarndeutschen als wissenschaftlich reflektierte, gemeinsame gesellschaftliche Erfahrung im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.
Über die Vortragenden:
László Schindler Gymnasiallehrer für Geschichte und Deutsch sowie langjähriger Leiter des deutschen Nationalitätenklassenzugs am Lovassy-László-Gymnasium in Wesprim. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der Geschichte der Ungarndeutschen im Schulunterricht.
Beata Márkus Historikerin und Leiterin der Stiftungsprofessur für Deutsche Geschichte und Kultur in Südostmitteleuropa an der Universität Pécs. Sie forscht zur Zwangsarbeit, Migration und Erinnerungskultur der Ungarndeutschen.
László Orosz Historiker mit Schwerpunkt auf der Geschichte der Deutschen im Karpatenbecken. Seine Arbeiten befassen sich unter anderem mit Flucht, Evakuierung und Radikalisierungsprozessen im 20. Jahrhundert.
Zsolt Vitári Habilitierter Dozent und Leiter des Instituts für Geschichtswissenschaften an der Universität Pécs. Er ordnet die Geschichte der Ungarndeutschen in europäische und vergleichende Zusammenhänge ein.
Agnes Tóth Forschungsprofessorin am Institut für Minderheitenforschung der ELTE und eine der renommiertesten Expertinnen zur Geschichte der Ungarndeutschen und zur Vertreibung nach 1945.
Georg Ritter Hauptarchivar im Ungarischen Nationalarchiv. Seine Forschung verbindet lokale Vertreibungsgeschichten mit Fragen der Erinnerungskultur.
Peter Schweininger Historiker und Träger des Otto-Heinek-Preises 2024. Er untersucht vergleichend die lokalen Abläufe der Vertreibung der Ungarndeutschen.
Kristina Kaltenecker Historikerin und Co-Redakteurin des Suevia Pannonica Archivs. Seit Jahrzehnten forscht sie zur Geschichte und Kultur der Ungarndeutschen in Ungarn und Deutschland.
Csilla Schell Historikerin und Mitarbeiterin des Instituts für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europa. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Ego-Dokumente und persönliche Zeugnisse von Vertriebenen.
Nora Tóth-Rutsch Doktorandin an der Universität Pécs und Lehrerin am Valeria-Koch-Bildungszentrum. Sie forscht zur Integration der Vertriebenen in den Besatzungszonen nach 1945.
András Morauszki Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Minderheitenforschung der ELTE. Er analysiert die heutige Identität der Deutschen in Ungarn anhand von Volkszählungsdaten.
Maria Erb Habilitierte Dozentin des Germanistischen Instituts der ELTE. Ihre Arbeiten verbinden Dialektologie, Sprachwissenschaft und Erinnerungskultur der Ungarndeutschen.
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Gedenken an die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen in Wudersch
Am 19. Januar wurde in Wudersch an das vor 80 Jahren begonnene, wohl tragischste Schicksalskapitel der Ungarndeutschen – ihre Vertreibung – erinnert. Der Ort der Gedenkfeier hatte eine besondere symbolische Bedeutung: Am 19. Januar 1946 verließ von hier aus der erste Zug den Bahnhof, der unschuldige Ungarndeutsche zwang, ihre Heimat zu verlassen. An der zentralen Gedenkveranstaltung, die von der Regierung Ungarns organisiert wurde, erwiesen all jene den Opfern ihre Ehrerbietung, die mit ihrer Anwesenheit ihr Bekenntnis zur historischen Gerechtigkeit und zur Kultur des Erinnerns zum Ausdruck bringen wollten – sowohl im kirchlichen als auch im weltlichen Rahmen.
Die Gedenkfeier begann im Alten Friedhof von Wudersch am Nationalen Denkmal für die Vertreibung der Ungarndeutschen, wo in feierlicher Form und unter militärischen Ehren Kränze niedergelegt wurden. Kränze legten László Kövér, Präsident des Ungarischen Parlaments, Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, sowie Emmerich Ritter, Parlamentsabgeordneter der deutschen Nationalität, nieder.
Im Anschluss an die Kranzniederlegung fand ein deutschsprachiger Gottesdienst in der St.-Johann-von-Nepomuk-Kirche in Wudersch statt. Die Reden, die im Rahmen der Gedenkfeier gehalten wurden, einte die Botschaft, dass es unsere gemeinsame Pflicht ist, die Tragödien der Vergangenheit ins Gedächtnis zu rufen, sie zu verstehen und an kommende Generationen weiterzugeben. Die Redner betonten, dass die auf dem Prinzip der Kollektivschuld beruhenden Repressalien das Leben zehntausender unschuldiger Menschen zerstörten, Familien auseinanderrissen und ganze Gemeinschaften entwurzelten.
Joschi Ament betonte in seiner Rede, dass die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen kein abgeschlossenes historisches Ereignis ist, sondern ein über Generationen fortwirkendes Trauma, das das Leben von Familien, Dorfgemeinschaften und einer ganzen Volksgruppe unwiderruflich gebrochen hat. Er machte darauf aufmerksam, dass hinter den nüchternen Zahlen – zehntausenden nach Russland verschleppten Menschen und rund 220.000 Vertriebenen – individuelle Schicksale, verlorene Heimat und Wunden stehen, die niemals ganz verheilen. Die Vertreibung sei, so Ament, nicht nur Teil der Vergangenheit, sondern habe Bedeutung bis in unsere Gegenwart, gerade weil die Stimmen der Zeitzeugen langsam verstummen. Erinnerung bedeute daher kein Verharren in der Vergangenheit, sondern eine moralische Verpflichtung: die Verantwortung dafür zu tragen, dass Ausgrenzung, kollektive Schuldzuweisungen und Gewalt sich niemals wiederholen, denn ein dauerhafter Frieden könne nur durch Einsicht, Verantwortung und Versöhnung entstehen.
In ihrer Rede rief Ibolya Hock-Englender die Tragödie der Vertreibung der Ungarndeutschen aus der Perspektive der persönlichen wie auch der kollektiven Erinnerung wach und betonte, dass Gedenken nicht allein das Erinnern an historische Fakten bedeute, sondern ebenso das Weiterleben menschlicher Schicksale, von Alltagsbildern und familiären Erzählungen. Anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie und ihres Heimatdorfes machte sie deutlich, wie die Vertreibung Gemeinschaften auseinandergerissen habe und welch schmerzlichen Verlust es bedeutete, nicht nur Haus und Hof, sondern auch die Gräber der Vorfahren zurücklassen zu müssen. Erinnerung werde, so betonte sie, erst dann vollständig, wenn sich die großen historischen Zusammenhänge und die persönlichen Erfahrungen gegenseitig ergänzen und der Vergangenheit einen emotionalen Gehalt verleihen. Die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen hob hervor, dass die Zukunft der ungarndeutschen Gemeinschaft davon abhänge, ob Familien, Institutionen und jeder Einzelne Verantwortung dafür übernehmen, ihre Identität zu leben und weiterzugeben – denn die Erinnerung an die Vertreibung sei „mehr als ein Blick in die Vergangenheit – sie ist der Beginn der Zukunft, ein Auftrag für uns alle.“
László Kövér betonte, dass die Vertreibung der Ungarndeutschen eine der erschütterndsten Zäsuren der tausendjährigen deutsch-ungarischen Gemeinschaft darstelle und zugleich auf schwere historische Versäumnisse des ungarischen Staates im 20. Jahrhundert verweise. Er machte deutlich, dass ein durch äußeren Einfluss und innere Spaltung handlungsunfähig gewordener Staat wiederholt nicht in der Lage gewesen sei, die grundlegenden Rechte seiner Bürger zu schützen – so auch das Recht der Ungarndeutschen auf ihre Heimat während der Vertreibungen zwischen 1946 und 1948. Kövér unterstrich, dass neben dem Gedenken an die Opfer auch die Verantwortung der Gegenwart unabdingbar sei, da bis heute Millionen von Menschen von erzwungener Vertreibung bedroht sind. Es sei daher – so seine Worte – eine moralische und politische Pflicht, sich für den universellen Schutz des Rechts auf Heimat und nationale Identität einzusetzen.
Im Januar 1946 begann jener Prozess, in dessen Verlauf etwa 220.000 Ungarndeutsche aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Dies stellte für die Betroffenen einen schweren Verlust in physischer, seelischer und kultureller Hinsicht dar – zugleich aber auch einen Verlust für ganz Ungarn.
Der 19. Januar ist seit 2012 der offizielle Gedenktag für die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen. Dieses Datum verbindet auf symbolische und historische Weise persönliche Schicksale mit dem nationalen Gedächtnis. Die Botschaft dieses Gedenktages ist nach wie vor aktuell: Er mahnt vor den Gefahren der Ausgrenzung und erinnert daran, dass der Schutz von Minderheiten, gegenseitiger Respekt und das friedliche Zusammenleben keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern Werte, die tagtäglich bekräftigt werden müssen.
Für die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen ist es von zentraler Bedeutung, dass Erinnerung nicht bloß ein Rückblick in die Vergangenheit bleibt, sondern zugleich Verantwortung für die Zukunft bedeutet. Solche Gedenkanlässe bieten auch die Möglichkeit, dass jüngere Generationen die historische Wahrheit kennenlernen und dass das kollektive Gedächtnis lebendig bleibt.
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Die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers von Tiszalök wurde nicht von Schriftstellern geschrieben. Überlebende, einfache Menschen berichteten von ihren persönlichen Erlebnissen, und ihre schriftlichen Zeugnisse wurden durch jahrelange Arbeit von einem engagierten Lokalhistoriker, Miklós Görbedi, gesammelt. Der hier vorgestellte Band ist eine Dokumentensammlung, die die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers von Tiszalök auf der Grundlage von Quellen, aus persönlichen Perspektiven und mithilfe von Erinnerungen darstellt. Es werden solche Fragen in den Mittelpunkt gerückt, die lange Zeit als tabu galten: Was geschah mit den Toten des Lagers? Wie entstanden Schweigen und Legenden? Auf welche Art und Weise wurden diese später zu Erinnerung und Mahnmal?
Das Buch legt besonderen Wert darauf, die Geschichte mit den Stimmen jener zu erzählen, die die Gefangenschaft selbst erlebt haben. Im Folgenden ist das aus dem Ungarischen übersetzte ausführliche Zeugnis eines Zeitzeugen zu lesen, das die Kontinuität des Kriegsgefangenenstatus und die Erfahrungen des Alltags festhält:
„Wir, die wir im Dezember 1950 von der Sowjetunion an Ungarn übergeben wurden, waren keine Internierten, sondern Kriegsgefangene. Hier wurden Kriegsgefangene, ohne formelle Entlassung aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, von der sowjetischen Wachmannschaft an die ungarische überstellt. Ich kam am 2. Dezember 1950 in Pesth an. Gemeinsam mit zwanzig Mitgefangenen wurde ich im Keller des Schüblingshausesuntergebracht, wo wir auf zweistöckigen Eisenbetten schliefen. Später brachte man uns in große Säle, wo wir dicht gedrängt auf mit Stroh bedecktem Betonboden lagen. Die Fensterscheiben waren gekalkt, und selbst zur Toilette durften wir nur gemeinsam und mit besonderer Genehmigung gehen. Die böswilligen Wachleute nutzten jede Gelegenheit, um uns zu demütigen. Besonders hatten sie es auf die Offiziere sowie auf unsere Kameraden mit guter Erziehung und gepflegtem, gebildetem Erscheinungsbild abgesehen. Am 30. März wurde ich mit etwa dreihundert Kameraden in das Lager von Tiszalök gebracht. Dort verbrachten wir unsere Freizeit – sofern es überhaupt welche gab – meist mit Körperpflege, der Instandhaltung unserer Kleidung, mit Ruhe und Schlaf. Wenn es möglich war, hielten wir uns in der freien Zeit in der Gesellschaft von Landsleuten und Kameraden auf: Auf den Holzpritschen und Strohsäcken hockten wir mit übereinandergeschlagenen Beinen im Kreis, unterhielten uns oder sangen Volkslieder. Dies war einer der wichtigsten Faktoren für Kameradschaft und Zusammenhalt.“
Die weiteren Kapitel des Bandes vervollständigen die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers von Tiszalök mithilfe von Briefen, Dokumenten, Namensverzeichnissen und visuellen Quellen. Das gemeinsame Singen von Volksliedern, die Gespräche sowie die geistige Bewusstsein – etwa durch das Erlernen von Sprachen oder das Anfertigen von Notizen aus dem Gedächtnis – zeigen, dass das Überleben nicht nur ein körperlicher, sondern auch ein seelischer Kampf war.
Das Buch von Miklós Görbedi öffnet ein historisches „Fenster“, durch das die dunkle Realität der chaotischen Nachkriegsjahre sichtbar wird.
Görbedi Miklós: 1020 nap az őrtornyok árnyékában. A tiszalöki hadifogolytábor története (1020 Tage im Schatten der Wachtürme. Die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers von Tiszalök) Tiszalök : Tiszalöki Költségvetési Üzem, 1989 208 Seiten Sprache: Ungarisch
Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich. Weitere Informationen: info@bibliothek.hu Webseite: www.bibliothek.hu
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Am 29. Dezember fand erneut die Vorsilvesterfeier der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) statt, dieses Mal in Wemend. Die Veranstaltung stand nicht nur in engem Zusammenhang mit dem 35-jährigen Jubiläum des Gastgebers, des Wemender Freundeskreises, sondern stellte zugleich ein bedeutendes Gemeinschaftsereignis für die ungarndeutschen Jugendlichen dar. Im Laufe des Abends versammelten sich mehr als 500 junge Menschen aus unterschiedlichen Regionen des Landes, um gemeinsam zu feiern. Die Veranstaltung bot eine hervorragende Gelegenheit zur Stärkung der Gemeinschaft, zum Aufbau neuer Kontakte sowie zum gemeinsamen Erleben und Bewahren der ungarndeutschen Identität und Traditionen in Ungarn. In ihrem Grußwort hob GJU-Präsidentin Anna Schulteisz die Verantwortung und die wichtige Rolle der jungen Generation bei der aktiven Gestaltung der Zukunft der Gemeinschaft hervor. Im Folgenden ist ihre Rede zu lesen:
wenn wir ehrlich sind: Das Jahr 2025 war auch im Leben der GJU alles andere als langweilig. Bereits im Mai gab es bei uns zum Beispiel einen Präsidiumswechsel, und genau deshalb stehe ich jetzt hier vor euch auf der Bühne. Um ganz ehrlich zu sein, als ich dieses Amt angenommen habe, habe ich an vieles gedacht, aber daran, dass ich einmal vor rund 500 Menschen eine Rede halten werde, habe ich nicht. Aber gut, man wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben.
András Papp, Gregor Gallai, Anna Schulteisz und Zoltán Szalonna
Umso mehr freue ich mich darüber, dass meine erste Vorsilvesterfeier als Präsidentin ausgerechnet hier in Wemend stattfindet: An einem Ort, der für Gemeinschaft, Tradition und natürlich auch für gute Stimmung steht.
Als ich zur Präsidentin gewählt wurde, habe ich mir eines ganz fest vorgenommen: Die GJU international sichtbarer zu machen. Und ich denke, wir sind in dieser Hinsicht auf einem sehr guten Weg. Dank der Unterstützung der Landesselbstverwaltung der Ungardeutschen konnten unsere Mitglieder in diesem Jahr an mehreren internationalen Konferenzen teilnehmen. Das ist keine Selbstverständlichkeit – und genau deshalb bin ich sehr dankbar dafür.
Mein Wunsch ist es, dass wir diesen Weg auch in der Zukunft weitergehen: internationale Präsenz und gleichzeitig starke, lebendige Projekte hier zu Hause.
Denn eines darf man nie vergessen: Nichts ist wichtiger, als zu dem zu stehen, wer wir sind und was wir vertreten. Wir sind die Zukunft – und es liegt an uns, ob unsere Traditionen und Bräuche weiterleben oder nur schöne Erinnerungen bleiben.
„Einmal GJU-ler, immer GJU-ler!”
Ich hoffe daher sehr, dass wir auch im Jahr 2026 weiterhin auf die Unterstützung und die Aktivität der Jugend zählen können – und ja, ich meine hier ganz bewusst auch die jungen Erwachsenen.
Denn wie wir alle wissen: Einmal GJU-ler, immer GJU-ler!
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Am Fest der Nationalitäten Mitte Dezember 2025 – organisiert vom Nationalitätenrat – wurden wieder herausragende junge Vertreter der in Fünfkirchen lebenden Nationalitäten feierlich geehrt. Die Veranstaltung fand im Kroatischen Theater statt, wo insgesamt fünf vorbildliche Jugendliche ausgezeichnet wurden: zwei deutsche, zwei kroatische und ein Roma-Schüler.
Júlia Nagy und Marcell Schmidt mit DNSV-Abgeordneten Karina Pájer-Klein, Helmut Heil, Kristina Pánovics-Szeiberling und Vorsitzendem János Flódung
Auf Vorschlag der Deutschen Selbstverwaltung Fünfkirchen vertraten diesmal Júlia Nagy und Marcell Schmidt vom Valeria-Koch-Bildungszentrum die ungarndeutsche Nationalität.
Júlia Nagy ist seit ihrer frühen Kindheit aktive Teilnehmerin des kulturellen und Gemeinschaftslebens der Ungarndeutschen. Als Chormitglied, Musikerin, Mitwirkende bei Auftritten und engagierte Teilnehmerin zahlreicher Programme zeigt sie seit vielen Jahren vorbildliches Engagement, Verantwortungsbewusstsein und eine tiefe Verbundenheit mit den Traditionen der Ungarndeutschen.
Für Marcell Schmidt ist die deutsche Nationalitätenidentität ein selbstverständlicher Teil seines Lebens: Schon seit dem Kindergarten wird er deutschsprachig erzogen, nimmt aktiv an traditionspflegenden und gemeinschaftlichen Programmen teil und bereichert mit seinen herausragenden schulischen und Wettbewerbserfolgen – darunter der Sieg beim landesweiten deutschsprachigen Mathematikwettbewerb – den Ruf seiner Schule und seiner Gemeinschaft.
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Der 13. Dezember war im Neudörfler Heimatmuseum von zauberhaftem Adventsgeist erfüllt, als der Verein für das Heimatmuseum in Neudörfl e. V. mit einem vielfältigen und reichhaltigen Programm die lokale Gemeinschaft und die Besucher willkommen hieß. Ziel des Tages war es nicht nur, festliche Weihnachtsstimmung zu schaffen, sondern auch das gemeinsame Freudenfest zu feiern, das die Organisatoren mit Herz und Seele vorbereitet hatten.
Bereits Tage vor der Veranstaltung arbeiteten die Vereinsmitglieder und ehrenamtlichen Helfer vor Ort daran, das Heimatmuseum entsprechend der Weihnachtszeit festlich zu schmücken. Bäume, der Bereich um den Kamin und andere Stellen wurden mit bunten Dekorationen geschmückt: Sterne, Girlanden, Kränze, kleine Kugeln und Bänder tauchten die Szenerie in festliches Licht. Die stimmungsvolle Beleuchtung wurde sorgfältig mit Lichterketten ausgewählt, um eine behagliche, herzliche Weihnachtsatmosphäre zu schaffen.
Ein besonders beliebter Programmpunkt war das Basteln, das in Zusammenarbeit mit der Kapelle Saarer Drei umgesetzt wurde. In einer beheizten Werkstatt konnten Kinder und ihre Eltern individuelle Geschenke herstellen, mit denen sie ihre Liebsten zuhause überraschen konnten. Die Kinder klebten, schnitten und zeichneten mit Freude, während die Band fröhliche Melodien spielte, die die Stimmung noch mehr erwärmten. Das gemeinsame Schaffen berührte nicht nur die Herzen der Kleinen, sondern auch die ganze Familie.
Danach folgte das Märchenspiel Frau Holle, bei dem die Interessierten die Geschichte der fleißigen und der faulen Tochter verfolgen konnten, die gespannt darauf warteten, ob Frau Holle ihre Betten für die Feiertage schütteln würde. Vielleicht lag es auch an uns, dass zu Weihnachten eine Schneekissen-Überraschung die Kinder und Erwachsenen gleichermaßen erfreute.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die aus Weihnachtskarten zusammengestellte Ausstellung. Die Besucher konnten traditionelle Motive sowie moderne, kreative Ansätze bewundern, sodass jeder sein Lieblingsstück finden konnte. Schwarz-Weiß- und Farbkarten, gezeichnete und fotografierte Grußkarten sowie Nachrichten aus dem In- und Ausland erwarteten die Gäste. Jede Karte war ein Wunder und eine Erinnerung – liebevoll verschickt an Familie, Freunde und Bekannte zum Weihnachts- und Neujahrsfest. Unser Dank gilt den Spendern der Karten: Edina Gyalog, Ágnes Mohácsik-Krammer, Dr. Veronika Takács, Erzsébet Vindics-Talics und Krisztina Pats.
Einen der schönsten Momente des Abends boten die Lieder des Gospel-Chors Gyémánt aus Tschakwar, deren herzliche Gesänge und energischer Auftritt das Publikum begeisterten. Gospelmusik passt perfekt zur Weihnachtsstimmung, denn sie trägt Botschaften von Zusammengehörigkeit, Freude und Hoffnung in sich.
Die Überraschung des Tages war der frisch gebackene Baumkuchen, der an diesem kalten Dezembernachmittag alle Herzen erwärmte. Der Duft von Zimt und Zucker, der vom frisch gebackenen Baumkuchen ausging, erfüllte die Umgebung des Heimatmuseums, und alle freuten sich über die köstliche Leckerei. Dieses kleine Geschenk erwärmte nicht nur den Gaumen, sondern auch die Seele, und trug dazu bei, dass die Veranstaltung zu einem wirklich herzlichen Erlebnis wurde.
Am Ende des Adventtages dankten sich die Organisatoren und die Teilnehmer gegenseitig für die gemeinsam verbrachte Zeit.
Das Programm wurde durch die Unterstützung des Ministerpräsidiums über den Gábor-Bethlen-Fondverwalter mit dem Förderbescheid NKUL-KP-1-2025/2-000597 ermöglicht.
Krisztina Pats, Vorsitzende des Vereins für das Heimatmuseum in Neudörfl e. V.
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Das Zaubermusik-Ensemble zu Gast in Kindergärten und Unterstufenklassen
Das Zaubermusik-Ensemble machte sich wieder auf den Weg, um es durch seine kreativ gestalteten Vorstellungen den Kindern zu ermöglichen, die Magie der Musik im Reich des Spiels und der Märchen zu durchstreifen. Ziel der Vorführungen ist es, den Kindern einerseits hochwertige Live-Musikerlebnisse in deutscher Sprache zu bieten, andererseits sie frei und aktiv mitspielen und mitsingen zu lassen, um so den Kulturschatz der ungarndeutschen und deutschen Kultur unbemerkt und spontan aufnehmen zu können.
In Magotsch
Den organisatorischen Hintergrund sichernder Nationalitätenkreis der Ungarndeutschen in Fünfkirchen-Branau und die großzügige Unterstützung des Hauses des Deutschen Ostens machten es möglich, dass in sechs ungarndeutschen Kindergärten (Surgetin, Ahlaß, Bawaz, Saswar, Großnaarad und Schatritz) und in der Magotscher Grundschule die Kinder an einem deutschsprachigen interaktiven musikalischen Programm teilnehmen konnten.
In Bawaz
Die Blockflöte und das Cello, auf denen gleich am Anfang ein kleines Konzert (J. S. Bach: Polonaise) vorgetragen wurde, waren den Kindern meistens bekannt, denn es war nicht das erste Mal, dass sie sie antrafen. Letzten Herbst ist noch ein neues Instrument hinzugekommen: die Geige. Die Kinder erkannten es auf den ersten Blick und es wurde ihnen auch gleich die Ähnlichkeit mit dem Cello, dem „großen Bruder“, bewusst gemacht. Ein lustiges Stück machte ihnen die Stimme der beiden vertraut.
In AhlaßIn Ahlaß
Danach tauchten sie in die Herbstwelt ein, sie machten sich mit den Herbstfrüchten anhand von Reimen und Liedern (Was bringt uns der Herbst?; Apfelstrudel, Apfelstrudel essen alle gerne; In einem kleinen Apfel) vertraut, und konnten auf kleinen Schlaginstrumenten auch selbst beim Musizieren mitmachen.
Im Herbst fallen natürlich nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter vom Baum. So verwandelten sich die Kleinsten mithilfe von einem Kopfschmuck in ein buntes Herbstblatt. Der Wind (das Cello) sang verschiedene Melodien und zeigte sich mal als Brise, mal stürmisch oder gar als Wirbelwind. Die „Blätter“ bewegten sich aufgrund der diversen Erscheinungsformen und fielen bei Windstille sacht auf den Boden und schliefen.
In MagotschIn MagotschIn Magotsch
Ein konstantes und wichtiges Element der Aufführungen ist das jahreszeitbezogene Märchen, wo es dieses Mal um das Leben eines Blattes ging, das sich im Herbst verstört und alleingelassen fühlt, zuletzt aber ein neues Zuhause findet: Ende gut, alles gut. Wie immer halfen fröhliche und bunte Bilder dabei, den deutschen Text zu veranschaulichen.
Im letzten stimmungsvollen Teil der Zaubermusik-Aufführung gab es Lieder mit Bewegung über Regen, Wind und Sonnenschein und die Vorbereitung, d. h. das spielerische Anziehen zu einer lustigen Wanderung. Hier ging es mit einer lustigen Melodie über Stock und Stein, über einen Bach bis zum Gipfel, wo das vorher sorgfältig eingepackte Proviant verzehrt wurde.
In SaswarIn Saswar
Dem Zaubermusik-Ensemble gelingt es mit seiner zu 100% deutschsprachigen Aufführungen auch Kinder, die weniger Deutsch verstehen und sprechen, voll einzubeziehen. Die vorgeführten Lieder, Reime, Gedichte und sogar das Märchen werden anhand von anspruchsvoll angefertigten Gegenständen, Bildern, Gesten und musikalischer Begleitung zu einem echten Erlebnis für die Teilnehmer gemacht.
Es war ein großes Erlebnis, den Kleinsten wieder etwas aus der Schatzkiste der ungarndeutschen und deutschen Kultur zeigen zu dürfen und sie in die Welt der Musik spielend mit einzubeziehen.
In SurgetinIn SurgetinIn Surgetin
Wir möchten uns herzlich bei dem Hauptunterstützer bedanken: Das Projekt wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert – mit ihrer Hilfe konnten mehr als 150 Kinder an den Vorstellungen teilhaben.
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Elisabeth Sándor-Szalay: „Die Pflege und Förderung des ungarndeutschen kulturellen Erbes ist kein abstraktes Ziel, sondern eindeutig und zweifellos der Weg zur Selbsterkenntnis und Identitätsbildung der nächsten Generationen”
Die Landesgala 2026 der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen – inzwischen bereits die 30. – fand am 10. Januar, dem Tag der ungarndeutschen Selbstverwaltungen, im Budapest Kongresszentrum statt. Die Veranstaltung bot erneut eine besondere Gelegenheit, gemeinsam die kulturelle Vielfalt, das historische Erbe und die zukunftsweisenden Werte der ungarndeutschen Gemeinschaft zu feiern – auch wenn das diesmal ausgesprochen ungünstige Wetter die Anreise vieler Gäste erschwerte und zu Verkehrsbehinderungen führte.
Bei der Veranstaltung begrüßte Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die anwesenden Gäste. Sie betonte, dass die Stärke der Gemeinschaft im bewussten Zusammenhalt, in der Achtung vor der Vergangenheit und in der verantwortungsvollen Gestaltung der Zukunft liege. Hervor hob sie, dass die Strategie der LdU auf der Bewahrung der Traditionen, deren zeitgemäßer Weiterführung sowie auf der aktiven Ansprache der jungen Generationen beruhe. Zugleich wies sie darauf hin, dass die kommende Zeit der ungarndeutschen Gemeinschaft eine besondere Verantwortung auferlege: Angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen seien eine aktive Beteiligung und die Stärkung der Wählerregistrierung unerlässlich. Wie sie formulierte, werde die Zukunft der Gemeinschaft nicht durch die Entscheidungen anderer bestimmt, sondern durch die eigene Verantwortung: „Denken wir alle daran – gerade in den Gedenkjahren der Vertreibung und Verschleppung – wofür unsere Vorfahren gelitten haben: für ihr Deutschsein! Das Mindeste ist, dass wir uns dafür einsetzen! Das schulden wir ihnen!”
Ibolya Hock-EnglenderDr. Elisabeth Sándor-Szalay
Dr. Elisabeth Sándor-Szalay, die kürzlich aus dem Amt geschiedene stellvertretende Ombudsfrau für Nationalitätenrechte, brachte in ihrer Festansprache ihren Dank gegenüber der ungarndeutschen Gemeinschaft für die jahrzehntelange, konsequente und wertschaffende Arbeit zum Ausdruck, mit der sie die nationalitätenrechtlichen Rahmenbedingungen mit lebendigem Inhalt füllt. Sie betonte, dass die Stärke der Ungarndeutschen in der generationenübergreifenden Solidarität, im Dialog sowie in jener Offenheit liege, mit der sie Traditionspflege und moderne Kommunikationsformen einander ergänzend einsetzen. Zugleich wies sie darauf hin, dass in einer von Krisen und Unsicherheiten geprägten Welt der Respekt vor kultureller Vielfalt, die Zusammenarbeit zwischen den Nationalitätengemeinschaften sowie die Einbindung junger Menschen in gemeinschaftsrelevante Entscheidungsprozesse besonders an Bedeutung gewinnen. Hervor hob sie, dass das Jahr 2026 – als Jahr der Parlamentswahlen – von entscheidender Bedeutung für die ungarndeutsche Gemeinschaft sei, und äußerte ihre Überzeugung, dass die Sicherung der parlamentarischen Vertretung auch weiterhin von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Gemeinschaft sei.
Im Rahmen der Gala wurden die ranghöchsten Auszeichnungen der ungarndeutschen Gemeinschaft überreicht.
Junge Menschen für die Zukunft der Gemeinschaft – Verleihung der Valeria-Koch-Preise
Einen zentralen Programmpunkt des Nachmittags bildete die Verleihung der Valeria-Koch-Preise. Mit dieser Auszeichnung werden Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen sowie Studierende geehrt, die sich mit außergewöhnlichem Engagement für die Bewahrung und Weitergabe der ungarndeutschen Sprache, Kultur und Traditionen einsetzen. Überreicht wurden die Preise von Theresia Szauter, der Vorsitzenden des Bildungsausschusses der LdU, sowie Erik Richolm, dem Vorsitzenden des Jugendausschusses.
Die Trägerinnen des Valeria-Koch-Preises 2026: Ludovika Franziska Pencz-Amrein, Kira Hergert und Barbara Werner
Den Valeria-Koch-Preis erhielten Kira Hergert, Ludovika Franziska Pencz-Amrein und Barbara Werner. Sie sind durch ihre schulischen Leistungen, ihr Gemeinschaftsengagement sowie ihre künstlerische und jugendpolitische Tätigkeit Vorbilder für ihre Altersgenossen. Gemeinsam ist ihnen die tiefe Verbundenheit mit der deutschen Sprache – einschließlich der Dialekte –, die aktive Traditionspflege und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinschaft.
Im weiteren Verlauf der Gala wurde der Otto-Heinek-Preis verliehen, mit dem herausragende wissenschaftliche Arbeiten zu Themen der ungarndeutschen Gemeinschaft von Forschenden unter 40 Jahren gewürdigt werden. Die Auszeichnungen überreichte Olivia Schubert, stellvertretende Vorsitzende der LdU.
Mit dem Otto-Heinek-Preis wurden Dr. Viktoria Muka, Dr. Viktoria Nagy und Dr. Gabriella Sós ausgezeichnet. In ihren Dissertationen bieten sie zeitgemäße und innovative Analysen zur Identität, Sprache und Geschichte der Ungarndeutschen sowie zu deren Rolle in gesellschaftlichen Prozessen. Ihre Forschungen sind nicht nur wissenschaftlich bedeutsam, sondern stärken auch unmittelbar das gemeinschaftliche Selbstverständnis und die gesellschaftliche Sichtbarkeit der Ungarndeutschen.
Dr. Viktória Muka, Dr. Elisabeth Sándor-Szalay, Udo Pörschke, Dr. Viktória Nagy und Dr. Gabriella Sós
Höchste Auszeichnung – Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum
Als Höhepunkt der Gala fand die Verleihung der höchsten Auszeichnung der Landesselbstverwaltung, der Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum, statt. Die Geehrten nahmen die Auszeichnung aus den Händen der Vorsitzenden Ibolya Hock-Englender entgegen.
In diesem Jahr erhielten Dr. Elisabeth Sándor-Szalay, Elisabeth Simon-Rummel (wegen Krankheit leider nicht anwesend)und Udo Pörschke die Goldene Ehrennadel – in Anerkennung ihrer jahrzehntelangen, beispielhaften fachlichen, gemeinschaftlichen und kulturellen Verdienste. Ihr Wirken hat maßgeblich zur rechtlichen, kulturellen, bildungsbezogenen und gesellschaftlichen Stärkung der ungarndeutschen Gemeinschaft beigetragen und dazu, dass Geschichte und Gegenwart der Ungarndeutschen im Inland wie auch international stärker wahrgenommen werden.
Gemeinsames Fest, lebendige Tradition
Im Laufe des Abends sorgten preisgekrönte, künstlerisch herausragende ungarndeutsche Kulturensembles dafür, dass die Gala zu einem echten Fest der Gemeinschaft wurde. Die Darbietungen machten einmal mehr deutlich: Die Kultur der Ungarndeutschen ist lebendig, vielfältig und wird von den jungen Generationen engagiert weitergetragen.
Die Lohr KapelleHaraster Dorfmusik und der Intermelody ChorDer Kammerchor Schöner GesangKlaudia Ripszám, Lilla Gyarmati, Júlia Krein und Ádám WeiszAkkordeongruppe aus BohlDas Semmelknödel Duo mit Henriett RégerDie Valeria-Koch-KindertanzgruppeDas Waschludter TrioEmma Koczor, Léna Kovács und Ádám WeiszKatalin LotzModeratorin der Gala war Kristina Pánovics-SzeiberlingBlechbläserquintett der Johann-Troll-StiftungDer Intermelody ChorDie Jugendtanzgruppe des Vereins Junger Haraster Schwaben und die Haraster Dorfmusik
Mehr über die Ausgezeichneten:
VALERIA-KOCH-PREIS:
Kira Hergert
KIRA HERGERT ist in einer ungarndeutschen Familie aufgewachsen. Die deutsche Sprache war schon immer Teil ihres Lebens, denn ihre Familie sprach mit ihr entweder im Dialekt oder auf Hochdeutsch, so konnte sie schon als Kleinkind fließend Deutsch sprechen.
In der Grundschule besuchte sie eine deutsche einsprachige Klasse. Später, als sie schon an Wettbewerben teilnehmen konnte, ließ sie keine Möglichkeit aus, um zu zeigen, wie gern sie die deutsche Sprache benutzt. Auch in der Mundart zeigte sie ihr Können und nahm öfters an Rezitationswettbewerben teil. Sie ist der Meinung, dass einen Dialekt zu verstehen und auch zu sprechen ein großes Privileg ist, Teil ihrer Kultur. Sie sagt, dass es sie stolz macht, in der Volkstracht ihrer Urgroßmutter vor die Jury zu treten und war über den fünften Platz beim Landeswettbewerb 2025 sehr erfreut.
Seit drei Jahren ist sie in dem Verein für ungarndeutsche Kinder tätig, durch den sie deutschsprachige Lager und andere Programme für Kinder und Jugendliche anbieten. Besonders gern engagiert sie sich für die Bewahrung der ungarndeutschen Traditionen, wozu das Camp jedes Jahr einen guten Schauplatz bietet.
Zur Pflege der Traditionen gehört ihres Erachtens auch die Bewahrung des Liedgutes, deshalb ist sie Mitglied im Chor ihrer Schule, des Valeria-Koch-Bildungszentrums. An verschiedenen schulischen und städtischen Programmen tragen sie mit ihren Auftritten dazu bei, dass die ungarndeutschen Volkslieder nicht in Vergessenheit geraten.
Sie nahm vor einigen Jahren an einer internationalen Jugendbegegnung in Frankfurt teil. Da hatte sie die Möglichkeit, andere Jugendliche aus ganz Europa kennenzulernen, durch sie erfuhr sie viel darüber, wie die deutsche Minderheit in anderen Ländern ihre Sprache, ihre Traditionen pflegt und bewahrt. Das gab ihr nochmal neuen Schwung und seit vergangenem Jahr ist sie Mitglied der GJU von Wemend, wo ihr Vater auch schon als Jugendlicher tätig war.
Sie wirkt bei Veranstaltungen ihres Wohnortes Mischlen/Kozármisleny auch mit, so zum Beispiel bei der Einweihung des Denkmals zum Gedenken an die Ansiedlung oder bei der Kranzniederlegung zu Pfingsten.
Ihr Ziel ist es, das Ungarndeutschtum in so vielen Bereichen wie möglich zu vertreten und damit die Bräuche ihrer Ahnen zu bewahren.
Ludovika Franziska Pencz-Amrein
LUDOVIKA FRANZISKA PENCZ-AMREIN ist in einer ungarndeutschen Familie aufgewachsen, lebt mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Nadasch, in der Branau. Ihre Muttersprache ist Deutsch, diese sprechen sie innerhalb der Familie, Ungarisch hat sie von Verwandten und im Kindergarten gelernt.
Besonders wichtig ist für sie der Einfluss ihrer Großmutter mütterlicherseits, durch die sie nicht nur die Mundart, sondern auch örtliche Sprichwörter und Redewendungen kennen lernte. Nach dem Besuch des Kindergartens in ihrem Heimatdorf besuchte sie in der Grundschule eine deutschsprachige Klasse. Ihre schulischen Leistungen waren in jedem Jahr ausgezeichnet, sie nimmt auch erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben teil, u.a. für Deutsch als Nationalitätensprache und Volkskunde.
Seit 2015 ist sie Mitglied im Chor ihrer Schule, des Valeria-Koch-Bildungszentrums, mit dem sie diverse Veranstaltungen mitgestalten, z.B. die deutschsprachige Messe, das Nationalitätenfest und das Wunderbar Festival in Fünfkirchen.
In der Theater-AG der Schule engagiert sie sich ebenfalls, nahm mit ihr bereits zweimal am Theatertreffen ungarndeutscher Gymnasien an der Deutschen Bühne in Seksard teil. Sie rezitiert gerne bei Schulveranstaltungen und spielte die Hauptrolle in dem Hörspiel „Der Prinz und die Rose“, das auf Valeria Kochs Werk basiert. Auch im Dokumentarfilm „Ein Franke lernt Polka“ wirkte sie mit.
Auch bei ungarndeutschen Programmen ihres Heimatortes ist sie tätig: sie spielte die Hauptrolle in einem von Ildikó Frank inszenierten Theaterstück, ist Mitglied im Chor „Heilige Margarethe von Schottland“, mit dem sie bei den Messen auf Deutsch singen und während der Fastenzeit Passionsspiele auf Deutsch aufführen.
Sie engagiert sich auch in dem Verein Arbeitskreis ungarndeutscher Familienforscher, wodurch sie die Möglichkeit hat, ungarndeutsche Siedlungen des Landes kennenzulernen.
Nach dem Abitur möchte sie einen Studienplatz im Bereich Internationale Beziehungen erwerben. Sie hält es für wichtig, mehr über die Geschichte ihrer Volksgruppe zu erfahren und ist der Meinung, dass nicht nur die Angehörigen der deutschen Nationalität in Ungarn, sondern auch die Mehrheitsbevölkerung und die in Deutschland lebenden Deutschen mehr über uns wissen sollten.
Barbara Werner
BARBARA WERNER ist Gymnasiastin im 12. Jahrgang. Schon von klein auf hat sie sich sowohl durch ihre schulischen Leistungen als auch durch ihr Engagement im Gemeinschaftsleben bemüht, aktiv zur Pflege der ungarndeutschen Traditionen sowie zur Bewahrung der sprachlichen und kulturellen Werte dieser beizutragen. Seit ihrer Geburt spricht ihr Vater ausschließlich Deutsch mit ihr, so ist sie zweisprachig aufgewachsen.
Seit ihrer Kindergartenzeit tanzt sie ungarndeutsche Volkstänze, ist auch Mitglied im Chor der Schule. Bei den Chorbewertungen in Seksard erzielte der Chor stets hervorragende Ergebnisse mit seinem Repertoire an deutschen Liedern. Mehrmals begleiteten sie die deutschen Messen in Fünfkirchen. Bei den monatlichen deutschsprachigen Messen im Dom zu Fünfkirchen wirkt sie in der Regel beim Vorlesen der Fürbitten, gelegentlich aber auch einer der Lesungen mit.
Darüber hinaus ist sie seit 2023 Jugendleiterin des Vereins VUK („Verein für ungarndeutsche Kinder“). Sie nimmt regelmäßig an Veranstaltungen wie die Strategietagung und die Jugendleiterbildung teil. Zur Unterstützung des Vereins beteiligte sie sich an einer Schulung in Deutschland, wobei sie neue Methoden und Spiele kennen lernte, mit denen sie die Vereinsaktivitäten künftig noch abwechslungsreicher gestalten kann.
2024 hat sie das Stipendium der Selbstverwaltung von Fünfkirchen für die im Nationalitätenbereich tätigen Schüler und Studenten und das staatliche Stipendium für Nationalitätenschüler erworben.
Sie nimmt auch an den Landeswettbewerben für Deutsch und Volkskunde teil. Ihren größten Erfolg erzielte sie 2025: Sowohl in Deutsch als Muttersprache, als auch in Deutsch als Fremdsprache erreichte sie im Landesentscheid den 6. Platz.
Nach dem Abitur möchte sie Wirtschaftswissenschaften studieren.
Auch in der Zukunft plant sie, sich weiterhin engagiert dafür einzusetzen, dass die deutsche Sprache und Kultur in Ungarn erhalten bleiben, dass sich immer mehr Menschen zu ihren Wurzeln und ihrer Herkunft offen bekennen. Sie wird in Zukunft danach streben, ihren Kindern ihre „Vatersprache”, also Deutsch weiterzugeben.
OTTO-HEINEK-PREIS:
Dr. Viktória Muka
„Identitätspolitische Kontinuitäten bei den Deutschen aus Ungarn in der «neuen Heimat» – Der Fronleichnams-Blumenteppich als Alleinstellungsmerkmal von Budaörs“ – diesen Titel trägt die Dissertationsarbeit von DR. VIKTORIA MUKA, die sie 2025 mit der Bewertung summa cum laude verteidigt hat.
Im Zentrum der Arbeit steht die identitätspolitische Instrumentalisierung der zum katholischen Hochfest Fronleichnam gelegten Blumenteppiche in Wudersch in Ungarn sowie der Blumenteppiche der Wuderscher Vertriebenen im Nachkriegsdeutschland.
Das Interesse an Budaörs und den vertriebenen Deutschen aus Ungarn von Dr. Muka reicht bis in ihre Kindheit zurück. Sie schreibt in der Einleitung zu ihrer Dissertation darüber, wie sie als Kind Familienbesuche aus Deutschland bei ihrer Großmutter erlebt hat, deren Aufenthalt in Ungarn immer mit einem Besuch in der „alten Heimat“, Budaörs, verbunden war. Daraus entwickelte sich für sie ein ausgeprägtes Interesse, nicht nur für ihre eigene Familiengeschichte, sondern auch allgemein für die Geschichte der Deutschen in und aus Ungarn. Das beeinflusste auch ihre Schulwahl. Nach dem Abitur am Áron Tamási Grundschule, Allgemeinen und Zweisprachigen, Ungarndeutschen Nationalitätengymnasium in Budapest folgte das Bachelorstudium am Institut für Germanistik an der Eötvös-Lóránd-Universität in Budapest, mit der Fachrichtung Deutsch als Minderheitensprache in Ungarn, dann das Promotionsstudium an der Andrássy-Universität Budapest, Teilprogramm Mitteleuropäische Geschichte.
Einen wichtigen Impuls für ihre Dissertation erhielt Dr. Viktoria Muka während ihres Forschungsaufenthaltes am Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa in Freiburg, wo sie darauf aufmerksam gemacht wurde, dass die Tradition des Blumenteppichs von den Vertriebenen aus Budaörs auch nach 1946 in ihrer „neuen Heimat“ fortgeführt wurde. Dies eröffnete neue Perspektiven für ihre Arbeit.
Dr. Viktória Nagy
„Analyse der sprachlichen Kompetenzmessungen aus der Perspektive der deutschen Nationalitätenschulen in Ungarn“ heißt der Titel der Dissertationsarbeit von DR. VIKTORIA NAGY. Sie behandelt in ihr ein für das ungarndeutsche Schulwesen hochaktuelles und interdisziplinär relevantes Thema der Linguistik. Durch die Untersuchung von dreizehn ungarndeutschen Bildungseinrichtungen und die Analyse einer breiten Datenbasis leistet sie einen innovativen Beitrag zur Qualitätssicherung im ungarndeutschen Bildungswesen. Die Dissertation wurde mit summa cum laude bewertet.
Hervorzuheben ist des Weiteren ihre kontinuierliche wissenschaftliche Leistung: Dr. Nagy hat bereits mehrere wissenschaftliche Beiträge in ungarischen und ausländischen Fachzeitschriften und Konferenzbänden veröffentlicht.
Sie nahm im Laufe ihres Doktorstudiums an zahlreichen aus- und inländischen wissenschaftlichen Tagungen teil, unter anderem bereits zweimal an der Otto-Heinek-Tagung. Neben ihrer Forschungsarbeit hat Dr. Nagy umfassende Lehrtätigkeiten an der Eötvös-Lóránd-Universität übernommen, darunter Sprachkurse für internationale Studierende sowie sprachpädagogische und linguistische Seminare für angehende Lehrkräfte im Bereich Deutsch als Fremd- und Minderheitensprache.
Ihr Engagement für die deutsche Nationalität zeigt sich auch in ihrer Mitarbeit an der Erstellung des Wörterbuchs der Ungarndeutschen Mundarten, an dessen Redaktion Dr. Nagy ebenfalls beteiligt ist.
Sie setzt sich seit vielen Jahren aktiv für die Belange der ungarndeutschen Gemeinschaft ein. Als Mitglied der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen engagiert sie sich in der Strategie-Arbeitsgruppe Jugend und setzt sich für die politische wie kulturelle Interessenvertretung der jungen Generation ein. Damit trägt Dr. Viktoria Nagy entscheidend zur Stärkung der Identität und Sichtbarkeit der ungarndeutschen Volksgruppe bei.
Dr. Sós Gabriella
„Wenn er mein Schwäbisch nicht verstand, musste ich mein Deutsch benutzen“ – Interdisziplinäre Untersuchungen zur saisonalen Pflegemigration ungarndeutscher Frauen aus Südungarn in den deutschen Sprachraum ist der Titel der im Juni 2025 mit Summa cum laude verteidigten Dissertation von DR. GABRIELLA SÓS.
Der von ihr behandelte Forschungsbereich hat sich erst in den vergangenen 30 Jahren konstituiert und wurde bisher noch nicht ausführlich untersucht.
Dr. Sós führte ihre Forschungen in den Komitaten Branau, Tolnau und Batsch-Kleinkumanien durch und möchte diese in Zukunft auch fortsetzen, denn das von ihr erschlossene Gesamtmaterial lässt durchaus weitere Untersuchungen zu und die aufgezeichneten Interviews tragen weiteres Ausarbeitungspotenzial in sich. Es ist geplant, diese nach weiteren, in der Dissertation nicht aufgeführten Forschungsschwerpunkten zu untersuchen.
Aus Nadasch stammend interessiert sie sich für diverse Themen, die ihren ungarndeutschen Wurzeln entspringen, über die sie sowohl im In- als auch im Ausland mehrere Vorträge und Präsentationen gehalten hat. Als Beispiel sollen hier einige Themen stehen: Vorstellung der Gemeinde Nadasch mit Schwerpunkten Ortsgeschichte und deutsche Volksbräuche; Sakrale Gegenstände und Apokryphe aus Nadasch, Máriakéménd/Ungarn; Volksfrömmigkeit und apokrypher Gebetschatz von Nadasch.
2019 wurde sie mit dem Valeria-Koch-Preis ausgezeichnet.
Ihre Tätigkeiten möchte sie auch im außeruniversitären Bereich fortsetzen. Als Vorsitzende des Kuratoriums „Stiftung Deutsches Institut“ plant sie eine Begegnungsstätte zu Stande zu bringen, deren Ziel ist, den Deutschen in Südungarn einen neuen Standort zu bieten, welcher als Museum, Archiv und Begegnungsstätte für Nachwuchswissenschaftler und Laien fungiert und die 300jährige Geschichte des Deutschtums der Region der breiten Öffentlichkeit näherbringt.
EHRENNADEL IN GOLD FÜR DAS UNGARNDEUTSCHTUM:
Dr. Elisabeth Sándor-Szalay
DR. ELISABETH SÁNDOR-SZALAY, aus dem rumänischen Banat stammend, betrachtet die deutsche Sprache und Kultur von ihrer Kindheit an als einen prägenden Faktor ihrer Laufbahn.
Die Mittelschule hat sie in Temeswar absolviert und nach dem Umzug der Familie nach Ungarn hat sie ihr Juristendiplom an der Universität in Fünfkirchen im Jahre 1986 erworben. Noch in diesem Jahr hat sie ihre Tätigkeit am Internationalen Lehrstuhl der Universität begonnen, bis heute unterrichtet sie dort. 1998 hat sie im Thema „Internationaler Rechtsschutz der Minderheiten“ promoviert, 2011 im Thema „Neue Dimensionen im europäischen Grundrechtsschutz“ habilitiert. 2014 erhielt sie den Titel „Universitätsprofessor“.
Sie nahm an zahlreichen Forschungs- und Stipendienprogrammen in Deutschland und Österreich teil, deren Themen Tendenzen des europäischen und ungarischen Minderheitenrechtsschutzes, des Grundrechtssystems der Europäischen Union und der gleichberechtigten Behandlung waren.
Otto Heinek, als Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, hat sie für den Posten des Minderheitenombudsmanns vorgeschlagen, für den sie 2013 auch gewählt worden ist. Ihr Dienst ging 2025 zu Ende.
Zwischen 2013 und 2025 hat sie an die 80 umfassende fachliche Dokumente erlassen. Die meisten dieser Stellungnahmen und Berichte betreffen uns, Ungarndeutsche: über die Lage und Situation der Nationalitätenerziehung und des Nationalitätenunterrichts, über den Betriebsmechanismus der Nationalitätenselbstverwaltungen (Ausübung des Mitentscheidungsrechts, Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Selbstverwaltungen), über Erscheinungsformen der kulturellen Autonomie (Namensgebung, öffentlich-rechtliche Medien, Immatrikulation usw.).
Mehrere der Studien der letzten 12 Jahre trafen auf großen Widerhall: „Über die Kriegsfürsorge der zur Zwangsarbeit Verschleppten und ihrer Angehörigen“, oder über die Wichtigkeit des Auftretens gegen Hassreden und Beleidigungen das Ungarndeutschtum betreffend“, oder die „Bewahrung des kulturellen Wertes des Neufriedhofs in Zsámbék“ um nur einige zu nennen.
ELISABETH SIMON-RUMMEL arbeitet seit ihrer Kindheit ununterbrochen mit Herz und Seele für ihr Heimatdorf Nana. Ihr Wirken zeigt eindrucksvoll, was man mit Willenskraft, harter Arbeit und gemeinschaftlicher Unterstützung innerhalb kurzer Zeit verwirklichen kann.
Im Jahre 1995 wurde die Deutsche Minderheitenselbstverwaltung von Nana gegründet, in der Simon-Rummel seit Beginn bis 2024 als Vorsitzende tätig war. Auf ihre Initiative hin wurde das Heimatmuseum des Dorfes eröffnet, das mit einer wertvollen und stetig wachsenden Sammlung die Geschichte und Kultur der Ungarndeutschen in Nana bewahrt.
Eine besonders große Rolle spielte sie 1998 bei der Gründung des Traditionspflegevereins und 2001 gründete sie die erste Kulturgruppe des Vereins, den Edelweiß Chor, der mittlerweile zwei CD-s erscheinen ließ. Sie rief weitere Kulturgruppen ins Leben: das „Wasserfall Harmonikaduo und die Sänger“ und die „Hetschal“- Volkstanzgruppe. Dank ihres unermüdlichen Einsatzes konnte der deutsche Nationalitätenunterricht sowohl in der Schule als auch im Kindergarten eingeführt werden. Unter ihrer Leitung gingen die örtliche Schule und der Kindergarten in die Trägerschaft der Nationalitätenselbstverwaltung über.
Mit aktiver Mitwirkung begleitete Elisabeth Simon-Rummel die Herausgabe zahlreicher Bücher, Rezeptsammlungen und Erinnerungshefte, außerdem initiierte sie die Erstellung von Videodokumentationen, um alte Bräuche auch in digitaler Form für die Nachwelt zu bewahren.
Besonders hervorzuheben ist, dass Elisabeth Simon-Rummel diese Arbeit in einer Region leistete, in der während der kommunistischen Zeit – bedingt durch die Bergbauindustrie – das deutsche Selbstbewusstsein besonders stark unterdrückt wurde. Die Muttersprache verschwand aus dem Alltag, Traditionen gerieten fast in Vergessenheit. Gerade deshalb ist ihr Wirken von unschätzbarem Wert: Sie hat es geschafft, verlorenes Kulturgut zu bewahren, die Erinnerung zu erneuern und den nachfolgenden Generationen ein starkes Fundament deutscher Identität zu vermitteln.
Udo Pörschke
UDO PÖRSCHKE ist seit 2011 durch seine Tätigkeit eng mit den Anliegen der Ungarndeutschen verbunden. Als Autor schuf er während seiner Zeit in Bonnhard die zwei Werke „Unter dem Buddha-Baum“ und „Verborgene Zeilen aus der Kriegsgefangenschaft“. Beide Werke feierten ihre Premiere in ungarndeutschen Einrichtungen. Zahlreiche Lesungen, Jury-Tätigkeit bei Deutschwettbewerben, Deutschunterricht für Ungarn und Ungarndeutsche standen im Mittelpunkt seiner Tätigkeit, durch die er die ungarndeutsche Gemeinschaft bereicherte.
Als Deutschlehrer und Experte für das kreative Schreiben hielt Pörschke mehrfach Fachvorträge und Fortbildungen für Lehrkräfte und Studierende, unter anderem im Rahmen der Knabel-Tagung in Bonnhard und für werdende Lehrkräfte und Erzieher/innen für den Nationalitäten-Unterricht an der Hochschule Waitzen/Vác.
Seine größte Leistung für uns Ungarndeutsche und die Deutschen aus Ungarn stellt die filmische Aufarbeitung ungarndeutscher Geschichte, Kultur und aktueller Lebenssituation dar. Er erschuf die Trilogie „Heimatlos“, „Lissi – Portrait einer Ungarndeutschen“ und „Ein Franke lernt Polka“.
Durch die Dokumentation „Heimatlos“, die im Hessischen Rundfunk ausgestrahlt wurde, ein Jahr in der ARD-Mediathek zu sehen war und in Deutschland und Ungarn im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen gezeigt wurde, führte und führt Pörschke besonders dem deutschen Publikum erstmals in ganzer Breite die Existenz Deutscher in und aus Ungarn und deren Schicksal vor Augen.
„Lissi – Portrait einer Ungarndeutschen“ wurde für Kurzfilmtage eingereicht und beim ältesten Kurzfilmfestival Bayern für das Finale nominiert.
Auch der Film „Ein Franke lernt Polka“ wurde in Deutschland und in vielen Gemeinden Ungarns gezeigt.
Mit Sicherheit kann behauptet werden, dass Pörschke als Regisseur ungarndeutscher Dokumentationen als wichtiger Mittler ungarndeutscher Kultur gilt. Er leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, die Existenz, die Geschichte und die aktuelle Situation der deutschen Volksgruppe in Ungarn sowohl im Lande als auch in Deutschland bekannter zu machen und dieses Wissen für nachfolgende Generationen zu erhalten.
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„Ein 30-jähriges Jubiläum in der Adventszeit zu feiern, ist besonders schön. Die Adventszeit ist eine Zeit der Besinnung, des Zusammenhalts und der Vorfreude. Und im Zeichen der Vorfreude wünsche ich Ihnen, dass Sie auch in Zukunft mit derselben Kontinuität und Innovationskraft die ungarndeutsche Kultur in Budapest repräsentieren und als treibendes Backpulver im Plätzchenteig der deutsch-ungarischen Beziehungen wirken können.“ Dies sagte in ihrem Grußwort die deutsche Botschafterin in Budapest, Julia Gross, bei der Feierstunde der Deutschen Selbstverwaltung Budapest am 10. Dezember im Haus der Ungarndeutschen.
Die Feier stand im Zeichen „30 Jahre Deutsche Selbstverwaltung Budapest“. Am 8. März 1995 übergab die Budapester Wahlkommission den von allen Budapester Elektoren gewählten neun Mitgliedern der Deutschen Selbstverwaltung Budapest ihr Mandat: Josef Zwick jun. (Schorokschar), Eva Mayer (Neuofen), Dr. Wendelin Hambuch (Theresienstadt), Magdolna László-Balázsovits (Tschepele), Franz Kerner (Regionalbüroleiter), Magdolna Balázs-Gräff (Neupesth), Maria Dicső-Helmly (Schwabenberg), Heinrich Kellner und Dr. Josef Fehérvári (Altofen). Die Deutsche Selbstverwaltung der Hauptstadt war damals die einzige regionale Selbstverwaltung, in den Komitaten erlaubte das Minderheitengesetz erst später die Wahl von Komitatsselbstverwaltungen.
Über die ersten Jahre berichtete Eva Mayer, in der ersten Periode stellvertretende Vorsitzende und später Vorsitzende der Selbstverwaltung. Sie hob die sehr gute Zusammenarbeit mit den Bezirken und die Förderung der deutschen Sprache durch Rezitationswettbewerbe, Schultheater, Weiterbildungen der Deutschpädagogen, Stipendien für Schüler des Deutschen Nationalitätengymnasiums Budapest, Ermöglichung der Teilnahme von Deutschpädagogen an der Messe Interpädagogica in Wien hervor.
„Für das Deutschtum in Budapest“ an Elisabeth Kreisz
Vorsitzende Hajnalka Lelkes übergab den Preis „Für das Deutschtum in Budapest“ an Elisabeth Kreisz, langjährige Direktorin der Anton-Grassalkovich-Grundschule in Schorokschar, derzeit Mitarbeiterin des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums.
Elisabeth Kreisz maturierte 1981 am Deutschen Klassenzug des Kossuth-Lajos-Gymnasiums, studierte zunächst Biologie und Geografie, erhielt ein Deutschlehrer-Diplom, dann ein Mittelschullehrer-Diplom für Deutsche Sprache und Literatur. Sie absolvierte eine Fachprüfung als Pädagogische Führungskraft an der Universität für Technik und Ökonomie.
Sie unterrichtete von 1985 bis 2021 an der Anton-Grassalkovich-Grundschule in Schorokschar/Soroksár Biologie und Geografie auch in deutscher Sprache, leitete den ungarndeutschen Klassenzug, war stellvertretende Direktorin und schließlich Direktorin der Schule.
Als Bildungsreferentin des UMZ leistet sie Bildungseinrichtungen, die sich in der Trägerschaft deutscher Selbstverwaltungen befinden, fachliche Hilfe bei der Überprüfung des erfolgreichen Deutschunterrichts und der Einhaltung gesetzlicher Regelungen.
Frau Kreisz zeichnen gute Kommunikationsfähigkeiten, Organisationstalent und Führungsqualität aus.
1999 wurde sie „Deutschlehrerin des Jahres“ in Budapest, verliehen von der Deutschen Selbstverwaltung Budapest. 2015 erhielt sie die Auszeichnung des 23. Stadtbezirks Für die Schorokscharer Kinder.
Organisatoren: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek Deutsche Selbstverwaltung Budapest
Förderer der Veranstaltung: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)
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Mit dem Gedicht „Weihnacht” der ungarndeutschen Dichterin Valeria Koch wünschen wir Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest!
Valeria Koch: Weihnacht
Hügelhangtanne im leuchtenden Schnee mag sein Schattenbild einer frierenden Fee gewiß Ruhestätte vom wandernden Mond vielleicht in den Zweigen der Winter selbst wohnt
Wie Milch weiß und süß schläft das Dörflein im Tal wie einst träumt in Windeln gewickelt ein Strahl der Stern in der Höh’ vollendet die Zeit Frieden erfüllt sacht den Raum weit breit
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Trotz gekürzter Förderungen seitens des Bethlen-Gábor-Fondsverwalters (Der Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler – VUdAK – bekam weniger als die Hälfte der bisherigen Betriebskostenförderung, und keine der geplanten Publikationen wurde gefördert) konnten wir fast alle Vorhaben verwirklichen.
Der Gedichtband „zart-rau“ von Angela Korb konnte mit Unterstützung des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (Zentrum) sowie der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg herausgegeben sowie im Fünfkirchner Lenau-Haus, beim Internationalen Buchfestival in Budapest und im Haus der Ungarndeutschen präsentiert werden.
Angela Korb
Dr. Silvia Petzold und Dr. Judit Klein führten 2023 Gespräche mit Akteuren der ungarndeutschen Literatur, organisierten Lesungen mit Autoren in Fünfkirchen, Budapest, München und Stuttgart. Daraus entstand die Online-Publikation „Ungarndeutsche Schreibgeheimnisse“, die im Haus der Ungarndeutschen unter Mitwirkung von Robert Becker vorgestellt wurde. Die Publikation kann auf der Webseite von Zentrum eingesehen und heruntergeladen werden.
Über ungarndeutsche Schreibgeheimnisse im Haus der Ungarndeutschen
Robert Becker stellte sein Mundartmärchen „Ti Hausschlange“ beim Mundarttag in Tscholnok und beim Mundart-Stammtisch in Nadwar vor. Die Mitglieder des Mundart-Stammtisches übersetzten Teile des Märchens in ihre eigene Mundart. Vor Germanistikstudierenden aus Temeswar und Budapest las Becker zusammen mit Edith Ottschofski aus Berlin in der Bildungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen.
Josef Michaelis, Nelu Bradean-Ebinger, Stefan Valentin und Christina Arnold beteiligten sich an den Deutschen Literaturtagen in Reschitza. Der Kulturverein Muravidék präsentierte in Reschitza eine Bild- und Fotoausstellung mit ungarndeutscher Beteiligung
An den Deutschen Literaturtagen in Reschitza
„Literatur auf Tour“: Christina Arnold tat sich mit dem Verein für Ungarndeutsche Kinder (VUK) zusammen und machte eine Lesetournee durch zahlreiche Schulen. Die Lesungen wurden von der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg gefördert. Gesucht wird nach einer Möglichkeit, ihr Kinderbuch „Wolki und ihre Freunde“ in dritter Auflage herauszugeben.
Dank Alfred Manz konnte am 2. April 2025 im Ungarndeutschen Bildungszentrum Bajeim Rahmen des „Wunderbar-Festivals“ der „Tag der ungarndeutschen Literatur“ gefeiert werden. Die Gymnasiasten hatten die Möglichkeit, in die Welt der ungarndeutschen Literatur einzutauchen und mit den eingeladenen AutorInnen persönlich ins Gespräch zu kommen. Nach den Werkstattgesprächen in den einzelnen Klassen wurde in der Aula des UBZ die Roll-up-Ausstellung „VUdAK in Bewegung“ eröffnet und eine gemeinsame Lesung veranstaltet.
VUdAK-Künstler zu Gast im UBZ
Maturathema in den ungarndeutschen Gymnasien war „Josef Michaelis: Spracherhalt und Sprachverlust in Gedichten“. Michaelis las in zahlreichen Schulen und bekam anlässlich des 20. August das Silberne Verdienstkreuz des Ungarischen Verdienstordens.
Csilla Susi Szabó und Stefan Valentin lasen auf Einladung von Dr. Gábor Kerekes vor Germanistikstudenten der ELTE.
AutorInnen feilen an ihren Texten bei den VUdAK-Werkstattgesprächen im Fünfkirchner Lenau-Haus
Der vom Zentrum veranstaltete TrachtTag fiel heuer auf den 11. April, den Tag der ungarischen Dichtung. Mehrerenorts wurde die Dokumentierung der Volkstracht in Form von Fotos, Videos und Berichten mit der ungarndeutschen Literatur verbunden.
Gábor Kovács-Gombos feierte im Feber seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass erschien das Buch von Gábor Martos über den mit dem Ritterkreuz des Ungarischen Verdienstkreuzes ausgezeichneten Künstler. Er führte persönlich durch die eigene Ausstellung im Haus der Ungarndeutschen in Budapest.
Gábor Kovács-Gombos erzählt über eines seiner Gemälde
Durch die aus acht Roll-ups bestehende Wanderausstellung „VUdAK in Bewegung“ konnten Tausende SchülerInnen in Schulen in Budapest und den Komitaten Komorn-Gran, Weißenburg, Batsch-Kleinkumanien und Pesth Bekanntschaft mit den Mitgliedern der VUdAK-Künstlersektion schließen. Um ihre Kenntnisse über die Künstler zu vertiefen und den Deutschlehrern Hilfe zu gewähren, haben wir die Broschüre „VUdAK in Bewegung“ in 1000 Exemplaren herausgegeben. Ihre Identität wird gestärkt, wenn sie das Schaffen unserer Künstler, von denen mehrere mit dem Munkácsy-Preis, dem Nationalitätenpreis des Ministerpräsidenten oder dem Donauschwäbischen Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet wurden, kennenlernen. Die Bibliotheken der besuchten Schulen erhielten Kunstpublikationen.
Auch in der Schule von Schaumar machte die Roll-ups-Wanderausstellung „VUdAK in Bewegung“ Station.
Zum 80. Geburtstag von Ákos Matzon wurde ein dreisprachiges Album herausgegeben. Unter anderem waren 170 Werke von ihm im Juni-August in der Virág-Judit-Galerie ausgestellt. Zur Lebenswerkausstellung von Josef Bartl im Ferenczy-Museum in Sankt-Andrä erschien der Lebenswerkkatalog von Bartl. Mednyánszky-Preisträger Julius Frömmel hatte eine Ausstellung in Schorokschar und schenkte seine Gemälde und Grafiken mit Schorokscharer Häusern, Gassen und Erinnerungen der Schorokscharer Ortsgeschichtlichen Sammlung. Seine Ausstellung wurde vom Schorokscharer Schriftstellerkollegen Stefan Valentin eröffnet.
Unter dem Titel „Quadriga“ stellten vier Künstlerinnen – Bernadett Breszkovics, Erzsébet Horváth, Erzsébet Lieber und Zsuzsa Trieb – ihre Werke im Fünfkirchner Lenau-Haus und im Haus der Ungarndeutschen in Budapest vor. Der Katalog dazu mit einer zweisprachigen Studie von János Wolfart wartet auf einen Sponsor.
VUdAK präsentierte sich auch 2025 beim Internationalen Buchfestival in Budapest am gemeinsamen Stand der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und des Zentrums.
KünstlerkollegInnen besuchten das Atelier von Anton Dechandt in Nadasch
Unsere dreitägigen Werkstattgespräche fanden im Fünfkirchner Lenau-Haus statt. Acht Autoren konnten vor 125 Schülern der 9. und 10. Klassen im Valeria-Koch-Bildungszentrum lesen. Die Quadriga-Ausstellung eröffnete János Wolfart in einem Gespräch mit Bernadett Breszkovics und Erzsébet Horváth, anschließend lasen die anwesenden Mitglieder der Literatursektion. Die Generalversammlung wählte den bisherigen Vorstand für fünf Jahre wieder. Den ersten Claus-Klotz-Literaturpreis erhielt Robert Becker für sein niveauvolles literarisches Werk.
Den ersten Claus-Klotz-Literaturpreis des VUdAK erhielt Robert BeckerDen ersten Claus-Klotz-Literaturpreis des VUdAK erhielt Robert Becker
In den Doppelausgaben der Neuen Zeitung erschienen 22 VUdAK-Seiten (praktisch eine weitere „Signale“). Mehrmals prangten ein Gedicht und ein Kunstwerk auf der Titelseite der Neuen Zeitung. In „Batschkaer Spuren“, im Deutschen Kalender, in „Barátság“, der „KünstlerGilde“, der Werischwarer Zeitung oder in der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien wurden regelmäßig literarische Texte, Rezensionen, Kunstwerke veröffentlicht.
Anlässlich des 90. Geburtstages des aus Schorokschar stammenden und in Berlin lebenden Antal Lux gab es in mehreren Galerien – auch im Haus der Ungarndeutschen in Budapest – gelungene Ausstellungen
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Neue Folge des Podcasts der LdU ist online
In dieser Folge geht es mit drei erfahrenen Musikern um die Verantwortung der ungarndeutschen Klein- oder Tanzkapellen bei der Weitergabe und Gestaltung der ungarndeutschen Musikkultur.
Die Gesprächspartner sind Ferenc Mohl von der Kapelle „Klani Hupf“ sowie „Mohl und Dur Musi“, der Schlagzeuger und Gitarrist von „Die Bergländer Buam” , Martin Schuck, und der Akkordeonlehrer sowie Akkordeonist der „Ungarndeutsche Jungs”, der „Lumpen Tulpen” und der „Sax-Buam”, Norbert Sax. Moderator – und in diesem Fall auch einer der Gesprächspartner – ist Gábor Schulteisz (Akkordeonist von “UnterRock”).
Die zehnte Episode von „Fokus: Ungarndeutsch” ist sowohl aufYouTube, als auch aufSpotify und Apple Podcastzu finden!
Der Podcast, in dessen Rahmen Führungskräfte, Experten und Partner der deutschen Nationalität in Ungarn kulturelle, soziale und politische Fragen der Ungarndeutschen diskutieren, erscheint monatlich auf dem YouTube-Kanal der LdU sowie auf den beliebtesten Podcast-Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts.
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Am 18. Dezember wurde im Bulgarischen Kulturhaus in feierlichem Rahmen der diesjährige Preis für Nationalitäten verliehen – eine der renommiertesten Auszeichnungen des Staatssekretariats für kirchliche und Nationalitätenbeziehungen im Amt des Ministerpräsidenten für herausragende Vertreter des nationalitätenkulturellen Lebens in Ungarn. Die Auszeichnung wurde von Staatssekretär Miklós Soltész überreicht.
Feierliche Preisübergabe im Bulgarischen Kulturhaus
Diese Ehrung besitzt eine besondere Bedeutung, da sie jene Persönlichkeiten und Akteure des Gemeinschaftslebens ins Rampenlicht stellt, die über viele Jahre, oft über Jahrzehnte hinweg daran arbeiten, dass die Sprache, Kultur, Traditionen und das institutionelle Gefüge der Nationalitäten Ungarns lebendig bleiben und an kommende Generationen weitergegeben werden können. Der Preis würdigt zugleich das individuelle Engagement und die Kraft der Gemeinschaften und stärkt den Dialog sowie die Solidarität zwischen den Nationalitäten.
Olivia Schubert, Mária Margit Eszes und Emmerich Ritter
Preisträgerin der ungarndeutschen Gemeinschaft im Jahr 2025 ist Maria Margit Eszes, die seit nahezu zwei Jahrzehnten Vorsitzende der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung der Stadt Hanselbeck ist. Ihr Wirken ist beispielhaft:
2008 gründete sie den deutschen Nationalitätenchor „Rosenbrücke“, mit dem Ziel, die lokalen ungarndeutschen Volksliedtraditionen zu bewahren; die Arbeit des Chores unterstützt sie sowohl als Projektantragstellerin als auch über die deutsche Selbstverwaltung;
sie spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung der Tanzgruppe „Hanselbeck“;
sie wirkte maßgeblich an der Gründung und Weiterentwicklung des ungarndeutschen Kindergartens „Pumukli“ mit, der von der örtlichen deutschen Selbstverwaltung getragen wird;
sie initiierte die Förderung für Schülerinnen und Schüler, die in den Bildungseinrichtungen der Stadt Deutsch lernen;
sie ist aktive Organisatorin deutscher Nationalitätenveranstaltungen und baute im Rahmen dieser Tätigkeit ein weitverzweigtes Netzwerk zu anderen deutschen Selbstverwaltungen im Komitat Pest auf.
Mária Margit Eszes erhielt den Nationalitätenpreis
Wir gratulieren ihr und allen Ausgezeichneten herzlichst!
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Dieser von Karl Manherz herausgegebene, reich illustrierte Band der Buchreihe Ungarndeutsches Handwerk widmet sich zwei traditionellen Gewerben der Ungarndeutschen: dem Steinmetzhandwerk in Nadasch und dem Seilerhandwerk in Bootsch.
Maria Frey: Das Steinmetzhandwerk in Nadasch/Mecseknádasd
Die Studie zeigt, wie sich das Steinmetzhandwerk in Nadasch entwickeln konnte. Das reiche Steinvorkommen und diegroße Nachfrage nach Mühlsteinen sicherten den Steinmetzen über lange Zeit Arbeit. Mit der Verbreitung der Dampfmaschinen im 19. Jahrhundert änderte sich dies jedoch, und die Handwerker stellten auf die Herstellung von Grabsteinen um. Archivalien und Kirchenmatrikel geben einen guten Einblick in die Geschichte dieser Familien und ihres Handwerks. Eine Besonderheit ist das im Band abgedruckte Steinmetzlied mit vollständigem Text und Noten, das die kulturelle Bedeutung dieses Gewerbes über die handwerkliche Tätigkeit hinaus verdeutlicht.
Edit Klug: Das Seilerhandwerk in Bootsch/Pócsa
Der zweite Teil des Bandes beruht auf den Erinnerungen des Seilermeisters Matthias Leidecker. Er vermittelt ein lebendiges Bild vom Alltag eines Handwerks, das in Bootsch nur in kleinem Umfang betrieben wurde. Seile und Halfter waren wichtig für die Landwirtschaft, wurden aber wegen ihrer Langlebigkeit nur selten gekauft. Über mehrere Generationen hinweg hielt die Familie Leidecker dieses Handwerk lebendig und prägte damit das dörfliche Leben.
Der Band macht uns deutlich, dass das Handwerk der Ungarndeutschen weit mehr ist als die Herstellung von Gebrauchsgegenständen. Es spiegelt die Kultur, die Lebensweise und den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften wider.
Dies ist ein wertvolles Buch für Heimatfreunde, Volkskundler und alle, die sich für das Alltagsleben und die Traditionen der Ungarndeutschen interessieren.
Ungarndeutsches Handwerk Maria Frey: Das Steinmetzhandwerk in Nadasch/Mecseknádasd Edit Klug: Das Seilerhandwerk in Bootsch/Pócsa Budapest: Tankönyvkiadó, 1988 95 Seiten Sprache: Deutsch
Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich. Weitere Informationen: info@bibliothek.hu Webseite: www.bibliothek.hu
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Wie schon darüber berichtet, feierte der Verband der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun Ende November, am 25. Batschkaer Ungarndeutschen Kulturtag, sein 30-jähriges Bestehen. Im Rahmen des Programms wurde auch an die Vergangenheit und Gegenwart des Verbandes sowie die Errungenschaften der vergangenen drei Jahrzehnte erinnert. Nun veröffentlichen wir diesen Rückblick.
Am 24. März 1995 gründeten zwölf deutsche Selbstverwaltungen den Verband der Deutschen Minderheitenselbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun. Ziel war und ist noch heute die umfassende Vertretung, der Schutz, die Anerkennung sowie die Förderung der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bestrebungen der in den Komitaten Batsch-Kleinkumanien und Tschongrad (heute: Tschongrad-Tschanad) lebenden Ungarndeutschen.
Die Zusammensetzung des Verbandes hängt immer von den Kommunalwahlen ab. Zurzeit, in der achten Legislaturperiode, sind 26 deutsche Nationalitätenselbstverwaltungen Mitglieder. Die Vollversammlung besteht aus den Delegierten der Selbstverwaltungen. Der Vorstand zählt sieben Personen.
Der erste Vorsitzende war zwischen 1995-1999 Simon Kishegyi. Ihn folgte von 1999 bis 2007 Franz Schőn. Seit 2007 bekleidet Josef Manz dieses Amt. Die Arbeit des Verbandes wir vom Regionalbüro der Geschäftsstelle der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen unterstützt.
Die Programme für Kinder und Jugendliche spielen eine wichtige Rolle im Leben des Verbandes, da die Erziehung und die Motivierung des Nachwuchses eine hervorgehobene Aufgabe sind. Es wurden Theatertreffen, Zeichenwettbewerbe veranstaltet. Der Verband organisiert den Rezitationswettbewerb auf Komitatsebene, der seit 2005 zugleich auch der Vorentscheid des Landesrezitationswettbewerbs ist. Zweijährlich wurden die Kinder- und Jugendfestivals in Zusammenarbeit mit dem Komitat veranstaltet, die letzten drei wurden vom Verband selbst organisiert. Es fanden Jugendcamps für die Grundschüler in Neu-Ulm, Sombor, sowie in Waschludt, Litowr und Nadwar statt. Für Mittelschüler wurden Stipendien vergeben. 2018 organisierten wir ein Camp für Jugendliche, um sie ins Nationalitätenleben miteinzubeziehen.
Die kulturelle Tätigkeit des Verbandes ist vielseitig. Hier sollen nur die wichtigsten erwähnt werden: Seit 2001 wird der Batschkaer Ungarndeutsche Kulturabend veranstaltet, verbunden mit der Verleihung der Auszeichnung „Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun”. Dieses Jahrwurde die 25. verdiente Persönlichkeit mit dem Preis geehrt. Am Tag des Beitritts in die EU wurde ein Blaskonzert mit 140 Mitwirkenden veranstaltet. Es wurde eine aus 33 Puppen bestehende Trachtensammlung zustande gebracht, die seit 2006 vom Hajoscher Heimatmuseum beherbergt wird. 2017 wurde in Baje eine Ausstellung über schwäbische Adventstraditionen verwirklicht. Es wurden für Kindergärtnerinnen, Dramenpädagogen und Tanzlehrer Fortbildungen auf Komitats- und Landesebene veranstaltet. Der Nationalitätenreferent des Komitats, István Hajdu, organisierte zahlreiche Schulungen für Nationalitätenvertreter.
Zur Glaubensausübung werden deutsche Messen auf Komitatsebene zelebriert, 2019 wurde eine Wanderfahne eingeweiht. In demselben Jahr wurden die Vorstellungen des Johannespassionsspiels der Fünfkirchner Schüler organisiert.
Es wurde auch zur würdigen Gedenkkultur der traurigen Geschehnisse des Ungarndeutschtums beigetragen: Ein Besuch der Waggonausstellung in Baje wurde organisiert, bzw. der Verband koordinierte die Wanderbündelausstellungen des Komitats.
Die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Personen wurde nicht nur vom Verband anerkannt, es wurden mehrere Personen und Organisationen zu Auszeichnungen auf Komitats- und Landesebene vorgeschlagen.
2000 wurde ein eigenes Wappen geschaffen, mit den maßgebenden Symbolen des Batschkaer Ungarndeutschtums.
Nach der Modifizierung des Nationalitätengesetzes wurde 2016 der Name des Verbandes geändert, und der Sitz ins Ungarndeutsche Bildungszentrum in Baje verlegt.
Der Verband nominierte immer die örtlichen Nationalitätenvertreter und stellte die Komitatsliste. Um diese Tätigkeit weiterführen zu können, wurde dieses Jahr der Verband zum Nationalitätenverein.
Seine Hauptsponsorförderin ist die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Zur Verwirklichung seiner Veranstaltungen und Projekte nutzt der Verband die für die Nationalitäten ausgeschriebene Bewerbungsmöglichkeiten.
Zur Fortsetzung und Weiterentwicklung dieser reichen und wertvollen Tätigkeit wünscht Vorsitzender Josef Manz allen Funktionsträgern und Mitwirkenden viel Erfolg und gute Gesundheit.
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Momente des 11. Ungarndeutschen Volkstanzfestivals
Es war ein herzerwärmendes Gefühl zu sehen, wie die Momente des Alltags unserer Vorfahren, die Meilensteine ihres Lebens, auf der Bühne des Volkstanzfestivals des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen (Landesrat) in Seksard durch Musik und Tanz zum Leben erweckt wurden.
Der Respekt der Tänzer vor ihren Vorfahren, ihr selbstbewusstes, freudiges Ausleben ihrer Identität und das Ergebnis monatelanger, anspruchsvoller, professioneller Arbeit spiegelten sich in den Darbietungen wider.
Anna Farkas, Vorsitzende der Seksarder Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung, betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass die Tänzer mit ihren Auftritten beweisen würden, dass ihr tänzerisches Erbe keine vergessene Vergangenheit, sondern die Realität der Gegenwart ist.
Wie auch Landesrat-Vorsitzender László Kreisz hervorhob, sei es schon beim Betreten der Bühne eine Freude gewesen zu sehen, mit welcher Demut und Spannung, gemischt mit Disziplin, sie sich auf das Festival vorbereitet hatten. Daraus werde deutlich, dass sie ihre Mission, die Pflege des Erbes ihrer Vorfahren, ernst nehmen. Mit ihren Tänzen, die aus lokalen Sammlungen stammen, heben sie den Schatz, dessen Bewahrung unsere gemeinsame Verantwortung ist, aus der Vergangenheit in den Alltag.
Bei der Bewahrung der Traditionen haben die Tänzer die komplexeste Aufgabe. Im Bereich Gesang, Musik und Tanz müssen sie ihre Botschaft unter Berücksichtigung zahlreicher Aspekte gestalten. Aus diesem Grund unterstützt die Tanzsektion des Landesrats ihre Vorbereitung kontinuierlich mit Fortbildungen, bei denen renommierte Experten aus verwandten Bereichen sie mit fachlichen Ratschlägen versorgen.
Die Organisatoren luden auch einige von ihnen in die diesjährige Jury ein, namentlich György Ágfalvi (Choreograf, Tanzleiter des Ungarischen Staatlichen olksensembles), Sandra Titanilla Fuchs (Leiterin der Lochberg-Tanzgruppe in Schambek, Volkskundlerin und Expertin für Trachten), Sándor Kaszás (Vorsitzender der Kapellensektion des Landesrats, Landeskapellmeister). Ilona Huszák, Choreografin, ehemalige Büroleiterin des Landesrats) sowie Attila Székely (Techniker des Landesratsarchivs).
Die Jury würdigte die Leistungen in mehreren Kategorien mit Sonderpreisen und dem in diesem Jahr neu aufgelegten Festivalpreis „Goldener Kranz”.
Wie Julianna Szabó, Vorsitzende der Tanzsektion, erklärte, würden im Grunde alle an den Qualifikationswettbewerben teilnehmen, um die Qualifikation Gold zu erreichen. Allerdings würden weder die Qualifikation Silber noch Bronze eine weniger gute Leistung bedeuten. Vor allem, weil die Tanzgruppen, die zum Festival eingeladen wurden, unabhängig von ihrer Qualifikationsstufe in irgendeiner Weise herausragend sind, sodass sie auch ohne Auszeichnung stolz auf sich sein können und ihre Leistung Anerkennung verdient.
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Festivalpreis, der 2006 vom Landesrat als Anerkennung für herausragende Leistungen ins Leben gerufen wurde. Sie ist eine Bronzeskulptur des aus Bohl stammenden Bildhauers Ferenc Trischler, und stellt ein tanzendes Mädchen mit einem goldenen Brautkranz dar.
Der spannendste Moment des Volkstanzfestivals ist immer die Bekanntgabe des Gewinners dieses Festivalpreises, denn dieser Verein darf bis zum nächsten Volkstanzfestival, also drei Jahre lang, die Bronzeskulptur als Anerkennung für seine herausragenden Leistungen beherbergen. Wenn eine Tanzgruppe den Preis bei drei aufeinanderfolgenden Festivals gewinnt, wird sie zum ewigen Besitzer dieser Bronzeplastik, worauf bisher nur ein einziger Verein, die Wemender Tanzgruppe, stolz sein kann.
Sehen wir nun, wer mit welchen Preisen dieses Jahr vom Volkstanzfestival heimkehren durfte:
Festivalpreis „Goldener Kranz”: Ungarndeutsche Tanzgruppe Kier Kategorie Bühnentanz: Ungarndeutsche Tanzgruppe Pußtawam Kategorie Jugendtanzgruppe: Saarer Tanzgruppe Kategorie Mehrgenerationen-Tanzgruppe: Wemender Tanzgruppe Kategorie Traditionelle Bühnenszene: Nadwarer Ungarndeutsche Traditionspflegende Volkstanzgruppe Kategorie Solotanz: Saarer Tanzgruppe – Johanna Stock und Szabolcs Stock Kategorie Musikauswahl: Ungarndeutsche Tanzgruppe Kier und Saarer Tanzgruppe Kategorie Kapellenbegleitung: Kleinturwaller Musikanten Kategorie Herausragende Trachten: Ungarndeutsche Tanzgruppe Pußtawam und Wemender Tanzgruppe Kategorie Tanzauswahl: Ungarndeutsches Folkloreensemble Nadasch Preis für Choreografen: Mihály Mausz Preis für junge Choreografen: Viktória Varga und Szabolcs Stock
Festivalpreis „Goldener Kranz”: Ungarndeutsche Tanzgruppe KierKategorie Bühnentanz: Ungarndeutsche Tanzgruppe PußtawamKategorie Jugendtanzgruppe: Saarer TanzgruppeKategorie Mehrgenerationen-Tanzgruppe: Wemender TanzgruppeKategorie Traditionelle Bühnenszene: Nadwarer Ungarndeutsche Traditionspflegende VolkstanzgruppeKategorie Solotanz: Saarer Tanzgruppe – Johanna Stock und Szabolcs StockKategorie Musikauswahl: Ungarndeutsche Tanzgruppe Kier und Saarer TanzgruppeKategorie Kapellenbegleitung: Kleinturwaller MusikantenKategorie Herausragende Trachten: Ungarndeutsche Tanzgruppe Pußtawam und Wemender TanzgruppeKategorie Tanzauswahl: Ungarndeutsches Folkloreensemble NadaschPreis für Choreografen: Mihály MauszPreis für junge Choreografen: Viktória Varga und Szabolcs Stock
Die Veranstaltung wurde durch die Anwesenheit folgender Persönlichkeiten bereichert: László Kreisz, Vorsitzender des Landesrats, Julianna Szabó, Vorsitzende der Tanzsektion des Landesrats und gleichzeitig Vorsitzende der Jury, Andreas Zwick, stellvertretender Vorsitzender der Tanzsektion des Landesrats, Gábor Agárdi, stellvertretender Vorsitzender der Tanzsektion des Landesrats, sowie Viktória Varga, stellvertretende Vorsitzende der Jugendsektion des Landesrats.
Wie dieses Festival gezeigt hat, ist Musik, Gesang und Tanz eine gemeinsame Sprache, die jeder versteht. Das Erbe des Singens, Musizierens und Tanzens verbindet uns emotional und wird so zu unserer Gegenwart. Die Tänzer leben ihre Identität aktiv aus, ihre gemeinsame Vorbereitung stärkt ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und die Verbindung zwischen den Generationen.
László Kreisz bekräftigte in seinen Schlussworten, dass die Tänzer sicher sein können, dass die Gruppen, die sich mit ihrer Kreativität auf den Weg der Entwicklung begeben, vom Landesrat jede Unterstützung erhalten. Bis dahin wünsche er sich, dass sie ihre Traditionen in ihrem Alltag leben, denn sie selbst sind die wichtigsten Bausteine und Weitervermittler all dessen.
Julianna Szabó und László Kreisz
Wir danken der Fachjury für ihre hilfreichen Ratschlägen und den talentierten Choreografen und engagierten Tänzern für das begeisternde Erlebnis. Wir hoffen, dass wir sie bald wieder bei Veranstaltungen und Fachfortbildungen des Landesrats begrüßen dürfen.
Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und die ungarische Regierung gefördert.
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Übergabe der renovierten Sporthalle und Verleihung von Nationalitätenstipendien im Dienst der ungarndeutschen Bildung
Am 16. Dezember fand im Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen eine Feierstunde von doppelter Bedeutung statt. Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und der Bildungseinrichtung wurde zunächst die vollständig renovierte Sporthalle feierlich übergeben, anschließend erfolgte die Verleihung der Nationalitätenstipendien für Gymnasiasten.
Feierliche Einweihung der Sporthalle
Die Übergabe der erneuerten Sporthalle stellt einen bedeutenden Meilenstein im Rahmen des Institutionssanierungsprogramms der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen dar. Die Investition wurde mit Unterstützung der Regierung Ungarns und unter Mitwirkung der Bethlen-Gábor-Fondsverwaltung realisiert und umfasste ein Gesamtvolumen von 225 Millionen Forint. Die Sanierung erfolgte in zwei Bauphasen: Sie umfasste unter anderem die Erneuerung der Sanitäranlagen und des Abwassersystems, die Modernisierung der Vorhangfassaden und Fenster, die Dachdämmung sowie die elektrotechnischen und mechanischen Systeme. Abschließend wurden Malerarbeiten durchgeführt – eine vollständige bauliche und technische Erneuerung. Infolge der Maßnahmen wurde die Sporthalle sowohl strukturell als auch technisch erneuert und bietet den Schülerinnen und Schülern nun eine moderne, sichere und den heutigen Anforderungen entsprechende Umgebung.
Die Gäste der Feier wurden von Agnes Amrein-Pesti, Hauptdirektorin des Valeria-Koch-Bildungszentrums, begrüßt. An der Veranstaltung nahmen außerdem Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Parlamentsabgeordneter Dr.Péter Hoppál, Richárd Tircsi, Leiter der Nationalitätenabteilung des für kirchliche und Nationalitätenangelegenheiten zuständigen Staatssekretariats im Amt des Ministerpräsidenten, sowie Gregor Gallai, Spitzenkandidat der einheitlichen Landesliste für die Parlamentswahlen, teil.
In seiner Ansprache betonte Miklós Soltész, Staatssekretär für kirchliche und Nationalitätenangelegenheiten im Amt des Ministerpräsidenten, sowohl im Zusammenhang mit der Investition als auch bei der Würdigung der ausgezeichneten Jugendlichen die Bedeutung der Aufmerksamkeit für Details, gemeinschaftlicher Erlebnisse sowie eines qualitativ hochwertigen Bildungs- und Erziehungsumfeldes. Er hob hervor, dass neben den schulischen Leistungen auch das Engagement in der Gemeinschaft – sei es im Sport oder in kulturellen Aktivitäten – einen grundlegenden Wert darstelle. „Wer sich nur um sich selbst kümmert, kann zwar ein Genie werden, findet jedoch nur schwer seinen Platz in der Gesellschaft. Neben den schulischen Leistungen ist die Teilnahme am Gemeinschaftsleben mindestens ebenso wichtig“, unterstrich der Staatssekretär.
Soltész kündigte zudem an, dass die diese Bildungseinrichtung betreffenden Entwicklungen nicht abgeschlossen seien und weitere Modernisierungen – unter anderem die Erneuerung des Sporthallenbodens – geplant seien.
Verleihung der Nationalitäten-Studienstipendien
Im Anschluss an die Übergabe der renovierten Sporthalle fand die feierliche Verleihung der Nationalitätenstipendien statt. Ziel des vom zuständigen Staatssekretariat ausgeschriebenen Stipendienprogramms ist die Unterstützung von Nationalitätenschülerinnen und -schülern mit hervorragenden schulischen Leistungen sowie aktivem Engagement im Gemeinschaftsleben. In diesem Jahr wurden zehn ungarndeutsche Jugendliche ausgezeichnet, die das Gymnasium in Fünfkirchen absolvieren. Vom Klara-Leőwey-Gymnasium erhielten Zsófia Bak, Gerda Kamilla Mintál, Regina Mogyorósi und Réka Napsugár Pohl ein Stipendium. Das Valeria-Koch- Bildungszentrum wurde durch Nikoletta Erika Anta, Richard Heil, Péter Jászberényi, Marcell Schmidt, Marcell Takács und Léna Virth unter den Preisträgerinnen und Preisträgern vertreten.
In ihrer Ansprache an die Ausgezeichneten hob Agnes Amrein-Pesti hervor, dass diese Jugendlichen Vorbilder für ihre Mitschüler seien. Sie betonte, dass das Stipendium nicht nur die aktuellen schulischen Leistungen unterstütze, sondern auch eine wichtige Hilfe bei der Vorbereitung auf ein Hochschul- bzw. Universitätsstudium darstelle, und ermutigte die Jugendlichen, ihr erworbenes Wissen später zum Nutzen ihrer engeren und weiteren Gemeinschaft einzusetzen.
Die feierliche Veranstaltung wurde von einem kulturellen Programm begleitet: Die deutsche Nationalitätentanzgruppe der Oberstufe sowie ein aus Lehrkräften und Schülerinnen bestehender Chor traten auf. Den Abschluss bildete ein freundschaftliches Lehrer-Schüler-Fußballspiel in der erneuerten Sporthalle, bei dem der Staatssekretär den symbolischen Anstoß ausführte.
Das Valeria-Koch-Bildungszentrum, das zwei Kindergärten, eine Grundschule, ein Gymnasium sowie ein Schülerwohnheim betreibt, zählt zu den bedeutendsten Bildungseinrichtungen der ungarndeutschen Gemeinschaft. Gemeinsam mit seinem Träger, der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, engagiert es sich konsequent für die Stärkung der Nationalitätenbildung, der Talentförderung und des gemeinschaftlichen Lebens.
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Am 31. November fand im Lenau-Haus in Fünfkirchen die Feier zum 40-jährigen Bestehen des Nikolaus-Lenau-Kulturvereins statt. In würdigem Rahmen erinnerten wir uns an die vergangenen vier Jahrzehnte und an all jene, die über lange Jahre hinweg mit Herz und Engagement für die Bewahrung unserer ungarndeutschen Traditionen gearbeitet haben.
Jubiläumsfeier im Lenau-Haus
Der erste Redner des Abends war Vereinsvorsitzender János Flódung. In seiner Ansprache rief er die Umstände der Gründung im Jahr 1985 und jenen mutigen, wegweisenden Geist in Erinnerung, der damals die Selbstorganisation der ungarndeutschen Gemeinschaft prägte. Er betonte, dass der Lenau-Verein von Beginn an eine wichtige Mission übernommen habe: die Pflege der Muttersprache, die Bewahrung der Traditionen und die Sichtbarmachung der ungarndeutschen Kultur in der Branau – all dies in einer Zeit, in der dieses Engagement gesellschaftlich wie politisch besondere Verantwortung bedeutet habe. Er erinnerte daran, dass die Gründergeneration – die Nachkommen der einstigen Ansiedler sowie die ihre Identität erneut bekennenden „Babyboomer“ – entscheidend dazu beigetragen habe, dass das Ungarndeutschtum nicht in Vergessenheit geriet. Eines der stärksten Motive seiner Rede war jene bis heute lebendige, symbolische Frage, die bei vielen schwäbischen Begegnungen erklingt: „Na, seid’r aa too?” („Seid ihr auch hier?“) Eine Frage, die das gesamte historische Erlebnis und die Zusammengehörigkeit vieler Generationen in sich trägt. Zum Jubiläum wünschte Flódung, dass diese Frage noch lange Ausdruck des lebendigen Fortbestands unserer Gemeinschaft sein möge.
János Flódung
Anschließend hielt Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), ihre Festrede. Sie hob hervor, dass der Lenau-Verein seit vier Jahrzehnten eine prägende Institution des ungarndeutschen Kulturlebens sei: ein Begegnungsort, ein Zuhause und ein Gemeinschaftsraum für Vertriebene wie für Heimatverbliebene gleichermaßen, und Gastgeber unzähliger bedeutender Veranstaltungen. Sie erinnerte an die langjährige, enge Zusammenarbeit zwischen der LdU und dem Verein, die sich unter anderem in der Renovierung des Gebäudes im vergangenen Jahr und der kontinuierlichen Unterstützung des Vereins widerspiegelt. Sie betonte, dass nun die Zeit gekommen sei, das erneuerte Lenau Haus wieder mit Leben zu füllen – mit Programmen, Veranstaltungen sowie Angeboten für Jugend und Senioren. Abschließend rief sie die Mitglieder dazu auf, den Geist des Vereins weiterzutragen und dieses Erbe an die nächsten Generationen weiterzugeben.
Ibolya Hock-Englender
Das Festprogramm bereicherte das Männertrio „Die Drei Schwowe“ mit einem authentischen ungarndeutschen Liedstrauß. Im Anschluss sahen die Gäste einen Rückblicksfilm, den Dr. Eva Gerner, Vorstandsmitglied des Vereins, aus dem Archivmaterial des ungarndeutschen TV-Magazins „Unser Bildschirm“ zusammengestellt hatte. Den musikalischen Ausklang des Abends gestaltete die in den ungarndeutschen Kreisen äußerst beliebte Schnaps Kapelle.
dr. Gerner Éva
Wir gratulieren dem 40-jährigen Lenau Verein von Herzen und wünschen weiterhin viele erfolgreiche und inhaltsreiche Jahre im Dienste unserer Gemeinschaft!
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Wie jedes Jahr um diese Zeit, fand an der Raaber deutsch-ungarischen Begegnungsschule am 5. Dezember die traditionelle Bandweihe statt, bei der die insgesamt 60 angehenden Abiturienten des Jahrgangs 2025/26 gefeiert wurden.
Nach dem Eröffnungswalzer der Klasse 12a begrüßte Schulleiterin Katalin Tálos die anwesenden Ehrengäste, Lehrkräfte, Eltern, Angehörigen und selbstverständlich die Hauptakteure der feierlichen Veranstaltung, die Schüler der drei Abiturklassen, aufs Herzlichste.
In ihrer Festrede hob die Schulleiterin die Bedeutung dieser besonderen Feier hervor: „Heute Abend bleibt die Zeit für einen Moment stehen. Wir blicken zurück auf den gemeinsamen Weg und spüren dabei, dass etwas zu Ende geht, aber zugleich etwas Neues beginnt.“ Des Weiteren zog sie die Parallele zwischen der Stimmung der Feier, die eine Mischung aus Rührung, Stolz, Dankbarkeit und Fröhlichkeit sei und dem Leben an sich, worauf sie sich nun vorbereiten.
Den Walzer-Choreografien der Klassen 12b und 12c folgte das Highlight der Bandweihe, das feierliche Anstecken der Bänder. Die Schulleiterin und die Klassenleiter des Abiturjahrgangs steckten allen Schülern das Symbol des bevorstehenden Abiturs an, was jedes Jahr ein bewegender Moment ist. Das Band symbolisiert den wichtigsten Meilenstein der Schulzeit, darüber hinaus steht es für den Erwerb von Wissen, Kompetenzen, Werten und Erfahrungen sowie Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft.
Nachdem die Klassenlehrer des Abiturjahrgangs und eine Schülerin des 11. Jahrgangs in ihren Ansprachen die gemeinsamen Jahre gewürdigt, an besondere Ereignisse und Erlebnisse erinnert – und nicht zuletzt erfolgreiche Vorbereitung und Glück für die Abiturprüfungen gewünscht hatten – folgte der unbeschwerte Teil der Veranstaltung.
Die Klasse 12aDie Klasse 12bDie Klasse 12c
Die Abiturklassen ließen mit Hilfe kurzer Videofilme die erinnerungswürdigsten und auch witzigsten Ereignisse ihrer Schuljahre Revue passieren. Richtig ausgelassene Stimmung verbreiteten schließlich die temperamentvollen Tanzaufführungen der Klassen, die vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt wurden.
Den Schlussakkord der feierlichen Bandweihe bildete der gemeinsame Walzer, zu dem die Schüler ihre Eltern aufforderten. Dieser Tanz war vielleicht der berührendste Moment der Veranstaltung und gleichzeitig ein außergewöhnlich emotionales Eltern-Kind-Erlebnis.
Die Audi Hungaria Deutsche Schule Győr legt gesteigerten Wert darauf, mit Festen dieser Art und der Wahrung von deutschen und ungarischen Traditionen die Bedeutung interkultureller Begegnung in den Fokus zu rücken.
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Am Mittwoch, dem 3. Dezember, wurde im Haus der Ungarndeutschen in Organisation des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und BIbliothek (Zentrum) und des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) der neue Gedichtband zart-rau der ungarndeutschen Dichterin Angela Korb präsentiert.
Angela Korb und Margot Wieser
Zu Beginn begrüßte Zentrum-Direktorin Angelika Erdélyi-Pfiszterer die Anwesenden herzlich und stellte die Autorin sowie Margot Wieser vor, die im Rahmen des Programms sowohl ein Gespräch mit der Dichterin führte als auch ausgewählte Gedichte aus dem Band vorlas. Anschließend richtete Johann Schuth, 1. Vorsitzender des VUdAK, ein Grußwort an das Publikum. Er betonte die Freude darüber, dass es gelungen sei, den Band in diesem Jahr zu veröffentlichen, und dankte dem Zentrum für die Übernahme der Druckkosten.
Angelika Erdélyi-PfisztererJohann Schuth
Angela Korb wurde 1982 in Fünfkirchen/Pécs geboren. Sie wuchs in Hetfehell/Hetvehely, einem assimilierten ungarndeutschen Dorf in Südungarn, auf, wo sie die Grundschule besuchte. Sie maturierte am Deutschen Klassenzug des Fünfkirchner Leőwey-Gymnasiums. Nach dem Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Fünfkirchen arbeitete sie als Journalistin bei der Neuen Zeitung, zurzeit ist sie Producerin im Budapester Korrespondentenbüro des Österreichischen Rundfunks und Fernsehens (ORF). Ihre Gedichte und Prosastücke sind in der Neuen Zeitung, in der Literatur- und Kunstbeilage Signale und in Anthologien (Erkenntnisse 2000, ZeiTräume, Seitensprünge, Die 5. Deutschsprachige Literatur, heute, Stille Winkel – Csendzugok) zu lesen. 2011 erhielt sie den Förderpreis des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg. Sie ist die 2. Vorsitzende des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK).
Angela Korb
Im Gespräch mit Margot Wieser erläuterte Angela Korb, dass die 54 Texte des Bandes aus den letzten zwanzig Jahren ihres Schaffens stammen. Bei der Zusammenstellung sei ihr wichtig gewesen, einen roten Faden zu schaffen – eine thematische und emotionale Linie, die als verbindendes Element und zugleich als „Schirm“ über den Gedichten fungiere. Viele der Gedichte befassen sich mit der Liebe, insbesondere mit ihrer verletzenden, schmerzhaften und schwermütigen Aspekten, die das Leben nachhaltig prägen, mit denen sie sich in den vergangenen Jahren intensiv auseinandergesetzt habe. Sie hoffe, so die Autorin, die richtige Reihenfolge gewählt zu haben, um diese innere Struktur für die Leser nachvollziehbar zu machen. Margot Wieser bestätigte dies und betonte, dass die Gedichte mehrfaches Lesen verlangen, um ihre Tiefe zu erfassen.
Margot WieserBuchpräsentation im HdUBuchpräsentation im HdUBuchpräsentation im HdU
Die Veranstaltung bot einen eindrucksvollen Einblick in die poetische Welt der zeitgenössischen ungarndeutschen Dichterin Angela Korb und zog zahlreiche Literaturinteressierte an.
* Der Gedichtbant kann für 900,- Forint beim VUdAK unter vudak15@gmail.com bestellt werden.
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Organisatoren: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler
Förderer der Veranstaltung: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)
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Die Dachsanierung des im gemeinsamen Eigentum der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und der Selbstverwaltung der Stadt Werischwar stehenden Gebäudes des Friedrich Schiller Gymnasiums und Schülerwohnheims wurde in drei Bauabschnitten geplant. Die Planungsarbeiten wurden vom Unternehmen „Vándorépítész Tervező és Szolgáltató Kft.“ im Auftrag der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen durchgeführt. Der 1. und 2. Bauabschnitt wurden gemäß den Planungsunterlagen bis 2022 erfolgreich abgeschlossen.
Die 3. Bauphase umfasst die Erneuerung der Dachkonstruktion des Internats, des Theatersaals, der Aula und der Sporthalle. Die Sanierung des über dem Theatersaal gelegenen Dachbereichs wurde mit der Mitwirkung der städtischen Selbstverwaltung von Werischwar durchgeführt; die technische Übergabe und Abnahme der Investition erfolgte am 30. August 2025.
Im Jahr 2025 setzt die Stadtverwaltung die Umsetzung des 3. Bauabschnitts fort, in dessen Rahmen das Dach über der Aula erneuert werden kann.
Im Zusammenhang mit der Finanzierung der Dachsanierung reichte die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen im März und Oktober 2025 Förderanträge beim Staatssekretariat für Nationalitäten im Amt des Ministerpräsidenten ein. Die entsprechenden Förderurkunden wurden im Mai bzw. Oktober von der Bethlen-Gábor-Fondsverwaltung ausgestellt.
Das für die Ausführungsarbeiten ausgeschriebene öffentliche Vergabeverfahren wurde am 15. September 2025 eingeleitet und erfolgreich abgeschlossen. Der Vertrag mit dem erfolgreichen Bieter, der Firma „Pilisi Pléh-Boy Kft.“, wurde am 31. Oktober unterzeichnet. Die Übergabe des Baufelds fand am 14. November statt. Dem Vertrag zufolge beträgt die Frist für die vollständige Fertigstellung der Bauarbeiten 120 Tage ab Übergabe des Baufelds.
Das Projekt wird mit der finanziellen Unterstützung der Regierung von Ungarn über die Bethlen-Gábor-Fondsverwaltung im Amt des Ministerpräsidenten verwirklicht. Der Fördergeber stellte im Förderbescheid mit der Nummer NEMZ-E-25-0081 eine Unterstützung in Höhe von 50 000 000 Forint und im Förderbescheid NEMZ-N-25-0209 eine weitere Unterstützung von 100 000 000 Forint für die Umsetzung der Investition bereit.
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Am 28. November wurde in der Bohler Allgemeinbildenden Kunst- und Grundschule der Branauer Deutsche Gesangswettbewerb organisiert, zu dem Schüler aus den Komitaten Branau/Baranya und Schomodei/Somogy in verschiedenen Kategorien mit frei gewählten Volksliederkränzen erwartet wurden. Der Einsatz war nicht unsonst: Es ging um den Einzug ins Landesfinale des zweiten ungarndeutschen Gesangswettbewerbs, das im April 2026 in Budapest ausgetragen wird.
Lilla Bacsi und Sára Hanna Lőrincz
Aber viel wichtiger ist, dass wir unser Liedgut den Kindern so weitergeben können, dass unsere schönen Volkslieder mit Freude gesungen werden, denn diese bereichern unsere Persönlichkeit, beruhigen unsere Seele und durch ihre Lehre geben sie uns praktische Ratschläge, die auch heute noch gültig sind. Als Lehrerinnen finden wir es immer schön, mit den Kindern unsere Volkslieder einüben zu können, denn es erweckt in uns Emotionen und Erinnerungen an unsere Ahnen. Diese positiven Gefühle spüren die Kinder, so trägt dieser Prozess auch zu ihrer positiven Einstellung ihrer Nationalität gegenüber bei, und stärkt ihr Identitätsgefühl.
Der Mädchenchor aus Gereschlak
Die Lehrkräfte unserer Schule bemühten sich, eine zum Gesangswettbewerb passende echt ungarndeutsche Dekoration zu schaffen, so bastelten sie auch eine Fotowand. Blaufärbermuster war überall prägend, damit die Gäste auch ein Stück Kultur aus Bohl/Bóly als Erinnerung mit nach Hause nehmen können.
Hanna Katona und Ákos Rőth
Ab 13.00 Uhr war es endlich so weit. Unsere Mädels in Tracht empfingen die Gäste an der Eingangstür mit einem Rosmareinzweig. Bei der Registration meldeten sich 52 Kinder an. Die Trachten kamen aus den Koffern und anhand dieser sah man bereits, woher die Bewerber gekommen sind. Auf der Flur hörte man schon die Proben und das Einstimmen der Sänger. Ein Geruch von Heimat zieht auch durch die Flur, denn frisch gebackene Peköschkipfel und Pogatschen durften alle nach Lust kosten.
Kleiner Chor aus Lantschuk
Um 14.00 Uhr war die offizielle Eröffnung. Die Mitglieder der Tanzgruppe „Fröhliche Bohler” eröffneten den Wettbewerb mit einer Choreografie, wozu die musikalische Unterstützung die Blaskapelle der Schule sicherte. Direktorin Ágnes Far-Czinner begrüßte alle und bat die Gäste darum, mit den Kindern die Hymne der Ungarndeutschen zu singen. Danach stellte LdU-Regionalbüroleiter Zoltán Schmidt die Jury vor und erklärte die Kriterien sowie die Kategorien. 21 Bewerber aus 7 Grundschulen in den Kategorien Solo, Duo und kleiner Chor kamen nacheinander an die Reihe. Mehr als 40 ungarndeutsche Volkslieder waren zu hören.
Die Tanzgruppe „Fröhliche Bohler”
Es war herzergreifend, wie schön einige auch mit den Augen sangen, wie sie sich mit dem Musiker am Akkordeon ergänzten.
Auch die Schülerinnen unserer Schule präsentierten sich im Wettbewerb – als Solistinnen, im Duett und im kleinen Chor. Die Jury beriet lange nach den Auftritten, denn sowohl unsere als auch die Schüler der teilnehmenden Schulen zeigten hervorragende Leistungen. Es war wunderbar zu sehen, dass die Hände zwar vor dem Wettbewerb schweißnass waren, die Sänger aber während des Auftritts mit funkelnden Augen, lächelnd und selbstbewusst in Tracht vor dem Publikum standen.
Chor der Klasse 5c1 der Bohler Gfundschule
5 Produktionen von 21 haben sich fürs Landesfinale qualifiziert, so werden wir sie in April auch in Budapest hören können.
Die Ergebnisse:
Bohler Grundschule
Aus der Klasse 2a erhielt Amina Kovács in der Kategorie Solo die Qualifizierung Gold.
Der Kleinchor der Klasse 3c – Bodza Angyal-Finok, Veronika Major, Júlia Keresztes, Héla Nadin Hosszú, Odett Kelbert, Manna Koch, Sára Porteleki – erhielt ebenfalls die Qualifizierung Gold und kam weiter.
Der Kleinchor des 5.Jahrgangs – Viola Gayer, Johanna Gayer, Amira Kökény, Napsugár Léna Hosszú, Gerda Vajta und Gréti Morvai – erhielt die Qualifizierung Gold und kam weiter.
Der Kleinchor der Klasse 5.c1 – Viola Gayer, Johanna Gayer, Johanna Schrempf, Alessia Johanna Vitoria Albinus, Bernadett Lang, Jázmin Fehérvári und Panna Horony – erhielt die Qualifizierung Gold und kam weiter.
Boglárka Lang und Lara Dékány im Duett erhielten einen Silberrang.
Réka Kelbert und Bora Magda Walter ebenso im Duett erhielten auch einen Silberrang.
Hanna Katona und Ákos Rőth erhielten in der Kategorie Duett einen Bronzerang.
Aus der Klasse 8c erhielten Janka Kamilla Kovács und Dalma Luca Csótó im Duett einen Silberrang und qualifizierten sich laut Entscheidung der Jury weiter.
Aus der Klasse 8c erhielten Dávid Bohner, András Maul, Kristóf Szabó, Andor Walter, Bernát Lelkes und Ádám Stréb einen Bronzerang.
Grundschule Ratzpeter/Újpetre
Lilla Bacsi in der Kategorie Solo erreichte Gold mit Auszeichnung.
Lilla Bacsi und Sára Hanna Lőrincz bekamen Gold mit Auszeichnung und kamen weiter.
Kalász-Grundschule Schomberg/Somberek
Lilianna Móczó erhielt Gold mit Auszeichnung.
Grundschule Lantschuk/Lánycsók
Dóra Féth erreichte in der Kategorie Solo Bronz.
Debóra Csonka-Tari, Dóra Féth und Csilla Barbara Major erreichten in der Kategorie Kleinchor die Qualifizierung Bronz.
Luca Anyádi erreichte in der Kategorie Solo die Qualifikation Silber.
Martin Kretz erreichte in der Kategorie Solo die Qualifikation Bronze.
Széchenyi-Grundschule Mohatsch/Mohács
Lilien Jegyugya erreichte in der Kategorie Solo die Qualifikation Silber.
Bence Jakab, Ákos Kollár und Dávid Küllei erhielten in der Kategorie Kleinchor die Qualifikation Bronze.
Anna Kollár, Eszter Korsós, Emília Klász, Olívia Székelyi erhielten in der Kategorie Kleinchor die Qualifikation Silber.
Filialschule Gereschlak/Geresdlak der Deutschen Nationalitätengrundschule János Kodolányi
Zselyke Eszter Szabó-Bartos, Virginia Vivien Váradi, Boglárka Schveibert, Lisbeth Apaceller, Írisz Dévai, Elizabet Rita Frank, Kinga Nagyéri, Zsófia Vida erreichten in der Kategorie kleiner Chor die Qualifizierung Silber.
Wir gratulieren von Herzen allen Teilnehmern, den betreuenden Lehrkräften sowie den Organisatoren des Wettbewerbs!