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Im Herbst stand neben dem Jahresabschluss auch schon die Planung für das nächste Jahr im Vordergrund. Die Sektionen Chor und Kirchenmusik des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen wollten mit einer Fortbildung für Chorleiter und Kantoren am 8. November in Wesprim Hilfe bei der Vorbereitung auf die Veranstaltungen im Frühjahr leisten.
Landesrat-Fortbildung für Chorleiter und Kantoren in Wesprim
Die Teilnehmer nahmen an einem fundierten Fachprogramm teil, das auf drei Säulen beruhte. Sie erhielten nützliche Anleitungen für eine effektive Chorleitung, eine harmonische musikalische Begleitung und die Auswahl liturgischer Volkslieder, die für die Aufrechterhaltung des deutschsprachigen Glaubenslebens notwendig sind.
Die Hauptthemen der Ausbildung waren:
Praktiken zur Erzielung eines gesunden Chorklangs,
Techniken für reinen Gesang,
Harmonie zwischen Chorleiter und Harmonikaspieler für eine schöne Begleitung,
Verwendung deutschsprachiger Volkslieder im Kirchenjahr,
Quellen und Orgelnoten für Kantoren und Chöre.
Während der Fortbildung betonte László Kreisz, der Vorsitzende der Organisation, dass eine der wichtigsten Aufgaben des Landesrates darin bestehe, einen zuverlässigen, authentischen fachlichen Hintergrund zu bieten und einen stabilen Bezugspunkt für Chorleiter und Kantoren zu sein. Ziel ist es, dass die Chöre bei ihren Auftritten und in der heiligen Messe Volkslieder und Kirchenlieder aus authentischen Quellen singen, die das Fortbestehen der gesungenen Muttersprache gewährleisten.
Landesrat-Fortbildung für Chorleiter und Kantoren in Wesprim
Als erste Referentin sprach Hajnalka Pfeifer-Takács, selbst praktizierende Kantorin, über einen der schönsten Festkreise, die Adventszeit, und die kirchlichen Gesänge, Bräuche und Liturgien des neuen Jahres, und versorgte die Anwesenden auch mit einer entsprechenden Notensammlung. Sie machte die Kantoren darauf aufmerksam, dass es wichtig sei, die noch auffindbaren lokalen Kirchenlieder zu sammeln, wie sie und ihre Kollegen es in der Region Bakony getan haben. Es gibt bereits fünf Notenhefte, die zusammen mit vollständigen Festmessen-Skripten gedruckt und an die Kantoren der Region verteilt wurden, um ihnen bei ihrer Arbeit zu helfen.
Hajnalka Pfeifer-Takács
Dann hielt Mónika Fazekas-Gombár, Vizevorsitzende der Chorsektion, einen Vortrag über die Niederschrift deutscher Volkslieder und die Variationen der Mehrstimmigkeit der Lieder. Sie betonte, wie groß die Verantwortung all jener sei, die eine Gemeinschaft in eine bestimmte Richtung lenken möchten, wie beispielsweise die anwesenden Chorleiter und Kantoren. Der Landesrat sei genau in dieser Hinsicht ihr Partner und unterstütze sie dabei, ihren Chören aus authentischen Quellen stammende, anspruchsvolle Lieder beizubringen. Sie machte auch darauf aufmerksam, dass man die noch auffindbaren lokalen Melodien in irgendeiner Form, beispielsweise in Form von kurzen Tonaufnahmen, festhalten solle, damit diese später an Fachleute weitergeleitet und notiert oder möglicherweise in Buchform veröffentlicht werden könnten. Anschließend erläuterte sie die Methode der Niederschrift von Volksliedern und stellte ihr gemeinsam mit Michael Frühwirth verfasstes Buch „Schwäbische Lieder und Sprüche aus Wetschesch” vor. Es ist eine große Verantwortung, aber auch ein großer Stolz, wenn es jemandem gelingt, einen Teil der Kultur unserer Vorfahren in gedruckter Form zu verewigen.
Mónika Fazekas-Gombár
Anschließend erläuterte Norbert Sax, welche Rolle ein Akkordeonist bei einer Choraufführung spielt und wie er diese mit seiner Instrumentalbegleitung subtil untermalt. Anhand praktischer Beispiele veranschaulichte er die Möglichkeiten, die sich in den Einleitungen und Zwischenspielen für das Akkordeon bieten. Nach der Einleitung, wenn die Melodie schön erklingt, ist es wichtig, dass der Chor und die Begleitung eine harmonische Einheit bilden, dass die Akkordeonbegleitung nicht zu laut ist, sondern die Darbietung bereichert und verschönert. Es lohnt sich, die Melodie auf verschiedene Arten zu spielen, um den Charakter des Liedes zu verstärken, aber es ist wichtig, dass das Akkordeonspiel nicht die Aufmerksamkeit ablenkt. Er legte die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb des Chores fest, wonach der Chorleiter die Person ist, die den Chor leitet. Er warnte alle vor stilfremden Elementen und hält es für wichtig, den Charakter der Volkslieder zu bewahren.
Norbert Sax erläuterte, welche Rolle ein Akkordeonist bei einer Choraufführung spielt
Krisztina Fódi, Vorsitzende der Chorsektion, gab nützliche Ratschläge für die Zusammenstellung eines Liederstraußes und erläuterte, wie man den thematisch, tempomäßig, klanglich und stimmlich abwechslungsreich gestalten und wie die Instrumentalbegleitung den Gesang des Chores unterstreichen kann. Anschließend gab sie ein Drehbuch für die Chorprobe und veranschaulichte mit Stimmbildungsübungen die richtige Atemtechnik und die Bedeutung der Körperhaltung. Neben den grundlegenden ungeschriebenen Regeln hält sie es für wichtig, dass Chorleiter ihren individuellen Stil durchsetzen und sich trauen, ihre Kreativität einzusetzen. Sie ermutigte sie ebenfalls, Lieder zu sammeln, solange die Ältesten mit ihrem alten Wissen noch unter uns sind.
Krisztina Fódi und Norbert Sax
Als Abschluss der Fortbildung hielt László Szax einen Vortrag über Kirchenlieder. Er gab nützliche Ratschläge, nach welchen Kriterien man kirchliche Lieder auswählen sollte, wenn der Chor zu einer heiligen Messe eingeladen wird und mit der Gestaltung der Messe betraut wird. Er empfiehlt, nach Möglichkeit heimische, gesammelte und notierte Lieder auszuwählen, da diese vor Ort viel authentischer sind. Er versicherte den Kantoren, dass die Sektion ihnen gerne mit Ratschlägen und Liedern zur Seite steht, wenn sie Hilfe benötigen.
László Szax
Zum Abschluss des ereignisreichen Tages dankte Landesrat-Vorsitzender László Kreisz den Referenten für ihre fachliche Arbeit und all die Informationen, mit denen sie die Teilnehmer der Fortbildung versorgt hatten. Den Chorleitern und Kantoren riet er, nicht nur ihr musikalisches Wissen, sondern auch das gute Gefühl, mit dem sie Tag für Tag ihre Arbeit verrichten und das in der Seele jedes einzelnen Sängers und Chorleiters schlummert, in sich aufzunehmen. Der Landesrat möchte dieses gute Gefühl, dieses Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft, in ihnen stärken, damit sie ihre ungarndeutsche Identität im Alltag mit Freude und Unbeschwertheit leben können und dies bei jedem Auftritt auch auf der Bühne auf das Publikum übergreift.
Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und der Regierung Ungarns gefördert.
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Zum siebzehnten Mal ging Blickpunkt – Wettbewerb der Bilder zu Ende. Insgesamt 220 Fotos, Archivbilder und Postkarten sind diesmal eingetroffen. Es wurden drei Hauptpreise und sieben Sonderpreise vergeben. Die Preisverleihung fand auch heuer online statt, die Sendung können Sie hier ansehen:
Die Preisträger
Hauptpreis – Kategorie Foto:
Mária Faluhelyi-Hock: Spiegelbild Wenn wir in den Spiegel blicken, sehen wir nicht nur uns selbst, wir sehen auch das Erbe unserer Vorfahren. In der ungarndeutschen Tracht wird die Vergangenheit lebendig und erinnert uns daran, woher wir kommen.
Hauptpreis – Kategorie Archivbild:
Zsolt Tóth: Maler Das Foto wurde in den 1930er Jahren gemacht und zeigt den Maler István Glück aus Waschkut/Vaskút sowie seine Kollegen. An der Hauswand ist ein wunderschönes Motiv zu sehen, das mit einer Schablone angefertigt wurde, die einer von ihnen in der Hand hält. Das Foto ist Eigentum der Deutschen Selbstverwaltung Gara und stammt aus dem Nachlass von Stefan Ziel.
Hauptpreis – Kategorie Postkarte:
Gergő Ruip: Sommerfest Zu Beginn der Messe beim Sommerfest in Bonnhard/Bonyhád
Sonderpreis des Zentrums:
György Cserkuti: Klane Spitzbübin – Hurra, es wird gleich getanzt! Der erste Auftritt unserer jüngsten Tänzer beim 70. Jubiläum des Donauschwäbischen Volkstanzensembles Werischwar/Pilisvörösvár
Sonderpreis der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen:
Dalma Lajosbányai-Erb: Die Jahre vergehen Die Jahre vergehen, aber die Traditionen bleiben mit uns.
Sonderpreis der Neuen Zeitung:
Richárd Handler: Hausbau Als die Häuser noch gemeinsam von der Gemeinschaft gebaut wurden…
Sonderpreis des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler:
Christina Pats: Sonnenaufgang im Oktober – Kalvarienberg in Saar/Szár Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Wenn ich einige Minuten früher losfahre, dann ist es noch dunkel, ein paar Minuten später ist die Sonne schon auf dem Himmel. Kontraste im Oktober!
Sonderpreise der Zeitschrift Barátság:
Deutsche Nationalitätentanzgruppe Schemling: Die Familie Mutter und Vater mit dem Neugeborenen in Alltagstracht. Das Foto wurde von Nóra Vörös gemacht.
Andrea Peller: „Es scheint der Mond so hell” – nein, die Sonne!
Sonderpreis der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher:
Bianka Faluhelyi: Ausruhen nach der Ernte Nach einem langen Tag eine Pause zwischen den Maiskolben, so war das Leben früher auf dem Land. Arbeit, Spiel, Lachen und Gemeinschaft: Die Herbsternte war immer auch ein Fest des Miteinanders.
Förderer: Bethlen Gábor Fondsverwalter des Ministerpräsidiums (NKUL-KP-1-2025/3-000467)• Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen • Zeitschrift Barátság • Neue Zeitung • Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler • Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher • MTVA: Unser Bildschirm, Treffpunkt am Vormittag.
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Zum siebzehnten Mal ging Blickpunkt – Wettbewerb der Bilder zu Ende. Insgesamt 220 Fotos, Archivbilder und Postkarten sind diesmal eingetroffen. Es wurden drei Hauptpreise und sieben Sonderpreise vergeben. Die Preisverleihung fand auch heuer online statt, die Sendung können Sie hier ansehen:
Die Finalisten von Blickpunkt 2025:
Gergő Ruip: Letzte HandgriffeGyörgy Cserkuti: Klane SpitzbübinZsolt Tóth: Musik überallKároly Molnár: „Fotografieren wir uns!”Katalin Bachmann: JännerfrostLéna Fulajtár-Bachmann: Gelobt sei Jesus ChristusChristina Pats: Sonnenaufgang im Oktober – Kalvarienberg in Saar/SzárCsilla Susi Szabó: Patschker on Tour – Agility-TurnierLevente Vahl: Von Generation zu GenerationFranciska Erb: Kleines Mädchen auf dem HerbstfeldBawazer Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung: Bawazer Braut und BräutigamCsilla Fejes: Ein Blick in ein Hartauer ZimmerVivien Kresz-Tóth: Ein Lächeln in TrachtMária Faluhelyi-Hock: SpiegelbildAnna Lili Szabó: Pferdekutsche, Akkordeon, Tracht, Berliner Tuch, WeinsammlungRéka Kirch-Máté: Nachlass unserer GroßmütterDeutsche Nationalitätentanzgruppe Schemling: Die FamilieAndrea Peller: „Es scheint der Mond so hell” – nein, die Sonne!Levente Vahl: Solange ich lebe und solange er lebtAnna Erb: GlücksbringerDalma Lajosbányai-Erb: Die Jahre vergehenBianka Faluhelyi: Ausruhen nach der ErnteZsolt Tóth: MalerGregor Gallai: Familie Gosolics (Gallai)Krisztina Gommermann: Kapelle unbekannten Namens aus Mutsching/MucsiKlára Hideg: Mädchenklasse in Kosart/Egyházaskozár, 1928Richárd Handler: Näherinnen in Bohl/BólyKindergarten Tarian: Gruppenbild im Kindergarten von Tarian/Tarján, 1932Richárd Handler: HausbauBeatrix Holdosi-Cser: József Reidl, der Akkordeonist aus Dörötschke/SomogydöröcskeMárta Biró: Familie Tossenberger in den 1930er JahrenKároly Molnár: Die erste HochzeitBarnabás Matuszek: Großmutter vor dem HausMárta Gubó-Mártai: Lustige BurschenAnita Reinicz: Junge Frau in Festtracht, Herczegfalva (heute Herzogendorf/Mezőfalva), 1915Gergő Ruip: SommerfestKrisztina Schmidt-Gubó: Pist scho taham?Krisztina Gommermann: Mein Heimatdorf Mutsching/MucsiHanna Till: Wenn Tradition auf Moderne trifftRéka Kirch-Máté: Traditionspflege in Bonnhard/BonyhádDeutsche Nationalitätentanzgruppe Schemling: Grüß Gott in Schemling/VértessomlóAnna Lili Szabó: „Koch mit, mach mit” – Bonnhard/BonyhádBeáta Mária Farkas: „Brautmode” auf Puppen geträumtCsilla Fejes: Die Hartauer Tracht in BildernMárta Szepesi-Magyar: Hochzeit in der Schule
Gergő Ruip: Letzte Handgriffe Im Mai 2025 fand in Hidasch/Hidas eine schwäbisch-szeklerische Hochzeit statt. Die wunderschöne Braut wurde mit größter Sorgfalt auf den großen Tag vorbereitet.
György Cserkuti: Klane Spitzbübin – Hurra, es wird gleich getanzt! Der erste Auftritt unserer jüngsten Tänzer beim 70. Jubiläum des Donauschwäbischen Volkstanzensembles Werischwar/Pilisvörösvár
Zsolt Tóth: Musik überall Musik kann man überall machen. Zu Hause, im Konzert, auf dem Ball, mit Freunden oder auch im Freien. Mein Großvater Anton Fulcz war schwäbischer Akkordeonist, und seit vier Jahren lernen sowohl mein Sohn Zsigmond als auch ich Akkordeon spielen. Das Foto entstand im Mai 2024 außerhalb von Gara nach einem Dorffest, wo wir die Wunder der Natur ausnutzten und auch musizierten.
Károly Molnár: „Fotografieren wir uns!” Anlässlich der Veröffentlichung der Jubiläums CD des Deutschen Nationalitätenchors von Gant/Gánt organisierten wir ein Fotoshooting im Ganter Bauxitbergwerk. Bei der fröhlichen Veranstaltung folgten auch die Sängerinnen und Sänger dem Motto vom Blickpunkt: „Fotografieren wir uns!“ Ich wiederum, als begeisterter Fotoreporter (oder eher als Paparazzo), hielt den Moment fest, als sie sich gegenseitig und auch selbst fotografierten.
Katalin Bachmann: Jännerfrost Die Tarianer Kellerreihe „Kisszállás” in der Jännerkälte
Léna Fulajtár-Bachmann: Gelobt sei Jesus Christus Christkindlspiel im Tarianer Heimatmuseum
Christina Pats: Sonnenaufgang im Oktober – Kalvarienberg in Saar/Szár Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Wenn ich einige Minuten früher losfahre, dann ist es noch dunkel, ein paar Minuten später ist die Sonne schon auf dem Himmel. Kontraste im Oktober!
Csilla Susi Szabó: Patschker on Tour – Agility-Turnier Ähnlich wie im Vorjahr, waren wir 2025 am TrachtTag unterwegs. Diesmal hat es uns nach Jula/Gyula, zum Medivid-Agility-Turnier verschlagen. Die Patschker kamen natürlich auch mit.
Levente Vahl: Von Generation zu Generation Dieses Bild zeigt eine Mutter, die ihrer Tochter ihren alten Myrtenkranz auf den Kopf setzt. Schauplatz: Ferenc-Staub-Gedenkhaus in Kier/Németkér. Auf dem Foto sind Liliána Balogh und Rebeka Rauth, zwei Mitglieder der Kierer Deutschen Nationalitätentanzgruppe, zu sehen.
Franciska Erb: Kleines Mädchen auf dem Herbstfeld
Bawazer Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung: Bawazer Braut und Bräutigam Das Brautpaar des Bawazer Bohnenfests 2025 hat im echten Leben ebenfalls in diesem Jahr geheiratet und sich die Treue geschworen.
Csilla Fejes: Ein Blick in ein Hartauer Zimmer Zurschaustellung des elterlichen und großelterlichen Erbes
Vivien Kresz-Tóth: Ein Lächeln in Tracht Lorand, der jüngste Bewahrer unserer Tradition
Mária Faluhelyi-Hock: Spiegelbild Wenn wir in den Spiegel blicken, sehen wir nicht nur uns selbst, wir sehen auch das Erbe unserer Vorfahren. In der ungarndeutschen Tracht wird die Vergangenheit lebendig und erinnert uns daran, woher wir kommen.
Anna Lili Szabó: Pferdekutsche, Akkordeon, Tracht, Berliner Tuch, Weinsammlung Die Tänzer aus Bonnhard/Bonyhád organisieren jedes Jahr die traditionelle Weinsammlung. Die Burschen fahren mit der Pferdekutsche nach Hidasch/Hidas, wo sie Wein aus den Kellern sammeln. 2024 durften zum ersten Mal endlich auch die Mädels mit!
Réka Kirch-Máté: Nachlass unserer Großmütter Die Tradition des Patschkerstrickens wird in Bonnhard/Bonyhád aktiv bewahrt
Deutsche Nationalitätentanzgruppe Schemling: Die Familie Mutter und Vater mit dem Neugeborenen in Alltagstracht. Das Foto wurde von Nóra Vörös gemacht.
Andrea Peller: „Es scheint der Mond so hell”, nein, die Sonne!
Levente Vahl: Solange ich lebe und solange er lebt Dieses Bild zeigt eine Rekonstruktion der ursprünglichen Hochzeitstracht von Kier/Németkér. Die Braut trug von Kopf bis Fuß schwarz, vier gestärkte Unterröcke und einem Myrtenkranz auf dem Kopf. Die Kleidung der Männer war fast identisch mit der ungarischen Tracht. Auf dem Foto wollte ich ein Paar zeigen, das im Begriff war, das Sakrament der Ehe zu empfangen. Schauplatz: Kirche der Erhöhung des Heiligen Kreuzes in Kier. Auf dem Bild sind zwei Mitglieder der Kierer Deutschen Nationalitätentanzgruppe, Rebeka Rauth und Balázs Kiss, sowie der Pfarrer von Kier, József Erb, zu sehen.
Anna Erb: Glücksbringer Die Urgroßmutter meiner Enkelin, Valentina Erb, hat in Großnaarad/Nagynyárád im Komitat Branau/Baranya gewohnt. Sie hatte eine Angewohnheit: Im Dezember füllte sie selbst genähte Säckchen mit Nüssen, selbst gemachten Keksen und getrockneten Früchten. Diese wurden an den zwei Pflaumenbäumen vor ihrem Haus befestigt. Diese sollten jedem, der an ihrem Haus vorbeikam und davon aß, Glück und Gesundheit im neuen Jahr bringen. Valentina, die auf dem Foto zu sehen ist, führt diese Tradition in modernem Stil weiter.
Dalma Lajosbányai-Erb: Die Jahre vergehen Die Jahre vergehen, aber die Traditionen bleiben mit uns.
Bianka Faluhelyi: Ausruhen nach der Ernte Nach einem langen Tag eine Pause zwischen den Maiskolben, so war das Leben früher auf dem Land. Arbeit, Spiel, Lachen und Gemeinschaft: Die Herbsternte war immer auch ein Fest des Miteinanders.
Zsolt Tóth: Maler Das Foto wurde in den 1930er Jahren gemacht und zeigt den Maler István Glück aus Waschkut/Vaskút sowie seine Kollegen. An der Hauswand ist ein wunderschönes Motiv zu sehen, das mit einer Schablone angefertigt wurde, die einer von ihnen in der Hand hält. Das Foto ist Eigentum der Deutschen Selbstverwaltung Gara und stammt aus dem Nachlass von Stefan Ziel.
Gregor Gallai: Familie Gosolics (Gallai) Der Name blieb kroatisch klingend, aber das Herz, die Seele, die Sprache war und ist deutsch… In Wudersch/Budaörs seit 1750 – Ein Bild aus dem Jahr 1903, koloriert im Jahr 2025.
Krisztina Gommermann: Kapelle unbekannten Namens aus Mutsching/Mucsi Die Streichmusik später die Blasmusik prägten das Dorfleben über Generationen. Um 1870 gründete Georg Orf die erste Kapelle in Mutsching, später folgten auch weitere. Nach 1946 verstummten die Melodien infolge der Vertreibung, doch die Erinnerung lebt weiter. Das Originalfoto wurde von József Orbán, dem Bürgermeister von Mutsching und neuen Eigentümer des ehemaligen Hambuch-Hauses, zur Verfügung gestellt, und wurde digital aufgebessert.
Klára Hideg: Mädchenklasse in Kosart/Egyházaskozár, 1928 Auf dem Foto ist der evangelische Lehrer Jakab Ádám mit den Klassen 1-4 zu sehen. Die kleinen Mädchen sind in traditioneller Tracht. Das Bild stammt aus der eigenen Sammlung für mein Fotobuch über die Deutschen von Kosart.
Richárd Handler: Näherinnen in Bohl/Bóly
Kindergarten Tarian: Gruppenbild im Kindergarten von Tarian/Tarján, 1932 In Tarian wurde der erste Kindergarten 1895 eröffnet. Auf dem Foto ist auch Katalin Húj, eine der ältesten Frauen des Dorfes, als Kindergartenkind zu sehen.
Richárd Handler: Hausbau Als die Häuser noch gemeinsam von der Gemeinschaft gebaut wurden…
Beatrix Holdosi-Cser: József Reidl, der Akkordeonist aus Dörötschke/Somogydöröcske Auf dem Foto ist József Reidl, der Akkordeonist aus Dörötschke, zu sehen, der fürs Musizieren Essen als Bezahlung erhielt.
Márta Biró: Familie Tossenberger in den 1930er Jahren Schwäbische Familie aus Tschawal/Csávoly
Károly Molnár: Die erste Hochzeit Auf dem Foto sind meine Cousine und mein Cousin, Mária Groszeibl und László Molnár, zu sehen. Die Hochzeit meiner Eltern war ihr erstes großes Hochzeitserlebnis – kein Wunder, sie waren damals erst vier bzw. viereinhalb Jahre alt. Das Foto befindet sich im Besitz von László Molnár.
Barnabás Matuszek: Großmutter vor dem Haus Meine Ururgroßmutter, Mária Gruber (1875-1965), vor ihrem Haus im Jahr 1960. Sie war auch eine der letzten Personen, die in Herend die traditionelle Tracht trugen.
Márta Gubó-Mártai: Lustige Burschen Die Burschen sind nach der Arbeit auf dem Nachhauseweg in einem Weinkeller eingekehrt. Das Foto entstand 1941 in Tscholnok/Csolnok. Auch meine zwei Onkel sind darauf zu sehen, Stefan und Johann Mayer, die damals 22 und 18 Jahre alt waren.
Anita Reinicz: Junge Frau in Festtracht, Herczegfalva (heute Herzogendorf/Mezőfalva), 1915
Gergő Ruip: Sommerfest Zu Beginn der Messe beim Sommerfest in Bonnhard/Bonyhád
Krisztina Schmidt-Gubó: Pist scho taham? Das Foto wurde im April 2025 gemacht, als der Keller der Urgroßeltern der Kinder in Tscholnok/Csolnok abgerissen wurde. Die alte Kellertür und den Schubkarren haben wir zur Seite gelegt und aufbewahrt. Der Titel weist auf den Spruch hin, den meine Großeltern immer bei der Heimkehr von der Schule sagten.
Krisztina Gommermann: Mein Heimatdorf Mutsching/Mucsi Mutsching ist ein kleines schwäbisches Dorf mit einer reichen Geschichte. 1946 mussten fast alle Bewohner gehen, die „Stiffoller” wurden nach Deutschland vertrieben. Heute erzählen grüne Fensterläden, alte Höfe und liebevoll restaurierte Häuser über eine schwäbische Vergangenheit, die bis heute spürbar ist.
Hanna Till: Wenn Tradition auf Moderne trifft Die moderne Technologie erleichtert die Traditionspflege für die Blasmusiker. Immer mehr Musikanten benutzen digitale Noten. Auf dem unteren Bild spielt mein Vater auf dem Flügelhorn aus digitalen Noten. Er trägt das traditionelle Wemender Hemd. Im Hintergrund ist ein Blaufärbermotiv zu sehen.
Réka Kirch-Máté: Traditionspflege in Bonnhard/Bonyhád Das Welttreffen der Donauschwaben im Jahre 2025 machte auch in Bonnhard Station, fürs Kulturprogramm sorgten die Tänzer des Volkstanzvereins Kränzlein.
Deutsche Nationalitätentanzgruppe Schemling: Grüß Gott in Schemling/Vértessomló Religiöse Fotos aus Schemling: ein Gebetbuch, Mädchen mit einer Marienstatue und die Braut vor der schwäbischen Hochzeitsfeier. Die Fotos wurden von Nóra Vörös gemacht.
Anna Lili Szabó: „Koch mit, mach mit” – Bonnhard/Bonyhád Im Rahmen des Jugendprojekts der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen reisen ungarndeutsche Jugendliche durchs Land und filmen, wie traditionelle Gerichte zubereitet werden. Die Fotos wurden während der Dreharbeiten in Bonnhard gemacht.
Beáta Mária Farkas: Evangelische und katholische „Brautmode” in der Schwäbischen Türkei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – auf Puppen geträumt Die Trachten wurden von meinen Eltern, János Till und Maria Till geb. Vágvölgyi, gesammelt und von meiner Mutter eigenhändig angefertigt.
Csilla Fejes: Die Hartauer Tracht in Bildern
Márta Szepesi-Magyar: Hochzeit in der Schule Im Mai 2025 war es wieder soweit. Wir feierten in unserer Schule, dem Prímási Schulzentrum in Gran/Esztergom, den Gisela-Tag. Das diesjährige Thema des Projekttages war die ungarndeutsche Hochzeit. Am Ende des Programms führten die Achtklässler eine ungarndeutsche Hochzeit unter großem Beifall auf.
Aus den Bildern der Endrunde wird wieder eine Wanderausstellung zusammengestellt, die das Land bereist. Möchten Sie, dass die Ausstellung auch in ihrer Ortschaft zu sehen sein soll? Dann nehmen Sie bitte Kontakt zum Zentrum-Büro auf (+36-1-373-0933, info@zentrum.hu)!
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Förderer: Bethlen Gábor Fondsverwalter des Ministerpräsidiums (NKUL-KP-1-2025/3-000467)• Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen • Zeitschrift Barátság • Neue Zeitung • Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler • Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher • MTVA: Unser Bildschirm, Treffpunkt am Vormittag.
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Grimm-Märchen-Wettbewerb 2025
Der Grimm-Märchen-Wettbewerb hat in Fünfkirchen bereits eine fast 20-jährige Tradition. Ins Leben gerufen wurde er von Ágnes Horváth, Deutschlehrerin an der Innenstädtischen Grundschule Fünfkirchen.
In den vergangenen Jahren ist das Interesse daran stetig gewachsen – so sehr, dass der Wettbewerb 2025 erstmals an zwei Tagen stattfand. Am Mittwoch, dem 5. November, traten die Gruppen der 5. Klassen an, am Donnerstag, den 6. November, folgten die Sechstsklässler. Insgesamt nahmen 128 SchülerInnen in 32 Vierergruppen teil, die aus 15 Grundschulen des Komitats Branau angereist waren. Austragungsort war das Lenau-Haus in Fünfkirchen.
Mit fantasievollen Teamnamen und ihren Laufzetteln in der Hand wanderten die Gruppen durch fünf abwechslungsreiche Stationen. Dort galt es, spannende Aufgaben zu lösen, beim Märchen-Jeopardy Wissen zu beweisen und in der kreativen Ecke eigene Ideen umzusetzen. In der Ruhezone warteten Kuchen und Getränke auf die fleißigen Märchenfreunde.
Die Gewinnerteams
5. Klasse: Platz 1: Die vier Kokosnüsse – Valeria-Koch-Bildungszentrum Fünfkirchen/Pécs Platz 2: Die frechen Vier – Janikovszky-Éva-Grundschule Mischlen/Kozármisleny Platz 3: Die Wunderkinder – Valeria-Koch-Bildungszentrum Fünfkirchen/Pécs
6. Klasse: Platz 1: Magische Tiere – Valeria-Koch-Bildungszentrum Fünfkirchen/Pécs Platz 2: Die Märchenfreunde – Kiss-György-Grundschule Saswar/Szászvár Platz 3: Die Wunderkäfer – Grund- und Musikschule Bohl/Bóly
In diesem Jahr gab es erstmals auch eine fakultative Zusatzaufgabe: Die Teilnehmenden konnten zu Josef Michaelis’ Gedicht „Liebesgeschichte“ ein eigenes kurzes Video gestalten. Acht kreative Beiträge wurden eingereicht – eine echte Herausforderung für die Jury! Den Sonderpreis erhielten die Märchenzwerge aus der 6. Klasse der Grundschule Nimmesch/Himesháza.
Der Wettbewerb wurde von den Projektleiterinnen Viktória Wunderlich-Kleics und Ágnes Horváth, beide Deutschlehrerinnen an der Fünfkirchner Innenstädtischen Grundschule, organisiert. In der Jury wirkten Robert Becker und Zoltán Schmidt mit. Unterstützt wurde das Team von engagierten Kolleginnen, Freiwilligen des Klara-Leőwey-Gymnasiums und den Mitarbeiterinnen des Lenau-Hauses.
Ein herzlicher Dank gilt dem Goethe-Institut Budapest, das das Projekt großzügig unterstützt hat.
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Der Deutsche Kalender 2026 ist erschienen und in der Redaktion der Neuen Zeitung im Haus der Ungarndeutschen in Budapest (Bestellschein) und im Fünfkirchner Lenau-Haus erhältlich!
Mittwoch, 3. Dezember 2025, 18 Uhr im Haus der Ungarndeutschen (Budapest VI., Lendvay u. 22)
Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum) und der Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) laden Sie herzlich zur Präsentation des neuen Gedichtbandes Zart-rauder ungarndeutschenDichterinAngela Korbin das Haus der Ungarndeutschen ein.
Angela Korb wurde 1982 in Fünfkirchen/Pécs geboren. Sie wuchs in Hetfehell/Hetvehely, einem assimilierten ungarndeutschen Dorf in Südungarn, auf, wo sie die Grundschule besuchte. Sie maturierte am Deutschen Klassenzug des Fünfkirchner Leőwey-Gymnasiums. Nach dem Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Fünfkirchen arbeitete sie als Journalistin bei der Neuen Zeitung, zurzeit ist sie Producerin im Budapester Korrespondentenbüro des Österreichischen Rundfunks und Fernsehens (ORF).
Ihre Gedichte und Prosastücke sind in der Neuen Zeitung, in der Literatur- und Kunstbeilage Signale und in Anthologien (Erkenntnisse 2000, ZeiTräume, Seitensprünge, Die 5. Deutschsprachige Literatur, heute, Stille Winkel – Csendzugok) zu lesen. 2011 erhielt sie den Förderpreis des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg. Sie ist die 2. vorsitzende des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK).
Aus ihrem in der Literatur-Reihe VUdAK-Bücher jüngst erschienenen Lyrikband liest Margot Wieser. Sprache der Veranstaltung: Deutsch
WICHTIG! Teilnahme ist kostenlos, aber wegen der begrenzten Zahl der Sitzplätze nur nach vorheriger Anmeldung spätestens bis zum 2. Dezember um 12 Uhr unter: info@zentrum.hu (Registration erfolgt nach Reihenfolge. Es genügt nicht, auf Facebook auf den Teilnahmeknopf zu klicken.)
Organisatoren: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler
Förderer der Veranstaltung: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)
Samstag, 29. November 2025 um 10.30 Uhr im Haus der Ungarndeutschen (Budapest VI., Lendvay u. 22)
Es ist mitten im Winter. Die Frühlingsfee April ruht sich gerade aus, faulenzt, musiziert. Plötzlich klingelt ihr Feentelefon. Fee April erfährt, dass sie ausgewählt worden sei, dieses Jahr für Weihnachtszauber, Weihnachtsfreude und Weihnachtsglanz auf der Erde zu sorgen. Sie ist verzweifelt, da sie sich mit Weihnachten überhaupt nicht auskennt. Wie schmückt man einen Weihnachtsbaum und woher kommt denn nur der Glanz, der Weihnachten erst zu einem richtig schönen Fest macht? Ohne die Hilfe der Kinder im Publikum würde Weihnachten dieses Jahr eine ganz schön freudlose Angelegenheit werden.
Das interaktive zweisprachige Märchen wird von der Schauspielerin Ildikó Frank erzählt. Empfohlen wird dieses Stück für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren. Vorstellungsdauer: 30 Minuten
WICHTIG!Teilnahme ist kostenlos, aber wegen der begrenzten Zahl der Sitzplätze nur nach vorheriger Anmeldung spätestens bis zum 26. November um 12 Uhr unter: info@zentrum.hu (Registration erfolgt nach Reihenfolge. Es genügt nicht, auf Facebook auf den Teilnahmeknopf zu klicken.)
Organisator: Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Förderer der Veranstaltung: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)
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Am 8. November feierte die Deutsche Selbstverwaltung Budapest 13. Bezirk ihr 30-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsgala im József-Attila-Kulturzentrum.
Die ersten 15 Jahre galten dem Ausbau von kulturellen Traditionen und der Festigung der Pflege der Muttersprache durch die Einführung des Nationalitätenunterrichts in der Pannónia-Grundschule. Der damalige Vorsitzende, Géza Hambuch, hat sich dabei große Verdienste erworben. Seit 2010 leitet Katalin Mayer-Katona die Arbeit als Vorsitzende, die in ihrer Festrede die Kontinuität und zugleich die Bewältigung von neuen Herausforderungen betonte.
Das zahlreich erschienene Publikum erfreute sich eingangs einer Slideshow aus stimmungsvollen Fotos der vergangenen 30 Jahre, begleitet von den Klängen der Formation Die Bergländer Buam aus Werischwar. Diese nahmen auch am Programm „Erinnerungen“ der Jugendgruppe des Werischwarer Heimatwerkes, geleitet von Szilvia Schneider-Mirk, teil, wie auch der Gemischtchor Werischwar. Die Sänger aus der größten ungarndeutschen Gemeinde erfreuten die Zuschauer mit einem bunten Strauß ihrer Lieblingslieder unter der Leitung von János Sebestyén.
Das Erbe des landesweit bekannten Akkordeonspielers FranzReichardt, des ehemaligen Vizevorsitzenden der Selbstverwaltung, haben seine Söhne Franz und Georg Reichardt und seine Enkelin Adrienn heraufbeschwört.
Die Schüler der Pannónia-Schule nahmen an der Gala mit drei Produktionen Teil: Der Kammerchor sang einfühlsam Herbstlieder, die Akkordeonspielerin Fanni Borbíró trug drei lustige Stücke vor und die Tänzer der siebten und achten Klasse trugen Zeugnis von der Pflege des Volkstanzes am zweisprachigen Zweig ihrer Schule: Sie ehrten mit zwei Choreografien ihren ehemaligen Tanzpädagogen Nikolaus Manninger.
Ein kleines Zwischenspiel bildete die virtuelle Präsentierung des Büchleins 30 Jahre DSVW BP 13. Bezirk, eine Fortführung der Ausgabe über 25 Jahre Tätigkeit der Selbstverwaltung.
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Auch über den im Titel erwähnten Gedanke sprach Ivett Nuber-Honti, Direktorin der ungarischen Schuleinheiten des Ungarndeutschen Bildungszentrums (UBZ), in ihrer Begrüßungsrede, die sie am 10. November in der Aula der Institution hielt. Anlass der Feier war die Verleihung der Nationalitätenstipendien, an der Miklós Soltész, Staatssekretär für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten, Richárd Tircsi, Leiter der Hauptabteilung des für Kirchen- und Nationalitätenbeziehungen verantwortlichen Staatssekretariats des Amtes des Ministerpräsidenten, Andrea Csubák-Besesek, Vizebürgermeisterin von Baje, Theresia Szauter, Beauftragte des Schulträgers, sowie UBZ-Gesamtschulleiter Peter Stübler teilnahmen.
Verleihung der Nationalitätenstipendien am UBZ
Wie in den vergangenen Jahren hat das Staatssekretariat für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten des Amtes des Ministerpräsidenten auch heuer die Ausschreibung für das Nationalitätenstipendium veröffentlicht. Ziel des Programms ist es, besonders begabte Schüler zu fördern, die einer Nationalität Ungarns angehören und zum Zeitpunkt der Bewerbung die 10. Jahrgangsstufe besuchen. Das Staatssekretariat gewährt den Gewinnern bis zum Abitur monatlich ein Stipendium für zwei Schuljahre. Für die Gemeinschaft des UBZ ist es eine große Ehre, dass zwei unserer Schüler – Eszter Virág und Zalán Kübler – die Anforderungen erfüllt haben und ihre Studien nun mit dem Nationalitätenstipendium fortsetzen dürfen.
Staatssekretär Miklós Soltész
Der feierlichen Preisverleihung ging ein Festprogramm voraus. Aufgetreten sind die Tanzgruppe des UBZ-Kindergartens unter der Leitung von Anita Aradi und Anett Hollósi-Gál, der Nachtigallen-Chor der Schule sowie die UBZ-Jugendtanzgruppe, geleitet von József Emmert und Zsanett Melcher. Gedichte rezitierten Hanna Rutay und Eszter Virág, vorbereitet wurden sie von Éva Krausz und Péter Csorbai.
Die Urkunden wurden von Staatssekretär Miklós Soltész überreicht. In seiner Ansprache gratulierte er den beiden Schülern und dankte ihren Eltern und Lehrkräften: „Ich bin mit Freude nach Baje gekommen. Die Lehrer sowie die Schüler des UBZ leisten großartige Arbeit bei der Pflege der deutschen Nationalitätstraditionen. Diese Tätigkeit werden wir auch in Zukunft unterstützen. Das heutige Programm und die beiden Preisträger bestärken mich darin, dass man zugleich ein guter Schüler und ein engagierter junger Mensch für die Nationalität seiner Heimat sein kann.“
Über die Preisträger
Eszter Virág, Schülerin der Klasse 11c des UBZ, hat sich nicht nur durch Fleiß und Talent, sondern auch durch ihre gemeinschaftsbildende Ausstrahlung Anerkennung erworben. Für sie ist die deutsche Nationalitätenkultur nicht nur ein Interessengebiet, sondern ein Teil ihrer Identität, ihrer Werte und ihres Alltags. Sie wuchs in einem Umfeld auf, in dem die schwäbischen Traditionen, die Sprache und das Gemeinschaftsleben eine lebendige Kraft darstellen. Schon seit ihrer Kindheit pflegt und gestaltet sie dieses Erbe aktiv und bewusst. Im Laufe ihrer Studien hat sie ihre Deutschkenntnisse mit bemerkenswerter Hingabe weiterentwickelt und im UBZ vertieft.
Eszter Virág
Ihr kulturelles Engagement ist vielseitig: Mit ihren Artikeln in der deutschen Nationalitätenzeitung trägt sie zur Bewahrung der lokalen Geschichte bei, und im Rahmen des Programms „Emsige Hände“ beteiligt sie sich an der Pflege handwerklicher Traditionen. Ihre schöpferische Arbeit schafft nicht nur Werte, sondern auch eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Als Mitglied der Volleyballmannschaft der Schule sowie des Handballvereins Dél-Vidék beweist sie beispielhaften Teamgeist und bereichert ihre Gemeinschaft sowohl durch ihre sportlichen Leistungen als auch durch ihre verbindende Persönlichkeit. Im Dorf ihrer Großeltern, Waschkut, engagiert sie sich aktiv bei der Pflege der schwäbischen Traditionen und bei Festveranstaltungen, wodurch sie die Verbindung zwischen den Generationen stärkt. Ihre Gemeinschaftsarbeit verkündet die Botschaft, dass unser Erbe nur dann lebendig bleibt, wenn es weitergegeben wird.
Eszter ist eine offene, kreative Persönlichkeit, die Gemeinschaften aufbaut. Ihr Beispiel lehrt uns, dass Tradition nicht nur Vergangenheit, sondern auch Zukunft ist – und dass sie selbst eine aktive Gestalterin dieser Zukunft ist.
Zalán Kübler, Schüler der Klasse 11c des UBZ, ist jemand, der die Werte seiner Gemeinschaft nicht nur bewahrt, sondern aktiv weiterträgt. Mit vorbildlicher Hingabe arbeitet er daran, dass die Hajoscher schwäbischen Traditionen, die Kultur, der Tanz und die Musik auch für kommende Generationen lebendig bleiben. Seine Familie hat jahrhundertealte Wurzeln in der Region und er selbst ist seit seiner Kindheit Teil des ungarndeutschen Gemeinschaftslebens. Bereits im jungen Alter schloss er sich der örtlichen Tanzgruppe an und ist bis heute deren aktives Mitglied. Mit seinen Auftritten trägt er regelmäßig zum guten Ruf seiner Heimatgemeinde bei und ist zugleich Mitglied der Tanzgruppe des UBZ.
Zalán Kübler
Die von ihm vertretene Kultur bedeutet nicht nur Traditionspflege und Respekt vor der Vergangenheit, sondern auch Engagement für die Zukunft seiner Nationalität. Neben dem Tanz spielt die Musik in seinem Leben eine herausragende Rolle: Mit seinem Trompeten- und Jagdhornspiel ist er ein aktives Mitglied der Hajoscher Jugendblaskapelle, dessen Auftritte prägende Bestandteile der Gemeinschaftsveranstaltungen sind – und dieses Können bringt er auch ins Internatssorchester des UBZ ein. Er nimmt regelmäßig an Austauschprogrammen im In- und Ausland teil, wobei ihm die Freundschaften mit den deutschen Partnergemeinden besonders am Herzen liegen.
Als Sportler zeigt er ebenfalls beispielhafte Ausdauer: Seit Jahren ist er Mitglied des Kodokan-Judo-Sportvereins Homokmégy, wo ihn Disziplin, Fairness und Kampfgeist auszeichnen. Während seiner Schulzeit verbessert er kontinuierlich seine Deutschkenntnisse und beteiligt sich aktiv an kulturellen Programmen des Internats und der Schule. Zaláns Einsatz für die Gemeinschaft, sein kulturelles Engagement und seine Zielstrebigkeit machen ihn zu einem Vorbild für seine Altersgenossen. Er ist der lebendige Beweis dafür, dass Modernität und Tradition Hand in Hand gehen können.
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Mit wunderschönen Choreografien traten die Tanzgruppen bei den Qualifikationsrunden des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen in Tschepele und Petschwar gut vorbereitet auf die Bühne. Die Fachjury hatte eine schwierige Aufgabe, musste zahlreiche fachliche Aspekte abwägen und traf schließlich folgende Entscheidung:
Das Landesrat-Team freut sich schon auf das Ungarndeutsches Volkstanzfestival am 15. November in Seksard, bei dem im Rahmen der Galaveranstaltung die Essenz des Könnens der Tanzgruppen auf der Bühne zum Leben erweckt wird!
Die Veranstaltungen wurden durch das Bundesministerium des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), die ungarische Regierung, den Freundeskreis von Petschwar und den Kulturverein der Tschepeler Schwaben gefördert.
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Eine Investition in die Zukunft der Bildung Lehrerfortbildung im Studienhaus Wiesneck
In den malerischen Hügeln des Schwarzwaldes, unweit von der Universitätsstadt Freiburg, fand vom 12. bis zum 17. Oktober 2025 ein intensives und vielseitiges Fortbildungsseminar für zwanzig ungarndeutsche Lehrkräfte statt. Das Seminar mit dem Titel Methodik und Didaktik des Deutschunterrichts mit Projektarbeiten zu landeskundlichen Themen wurde von Dr. Uwe Berndt geleitet und bot eine breite Palette an methodischen und didaktischen Inhalten.
Ziel der Fortbildungswoche war es, Lehrkräfte aus Ungarn mit modernen Unterrichtsansätzen vertraut zu machen, die nicht nur sprachliche Kompetenzen fördern, sondern auch kulturelle Brücken bauen.
Die TeilnehmerInnen erwartete ein abwechslungsreiches Programm, das Theorie und Praxis gekonnt verband. Bereits am ersten Tag wurden die Grundlagen gelegt: Der herzlichen Begrüßung und der Vorstellungsrunde folgte ein Vortrag von Rolf Ackermann vom Kultusministerium, der das baden-württembergische Bildungssystem vorstellte und aktuelle Herausforderungen im Deutschunterricht beleuchtete.
Am Dienstag begeisterte Frauke Mühle-Bohlen mit ihrem Workshop Mit dem Kopf durch die Wand – Bildhafte Sprache im Deutschen. Die TeilnehmerInnen lernten kreative Methoden kennen, um Wortschatzarbeit lebendig und nachhaltig zu gestalten – ein echter Gewinn für den Unterrichtsalltag.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Unterstützung von SchülerInnen mit Lernschwierigkeiten, insbesondere im Bereich der Lese-Rechtschreib-Schwäche. Der Workshop von Silke Heere-Lehmann am Mittwoch bot praxisnahe Einblicke in Fördermethoden bei Dyslexie. Die TeilnehmerInnen diskutierten über inklusive Didaktik und lernten viele Methoden, Spiele und Techniken kennen.
Die Hospitationen in regionalen Schulen ermöglichten authentische Einblicke in den deutschen Schulalltag. Die Beobachtung realer Unterrichtssituationen regte zum Vergleich und zur Reflexion an. „Ein wertvoller Beitrag zur Professionalisierung”, meinten viele in der Gruppe.
Neben dem fachlichen Teil bot das Seminar auch reichlich Raum für kulturelle Erlebnisse. Die Stadtführungen in Freiburg am Montag und Freitag vermittelten landeskundliches Wissen, das direkt in den Unterricht integriert werden kann. Die TeilnehmerInnen erkundeten das berühmte Bächle-System und die historische Altstadt.
Am Donnerstag führte eine Exkursion nach Straßburg, wo das Europaparlament besucht wurde. Die anschließende Stadtbesichtigung war nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch historisch und kulturell bereichernd.
Weitere Highlights waren der Besuch des Klosters St. Märgen und eine Vorstellung im Wallgraben-Theater, die neue Impulse für literarische und kreative Unterrichtsprojekte boten.
Das Studienhaus Wiesneck überzeugte nicht nur durch seine Lage, sondern auch durch seine hervorragende Verpflegung und Unterbringung. Regionale, frische und nachhaltige Küche sorgte für das leibliche Wohl.
Am letzten Seminartag präsentierten die TeilnehmerInnen ihre in Kleingruppen erarbeiteten Unterrichtsprojekte. Themen wie Green City und Mythos Schwarzwald wurden kreativ und inklusiv, auch mit den erlernten Methoden ergänzt, umgesetzt. Die Vielfalt der Ansätze – vom Escape-Room durch Lern-Apps bis zum Stationenlernen – spiegelte die Offenheit und Innovationskraft der Gruppe wider.
Die Fortbildung in Wiesneck war ein voller Erfolg. Die TeilnehmerInnen kehrten mit neuen Ideen, gestärkten Kompetenzen und wertvollen Erfahrungen nach Hause zurück. Solche Programme zeigen, wie Bildung Brücken bauen kann – über Sprachen, Kulturen und Grenzen hinweg.
„Wer als Lehrer seine Methoden auffrischen möchte, sollte Wiesneck definitiv auf die Liste setzen – eine Investition in die Zukunft der Bildung.“
Die Fortbildung wurde im Rahmen des bilateralen Abkommens zwischen der Regierung Baden-Württembergs durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und der Regierung von Ungarn durchgeführt.
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Dr. Elisabeth Sándor-Szalay wurde nach zwölf Jahren verdienstvoller Tätigkeit als Ombudsfrau für die Rechte nationaler Minderheiten in Ungarn mit dem diesjährigen FUEN-Preis ausgezeichnet. Auf dem 69. Kongress der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) wurde die Preisträgerin mit stehender Ovation gefeiert. Olivia Schubert, stellvertretende Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und damals Vizepräsidentin der FUEN, hielt die Laudatio, die wir veröffentlichen.
Dr. Elisabeth Sándor-Szalay mit dem FUEN-Preis gewürdigt – Foto: FUEN
Engagiert, kompetent, vermittelnd, beharrlich, integrativ, menschlich – dies sind die Eigenschaften, die man mit dem Namen von Dr. Elisabeth Sándor-Szalay, Ombudsfrau für die Rechte nationaler Minderheiten in Ungarn, verbindet. Sie wurde im Oktober 2013 zur Ombudsfrau gewählt und nach 6 Jahren im Amt mit einstimmiger Unterstützung für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt.
In meiner beruflichen Laufbahn habe ich bisher das Glück gehabt, mit zwei außerordentlichen Frauen zusammenarbeiten zu können, die ihr Amt aus innerer Überzeugung ausgeübt haben. Für mich sind sie Vorbilder in Sachen Minderheitenschutz und Minderheitenförderung. Die eine Dame ist Frau Renate Schnack und die andere Frau Elisabeth Sándor-Szalay. Umso größer ist meine Freude darüber, dass beide Damen mit dem FUEN-Preis für ihre langjährige Tätigkeit ausgezeichnet sind.
Was steckt denn hinter den von mir genannten Eigenschaften von Frau Sándor-Szalay?
Engagiert – Sie ist eine engagierte Verfechterin der Rechte nationaler Minderheiten, sie setzt sich mit großem persönlichem Engagement für Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Dialog ein.
Kompetent – Sie ist eine Expertin mit fundierten juristischen und wissenschaftlichen Kenntnissen und großer internationaler Erfahrung. Als kompetente Juristin und anerkannte Wissenschaftlerin verbindet sie fachliche Tiefe mit praktischer Erfahrung im Menschenrechtsschutz.
Vermittelnd – Sie baut Brücken zwischen Minderheiten, Staaten und internationalen Institutionen. Durch ihre Ratschläge, ihre fachliche Unterstützung wächst die Zusammenarbeit dieser Akteure.
Beharrlich – Sie setzt Themen über Jahre hinweg konsequent auf die Agenda. Durch ihre beharrliche und kontinuierliche Präsenz hat sie viele Themen der Minderheitenpolitik im politischen Gespräch und in der öffentlichen Debatte gehalten.
Integrativ – Dabei bleibt sie stets integrativ, indem sie Vielfalt als gesellschaftlichen Reichtum versteht und aktiv zu gegenseitigem Verständnis und Zusammenhalt beiträgt.
Und nicht zuletzt: Menschlich – In ihrem ganzen Leben, so auch in den 12 Jahren ihrer Tätigkeit als Ombudsfrau, standen die Menschen an erster Stelle. Sie zeigte immer Respekt, behandelte die Partner auf Augenhöhe, hörte zu, wollte verstehen und hat stets tiefes Mitgefühl gezeigt.
Während dieser 12 Jahre hat man sie nicht so oft im Büro antreffen können, sondern vielmehr aktiv in den Regionen der Minderheiten. Man kann sagen, sie hat eine intensive „Feldarbeit“ betrieben. Zahlreiche Besuche bei Minderheiteneinrichtungen (Schulen, Kindergärten, Kulturvereinen, Zivilorganisationen) zeugten davon, dass sie aktiv am Alltag der Gemeinschaften teilnehmen und sich vor Ort ein Bild über die aktuelle Lage machen möchte. Durch öffentliche Stellungnahmen zu Grundthemen wie Bildung, Sprache, Identität, Selbstverwaltung, zu gesetzlichen Regelungen, aber auch zu konkreten Fällen wie Hassrede, Diskriminierung, Rechtsverletzung hat sie stets dafür gekämpft, die Rechte der Gemeinschaften zu schützen, ihnen ein Instrument in die Hand zu geben, durch das sie in ihrer Arbeit noch gestärkt werden können. Dabei wurde sie von einem Team engagierter Juristen unterstützt, die sich mit den Problemen und Anliegen der Minderheiten voll und ganz identifizierten.
Zugleich hat Frau Sándor-Szalay immer darauf geachtet, die Themen auch international zu vertreten. Sie wurde als Expertin in Gremien des Europarats und in den beratenden Ausschuss zum Rahmenübereinkommen berufen und auch wiedergewählt — was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass ihre Expertise auch auf europäischer Ebene anerkannt wird.
Für uns Minderheiten war sie stets eine moralische und fachliche Unterstützung. Sie ist ein Vorbild dafür, wie man die Interessen der Minderheiten mit Kompetenz, Feingefühl, mit viel Neugierde und mit Verständnis vertreten kann.
Dafür möchten wir uns bei ihr auch mit diesem Preis bedanken und ihr für ihre weitere berufliche Tätigkeit alles Gute wünschen.
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Drei Länder, zwei Austauschprogramme und kulturelle Vielfalt am Valeria-Koch-Bildungszentrum
„Ich kam als Fremde – und kehrte als Mitglied einer neuen Familie zurück.“ Mit diesem Satz fasste eine Münchner Schülerin jene Woche zusammen, die sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern des Valeria-Koch-Bildungszentrums in Fünfkirchen verbrachte. Dieses Zitat bringt treffend all das zum Ausdruck, was die beiden Austauschprogramme prägte, die im Oktober 2025 mit Gästen aus Polen und Deutschland am Bildungszentrum stattfanden: Offenheit, Akzeptanz und die Kraft gemeinsamer Erlebnisse. Zwei Austauschgruppen waren zu Gast in Fünfkirchen – aus den polnischen Städten Oppeln und Raschau sowie aus München. Beide Projekte bauten echte kulturelle und menschliche Brücken zwischen den Teilnehmenden.
Kulturelle Vielfalt in der Branau – Schüleraustausch mit der Montessori-Schule München
Aus der Münchner Montessori-Schule reisten 18 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrkräfte nach Fünfkirchen, wo sie von den Achtklässlern des Valeria-Koch-Bildungszentrums herzlich empfangen wurden. Unter dem Motto „Kulturelle Vielfalt in der Branau“ bot das Programm am Vormittag Einblicke in den Alltag einer ungarndeutschen Bildungseinrichtung – mit Unterrichtsbesuchen und gemeinsamen Projektarbeiten. Nachmittags standen abwechslungsreiche Ausflüge auf dem Programm: Die Gastgeber führten ihre Gäste nach Sawer, in ein einzigartig gestaltetes interaktives ungarndeutsches Heimatmuseum, sowie nach Mohatsch, wo sie in dem Buscho-Hof Masken bastelten. Bei einer spannenden Stadtrallye erkundeten deutsch-ungarische Vierergruppen das Zentrum von Fünfkirchen. Der kreative Höhepunkt war ein gemeinsames Kunstprojekt im Vasarely-Museum – die daraus entstandenen T-Shirts wurden zu persönlichen Erinnerungsstücken. Neben den organisierten Programmpunkten blieb genügend Zeit für gemeinsame Freizeitaktivitäten: Die Jugendlichen besuchten den Mecsextrém Park, die Burg und das Bad in Siklós, trieben Sport, gingen einkaufen, unterhielten sich – und lachten viel miteinander. Beim Abschiedsabend präsentierten die Schülerpaare ihre Erlebnisse in gemeinsamen Präsentationen, bevor Tanzhaus und Party die ereignisreiche Woche abrundeten.
Die Rückmeldungen der Münchner Schülerinnen und Schüler sprechen für sich: „Am Anfang war alles fremd – aber am Ende wollte niemand mehr nach Hause“, sagte einer von ihnen. Ein anderer hob hervor, dass er gelernt habe, über sich hinauszuwachsen; für eine weitere Teilnehmerin war die Woche ausreichend, um neue Freundschaften zu schließen und unvergessliche Erinnerungen zu sammeln.
Polnische Gäste in Fünfkirchen – gemeinsames Lernen, Traditionen und Spiel
Neben dem Münchner Austausch empfing das Schulzentrum auch Schülerinnen und Schüler aus Polen: Die Siebtklässler aus Fünfkirchen begrüßten 18 Gäste aus Raschau und Oppeln – zwei schlesische Ortschaften mit einer starken deutschen Minderheit. In beiden Siedlungen betreibt der Verein Pro Liberis Silesiae zweisprachige Montessori-Grundschulen, die 2009 bzw. 2014 gegründet wurden – mit einer ähnlichen pädagogischen Ausrichtung wie die Münchner Partnerschule. Beide Bildungseinrichtungen – sowohl die polnischen Schulen als auch das Valeria-Koch-Bildungszentrum – verfolgen das Ziel, die deutsche Sprache auf hohem Niveau zu vermitteln und die deutsche Minderheitenkultur lebendig zu halten. Das Fundament für diese Arbeit wird bereits in den eigenen Kindergärten gelegt.
Während der vier Austauschtage lernten die polnischen Schülerinnen und Schüler Fünfkirchen, die Schule und die ungarische und ungarndeutsche Kultur durch vielfältige Programme kennen. Eine Stadtrallye half ihnen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, und sie nahmen an deutschsprachigen Biologie-, Geschichts- und Mathematikstunden teil. Am Nachmittag unternahm die Gruppe Wanderungen zum Fernsehturm und nach Nadasch, wo sie den ungarndeutschen Lehrpfad und die Keramikwerkstatt Gradwohl besuchte. Beim gemeinsamen Kochen und Backen entstanden gefüllte Krautwickel und Salzkipfeln, außerdem nahmen die Jugendlichen an einem Theaterworkshop teil. Am Abschlusstag bildeten ein traditionelles Erntedankfest, eine von der Schülervertretung organisierte „Bauernolympiade“ und ein fröhliches Oktoberfest den krönenden Abschluss der gemeinsamen Tage.
„Schüleraustausch ist eine der besten Formen des Lernens“
Agnes Pesti-Amrein, Hauptdirektorin des Valeria-Koch-Bildungszentrums, betonte im Zusammenhang mit beiden Projekten den großen pädagogischen Wert solcher Erlebnisse: „Schüleraustausch ist eine der besten Formen des Lernens. Die Kinder üben nicht nur die Sprache, sondern erfahren auch, was es bedeutet, selbstständig zu sein, offen zu bleiben und andere Kulturen durch Gleichaltrige kennenzulernen. Die dabei entstehenden Freundschaften stärken das gegenseitige Verständnis zwischen den Kulturen – Brücken, die verbinden und neue Beziehungen entstehen lassen.“
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Firlefanz ist der deutschsprachige Gedichtband des ungarndeutschen Autors und Dichters Robert Becker. Das Werk richtet sich vor allem an Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren, doch viele der Gedichte bringen auch Erwachsene zum Schmunzeln. Im Band lesen wir über verschiedene Lebenssituationen und Stimmungen: über festliche Anlässen wie Ostern, Weihnachten oder Geburtstagen sowie alltägliche Momente, die leicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Unter den Gedichten finden wir zahlreiche, die sich um Tiere drehen. So begegnen wir fröhlichen Drachen, einem mutigen Lama, vier charakteristischen Katern, der Superschnecke Kasimir, oder sogar 100 Schafen. Die Figuren sind nicht nur spielerisch, sondern auch liebenswerte Charaktere, die die Fantasie der Kinder schnell anregen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Illustrationen des Bandes: Sie stammen nicht von professionellen Grafikern, sondern wurden von den zwei jüngeren Kindern, dem Neffen und dem Enkel des Autors gestaltet. Die Zeichnungen spiegeln die spielerische Welt der Gedichte wider.
Dieser Band eignet sich hervorragend zum gemeinsamen Lesen in der Familie, im Kindergarten und in der Schule oder einfach dann, wenn wir mit unseren Kindern die deutsche Sprache erlernen und üben möchten.
Robert Becker: Firlefanz Budapest: VUdAK, 2023 VUdAK – Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler 93 Seiten Sprache: deutsch
Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich. Weitere Informationen: info@bibliothek.hu Webseite: www.bibliothek.hu
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Die Sommertage sind schnell verflogen, die Schulkinder drücken wieder die Bänke in der Schule und denken an die fröhlichen, zusammen verbrachten Camptage zurück. In den Gesprächen auf dem Schulhof sind die gemeinsamen Erlebnisse ein häufiges Thema. Ganz besonders freuen sich die Lehrerherzen, wenn in den Volkskundestunden die Inhalte, die Erfahrungen oder das Gehörte aus dem Camp erzählt werden. „Im Vortrag haben wir über die Ansiedlung gehört….”, „das ist genauso, wie bei den Blaufärbern…” solche oder ähnliche Sätze sind die besten Rückmeldungen für die Organisatoren eines Camps.
Dank der Unterstützung des Bundesministeriums des Innern (BMI) hatten dieses Jahr 55 Schüler aus ganz Ungarn die Möglichkeit, zusammen am Plattensee/Balaton Camperfahrungen mit dem Verein für Ungarndeutsche Kinder (VUK) zu sammeln. Dieses Jahr machten auch viele neue Schüler mit. Von Sonntag bis Samstag konnten sich alle bei Programmen, Spielen und Baden kennenlernen, neue Freundschaften schließen.
Das vielseitige Angebot wurde vom VUK-Team wochenlang vorbereitet, damit Zeit und Möglichkeiten während der Woche gut ausgenutzt werden. Unter der Leitung der Jugendleiter nahmen die Teams/Familien Tag für Tag gemeinsam an Workshops teil. Im Wochenplan standen Beschäftigungen wie Modernisierung von Märchen, Spiele mit der deutschen Sprache und Zusammenstellung von Plakaten zu ungarndeutschen Themen. Bei der Auswertung der Woche wurde von den Teilnehmern der Ungarndeutsche Tag mit den Blaufärbern, das Gespräch mit Christina Arnold, die verschiedenen traditionellen Bastelstationen und der Besuch im Erlebnispark, wo die Gruppen gezielt Informationen über die Tiere im Park sammeln mussten, hervorgehoben.
Der Abschied am letzten Tag fiel schwer, das spürte man schon am Vorabend bei der Abschiedsparty. Kinder und Jugendleiter zeigten stolz ihre Märcheninterpretationen, freuten sich über das Lob und die Geschenke. Das gemeinsame Tanzen brachte weitere freudige Momente. „Hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr wieder…” waren unsere Abschiedsworte, als Antwort kam die herzerwärmende Antwort oft: „Bestimmt sehen wir uns!”.
Liebe Campteilnehmer, wir wünschen euch hiermit ein erfolgreiches Schuljahr und freuen uns schon auf ein Wiedersehen in einem unserer Camps im nächsten Jahr.
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Im Rahmen des BMI-Projekts Überregionaler Erfahrungsaustausch besuchten DeutschlehrerInnen des Evangelischen Gymnasiums und der Grundschule Sándor Petőfi in Bonnhard/Bonyhád Ende September die Evangelische Grundschule und den Kindergarten János Hunyadi in Ödenburg/Sopron.
DeutschlehrerInnen von Bonnard vor der Hunyadi-Grundschule
Gleich am Anfang gewannen wir schon Einblicke, wie bei unseren Gastgebern Fächer wie Deutsch, Technik und Sport unterrichtet werden. Nach einem gemeinsamen Mittagessen fand eine kleine Feier statt. Schulleiter Balázs Raffai begrüßte die Teilnehmenden herzlich, danach erfreuten Kindergarten- und Schulkinder das Publikum mit ungarndeutschen Liedern, Gedichten und Tänzen.
Im Anschluss darauf folgten interessante Vorträge: Mária Láng sprach über die Verbindung zwischen Ödenburg und der deutschen Kultur, während Viktória Mizser und Zsuzsanna Tóth-Grobits die Schule und ihre Programme vorstellten. Danach bot eine Fachdiskussion Gelegenheit zum intensiven Austausch über pädagogische Themen. Zum Abschluss des Tages unterzeichneten die beiden Schulleiter eine gemeinsame Erklärung, um die Zusammenarbeit zwischen den Schulen weiter zu vertiefen.
Am zweiten Tag stellte unser Direktor Ferenc Kovács die Arbeit an der Petőfi-Grundschule vor. Fachberaterin Zita Zircher präsentierte das Programm Pillanat Kapitány, das sich mit Emotionsregulierung und Aufmerksamkeitskontrolle im Grundschulalter beschäftigt – das Thema rief großes Interesse hervor.
Die deutsche Arbeitsgemeinschaft aus Bonnhard
Nach dem offiziellen Programm bedankte sich die Bonnharder Delegation für die herzliche Gastfreundschaft und lud die Ödenburger KollegInnen zu einem Gegenbesuch ein. Anschließend blieb noch dafür Zeit, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden und die Gedenkstätte Paneuropäisches Picknick bei Sopronpuszta zu besuchen.
Die zweitägige Exkursion war für alle Beteiligten eine wertvolle fachliche und menschliche Erfahrung. Sie bot neue Impulse für die pädagogische Arbeit und stärkte zugleich die ungarndeutsche Gemeinschaft sowie die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Bonnhard und Ödenburg.
Die Reise wurde durch das Bundesministerium des Innernaufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
Gabriella Herger-Macsek stellvertretende Direktorin Evangelische Grundschule Sándor Petőfi Bonnhard
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Am Allerseelentag, dem 2. November, wurde auf dem deutsch-ungarischen Soldatenfriedhof des Fünfkirchener Zentralfriedhofs in ehrfurchtsvoller Stille der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Helden sowie all jener, die in den Kriegen oder unter Diktaturen ihr Leben verloren hatten, gedacht.
Bei der von der Deutschen Selbstverwaltung Fünfkirchen und dem Nikolaus-Lenau-Kulturverein organisierten Gedenkfeier erinnerten die Vertreter der christlichen Konfessionen mit Gebeten an die Verstorbenen. Anschließend hielt Dr. Zsolt Vitári, habilitierter Universitätsdozent am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität zu Fünfkirchen/Pécs, eine nachdenklich stimmende Gedenkrede.
An der Kranzniederlegung nahmen zahlreiche Vertreter in- und ausländischer Organisationen teil – unter ihnen viele lokale und regionale Einrichtungen –, um der Opfer würdevoll zu gedenken.
Zur feierlichen Atmosphäre trug in besonderem Maße die Ritter Kapelle aus Arpad/Nagyárpád bei.
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Neue Folge des Podcasts der LdU ist online
In der jüngsten Folge der Podcast-Serie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen ermutigen Experten die ungarndeutschen Pädagogen und Eltern dazu, die deutsche Sprache weiterzugeben: nicht ausschließlich im Unterricht, sondern auch in der Familie und in Alltagssituationen. Denn Kleinkinder sind sehr empfänglich, was das schnelle und fast problemlose Erlernen angeht. Später können sie dann zu Vorteilen kommen, die man sich jetzt vielleicht noch gar nicht vorstellen kann. Im Gespräch mit Moderatorin Tekla Matoricz werden nicht nur wissenschaftliche Aspekte und Theorien erklärt, man nennt auch nachahmenswerte Beispiele. Die eingeladenen Gäste versuchen dazu zu motivieren, keine Angst zu haben, wenn es darauf ankommt, der jüngsten Generation die Sprache unserer Vorfahren beizubringen.
Im Studio mit Moderatorin Tekla Matoricz waren Dr. Susanne Gerner, Sprachwissenschaftlerin und Dozentin an der Universität zu Fünfkirchen; Theresia Szauter, Beauftragte der Trägerstiftung am Ungarndeutschen Bildungszentrum und Vorsitzende des Bildungsausschusses der LdU; und Adrienn Szigriszt, Lehrerin am Valeria-Koch-Bildungszentrum.
Die achte Episode von „Fokus: Ungarndeutsch” ist sowohl auf YouTube, als auch aufSpotify undApple Podcast zu finden!
Der Podcast, in dessen Rahmen Führungskräfte, Experten und Partner der deutschen Nationalität in Ungarn kulturelle, soziale und politische Fragen der Ungarndeutschen diskutieren, erscheint monatlich auf dem YouTube-Kanal der LdU sowie auf den beliebtesten Podcast-Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts.
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Das Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen, das in der Trägerschaft der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen funktioniert, zählt zu den bedeutendsten und beliebtesten Bildungseinrichtungen der südtransdanubischen Region. Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass die Gebäude der Institution kontinuierlich erneuert werden, den modernen Anforderungen entsprechen und energieeffizienter werden. Die Ausführungsplanung für die umfassende Sanierung des gesamten Schulzentrums liegt bereits seit 2022 vor.
In den vergangenen Jahren konnten – mit Unterstützung des Staatssekretariats für Nationalitäten im Amt des Ministerpräsidenten – mehrere Gebäudeteile vollständig oder teilweise rekonstruiert werden. Unter den noch nicht renovierten Gebäuden befand sich die Turnhalle in besonders kritischem Zustand: Das Dachtragwerk, die Sanitäranlagen und die Abwasserleitungen bedurften einer dringenden Erneuerung. In diesem Jahr erhielt der Träger Unterstützung für eine teilweise Modernisierung der Halle. In der ersten Bauphase wurden die alten Bodenbeläge entfernt, die Sanitäranlagen erneuert, neue Türen und Fenster eingebaut, anschließend folgten die haustechnischen und elektrotechnischen Arbeiten. Das Projekt wurde schließlich mit Bodenbelags- und Malerarbeiten abgeschlossen.
Das für die Bauausführung ausgeschriebene öffentliche Vergabeverfahren wurde am 23. Juli 2025 erfolgreich abgeschlossen. Den Zuschlag erhielt die Firma „Pécsi Építő és Tatarozó Zrt.“, mit der am 29. Juli der Vertrag unterzeichnet wurde. Am selben Tag erfolgte auch die Übergabe des Arbeitsgeländes. Laut Unternehmervertrag standen für die gesamte Bauausführung 60 Tage zur Verfügung. Die erste Etappe der Sanierung der Turnhalle wurde erfolgreich abgeschlossen, die technische Abnahme fand am 10. Oktober 2025 statt.
Das Projekt wurde mit Unterstützung der Regierung von Ungarn über die Bethlen Gábor Fondsverwaltung Zrt. des Amtes des Ministerpräsidenten verwirklicht. Auf Grundlage des Fördervertrags mit der Nummer NEMZ-E-25-0080erhielt die Investition eine Förderung in Höhe von 100 Millionen Forint.
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Am 25. Oktober 2025 wurde in Hartau, Komitat Batsch-Kleinkumanien, im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung der neueste, mittlerweile 19. Themenweg des auf Initiative der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) entstandenen Netzwerks der deutschen Nationalitätenlehrpfade eröffnet. Bei angenehmem Herbstwetter kamen zahlreiche Gäste – vor allem aus der Gemeinde selbst –, um gemeinsam die Entstehung des neuen kulturellen und touristischen Wertes ihres Ortes zu feiern.
Bei der Eröffnungsfeier begrüßte Henrik Frőhlich, Vorsitzender der Deutschen Selbstverwaltung Hartau, die Anwesenden und dankte allen, die an der Umsetzung des Projekts beteiligt waren. Er betonte, dass der Themenweg weit mehr sei als eine Reihe von Informationstafeln – er sei ein Symbol für die gemeinsame Geschichte, die Werte und das 300-jährige Erbe der Gemeinde Hartau, das von Glaube, Zusammenhalt und der Bewahrung von Traditionen zeuge. Er hob hervor, dass das Projekt das Ergebnis monatelanger gemeinsamer Arbeit vieler Beteiligter sei, denen Dank gebühre für ihr Wissen, ihr Engagement und ihre mit Herz und Seele geleistete Arbeit.
Festliche Worte sprach auch Theresia Szauter, Vorsitzende des Bildungsausschusses der LdU und externe Fachberaterin des Themenweges in Hartau. In ihrer Rede betonte sie, dass dieser Tag nicht nur für die Gemeinde selbst, sondern für die gesamte ungarndeutsche Gemeinschaft ein Fest sei. Sie hob hervor, dass die Einweihung des 19. ungarndeutschen Themenweges ein weiterer Meilenstein einer wahren Erfolgsgeschichte sei. Dieses mittlerweile landesweit bedeutende Kulturerbe-Projekt entwickelt sich nämlich seit 2015 kontinuierlich weiter – die Initiative stammt von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, und das Bundesministerium des Innern und für Heimat unterstützt die Umsetzung finanziell.
Der Themenweg von Hartau nimmt in diesem Netzwerk eine besondere Stellung ein – so die Fachberaterin –, denn er ist der erste, der die Geschichte einer ungarndeutschen Gemeinde mit protestantischen Wurzeln darstellt. „Die vorangegangenen 18 Themenwege wurden nämlich alle in katholischen ungarndeutschen Ortschaften errichtet. Die Besonderheit der Gemeinde Hartau liegt darin, dass sich hier vor 300 Jahren protestantische deutsche Siedler niedergelassen haben und aus dem Nichts dieses Dorf errichteten. Bis heute leben hier die vorwiegend evangelischen, aber auch reformierten Einwohner gemeinsam mit den katholischen Familien friedlich zusammen. Darauf deutet auch das Motto des Lehrpfades hin: ‚Miteinander, füreinander‘“, sagte sie. Sie hob hervor, dass einer der größten Werte des Pfades darin liege, dass er nicht nur Besucher, sondern auch die Einheimischen anspreche – verschiedene Generationen könnten hier ihre eigenen Wurzeln neu entdecken: „‘Würde braucht Geschichte.‘ Nur wer weiß, was die Ahnen geleistet haben, kann stolz in ihre Fußstapfen treten“, betonte sie.
An der Feier beteiligten sich die deutschen Kulturgruppen der Gemeinde: der Hartauer Pál-Ráday-Kammerchor, die Kindergruppen des Kultur- und Traditionspflegevereins Hartau sowie ein Ensemble aus Lehrkräften der örtlichen Musikschule. Am Ende des Programms wurde die Tafel der ersten Station enthüllt, anschließend segneten die örtlichen Geistlichen den Themenweg. Danach machten sich die Teilnehmer gemeinsam auf, den Pfad zu erkunden, der durch das Zentrum von Hartau führt.
Der Themenweg vermittelt an sieben Stationen ein umfassendes Bild von der Geschichte und dem kulturellen Erbe Hartaus:
Die erste Station zeigt, wie aus dem nach der Türkenzeit entvölkerten Gebiet durch die beharrliche Arbeit deutscher Siedler im 18. Jahrhundert eine blühende Gemeinde wurde, in der die Kraft und der Fleiß der Gemeinschaft bis heute lebendig sind.
Die zweite Station erzählt von der religiösen Vielfalt der örtlichen deutschen Gemeinschaft und vom Zusammenleben der verschiedenen Konfessionen. Sie hebt hervor, dass Glaube, Fleiß und Zusammenhalt jene Werte prägten, die bis heute das geistige Fundament der Gemeinde bilden.
Die dritte Station widmet sich dem Fleiß und der Ausdauer der Hartauer, zeigt, wie sie entlang der Donau durch Landwirtschaft, Schifffahrt und Hanfverarbeitung ihren Lebensunterhalt schufen. Es wird deutlich: In Hartau sind Fleiß und Sparsamkeit nicht nur Lebensweise, sondern Werte.
Die vierte Station veranschaulicht, wie der Fleiß und der Geschmack der deutschen Siedler das geordnete Dorfbild, den charakteristischen Baustil und die reich verzierten, traditionsbewahrenden Häuser prägten, die bis heute von der Vergangenheit der Gemeinschaft erzählen.
Die fünfte Station führt in die Welt der berühmten bemalten Hartauer Möbel ein. Sie zeigt, wie sich die Möbelmalerei aus äußeren Einflüssen und dem Talent der örtlichen Meister zu einem einzigartigen Motivschatz und einer symbolischen Sprache entwickelte – einer bis heute lebendigen Volkskunsttradition.
Die sechste Station erinnert an die bunte Welt der örtlichen deutschen Tracht, an die Verbindung des hessischen Erbes mit dem lokalen Geschmack und daran, welche Kleidungsstücke bis heute starke Symbole des Traditionsbewusstseins und des handwerklichen Erbes der Gemeinschaft sind.
Die siebte und letzte Station zeigt die sich neu formierende Gemeinschaft Hartaus nach dem Zweiten Weltkrieg: wie deutsche und ungarische Familien nach Vertreibungen und Umsiedlungen durch Arbeit, Menschlichkeit und Zusammenhalt erneut Einheit schufen und so ein Beispiel für Versöhnung gaben.
Der Themenweg in Hartau ist ab sofort das ganze Jahr über frei zugänglich. Ziel der Initiatoren ist es, dass nicht nur die Einheimischen, sondern auch Mitglieder der ungarndeutschen Gemeinschaft aus anderen Regionen sowie Touristen dieses farben- und geschichtenreiche Erlebnis entdecken, das auf würdige Weise von Vergangenheit und Gegenwart der deutschen Gemeinschaft in Hartau erzählt.
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Eine spannende Zeitreise für Schulkinder in die Welt der Tarianer Bauernfamilien der 40er Jahre
Das Tarianer Heimatmuseum ist keineswegs nur eine Sammlung von staubigen Gegenständen. Es ist ein lebendiger Ort der lokalen Traditionen. In diesem Sinne veranstaltete der Tarianer Deutschklub am 30. September mit dem Titel „Nachts im Heimatmuseum“ ein besonderes Programm für Schulkinder – eine erlebnisreiche, abendliche Reise zurück in die Welt der Kerzen und Petroleumlampen.
Der abendliche Tagesablauf einer Bauernfamilie wurde in vier Stationen aufgeteilt: Hof und Tiere, Abendessen, Schlafgewohnheiten und Märchenerzählen. Die zehnköpfigen Gruppen wurden von in Werktagstracht gekleideten Klubmitgliedern empfangen und nach einer lustigen Einführung in die abendlichen Hofaufgaben gleich in die Arbeit eingespannt: Sie konnten Heu schaufeln, den Melkstuhl ausprobieren und die verschiedenen Tierfutter kennenlernen. Danach ging es in die Küche: Wasser holen, sich waschen. Nach dem gemeinsamen Beten gab es zum Abendessen mit Kerzenlicht Schmalz- oder Leckwarpraud und warme Milch. Die nächste Station war das hintere Zimmer – wo es um die Schlafgewohnheiten ging. Die Kinder konnten sich ins Bett legen – die Kukrutzlaub-Matratze und eine echte Federdecke ausprobieren. Das Programm endete im Hof, wo die Kinder auf Strohballen sitzend nebst Puffmais ein Märchen von dem Tarianer Mundartdichter Josef Mikonya sich anhören konnten.
Die ansonsten aufgeweckten SchülerInnen waren vor allem in der Küche ganz still, sie genossen das Zusammensein beim sparsamen Kerzenlicht und verspeisten mit Freude das einfache Abendessen. Einige kamen zurück, um noch ein Stückchen Brot zu bekommen: Sie hätten noch nie so was leckeres gegessen. Manchmal braucht man eben nur ganz wenig zum Glücklichsein. Ein ganz spannender Abend mit herzerwärmenden Erkenntnissen.
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45. Landeskulturtagung der LDU Baden-Württemberg in Gerlingen
Mitte Oktober fand im Gerlinger Rathaus die 45. Kulturtagung der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) statt – ein Nachmittag, der eindrucksvoll zeigte, wie lebendig Geschichte auch heute noch ist. Unter dem Motto „Geschichte bewegt – auch uns“ rückte die Tagung die ungarndeutsche Vergangenheit in den Blick der nächsten Generation.
45. Landeskulturtagung der LDU Baden-Württemberg in Gerlingen
Bereits in seiner Begrüßung betonte LDU-Bundesvorsitzender Joschi Ament die Bedeutung dieses Perspektivwechsels. „Heute ist ein besonderer Tag, denn wir lassen unsere Jugend sprechen“, erklärte er. „Geschichte bewegt uns alle – und heute zeigen uns junge Menschen, warum sie auch für sie noch Bedeutung hat.“ Ament erinnerte zugleich an die lange Tradition der Kulturtagungen in der Patenstadt Gerlingen, die er als „inoffizielle Hauptstadt der Deutschen aus Ungarn in Baden-Württemberg – und weltweit“ bezeichnete.
Erich Gscheidle und LDU-Bundesvorsitzender Joschi Ament
Im Mittelpunkt des Nachmittags standen drei junge Referentinnen und Referenten, die aufzeigten, dass das ungarndeutsche Erbe auch in der jungen Generation lebendig ist. Jan Ament (17, Sinsheim) eröffnete die Vortragsreihe mit seinem Beitrag „Menschen, Minderheiten, Migrationen“, in dem er die Auswanderung der Donauschwaben im 18. Jahrhundert beleuchtete.
Lena Virth (16, Fünfkirchen/Ungarn) widmete sich in ihrem Vortrag „Die Räder rattern. Dawei, nur dawei!“ der Verschleppung der Ungarndeutschen in die Sowjetunion.
Den Abschluss bildete Leana Magdalena Becker (17, Taunusstein) mit ihrem Referat über die Vertreibung der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und deren Auswirkungen auf die Nachgeborenen.
v.l.n.r.: Joschi Ament, Jan Ament, Leana Magdalena Becker, Lena Virth und Dirk Oestringer, Bürgermeister der Stadt Gerlingen
Alle drei stammen aus ungarndeutschen Familien und berichteten – teils sehr persönlich – von familiären Erinnerungen, Begegnungen und ihren eigenen Zugängen zur Geschichte. Damit wurde der Leitgedanke der Tagung unmittelbar erfahrbar: Geschichte ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern Teil einer lebendigen Identität.
Zum Abschluss brachte es Joschi Ament auf den Punkt: „Geschichte bewegt uns – und sie verbindet uns. Wir bleiben Brückenbauer zwischen den Menschen in Deutschland und Ungarn. Denn Freundschaft und Erinnerung sind das Fundament für Frieden und Freiheit in Europa.“
„Geschichte bewegt – auch uns“ war das Motto der Kulturtagung
„Geschichte bewegt – auch uns“ – die Kulturtagung machte deutlich, dass die Erinnerung an das ungarndeutsche Erbe lebendig bleibt, wenn junge Menschen sie mit Herz und Stimme weitertragen.
Fotos: Alfred Freistädter
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„Freude schenken, Freunde treffen, das sind Momente im Leben, die in Erinnerung bleiben“
Große Ehre für jahrzehntelanges Engagement: Erich Gscheidle erhält Goldene Ehrennadel der LDU
Im Rahmen der 45. Kulturtagung des LDU Landesverbandes in Baden-Württemberg in Gerlingen wurde Erich Gscheidle mit der Goldenen Ehrennadel der LDU ausgezeichnet – der höchsten Ehrung, die die Gemeinschaft in Baden-Württemberg zu vergeben hat. Die Laudatio hielt der Bundesvorsitzende Joschi Ament.
Erich Gscheidle und Joschi Ament – Foto: Annette Welfonder
In seiner Ansprache würdigte Ament das jahrzehntelange Wirken Gscheidles für die ungarndeutsche Sache. Seit über fünf Jahrzehnten präge Erich Gscheidle das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Gerlingen – einer Stadt, die durch seine Mitgestaltung zum Mittelpunkt der ungarndeutschen Kultur in Baden-Württemberg geworden sei. Als Hauptamtsleiter der Stadt Gerlingen hätte er nicht nur Vereinsförderung und Städtepartnerschaften verantwortet, sondern hätte auch die Patenschaft der Stadt über die LDU mit Leben gefüllt.
Seit 2008 gehöre Gscheidle dem Organisationsteam der LDU Gerlingen an, seit 2012 sei er Landesgeschäftsführer der LDU Baden-Württemberg, seit 2017 Geschäftsführer des Bundesverbandes – stets ehrenamtlich und mit großem persönlichen Einsatz. „Erich Gscheidle hat sich dafür eingesetzt, dass die Geschichte und das kulturelle Erbe der Ungarndeutschen nicht in Vergessenheit geraten. Er weiß: Erinnerung ist Auftrag – und Weitergabe an die nächste Generation ist Pflicht“, wie Ament betonte.
Auch die Städtepartnerschaft zwischen Gerlingen und Tata trage seine Handschrift, wie Ament betonte. Seit 1985 habe Gscheidle diese Partnerschaft mit unzähligen Begegnungen und Projekten geprägt und vertieft.
Für sein Wirken wurde Erich Gscheidle bereits vielfach geehrt – unter anderem mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Tata, dem König-Sigismund-Preis und dem Offizierskreuz von Ungarn.
Mit der Verleihung der Goldenen Ehrennadel würdigt die LDU nun das Lebenswerk eines Mannes getreu seinem eigenen Motto – „Freude schenken, Freunde treffen, das sind Momente im Leben, die in Erinnerung bleiben“.
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1971 bewegte Kurt Petermann mit seinem landesweiten Aufruf „Sänger, Tänzer – sammle mit!” die deutsche Minderheit in Ungarn. Dank der damaligen Zusammenarbeit entstand das bis heute unersetzbare Petermann-Material. Jetzt, mehr als fünfzig Jahre später, startet die Deutsche Selbstverwaltung des Komitats Pesth ein ähnliches Forschungsprojekt, für das erneut um die Hilfe der ungarndeutschen Gemeinschaft gebeten wird.
Ziel des Projekts ist es, die primären und sekundären Quellen der deutschen Volkskultur in Ungarn (insbesondere der Volkstanz und das Kindermaterial) zu erforschen und eine komplexe Online-Datenbank zu erstellen, die mit den Forschungsergebnissen kontinuierlich erweitert werden kann bzw. dazu beiträgt, unser kulturelles Erbe sowie das kulturelle Bewusstsein und die nationale Nationalitätenidentität der jüngeren Generationen zu stärken, zu bewahren und weiterzugeben.
Die Wissensdatenbank wird sowohl bereits veröffentlichte und digitalisierte Archivmaterialien als auch lokale Sammlungen enthalten. Sie bietet unseren Gemeinden, Vereinen und Selbstverwaltungen eine wissenschaftlich zuverlässige Quelle für die Aufarbeitung der deutschen Volkstanztradition in Ungarn und die Ausbildung des Nachwuchses.
Die Sammlung und die Wissensdatenbank umfassen alle verfügbaren Quellen: veröffentlichte und digitalisierte Archivmaterialien zur Volkskunde, lokale und private Sammlungen, Facharbeiten, Diplomarbeiten, Choreografien, Nachlässe von Lehrern, Tänzern und Choreografen sowie bisher unveröffentlichte Privatsammlungen.
Alle werden gebeten, die über Daten, Kontakte oder Materialien (wie Fotos, Manuskripte, Film- oder Tonaufnahmen, Zeitungsartikel oder andere Dokumente) verfügen, diese mit den Projektleiterinnen zu teilen und sie damit bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Die Sammelarbeit im Rahmen der aktuellen Ausschreibung läuft bis zum 31. Dezember 2025.
Die Sammlung umfasst unter anderem:
eine Auflistung und Angaben zur Auffindbarkeit von ungarndeutschen Volkstanzchoreografien in Ungarn (stencilierte Materialien, Veröffentlichungen),
Volkstanzmaterialien im HUN-REN Musikwissenschaftlichen Institut, im Volkskundemuseum und in den Komitatsmuseen,
Tanz- und Kindertanzmaterialien, die in Diplomarbeiten über die deutsche Nationalität zu finden sind,
Jugendarbeiten (z. B. basierend auf den Veröffentlichungen von Ildikó I. Sándor),
qualifizierte Choreografien beim Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen und beim Volkskunstverband Muharay Elemér,
Nachlässe von Volkstanzlehrern, über sie veröffentlichte Bücher, Interviews,
Sammlungen aktiver oder ehemaliger Volkstanzgruppen (überliefert),
bislang unveröffentlichte Quellenmaterialien im Privatbesitz (Manuskripte, 8-mm-Filme, VHS-Kassetten usw.),
Online-Lehrmaterialien.
Die Datenbank wird durch den LandesratVerlag online verfügbar sein.
Projektleiterinnen: Alexandra Korom, Forscherin, Tanzanthropologin – Lehrstuhl für Volkskunde und Kulturanthropologie an der Universität Segedin/Szeged, Forschungswerkstatt Revival Ildikó Winhardt, Volkstanzpädagogin
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Blickpunkt – Wettbewerb der Bilder findet bereits zum 17. Mal statt! Insgesamt wurden diesmal 220 Bilder ins Rennen geschickt. Jetzt darf das Publikum die Bilder bewerten!
Alle, die sich auf der blickpunkt.hu-Seite registrieren, können Punkte geben! Diese gelten, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
mindestens 25% aller Bilder im Wettbewerb müssen bewertet werden,
der Durchschnitt der gegebenen Punkte muss mehr als 5,1 ergeben.
Nach der Bewertung durch das Publikum werden die 10 besten Fotos, Postkarten und Archivbilder je Kategorie einer dreiköpfigen Fachjury vorgelegt. Darüber hinaus haben noch die Juroren und das Zentrum-Team die Möglichkeit, Aufnahmen in die Endrunde miteinzubringen. So entsteht das Bildmaterial, das in Form einer Wanderausstellung das Land bereisen wird, bzw. aus dem die Haupt- und Sonderpreisträger ausgewählt werden.
Bewertung und Punktvergabe bis zum 28. Oktober 2025, 11 Uhr
Förderer: Bethlen Gábor Fondsverwalter des Ministerpräsidiums (NKUL-KP-1-2025/3-000467)• Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen • Zeitschrift Barátság • Neue Zeitung • Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler • Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher • MTVA: Unser Bildschirm, Treffpunkt am Vormittag.