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Quadriga – Ausstellungseröffnung im HdU

Mittwoch, 12. November 2025, 18 Uhr
im Haus der Ungarndeutschen (Budapest VI., Lendvay u. 22)

Der Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) und
das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum)

laden
zur Eröffnung der Ausstellung

Quadriga

mit Werken von
Bernadett Breszkovics, Erzsébet Horváth, Erzsébet Lieber und Zsuzsa Trieb
ein.

Grußworte:
Angelika Erdélyi-Pfiszterer, Direktorin des Zentrums
Angela Korb, 2. Vorsitzende von VUdAK

Ein Gespräch mit den Künstlerinnen führt Kunstsachverständiger János Wolfart.

Das Brandenburger Tor ist das Wahrzeichen Berlins, auf dem die Quadriga als ein Meisterwerk der Kunst, der Bildhauerei, hoch oben thront. Die Quadriga, die in dieser Ausstellung vorgestellt wird, ist ein Quartett aus vier bildenden Künstlerinnen. Der Mut zum Experimentieren, ihre blühende, beinahe zügellose Fantasie verleiht ihnen Flügel, auch wenn sie einen unterschiedlichen Zugang zur Kunst haben. Das Licht spielt in den Werken von Bernadett Breszkovics, Erzsébet Horváth und Erzsébet Lieber auf eine gewisse Weise eine Rolle, während Zsuzsa Triebs Arbeiten dem Surrealismus zuzuordnen sind. Alle vier verbindet ein gewisser Hang zum Experimentieren oder zumindest zum Ungewöhnlichen. Die Künstlerinnen werfen mit ihren Werken auch die grundsätzliche Frage nach Illusion und Wahrheit auf.

Die Werke auf der Grafik sind (v. l. n. r..):
Erzsébet Lieber: Das Bestehende und das Mögliche IV. Goldene Zeitalter 2
Erzsébet Horváth: Augmentation
Bernadett Breszkovics: Blauer Tanz
Zsuzsa Trieb: Quallenstuhl

Sprache der Veranstaltung: Deutsch

WICHTIG! Eintritt ist kostenlos, aber um Registrierung bis 11. November wird unter info@zentrum.hu gebeten.

Die Ausstellung ist bis Ende Feber 2026 zu besichtigen. Um Anmeldung wird unter info@zentrum.hu gebeten.

Facebook-Event der Veranstaltung >>>

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Organisatoren:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler


Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)

Schőn Mária: Schwäbisches Erzählgut aus Hajosch

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Diese zweisprachigeVeröffentlichung gibt einen tiefen Einblick in das geistige Erbe der schwäbischen Gemeinschaft von Hajosch. Durch die ethnografische Sammlung von Mária Schőn entfalten sich Traditionen, die über Generationen hinweg das Alltagsleben der Menschen vor Ort geprägt haben. 

Die Vielfalt des Buches zeigt sich darin, dass die Kapitel den Leser von Natur und Wettererscheinungen über Tiere, Jahreszeiten und Feiertage bis hin zu den Sternen begleiten. Einen besonderen Stellenwert haben Glaubensvorstellungen, Sprichwörter und Redewendungen, diese einfache, aber tiefgründige Ausdrucksformen, die nicht nur unterhaltsam sind, sondern auch das jahrhundertealte Erfahrungswissen eines Volkes bewahren. Einige der im Buch aufgezeichneten Volksbräuche wurden sogar von den Dorfbewohnern aus ihrer süddeutschen Heimat mitgebracht.

Im Werk stehen kurze Sprichwörter, volkstümliche Weisheiten und längere Legenden gleichwertig nebeneinander, ohne redaktionelle Interpretation. So dokumentiert das Buch nicht nur Traditionen, sondern spricht auch direkt den Leser an. 

Dieses Buch richtet sich in erster Linie an alle, die sich für Volkskultur, sprachliches Erbe, religiöse Weltdeutung oder kollektives Gedächtnis interessieren. Es ist wissenschaftlich sorgfältig editiert und doch gut zu lesen, so ist es eine Schatztruhe für Liebhaber der Tradition.

Diese Veröffentlichung stellt nicht nur die Ergebnisse einer faszinierenden Forschung vor, sondern schafft eine lebendige Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Schőn Mária: Schwäbisches Erzählgut aus Hajosch
Kecskemét: Cumania Alapítvány 2005
444 Seiten
Sprache: ungarisch, deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.
Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

Musik, Herbst, Sammet

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Das dreitägige Musikfest im Herbst in Sammet war wieder einmal ein Gemeinschaftserlebnis: Die Besucher erwarteten auch dieses Jahr ein buntes Musik-, Tanz- und Kulturprogramm, leckere schwäbische Gerichte und Getränke im örtlichen Heimatmuseum.

Das Festival begann am Freitag, dem 10. Oktober, um 9:00 Uhr mit dem interaktiven Kinderprogramm der Formation RépaRetekMogyoró, und dann hielt der Museumsdirektor, Archäologe und Historiker Dr. Richárd Schmidtmayer, einen Vortrag mit dem Titel „Szomód 800“.

Am Samstagnachmittag wurde die Programmreihe mit einem Treffen ungarndeutscher Kindertanzgruppen fortgesetzt, aber vor Ort konnte man auch ungarndeutsche Handwerker antreffen. Am Abend sorgten die Blaskapelle aus Sammet, das Werischwarer Heimatwerk, die Tanzgruppe Fliegende Zöpfe und die Kapellen 5 Dörfler und Die Lausbuben für hervorragende Stimmung. 

Am Sonntag wurde traditionsgemäß eine deutschsprachige heilige Messe in der Sammeter Jakobus-Kirche zelebriert. Nachher wurde das Musikfest mit dem Grußwort von Eva Waldmann-Baudentisztl, Vorsitzende der Selbstverwaltung der Deutschen des Komitates Komorn-Gran, auch offiziell eröffnet.

Wie gewohnt, zeichnet unsere Selbstverwaltung im Rahmen dieses Festivals eines der Mitglieder der Blaskapelle aus Sammet als Anerkennung seiner fleißigen Arbeit, musikalischen Vergangenheit und seines Engagements aus. Der József-Bánkúti-Gedenkpreis ging 2025 an György Schneider.

György Schneider wurde mit dem József-Bánkúti-Gedenkpreis ausgezeichnet

Für die Unterhaltung am Nachmittag sorgte die Blaskapelle aus Sammet und zahlreiche Mitwirkende: der Ungarndeutsche Liederkreis von Untergalla, die Tanzgruppen von Tolnau und Woj, die Kapelle Die Lausbuben, der Sammeter Liederkreis und die Szomorer Jungs.

Alle, die unserer Einladung gefolgt sind, haben ein schönes Wochenende mit viel Gesang, Musik und Tanz bei uns verbracht, und sind mit vielen schönen Erlebnissen heimgekehrt.

Ungarndeutsche Selbstverwaltung Sammet

Weitere Veranstaltungsfotos sind auf der Facebook-Seite der deutschen Selbstverwaltung zu sehen >>>

Volkstänze und Melodien aus der Batschka im Haus der Ungarndeutschen in Budapest

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Am Mittwoch, dem 15. Oktober, füllte sich der Otto-Heinek-Saal des Hauses der Ungarndeutschen erneut mit Leben: Im Rahmen der Zentrum-Programme im HdU lud das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek zum Herbst-Tanzhaus ein, das die LiebhaberInnen des Volkstanzes erneut zusammenbrachte. Diesmal standen Tänze aus der Batschka im Mittelpunkt, begleitet von viel Musik, Lachen und begeistertem Lernen.

Die Tänze zeigten uns Simon Károly Kishegyi und seine Frau, Ildikó Kishegyi-Baráth, die mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Humor die Teilnehmer schnell zu einer fröhlichen Gemeinschaft formten. Nach den verschiedenen Polka-Varianten durften wir u. a. auch die Schritte des Stampfwalzers aus Nadwar kennenlernen, welches ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten war.

An diesem stimmungsvollen Abend nahmen wir nicht nur neue Tanzschritte, sondern auch ein Stück Batschkaer Tradition mit nach Hause.

Anna Schulteisz

Foto und Video: Ludwig Grund/Zentrum.hu
Weitere Veranstaltungsfotos >>>

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Organisator:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek

Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidentenamt über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)

„Jeder Tag im Kindergarten ist für mich ein schöner Tag“

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130 Jahre Kindergarten in Tarian

Am 15. November 1895 öffnete der Kindergarten in Tarian/Tarján erstmals seine Türen – ein wahrhaft großer Tag für das Dorf. Seit nunmehr 130 Jahren schenkt er Generationen von Kindern Geborgenheit, prägt ihre Zukunft und zaubert Lächeln auf die Gesichter.

Am 4. Oktober feierten der Deutsche Nationalitätenkindergarten und die Kinderkrippe Tarian ihr besonderes Jubiläum gemeinsam mit Mitarbeitern, Kindern, Eltern, Großeltern und vielen Interessierten aus der Gemeinde. Mit einem herzhaften Auftritt der Erzieherinnen, bei dem das im Titel zitierte Lied erklang, begann die Jubiläumsfeier im Kulturhaus.

Die Direktorin des Kindergartens, Anna Mária Pilczinger, hieß die Gäste willkommen. Sie betonte, dass es bei diesem Jubiläum „nicht nur um Zahlen, sondern um die gemeinsamen Erlebnisse der vergangenen Jahrzehnte, die Erziehung der Kinder, um Entwicklung und Zusammengehörigkeitsgefühl“ gehe. Mit liebevollen Rückblicken erinnerte sie an vergangene Zeiten: So besuchten im Schuljahr 1905/06 bereits 177 Kinder (80 Buben und 97 Mädchen) den Kindergarten. Auch die Gegenwart wurde beleuchtet: Die heutigen Gebäude mit vier Gruppen wurden 1997 fertiggestellt und werden aktuell um eine fünfte Gruppe erweitert. Jede Gruppe wird von zwei Kindergärtnerinnen und einer Erzieherin betreut, unterstützt von einer pädagogischen Assistentin und einer Sekretärin. Vor drei Jahren kam zudem die Kinderkrippe mit zwei Mini-Gruppen und fünf Mitarbeiterinnen hinzu. Seit September besuchen mehr als 120 Kinder die Einrichtung. 

Bürgermeister Thomas Klinger hob in seiner Rede die enge Verbundenheit der Kita mit der Dorfgemeinschaft hervor: „Dies ist eine gemeinsame Geschichte, in der jede Familie des Dorfes, alle Eltern und jedes Kind enthalten sind, die jemals die Schwelle dieser Einrichtung überschritten haben.“ Er erinnerte sich an seine eigene Kindergartenzeit und ermutigte die Kinder, den Mittagsschlaf auszunutzen.

Ein besonders stimmungsvoller Teil des Festes war der Auftritt der „Apfel-Gruppe“. Die Kinder trugen mit Begeisterung Reime und Lieder im örtlichen Dialekt vor, tanzten und sangen in ihren hübschen Blaufärber-Röckchen und -Schürzen. Das Publikum war sichtlich berührt. Der Höhepunkt folgte, als die Kinder gemeinsam mit der Tarianer Tanzgruppe – deren Mitglieder selbst ehemalige Kindergartenkinder sind – einen Tanz aufführten. Im Anschluss begeisterte die Tanzgruppe mit weiteren Darbietungen, und auch die Kindergärtnerinnen hatten liebevoll einige Überraschungslieder vorbereitet.

Natürlich durfte an diesem Tag auch eine riesengroße Geburtstagstorte nicht fehlen, ein Moment, der die Kinderaugen zum Strahlen brachte. Auch Geschenke von den örtlichen Vereinen und Freunden wurden überreicht. Abgerundet wurde der Nachmittag durch ein fröhliches Theaterstück, das Kinder und Eltern gleichermaßen zum Lachen brachte.

Auch die Räume des Kindergartens erstrahlten in festlichem Glanz: Archivfotos, Gruppenbilder, Basteleien und Erinnerungsstücke schmückten die Wände, ebenso wie Beiträge von NZ und NZjunior über den Kindergarten. So spiegelte sich die ganze Geschichte und Gegenwart der Einrichtung in einem bunten, liebevollen Gesamtbild wider.

Ein Jubiläum, das nicht nur gefeiert, sondern auch mit Herz und Gemeinschaftsgeist erlebt wurde – so, wie der Kindergarten selbst seit 130 Jahren das Herzstück von Tarian ist.

Dorottya Váradi-Bach

Foto: Violetta Prokl

Drei kleine Schweinchen flüchteten ins HdU

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Auf Einladung des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (Zentrum) wurde am 11. Oktober das neue interaktive Märchenstück der Deutschen Bühne Ungarn (DBU) im Haus der Ungarndeutschen aufgeführt, das für Groß und Klein ein unvergessliches Erlebnis bot. Das bekannte Märchen über die drei kleinen Schweinchen und den Wolf wurde auf besondere Weise in ungarischer und deutscher Sprache zum Leben erweckt – voller Humor und lehrreicher Momente.

Gabriella Gőbl und Jonas Gundelach, Schauspieler des Ensembles aus Seksard/Szekszárd, zogen die Kinder mit viel Herz, Spielfreude und Energie in die Geschichte hinein. Das Publikum war nicht nur Zuschauer, sondern aktiver Mitgestalter des Geschehens: Die Kinder fieberten mit den Schweinchen mit, bauten gemeinsam ihre Häuschen und halfen dabei, den Wolf auszutricksen.

Auch die Eltern und Pädagogen genossen den Vormittag sichtlich. Die Aufführung bot allen eine gelungene Abwechslung an einem herbstlichen Samstag.

Wir erlebten ein lustiges und zugleich lehrreiches Theaterstück, aus dem wir alle etwas mit nach Hause nehmen konnten: Die Kinder Heiterkeit und Mut, die Erwachsenen ein Stück Nostalgie und schöne Erinnerungen.

Anna Schulteisz

Weitere Fotos >>>
Foto: Ludwig Grund/zentrum.hu

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Organisator:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek

Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidentenamt über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter (NKUL-KP-1-2025/3-000466)

Gut gelaunt und neugierig: Erfahrungsaustausch in Gran und Tscholnok

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Am 10. Oktober 2025 fuhren 36 gut gelaunte und neugierige SanktiwanerInnen − unter ihnen Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen sowie Schüler − nach Gran/Esztergom und Tscholnok/Csolnok, um dort Erfahrungen und Ideen zur Weiterführung der Tätigkeit der Selbstverwaltung der Deutschen Nationalität Sanktiwan/Pilisszentiván zu sammeln. Die Reise wurde im Rahmen der Ausschreibung „Überregionaler Erfahrungsaustausch“ durch das Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Die Gruppe besuchte im Rahmen der Kooperation zwischen unseren Selbstverwaltungen den Aranyhegyi-Kindergarten und das Prímási-Schulzentrum in Gran. Die Hälfte der Besucher konnte den Kindergarten kennenlernen, während die andere Hälfte in die Schule fuhr. Begrüßt und freundlich empfangen wurde sie von Dr. Martha Juhász, der Vorsitzenden der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung in Gran.

Im Kindergarten wurde uns die Institution vorgestellt und wir konnten in den Gruppen verschiedenen Beschäftigungen (Märchen, deutsche Lieder) beiwohnen. Im Schulzentrum wurde an diesem Tag Erntedank gefeiert, die Kinder installierten eine Ausstellung, führten deutsche Spiele und Tänze vor, Pater Andor segnete die vorbereiteten Früchte, und zufällig trafen wir sogar Vertreter der deutschen Partnergemeinde Ehingen. Anschließend nahmen wir an einer sehr informativen und netten Stadtführung mit Judit Szendy teil.

Nach dem Mittagessen im Primaskeller fuhren wir nach Tscholnok, wo wir von Agathe Hárs herzlich empfangen und durch das Dorf geführt wurden. Der Lehrpfad und das Heimatmuseum waren sehr interessant, beide sind in einem beispielhaft guten Zustand. Den Tag ließen wir bei Kaffee und Strudel im Pollushof ausklingen.

Der Gegenbesuch in Sanktiwan ist für den 16. Oktober geplant, weil eine gute freundschaftliche Beziehung zwischen Gästen und Gastgebern entstanden ist und wir voneinander sehr viel lernen können.

Maria Mirk
Vorsitzende
Selbstverwaltung der Deutschen Nationalität Sanktiwan

Stipendiaten der Nationalitätenpädagogik trafen sich zum dritten Mal im Parlament

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Am 9. Oktober 2025 fand im Oberhaus des ungarischen Parlaments das 3. Parlamentarische Treffen der Stipendiaten der Nationalitätenpädagogik statt. Ziel der Veranstaltung war es, die Bedeutung der Nationalitätenausbildung von Kindergarten- und Schulpädagogen und des Stipendienprogramms zur Unterstützung der Nationalitäten hervorzuheben.

Nach dem Grußwort vom ungarndeutschen Abgeordneten Emmerich Ritter hob Miklós Soltész, Staatssekretär für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten, die besondere Bedeutung der Erhaltung der Nationalitätensprachen hervor. Er verwies auf seine persönlichen Erfahrungen und betonte den Wert, wenn ältere Menschen in den Dörfern ihre Mundart im Alltag verwenden.

Miklós Soltész

Er unterstrich die Rolle der Bildung für den Erhalt der Sprachen sowie die Wichtigkeit der engen Zusammenarbeit mit den Nationalitätenselbstverwaltungen auf lokaler und Landesebene. Der Staatssekretär sprach über die Ergebnisse des Stipendienprogramms für Nationalitätenpädagogen (NÖP), die dahinterstehende Organisation und Koordination. Er erwähnte auch die Erhöhung der Lehrergehälter, den 2020 eingeführten fachspezifischen Gehaltszuschuss sowie das zweijährige Nationalitätenstipendium für Mittelschüler. In seiner Rede ging er außerdem auf die Renovierung von Kindergärten und Schulen der Nationalitäten ein, die zur Stärkung der Gemeinschaften und zur Schaffung einer qualitativ hochwertigen Lernumgebung beitragen.

Der zweite Redner des Programms war Attila Vidnyánszky, Generaldirektor des Nationaltheaters, der in seinem Vortrag mit dem Titel „Die Ausbildung von Nationalitätenschauspielern im Dienste des Fortbestehens der Nationalitätentheater“ die gemeinschaftsbildende und identitätsstärkende Rolle der Theaterkunst betonte. Er hob hervor, dass die Kraft der Nationalitäten für jedes Land als Vorbild dienen sollte, und erklärte, dass das Nationaltheater das Ziel verfolge, die Entwicklung der Nationalitätentheater zu fördern.

Attila Vidnyánszky

Er kündigte an, dass die Universität für Theater- und Filmkunst 2026 ein neues, für fünf Nationalitäten zugängliches Schauspielausbildungsprogramm starten werde. Die Studierenden werden mit Stipendien unterstützt, um die Erhaltung und Erneuerung der nationalitätenspezifischen Theaterkultur zu fördern.

Im Anschluss sprach Annamária Posán-Rácz, stellvertretende Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Innovation, über die Ausbildung von Nationalitätenpädagogen in der Gegenwart. Neben der Darstellung des rechtlichen Rahmens und des derzeitigen Bildungssystems betonte sie die Notwendigkeit, die Intensität und Qualität der Ausbildung zu erhalten. Sie hob hervor, dass auch Studiengänge mit geringer Teilnehmerzahl gestartet werden können und dass die Programme durch den Einsatz von Gastdozenten weiter bereichert werden können.

Annamária Posán-Rácz

In ihrer Rede ging sie auf die jahrzehntelangen Traditionen der Nationalitätenbildung ein und betonte, dass dabei das Ziel die Sicherstellung des muttersprachlichen Unterrichts und die Bewahrung der kulturellen Werte der Gemeinschaften sei. In den vergangenen fünf Jahren nahmen jährlich 600–700 Studierende an der Nationalitätenpädagogen-Ausbildung teil, von denen 90% Frauen sind; drei Viertel studieren an Universitäten außerhalb von Budapest, ein Viertel in der Hauptstadt.. Sie betonte außerdem die Bedeutung der Klebelsberg-Stipendien und des Programms „Lehren wir für Ungarn“, die eine erhebliche finanzielle und fachliche Unterstützung für angehende Pädagogen bieten.

Der abschließende Fachvortrag von Josef Weigert, dem Leiter des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums (UMZ),mit dem Titel „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Nationalitätenstipendienprogramms“ erklärte, dass NÖP 2018 als Antwort auf den Mangel an deutschsprachigen Kindergartenpädagogen ins Leben gerufen wurde. Initiatorin war die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, finanziert wird das Programm durchs Ministerpräsidentenamt, administrativ wird es vom UMZ betreut. Seitdem haben sich weitere Nationalitäten – Kroaten, Roma, Rumänen, Serben, Slowaken und Slowenen – angeschlossen.

Josef Weigert

Die Initiative hat spürbare Auswirkungen auf die Studierenden: Sie entlastet sie finanziell, verbessert ihre Studienleistungen und erleichtert den Einstieg in nationalitätenbezogene Bildungseinrichtungen. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2023 sind die Teilnehmenden motivierter, treffen bewusstere Berufsentscheidungen und sind besser auf den Pädagogenberuf vorbereitet. Seit dem Start wurden über 850 Verträge abgeschlossen, derzeit gibt es 253 aktive Stipendiaten, von denen die meisten der deutschen Nationalität angehören. 252 Personen haben ihre Beschäftigungspflicht bereits erfüllt. Der Schlüssel zum Erfolg des Programms liegt darin, dass es nicht nur finanzielle Unterstützung bietet, sondern auch eine echte fachliche Gemeinschaft und berufliche Perspektive schafft.

Zwischen den Referaten bereicherten die Schüler der Deutschen Nationalitätengrundschule Paul Angermann unter der Leitung von Direktorin Hajnalka Pfeifer-Takács mit Liedern und einer Mundartgeschichte die Tagung.

Emmerich Ritter bedankte isch bei den Vortragenden und Teilnehmenden für ihr Engagement und unterstrich die entscheidende Rolle der Nationalitätenpädagogen bei der Bewahrung der sprachlichen und kulturellen Identität sowie bei der Sicherung der Zukunft ihrer Volksgruppen.

Emmerich Ritter

Zum Abschluss wurde ein gemeinsames Gruppenfoto auf der Haupttreppe des Parlaments gemacht, gefolgt von einem Stehempfang, der Möglichkeit zum weiteren Austausch gab. 

Anna Schulteisz/Zentrum.hu

Foto und Video: Gábor Wunderlich

Mit äußerst wertvollen fachlichen Erfahrungen nach Hause zurückgekehrt

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Ein einzigartiges, breit gefächertes Fachprogramm, hervorragende Referenten, praktische methodische Ratschläge und ein erhebendes Gemeinschaftserlebnis. Das war die diesjährige Volkstanzwoche des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, zu der das vor drei Jahren eingeführte neue Konzept, das System der Tagesseminare, noch mehr Tanzbegeisterte anzog. 

Die Atmosphäre des Camps wurde geprägt von der Leidenschaft und dem Wissensdurst der Tänzer, die die ungarndeutsche Volkstanzkultur im Alltag authentisch leben und lehren, und die von unseren hervorragenden Referenten gerne bedient wurden. Mit mehr als 50 Tanzbegeisterten aus 30 Ortschaften verbrachten wir vom 11. bis 16. August eine äußerst ereignisreiche Woche im Iglauer Park in Waschludt.

Bei der Zusammenstellung des Programms für die Tanzwoche legten wir unter Berücksichtigung des neuen Konzepts und mit der Erweiterung der Themenkreise des letzten Jahres die Themen für die Vorträge und praktischen Übungen so fest, dass Antworten auf die seitdem aufgetauchten Fragen gefunden werden konnten. Dementsprechend luden wir gut vorbereitete, in den Themen bewanderte und engagierte Referenten ein.

Zu unseren wichtigsten fachlichen Zielen gehörte es, den Leitern von Tanzgruppen und aktiven Tänzern Hilfe bei der Organisation ihres täglichen Tanzlebens zu bieten und neben dem fachlichen Wissen auch die Methodik der Umsetzung vorzustellen. Es war wichtig, dass alle Teilnehmer – unabhängig von ihrer fachlichen Erfahrung – von der Teilnahme am Camp profitieren und etwas Nützliches mit nach Hause nehmen konnten.

Die Workshops verliefen in guter Stimmung

Nach unserer Ankunft lernten wir mithilfe von Antal Perlaki die Ortschaft Waschludt kennen. Anhand der Geschichte der Gemeinde stellte er das Schicksal und den Alltag der hier lebenden deutschen Minderheit vor.

Am Nachmittag wurde die Erkundung der Region fortgesetzt, diesmal jedoch durch Tänze. Tanzlehrer und Choreograf László Nagy, ehemaliger Leiter des Maratzer Tanzensembles (1987-2023), Träger des Ferenc-Fülöp-Preises, und Ildikó Winhardt, Volkstanzlehrerin, Lehrerin für deutsches Nationalitätenfach, Kindertanzgruppenleiterin, Laiensammlerin und Forscherin, machten die Teilnehmer mit den Tänzen von Totwaschon bekannt. Danach brachte Barnabás Matuszek begleitet von Ádám Weisz auf dem Akkordeon ihnen Tänze aus Herend bei.

Eine Besonderheit der diesjährigen Volkstanzwoche war, dass das Welttreffen des Weltdachverbandes der Donauschwaben auf diesen Termin fiel, so konnten dessen Teilnehmer auch den Programmen der Tanzwoche beiwohnen.

Tanzbeschäftigung mit den Teilnehmern des Welttreffens

In diesem Rahmen nahmen wir am ersten Tag an einem gemeinsamen Kennenlernabend mit Teilnehmern seitens des Weltdachverbandes und den örtlichen Traditionsgruppen teil.

Am zweiten Tag stand die aktuelle Situation der Tanzforschung im Mittelpunkt. Zu diesem Thema baten wir die Tanzforscherin, Doktorandin und Tanzanthropologin Alexandra Korom um Unterstützung, die anhand des Erbes von Horak und Petermann die deutsche Volkstanzforschung in Ungarn veranschaulichte.

Wir alle beschäftigen uns ständig mit der Frage, was in unserer Volkskultur als authentisch und glaubwürdig angesehen werden kann. Wir suchen nach einer Antwort darauf, wie wir die Werte, die uns unsere Vorfahren hinterlassen haben, auch in Zukunft in angemessener Weise an die nachfolgenden Generationen weitergeben können. Eine Antwort darauf versuchte uns Dr. Anna Janku PhD., Präsidentin der Ungarischen Gesellschaft für Ethnochoreologie, unabhängige Forscherin, in ihrem Vortrag zu geben. Das Nachmittagsprogramm war praktisch ausgerichtet, die Teilnehmer konnten unter der Leitung von Ildikó Winhardt die verschiedenen Tanzarten, die in unseren Tänzen vorkommen, und ihre Stilmerkmale kennenlernen.

Veranstaltungsort war der Iglauer Park in Waschludt

Wir möchten nicht, dass die vor Jahrzehnten entstandenen Werke und Choreografien, die auf den deutschen Tanztraditionen in Ungarn basieren, in Vergessenheit geraten. Deshalb kamen Katinka Izing-Árendás und Dorottya Váradi-Bach aus Tarian zu uns und zeigten, wie sie die Choreografie „Tarianer Mädchentanz” von Mária Vajk bearbeitet hatten, das sie anhand einer vom Demokratischen Verband der Deutschen in Ungarn herausgegebenen Tanzbeschreibung rekonstruiert hatten.

Tanz und Gesang sind untrennbar miteinander verbunden. Mónika Fazekas-Gombár, Trägerin des Stefan-Kerner- und des Kóta-Preises, Vizevorsitzende der Chorsektion des Landesrats, hielt einen Vortrag über ungarndeutsche Volkslieder und deren Niederschrift, und zeigte bzw. brachte den Teilnehmern einige der von ihr niedergeschriebenen Lieder bei. Im Abendprogramm konnten die Teilnehmer unter ihrer Leitung einen Einblick in die Tänze von Wetschesch gewinnen. Diese wurden von László Kreisz, dem Vorsitzenden des Landesrates, auf dem Akkordeon begleitet. 

Die Vorträge und Übungen zum Thema Kindertänze und Nachwuchsförderung stoßen bei den Teilnehmern immer auf großes Interesse. Während der Veranstaltungen konnten wir die Sammlungen der einzelnen Ortschaften kennenlernen, ihre Tänze erlernen, und bewährte Methoden für die Nachwuchsförderung aneignen sowie Tanzfolgen und Choreografien erlernen. 

Die Themenleiter und Referenten des Tages waren Andrea Iván (Kinderlieder aus Hartau) und Ildikó Winhardt (Kinderlieder aus Ujfluch). Unter der Leitung von Andrea Iván wurde außerdem die choreografierte Tanzfolge „Kinderlieder aus Nadasch” von Katharina Donovald aufbereitet. Als gute Praxis für die Ausbildung des Nachwuchses stellten Katinka Izing-Árendás und Dorottya Váradi-Bach ihr Projekt „Tarianer Familientanzhaus” vor. Am Abend fand ein Tanzhaus statt, das vom Tanzensemble Pergő-Rozmaring aus Waschludt unter der Leitung von Ákos Petres und Andrea Petres-Reiter organisiert wurde.

Am Donnerstag durften wir den österreichischen Volkstanzlehrer, -forscher und -sammler Ludwig Berghold und seine Assistentin Karoline Horak in unseren Kreisen begrüßen. Ihre Namen sind uns unter anderem als Autoren der Publikationen „Unsere Wurzeln”, „Unsere kleinen Wurzeln” und zahlreicher weiterer Veröffentlichungen bekannt. Das Thema des Tanzworkshops lautete „Tänze entlang der Donau”, in dessen Rahmen wir die Ursprünge zahlreicher Tänze kennenlernen und Ideen für die Gestaltung guter Tanzbewegung sammeln konnten.

v.l.n.r.: László Kreisz, Karoline Horak, Julianna Szabó und Ludwig Berghold

Als Höhepunkt des Tages bzw. der Woche können wir die Teilnahme an der traditionellen schwäbischen Hochzeit in Polan, zusammen mit den Teilnehmern des Welttreffens, betrachten. Es bleibt ein unvergessliches Erlebnis! Vielen Dank für die Organisation an die Mitwirkenden aus Polan, insbesondere an Anita Nardai.

Das Thema des Freitags war die Erstellung von Choreografien und die Arbeit auf der Bühne. Die Vortragende war Tanzgruppenleiterin, Choreografin Julianna Szabó, die Leiterin der Tanzsektion des Landesrats.

Zu Besuch in Polan

Für die Inszenierung ungarndeutscher Volkstänze und die Analyse der Inszenierungsmethode behandelten wir die Werke von Nikolaus Manninger – von der Auswahl des Ausgangsmaterials bis zur Inszenierung. Zu Gast war Zsuzsa Manninger, Vorsitzende des Kuratoriums der Nikolaus-Manninger-Tanzkunststiftung, die uns mit zahlreichen zusätzlichen Informationen über die Entstehungsgeschichte versorgte.

Die Verbindung zwischen Tanz und Musik darf im Programm unserer Fachtagung ebenfalls nicht fehlen. Dazu baten wir den Kapellenleiter, Dirigenten und Landesrat-Büroleiter János Hahn um Hilfe, der anhand praktischer Beispiele die Stilmerkmale und Eigenschaften der verschiedenen Tanzmusikarten (z. B. Marsch, Polka, Mazurka, Ländler, Walzer) vorstellte.

Wir blicken auf eine äußerst ereignisreiche Woche zurück. Gemeinsam entwickelten wir uns weiter und lernten die Tanzkultur unserer Vorfahren noch besser kennen. Aus den Erfahrungen dieser Woche ergeben sich gleichzeitig unsere nächsten Themen, mit denen wir uns noch eingehender befassen sollten und die unsere kurz- und langfristigen Aufgaben und unseren Entwicklungsweg vorgeben. 

Der Landesrat ist der Überzeugung, dass Qualität verpflichtet, was die Tanzsektion ernst genommen hat, und so konnte auch in diesem Jahr wieder die Volkstanzwoche mit ihrer großartigen Atmosphäre und ihrem breit gefächerten fachlichen Angebot auf mehreren Ebenen und in verschiedenen Bereichen stattfinden. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an unsere Referenten und die Organisatoren des Camps!

Die Fortbildungen wurden durch das Bundesministerium des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), die Regierung Ungarns und die Waschludter Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung gefördert.

Landesrat Forum

Foto: Attila Székely

Der Herbst mit allen Sinnen

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In der Bohler Allgemeinbildenden Kunst- und Grundschule war es schon immer wichtig, Sitten und Bräuche der Ungarndeutschen zu beleben und die Möglichkeit den Kindern zu geben, an diesen auch teilnehmen zu können. Das Wichtigste daran ist, dass dies nie ein Muss ist. So war es auch dieses Jahr. Wir initiierten ein fachübergreifendes Herbst-Projekt, wo wir alle wichtigen Programme und Traditionen der Ungarndeutschen und auch die Bräuche aus den DACH-Ländern gemeinsam erlebten.

Der September begann mit einer Wallfahrt nach Marjud/Máriagyűd, selbstverständlich in unseren schönen Trachten, wo wir an der deutschen Messe teilnahmen. Dieser Tag erfreut uns und lädt uns immer mit Energie fürs Jahr auf. Natürlich erhielten die Gläubigen nach der Messe auch einen kleinen Rosenkranz als Erinnerung. 

Dann kamen die Weinlese und das Weinlesefest. Mit circa 50 Kindern machten wir uns auf den Weg, um Trauben am Weinberg in der Nähe zu lesen, und genossen danach die feinen Früchte. Das Weinlesefest in Tiedisch/Töttös eröffneten wir mit unserer Tanzgruppe und nahmen nachher an dem Festumzug mit großer Freude teil. 

Die Arbeit war mit der Weinlese aber noch nicht vollendet. Es kam das Maisbrechen, so wie früher mit den Händen auch auf dem Ackerfeld. Obwohl wir keinen herkömmlichen Mais, sondern Popcorn-Mais geerntet haben, wollten wir es den Kindern trotzdem zeigen, wie es früher war. Das gebrochene Mais wurde zum Heimatmuseum geliefert, wo wir es mit den Kindern auf dem Maisspeicher gelagert haben. Wir hörten während der Arbeit Blasmusik und sangen, erzählten Geschichten und hatten dabei viel Spaß an der Arbeit. Nach dem Trocknen konnten die Kinder den Mais auch an den Festen kosten. 

Neben den Bräuchen unserer Ahnen „reisten” wir an den Deutschstunden auch ein bisschen in die DACH-Länder. Unser erstes Fest aus Deutschland war das Erntedankfest, wo wir mit den Kindern eine Erntekrone und einen Ernteteppich bastelten. An den Freudestunden beschäftigten wir uns auch mit der Wichtigkeit des Themas „Danksagung” und hinterließen kleine Nachrichten für Eltern und Freunde, wir sangen gemeinsam auch Erntelieder.

Das Beste kommt „fast“ zuletzt: Dies wurde auch von den Kindern bei uns mit Freude und Neugier gesagt. Denn am 3. Oktober organisierten wir ein richtiges Oktoberfest in unserer Schule. Die Vorbereitungen fingen schon eine Woche vorher an. Wir schrieben ein Lebkuchen-Hauswettbewerb aus, auf dem wir echte Schätze bekamen. Aus diesen stellten wir eine Ausstellung zusammen. Wichtig war es auch, eine Atmosphäre vom Oktoberfest zu schaffen, so wurde nicht nur unsere Schule, sondern auch unser Turnsaal schön dekoriert. Eine Schülerin, die aus Bayern stammt, hat mit Freude auch die bayerische Fahne von ihrem Opa mitgebracht. Alle trugen zum Erfolg des Programms Etwas bei. Fast Alle zogen ihre Dirndl und Lederhosen an, aber auch die Pädagogen haben sich entsprechend gekleidet. Früh am Morgen begann schon das Backen von mehr als 100 Brezeln. Der Duft der frisch gebackenen Brezel in der Schule bedeutete für jeden „Es ist endlich soweit!”.

Die Tänzer und Musiker erwarteten ihren Auftritt neben der Bühne und sahen mit Lampenfieber die hereinkommenden Gäste und Zuschauer. Nach der Eröffnung tanzten und musizierten mehr als 100 Kinder zusammen. Es ist immer so schön, die auftretenden Kinder mit Freude in den Augen zu sehen. Nach dem Kulturprogramm folgten Originalspiele vom Oktoberfest und ein Tanzhaus. Wir motivieren die Kinder auch mit einem Mr. und Mrs. Oktoberfest-Wahl, dass sie auch nächstes Jahr mit Freude ihre Trachten aus Deutschland an diesem Tag anziehen. So lernen sie den Unterschied zwischen unserer ungarndeutschen Tracht und der Kleidung aus Deutschland. Beide sind schön, aber es ist wichtig zu wissen, was und wo man diese getragen hat, und heute noch tragen kann. 

Dieses Programm gaben wir auch als Basisprogramm bekannt, so nahmen zahlreiche Pädagogen aus anderen Schulen daran teil. Wir zeigten Ihnen zuerst im Heimatmuseum verschiedene Lernmethoden außerhalb des Klassenzimmers und dann konnten sie auch an unserem Fest teilnehmen. Wir hoffen, sie haben neben dem Lernstoff auch zahlreiche herzergreifende Momente im Gedanken nach Hause genommen.

Unser Projekt endeten wir mit einem Waschtag mit Stärkung der Unterröcke und einer Belohnungsreise für die Kinder nach Budapest zur Ausstellung Schwerer Stoff, wo wir uns mit unserer schönen Tracht auseinandersetzten.

Innerhalb von 5 Wochen haben wir unsere Ziele erreicht und unser Programm war vollbracht. Modernität und Tradition Hand in Hand durch Erlebnispädagogik, so kann man Landes- und Volkskunde hautnah bei uns erleben.

Anita Müller

„Fachlich bereichernd, kulturell beeindruckend“

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Eine Studienreise voller Eindrücke und Erkenntnisse in Klausenburg
2.-5. Oktober 2025

Eine Gruppe von 18 engagierten Fachleuten – vorwiegend Deutschlehrkräfte aus Grund- und Mittelschulen, Universitäten sowie Kindergartenpädagoginnen, bzw. Vertreter von Nationalitätenselbstverwaltungen (manche in Doppelrollen) – begab sich Anfang Oktober auf eine besondere Studienreise nach Cluj-Napoca/Klausenburg/Kolozsvár. Organisiert wurde die Reise vom Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum (UMZ) in Zusammenarbeit mit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU).

Der Gastgeber war das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien, das Programm wurde von der Deutschlehrerin Andrea Szász mitgestaltet und koordiniert. Die Reise übertraf alle Erwartungen, sie war sowohl fachlich bereichernd als auch kulturell beeindruckend.

Schon der Empfang am Donnerstagnachmittag im renommierten Nationalkolleg „George Cosbuc“ war herzlich und vielversprechend. Die offene Atmosphäre und die spannenden Einblicke in das rumänische Bildungssystem sowie das pädagogische Konzept der Schule machten den Auftakt zu einer intensiven und bereichernden Reise. Ein Stadtrundgang mit Professor Dr. Wilfried Schreiber führte die Gruppe durch die historische Altstadt und offenbarte die kulturellen Schätze Klausenburgs.

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Hospitationen: Besuche im Kindergarten, Schulen und an der Babeș–Bolyai-Universität zeigten eindrucksvoll, wie Deutsch als Fremdsprache in einer Region unterrichtet wird, in der die deutsche Minderheit nur noch wenige Mitglieder zählt. Besonders beeindruckend war das hohe Sprachniveau der Schüler – bereits in der 10. Klasse sprechen sie nahezu wie Muttersprachler. Die Theaterstunden und die selbst entwickelten Lehrbücher in deutscher Sprache stießen auf große Begeisterung.

Die Schule mit 1400 Schülern – von der Vorschule bis zum Abitur – präsentierte sich modern und gut ausgestattet. Am Nachmittag folgte ein bewegender Empfang an der Babeș–Bolyai-Universität durch Prorektor Dr. Christian Săcărea. Die Vorstellung der pädagogischen Ausbildung durch Dr. Brigitte Breckner und Dr. Kata Bartalis-Binder war fachlich motivierend und inspirierend.

Am Samstag führte ein Ausflug nach Rimetea/Eisenmarkt/Torockó und Coltești/Sankt Georgen/Torockószentgyörgy in die malerische Landschaft Siebenbürgens. Trotz des nebligen Wetters – man konnte den Seklerstein nur im Nebel bewundern – waren die traditionelle Architektur und die Gastfreundschaft der Einheimischen sehr beeindruckend. Der Nachmittag im Demokratischen Forum der Deutschen in Klausenburg bot tiefgehende Einblicke in die Situation der deutschen Minderheit in Rumänien – geprägt von starker Assimilation und dem Verlust der Sprache im Elternhaus.

In einer offenen Diskussionsrunde tauschten die Teilnehmer ihre Erfahrungen zur Lage der Minderheiten in Rumänien und Ungarn aus. Die wirtschaftliche Präsenz deutscher Firmen in Klausenburg fördert das Interesse an der deutschen Sprache – die Universität beherbergt eine gut besuchte deutsche Fakultät.

Der geplante Besuch des Botanischen Gartens am Sonntag fiel dem schlechten Wetter zum Opfer. Dennoch kehrten die Teilnehmer mit einem reichen Schatz an Eindrücken und Erkenntnissen zurück.

„Diese Tage in Klausenburg waren fachlich inspirierend, menschlich bereichernd und gemeinschaftsstärkend. Wir danken allen Beteiligten für ihre Gastfreundschaft, ihre Offenheit und ihre Herzlichkeit – es war einfach wunderbar!“ – so das Fazit einer Teilnehmerin.

Die Studienreise wurde vom Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert.

Stephan Mayer MdB ist neuer BdV-Präsident

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BdV-Pressemitteilung

Neues Präsidium komplett – Umfassende Entschließung gefasst

Die Bundesversammlung des Bundes der Vertriebenen (BdV) hat am 10. Oktober 2025 in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin ein neues Präsidium gewählt. Neuer Präsident ist der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer, der mit 98 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt wurde. Mayer folgt auf Dr. Bernd Fabritius, der den Verband seit 2014 geführt hat und nicht erneut kandidierte, um sich voll auf sein Amt als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten konzentrieren zu können. 

Stephan Mayer MdB (Foto: Deutscher Bundestag/Inga Haar)

Stephan Mayer, 51, engagiert sich seit 2008 im BdV-Präsidium, seit 2016 als Vizepräsident. Aufgrund seiner familiären Wurzeln ist er der Sudetendeutschen Landsmannschaft eng verbunden und gehört dem Präsidium des Sudetendeutschen Rates an. Mit der Leitung eines bundesweiten Dachverbandes hat der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär bereits zwischen 2010 und 2018 als Präsident der THW-Bundesvereinigung Erfahrung gesammelt. Bereits seit 2002 vertritt der Rechtsanwalt den Wahlkreis Altötting/Mühldorf am Inn als direkt gewählter Abgeordneter der CSU im Deutschen Bundestag.

„Ich bin von dem in mich gesetzten Vertrauen tief bewegt. Der BdV bleibt ein unverzichtbarer Teil der politischen und kulturellen Identität unseres Landes. Er ist kein Bittsteller, sondern ein verlässlicher Partner der Politik mit Anspruch auf Umsetzung politischer Zusagen. Unser Auftrag bleibt: erinnern, bewahren, gestalten – für Frieden, Freiheit und ein geeintes Europa“, erklärte Mayer nach seiner Wahl.

Zu Vizepräsidenten des Verbandes wählten die Delegierten: Stephan Grigat, Rita Hagl-Kehl, Raimund Haser MdL, Steffen Hörtler, Egon Primas und Johann Thießen.

Zu weiteren Mitgliedern des Präsidiums wurden gewählt: Milan Horáček, Rainer Lehni, Siegbert Ortmann, Stephan Rauhut, Brunhilde Reitmeier-Zwick und Heiko Schmelzle.

Kraft Amtes gehört Hiltrud Leber als Präsidentin des Frauenverbandes dem Präsidium an.

Spontan trugen die Delegierten der Bundesversammlung auf Vorschläge aus ihrer Mitte sowie vom neuen Präsidenten dem scheidenden Präsidenten, Dr. Bernd Fabritius, die Ehrenpräsidentschaft an. Fabritius nahm diese hohe Ehrung sichtlich gerührt an und dankte für das damit erneut zum Ausdruck gekommene Vertrauen.

Das neue Präsidium steht für Kontinuität in den Themen und Erneuerung in der Ansprache kommender Generationen.

Thematische Schwerpunkte der Bundesversammlung

Die Bundesversammlung fasste zugleich eine umfassende Entschließung zu den Schwerpunkten Erinnerungskultur, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Zukunft der Vertriebenenarbeit. Sie fordert u.a.:

  • die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags nach § 96 BVFG, um Geschichte, Kultur und Identität der Heimatvertriebenen und Aussiedler dauerhaft zu sichern;
  • eine verlässliche Förderung der Kulturinstitutionen wie des Oberschlesischen Landesmuseums und der Kulturstiftung der Vertriebenen;
  • den Erhalt des Kulturerbes in den Heimatgebieten und die Förderung der Verständigungsarbeit mit den östlichen Nachbarn;
  • die Stärkung der Migrationsberatung (MBE) sowie die Sicherung sozialer Gerechtigkeit für Spätaussiedler, insbesondere durch eine Reform des Fremdrentenrechts;
  • die Ächtung von Vertreibungen weltweit und die völkerrechtliche Anerkennung des Rechts auf die Heimat als Menschenrecht.

Das diesjährige Leitwort „80 Jahre: Erinnern – Bewahren – Gestalten“ verband die Bundesversammlung mit dem 75. Jahrestag der Charta der deutschen Heimatvertriebenen und dem 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs.

Mayer erklärte zum Abschluss: „Der Generationswechsel an der Spitze unseres Verbandes ist mehr als nur ein personeller Wechsel – er ist das Versprechen, Erinnerung und Verantwortung in neuer Form weiterzutragen. Der Bund der Vertriebenen bleibt eine Gemeinschaft der Menschlichkeit und der Verständigung, die Brücken schlägt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Aus Erinnerung erwächst Verantwortung – aus Verantwortung entsteht Zukunft.“

Stipendienprogramm für Nationalitätenpädagogen 2025/2026

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Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) schreibt in Zusammenarbeit mit den Partnerselbstverwaltungen anderer Nationalitäten ab dem 9. Oktober 2025 ein Stipendium für Studenten der Fächer „Nationalitätenkindergartenpädagogik, Nationalitätenlehrer in der Unterstufe, der Oberstufe und der Mittelschule oder Sprachlehrer” der jeweiligen Nationalitätensprache aus.

Um einen Beitrag zur Sicherung des Lehrernachwuchses der nationalen Minderheiten zu leisten, will das Program Stipendien an Studenten der Nationalitäten vergeben, die einen Studentenstatus (Direkt- oder Fernstudium) an Hochschulen haben und sich beruflich engagieren, sowie an Studenten der Kindergartenpädagogik, Lehrer der Unter- und Oberstufe sowie der Nationalitätensprache und -kultur.

Bewerbungsfrist: 31. Oktober 2025, 14:00 Uhr

Erreichbarkeit des Bewerbungsplattforms: https://nop.ldu.hu

Stipendium für Nationalitätenpädagogen 2025/2026 – Flyer auf Ungarisch >>>
Weitere Informationen auf Deutsch >>>

Die Finanzierung des Stipendiums wird vom Amt des Ministerpräsidenten über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter bereitgestellt.

Ein Fest der Sprache und Traditionen in Budapest

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Die Deutsche Selbstverwaltung Budapest organisierte auch in diesem Jahr den traditionellen Europatag sowie die feierliche Eröffnung des Schuljahres für die Schulen und Kindergärten mit deutschem Nationalitätenunterricht in Budapest.

Am 26. September versammelten sich zahlreiche VertreterInnen der deutschen Nationalität in Kleinpesth, um gemeinsam einen Nachmittag im Zeichen der deutschen Sprache und Kultur zu verbringen.

Dr. Ulrich Ernst, der neue Gesandte der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn, begann seine Ansprache berührt: Zum ersten Mal hörte er die Ungarndeutsche Hymne – vorgetragen von einer Kindergruppe mit 30 Stimmen. In seiner Rede sprach er über die Bedeutung der deutschen Sprache, die die meistgesprochene Muttersprache in der EU ist, und hob hervor, wie einzigartig es sei, dass sie in Ungarn von Klein und Groß so engagiert gepflegt wird. Er betonte, dass es kaum ein Land gebe, in dem so viele hochmotivierte DeutschlehrerInnen tagtäglich für den Erhalt der Sprache arbeiten.

Dr. Ulrich Ernst

Miklós Soltész, Staatssekretär für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten im Amt des Ministerpräsidenten, gratulierte nicht nur den PreisträgerInnen, sondern auch allen Anwesenden. Er würdigte die Gemeinschaft in Budapest, die durch ihren Einsatz zeige, dass die Pflege der ungarndeutschen Traditionen eine Aufgabe vieler sei. Zugleich ermutigte er Jung und Alt, die deutsche Sprache weiterhin aktiv zu gebrauchen.

Miklós Soltész

Ein Höhepunkt des Nachmittages war die Verleihung der Auszeichnung „Deutschlehrerin des Jahres 2025“. Mit diesem Preis werden jedes Jahr PädagogInnen geehrt, die sich in besonderer Weise für die Anliegen der deutschen Nationalität einsetzen und zur Bewahrung der Sprache, des materiellen wie geistigen Kulturerbes und der Traditionen in ihren Institutionen beitragen. Über die Vergabe der drei Preise entschied die Vollversammlung der Deutschen Selbstverwaltung Budapest. Die Ehrung überreichten Staatssekretär Miklós Soltész und Hajnalka Lelkes, Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung Budapest, an Lívia Minárik (Medgyessy Ferenc Deutsche Nationalitätenschule), Adrienn Rózsa Nagy (Pestszentlőrincer Deutsche Nationalitätengrundschule) und Renáta Ruff (Anton Grassalkovich Grundschule). Die Laudationen sind am Ende des Berichts zu lesen.

Daneben wurden sechs GymnasiastInnen mit einem Stipendium der Deutschen Selbstverwaltung ausgezeichnet: Maja Erika KollárDóra Kovács und Leona Mercédesz Vámos (Deák-Gymnasium Kleinpesth), Zsófia Sinkó und Noel Nándor Weisz (Deutsches Nationalitätengymnasium Budapest) sowie József Koncz (Árpád-Gymnasium Altofen).

v.l.n.r.: Miklós Soltész, Renáta Ruff, Hajnalka Lelkes, Ildikó Péteri, Adrienn Rózsa Nagy und Lívia Minárik

Im Laufe des Nachmittags präsentierten mehr als hundert Mitwirkende, wie lebendig die ungarndeutschen Traditionen in Budapest sind. Mit Liedern und Tänzen begeisterten SchülerInnen der Medgyessy Ferenc Deutschen Nationalitätengrundschule, der Pestszentlőrincer Deutschen Nationalitätengrundschule, des Deák-Gymnasiums, der Anton Grassalkovich Grundschule sowie der Erkel-Grundschule und ernteten dafür großen Applaus.

Dorottya Váradi-Bach

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Deutschlehrerinnen des Jahres 2025 in Budapest
Würdigungen

Lívia Minárik

Deutschlehrerin des Jahres 2025 ist Lívia Minárik, seit 2017 Mitglied des Lehrerkollegiums der Medgyessy Ferenc Deutschen Nationalitätenschule im III. Bezirk. Seit drei Jahren leitet und koordiniert sie die Arbeit der Sprach-Arbeitsgemeinschaft. Sie spielt eine aktive Rolle bei der Organisation und Durchführung der jährlichen ungarndeutschen  Programme an der Schule: Erntedankfest, Martinstag, Deutscher Rezitationswettbewerb.
Sie hat auch eine neue Tradition für die Aufnahme der Erstklässler geschaffen. Bei den Bezirkswettbewerben schneiden ihre Schüler jedes Mal gut ab. Sie ist regelmäßig bei der Jurierung der Wettbewerbe, die an den anderen Nationalitätenschulen des Schulamts stattfinden, mit dabei. Auch beim traditionsreichen Weihnachtsfest der Nationalitäten treten ihre Schüler oft mit niveauvollen Darbietungen auf.
Sie nimmt gerne an den außerunterrichtlichen Programmen der Arbeitsgemeinschaft teil, der Interpädagogica-Messe und den von dem Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek organisierten Veranstaltungen, die der fachlichen Weiterbildung dienen. Ihre Beiträge erscheinen in der Neuen Zeitung. Sie legt großen Wert auf die Talentförderung. Ihre Schüler nehmen jährlich am Ungarndeutschen Rezitationswettbewerb sowie am Wettbewerb für kleine Szenen teil.
Mit ihren Lerngruppen bereiten sie regelmäßig stimmungsvolle kleine Szenen vor, die nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für sie selbst echte Freude bedeuten. Jedes Jahr ist sie die aktive Organisatorin und Durchführende der DSD-Prüfung an der Schule.
Lívia Minárik pflegt sowohl zu ihren Schülern als auch zu den Eltern eine freundliche und kooperative Beziehung. Mit der Organisation von gemeinschaftlichen Programmen in guter Stimmung baut sie die ungarndeutsche Gemeinschaft der Schule auf. Als Expertin unterstützt sie ihre Kollegen.
Mit ihrer Menschlichkeit, Zuverlässigkeit und Kollegialität hat sie sich den Respekt und die Anerkennung des Lehrerkollegiums sowie der Fachgemeinschaft verschaffen.

Adrienn Rózsa Nagy

Deutschlehrerin des Jahres ist Adrienn Rózsa Nagy. Sie unterrichtet seit mehr als 20 Jahren an der Deutschen Nationalitätengrundschule in Pestszentlőrinc. Sie arbeitete zwei Jahre lang als stellvertretende Leiterin, seit 2019 ist sie als Direktorin tätig. Ihr pädagogisches Wirken wird durch jahrzehntelange Erfahrung und Fachkenntnis bestimmt. In ihren kommunikations- und erlebnisorientierten Deutschstunden ist sowohl die ungarndeutsche Literatur als auch die Geschichte und Kultur der Ungarndeutschen präsent. Die Traditionen werden von ihr nicht nur unterrichtet, sondern auch gelebt. Sie nahm an der Vorbereitung und Realisierung der Projekte Wanderbündel und Wanderschlüssel mit Freude teil. Aus ihrem Kalender fehlen nie solche Programme wie das Christkindl-Spiel, die Ostereiersuche und der TrachtTag. Sie hält es für wichtig, dass die Kinder in möglichst viele Siedlungsgebiete reisen und die Bräuche sowie die Baukultur der Ungarndeutschen hautnah kennenlernen können.
Sie bereitet sämtliche Lernende von Jahr zu Jahr mit Erfolg auf die Sprachprüfung DSD I vor, aber auch an dem landesweiten deutschen Sprachwettbewerb für Grundschulen nimmt sie mit den Schülern regelmäßig teil. Frau Nagy ist offen für allerlei Neuigkeiten, ist begeisterte Teilnehmerin von Weiterbildungen.
Der ungarndeutsche Rezitationswettbewerb hat für sie eine besondere Bedeutung. Ihre SchülerInnen sind nicht nur beim Wettbewerb auf Bezirksebene, sondern auch auf hauptstädtischer Ebene mit dabei. Der Wettbewerb auf Bezirksebene wird von ihr organisiert und abgewickelt.
Das Liebgewinnen und die Pflege der ungarndeutschen Tanz- und Musikkultur durch die Kinder liegen ihr am Herzen, was man auch an den schulischen Tanzhausprogrammen wahrnehmen kann.
Sie arbeitet erfolgreich mit der deutschen Nationalitätenselbstverwaltung und den ungarndeutschen Organisationen des Bezirks zusammen. Seit 2020 ist sie aktives Mitglied des Ungarndeutschen Stammtisches.
Ihr genauer, präziser, hilfsbereiter und liebevoller Charakter ist ein gutes Beispiel für uns alle, ihre anspruchsvolle Fachkenntnis sind unbestreitbar.

Renáta Ruff

Deutschlehrerin des Jahres 2025 ist Renáta Ruff. Sie arbeitet seit 2011 als Deutschlehrerin und Klassenleiterin an der Anton Grassalkovich Grundschule in Schorokschar/Soroksár, wo sie Deutsch und Volkskunde unterrichtet. Durch ihre Persönlichkeit, bewusste pädagogische Tätigkeit spielt sie eine entscheidende Rolle in der Bildungseinrichtung. Ihre Arbeit ist sorgfältig, anspruchsvoll und konsequent. Für ihre Stunden bereitet sie sich gründlich vor, und sie verfügt über ein breites methodisches Wissen, wodurch die Kinder motivierter werden. Während ihrer Stunden benutzt sie interaktive Mittel, die für die heutigen Schüler zur Erhaltung der Aufmerksamkeit unerlässlich sind. Sie vermittelt den Kindern von der 5. bis zur 8. Klasse die Schönheiten, aber auch die Schwierigkeiten der deutschen Sprache.
Die Schüler, die Frau Ruff unterrichtet, erreichen hervorragende sprachliche Leistungen. Sie hat die Fähigkeit, Talente zu erkennen. Dank ihrer Arbeit erreichen ihre Schüler an den Sprach- und Rezitationswettbewerben hervorragende Ergebnisse. Sogar auch auf Landesebene. Die Achtklässler bereitet sie erfolgreich auf die Sprachprüfung DSD I vor.
Frau Ruff hat ungarndeutsche Wurzeln, kennt die ungarndeutschen Bräuche und Traditionen. Diese Identität kommt in ihrer alltäglichen Arbeit zum Vorschein. Die Pflege der Schorokscharer Bräuche liegt ihr besonders am Herzen.

Beim 30. Internationalen Buchfestival in Budapest mit dabei

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Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), der Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) und das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum) hatten auch heuer einen gemeinsamen Stand beim 30. Internationalen Jubiläums-Buchfestival – diesmal im Verteidigungszentrum „Bálna“, in der Nachbarschaft des gemeinsamen Standes „Druckfrisch“ der deutschsprachigen Länder.

Die Interessenten konnten am ungarndeutschen Stand unter Kinderbüchern, literarischen Werken, Kunstkatalogen, Blickpunkt-Fotobänden und wissenschaftlichen Publikationen stöbern. Das Gesellschaftsspiel „Der Weg“ erweckte weiterhin Neugierde.

Ihren ersten Lyrikband „zart-rau“ signierte am Samstagnachmittag VUdAK-Mitglied Angela Korb . Er erschien in der Reihe Literatur der VUdAK-Bücher, gefördert von der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg und dem Zentrum.

Beim Buchfestival vom 2. bis 5. Oktober präsentierten 160 Verlage aus Ungarn und dem Ausland ihre Bücher. Gastland war diesmal Rumänien.

Angela Korb: zart-rau. 74 Seiten. Zu beziehen über vudak15@gmail.com. Preis: 900 Ft + Versandkosten.

Viele Gemeinsamkeiten trotz geografischer Entfernung

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Am 30. August 2025 nahmen die Mitglieder des Vereins für Rendek/Ajkarendek, die des Deutschen Nationalitätenchors von Rendek sowie Abgeordnete der Deutschen Selbstverwaltung der Stadt Ajke/Ajka an einem Ausflug nach Totis/Tata teil, der dem Erfahrungsaustausch diente.

Das Ziel der Exkursion war es, mit Organisationen ähnlicher deutscher Nationalitätensiedlungen in Kontakt zu treten, deren Traditionen kennenzulernen und gegenseitig voneinander zu lernen.

Während des Ausflugs trafen wir Vertreter des Deutschen Nationalitätenkulturvereins und der Deutschen Selbstverwaltung von Woj/Baj sowie der Deutschen Selbstverwaltung von Totis/Tata. Durch gemeinsame Lieder und Tänze konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln und einen Einblick in deren Traditionspflege gewinnen.

Wir besuchten auch den Esterházy-Keller, wo wir verschiedene lokale Weine verkosten durften. Unsere Gastgeber empfingen uns herzlich und bewirteten uns mit zahlreichen köstlichen Kuchen und anderen Leckereien. Beim gemeinsamen Singen stellte sich heraus, dass viele Lieder in beiden Gemeinden bekannt sind – wenn auch mit unterschiedlichen Text- und Melodievarianten.

Es war eine bewegende und freudige Erfahrung zu erkennen, wie stark uns die ungarndeutschen Traditionen verbinden – trotz der geografischen Entfernung und der unterschiedlichen Umstände der Ansiedlung gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen den schwäbischen Gemeinschaften unserer Siedlungen.

Wir bedanken uns bei unseren Gastgebern  für den freundlichen Empfang und die liebevollen Geschenke, mit denen sie uns überrascht haben, herzlichst! Wir hoffen, dass wir dies bald bei einem Gegenbesuch in Rendek erwidern können.

Die Reise wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Krisztina Tavaszi

Sonnige Herbsttage statt Klassenzimmer – Bohler Grundschule im Sprach- und Volkskundecamp

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Die Achtklässler der Bohler Grundschule tauschten bereits zum fünften Mal das Klassenzimmer gegen ein besonderes Lernumfeld in Litowr/Liptód. Das einwöchige deutsche Sprach- und Volkskundecamp wurde von der  Schulträgerin, der Bohler Deutschen Selbstverwaltung, dem Bethlen-Gábor-Fondsverwalter, dem Verband der Branauer Deutschen Selbstverwaltungen und der Stiftung der Grundschule Bohl/Bóly gefördert.

Die Schüler, die eine DSD-Sprachprüfung machen werden, verbrachten dort eine erlebnisreiche Herbstwoche voll mit Lernen, Spielen und Entdecken.

Intensives Deutschtraining mit Blick auf die DSD-Prüfung

Vormittags stand konzentriertes Lernen auf dem Programm: vier Unterrichtsstunden täglich wurden den Aufgaben der DSD-I-Sprachprüfung gewidmet, um bestens darauf vorbereitet zu sein. Die Schüler übten Lese- und Hörverstehen, schriftliche und mündliche Kommunikation – und das in einer besonders motivierenden Umgebung fernab des üblichen Schulalltags. Wenn das Wetter schön war, verliefen die Stunden im Freien. „Man ist einfach viel konzentrierter, weil es sich nicht wie Schule anfühlt.“, so eine Schülerin. Auch die Lehrkräfte spürten die Motivation: „Wir haben gemerkt, dass die Kinder richtig mitziehen, wenn der Unterricht mal nicht im gewohnten Klassenzimmer stattfindet.“ 

Nachmittags Kultur hautnah erleben

Nachmittags verwandelte sich das Camp in ein lebendiges Klassenzimmer der ungarndeutschen Kultur. Die Schüler lernten Bräuche und Traditionen kennen, nahmen begeistert an einem interaktiven Programm teil. Viele abwechslungsreiche Aktivitäten bereicherten die Tage: der Besuch der örtlichen Kirche, eine Fahrt mit dem Pferdewagen, eine Dorfrallye, wobei interessante Plätze gefunden und knifflige Aufgaben gelöst werden mussten, und alte schwäbische Spiele – vom Eierlauf über Sackhüpfen bis hin zum Ziegelmachen aus Lehm. Die Schüler hatten sichtlich Spaß: „Wir fühlten uns wie kleine Kinder, als wir barfuß im Lehm standen und Ziegel traten“, erinnerte sich ein Achtklässler lachend. „Und, dass wir unsere Monogramme in den Lehm drücken durften, war richtig cool.“

Kulinarische Höhepunkte inklusive

Auch der Gaumen kam nicht zu kurz. Alte schwäbische Rezepte wurden ausprobiert, und der selbstgebackene Kuchen der Schüler war schnell vergriffen. „Aber ehrlich gesagt – auch das Essen im Camp war fantastisch. Wir wurden richtig verwöhnt!“, schwärmte die Campführerin und Klassenlehrerin Brigitta Maul.

Gemeinschaft stärken – und dabei Spaß haben

Besonders viel Spaß bot die Überlebenstour und die Nachtwanderung. Die Abende boten außerdem Gelegenheit für Fußball, Karten- und Tischtennisspiele, verschiedene Wettbewerbe sowie einen deutschsprachigen Film. So blieb auch Zeit für Gespräche und gemeinsames Lachen – und die Klassengemeinschaft wurde gestärkt. „Man lernt seine Mitschüler noch einmal ganz anders kennen, wenn man zusammen im Camp ist“, meinte ein Schüler. Der Methodenkoffer des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums (UMZ) hat auch für Abwechslung an den Abenden gesorgt.

Ein voller Erfolg mit Wiederholungswunsch

„Die Woche im Camp war toll, jeder hatte viel Spaß. Sowohl den Kindern als auch den Lehrern tat der außerschulische Unterricht gut“, so das Fazit der Organisatoren. Auch das Wetter spielte mit und machte die Tage noch schöner. Kein Wunder, dass wir dieses Programm auch nächstes Jahr wiederholen möchten.  

Anita Kerner

Blickpunkt – Auch 2025 sind wir neugierig auf Ihre Fotos!

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Blickpunkt – Wettbewerb der Bilder auch dieses Jahr!
Aufruf

Am Online-Fotowettbewerb des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek kann jeder, der über selbst gemachte Fotos verfügt, oder aus mindestens einem selbst gemachten Bild und einer Aufschrift eine Postkarte erstellt bzw. ein Archivfoto aufbessert, teilnehmen. Das Thema der Bilder muss in jedem Fall mit den Ungarndeutschen zusammenhängen.

Es gibt 150 Euro pro Kategorie und schöne Geschenke zu gewinnen!
Die besten Bilder erhalten einen Platz im Blickpunkt-Wand- bzw. Tischkalender, und aus den Finalisten wird auch heuer eine Wanderausstellung zusammengestellt!

Die wichtigsten Termine:
Bewerbung und Hochladen der Bilde
r ins System: 7. Oktober – 23. Oktober (15 Uhr)
Punktevergabe: 23. Oktober (15 Uhr) – 28. Oktober (11 Uhr)
Preisverleihung: 15. November (Samstag) um 14 Uhr (online)

Details und Registration: www.blickpunkt.hu

Merken Sie sich in Ihrem Kalender den 15. November vor, die Sendung mit der Preisverleihung beginnt um 14 Uhr auf unserer Facebook-Seite >>>

Nehmen Sie am Online-Fotowettbewerb des Zentrums teil!
Wir freuen uns auf die Bilder, die die Ungarndeutschen aus den verschiedensten Blickwinkeln vorstellen.

Facebook-Event der Veranstaltung >>>

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Förderer: Bethlen Gábor Fondsverwalter des Ministerpräsidiums (NKUL-KP-1-2025/3-000467) • Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen • Zeitschrift Barátság • Neue Zeitung • Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler • Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher • MTVA: Unser Bildschirm, Treffpunkt am Vormittag.

Lernen mit allen Sinnen – für starke Teams

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Erfahrungsorientiertes Lernen mit METALOG® Training Tools
Ein innovativer und längst überfälliger Impuls für Teambildung

Am 18. und 19. September 2025 fand eine besondere Fortbildungsveranstaltung für Kindergartenleiterinnen und deren Stellvertreterinnen in Fünfkirchen/Pécs und in Budapest statt, die neuen Wege in der Teamarbeit und Kommunikation eröffnete.

Die Workshops – organisiert vom Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum (UMZ) in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) sowie dem Goethe-Institut Budapest – boten praxisnahe Einblicke in das erfahrungsorientierte Lernen mit den METALOG® Training Tools.

Die Veranstaltung ist Teil einer über Jahrzehnte gewachsenen Zusammenarbeit zwischen der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), so auch dem UMZ, dem Goethe-Institut Budapest und dem ThILLM. Diese Partnerschaft umfasst nicht nur gemeinsame Weiterbildungen, sondern auch die Entwicklung von Aufgabenbanken, methodischen Publikationen sowie gegenseitige Besuche und Erfahrungsaustausch.

In der pädagogischen Arbeit mit Teams stehen Führungskräfte regelmäßig vor komplexen Herausforderungen: Kooperation, Kommunikation, Zielorientierung, Moderation und das Erkennen von Abhängigkeiten sind nur einige der zentralen Aufgaben. Genau hier setzen die METALOG® Tools an. Es handelt sich um flexibel einsetzbare Interaktionsaufgaben und Lernprojekte, die durch ihre einfache Handhabung und große Wirkung überzeugen.

Die Referentin Katrin Zwolinski, Expertin für frühkindliche Bildung, präsentierte den Teilnehmenden eine Auswahl dieser Tools und lud sie dazu ein, diese direkt auszuprobieren. Die Übungen ermöglichen ein Lernen mit allen Sinnen und schaffen emotionale Zugänge zu Schlüsselkompetenzen wie Teamarbeit, Konfliktlösung und Kommunikation. Lerninhalte werden nicht nur theoretisch vermittelt, sondern durch aktives Erleben begreifbar gemacht. 

Katrin Zwolinski

Anhand der Beispiele erhielten die Leiterinnen sehr gute Anregungen für die Organisationsentwicklung und die Förderung einer realistischen Selbstreflexion ihrer Kollegen.

Die Veranstaltung war nicht nur eine Einführung in die Methodik, sondern auch ein Raum für Austausch und Reflexion. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmerinnen über Einsatzmöglichkeiten, Durchführung und Transfer in ihre eigenen Fortbildungs- und Beratungssituationen. Besonders geschätzt wurden die kreativen Ansätze, die neue Impulse für die Gestaltung von Teamprozessen bieten.

Mit insgesamt 30 Teilnehmerinnen an den beiden Standorten war das Interesse groß. Die Teilnehmer spielten die neuartigen Spiele mit großer Begeisterung, und die Stimmung war an beiden Tagen sehr lustig. Die Fortbildung wurde als „längst überfällige Maßnahme“ wahrgenommen – ein Angebot, das eine wichtige Lücke in der Weiterbildung von pädagogischen Führungskräften schließt. Viele äußerten in der Evaluationsrunde ihre Meinung so: „Praxisnah und kreativ“, „Ich habe neue Impulse für die tägliche Arbeit bekommen.“

Die METALOG® Training Tools bieten eine wertvolle Ergänzung für die pädagogische Praxis. Sie fördern nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern stärken auch die emotionale Intelligenz und die Teamfähigkeit – Eigenschaften, die in der heutigen Bildungslandschaft unverzichtbar sind.

Die Fortbildung wurde vom Staatssekretariat für Nationalitäten- und Kirchenangelegenheiten im Amt des Ministerpräsidenten unterstützt.

Das UMZ-Team

Erlebnisreiche Fahrradtour von Mohatsch bis Wukowar

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Schon lange ist es eine Tradition, dass die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) jeden Sommer eine grenzüberschreitende Fahrradtour organisiert. Dieses Jahr entdeckte das Team die kroatische Region. 

Nachdem die Gruppe sich in Mohatsch versammelt hatte, machten wir uns auf den großen Weg. Unsere erste Haltestelle war Kiskőszeg, wo wir die deutschen und ungarischen Spuren der Ortschaft kennenlernten. Die nächste Station war die Siedlung Hercegszőlős zwischen des Báni-Gebirges und der Kopácser-Wiese. Den ersten Tag schlossen wir dann in Karancs ab. 

Am zweiten Tag besichtigten wir das Naturschutzgebiet Kopácser-Wiese. Während unseres Wanderweges bewunderten wir noch das Schloss des österreichischen Feldherrn Eugen von Savoyen im Dorf Bellye. Auf dem größten Teil der Strecke radelten wir neben der Drau und deren Kanälen. Diesen Tag beendeten wir in der historisch bedeutenden Stadt Essegg/Eszék. Bevor wir aber schlafen gegangen sind, schauten wir uns noch die Burg an.

Am nächsten Morgen fuhren wir von Essegg nach Wukowar/Vukovár. Während unseres Weges ruhten wir uns am Ufer der Donau aus. Nach dem langen Weg und dem Abendessen machten wir einen kleinen Spaziergang, um die Stadt zu entdecken. Eine der Sehenswürdigkeiten ist der Wasserturm, der während des Krieges Anfang der 1990er Jahre erhebliche Schäden erlitten hatte, und heutzutage als Museum fungiert.

Während der Tour besichtigten wir viele schöne Orte. Wir lernten dabei die deutschen Spuren der kroatischen Region kennen und entdeckten auch historische Ortschaften.

Liebe GJU, danke für dieses tolle Erlebnis! 

Blanka Udvarev

Tradition trifft Gegenwart im Herzen der Branau

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Ungarndeutsche Platzkonzerte in Fünfkirchen

Auch im Jahr 2025 erfüllte wieder der Klang traditioneller Blasmusik die Stadt Fünfkirchen/Pécs – ein Zeichen lebendiger ungarndeutscher Kulturpflege. Die ungarndeutschen Platzkonzerte haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einem beliebten sommerlichen Kulturereignis entwickelt, das Musik, Identität und Begegnung in einzigartiger Weise verbindet.

Die Jugendblaskapelle aus Willand

Bereits im 19. Jahrhundert gründeten sich die ersten Blaskapellen und Musikvereine. Diese Kapellen begleiteten Hochzeiten, Kirchweihen, Prozessionen – und spielten auf Dorfplätzen zur Unterhaltung der ganzen Gemeinde. Nach den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts drohte diese Tradition zeitweise zu verschwinden, doch engagierte MusikerInnen führten die Blasmusik weiter – heute wieder als sichtbarer Teil des ungarndeutschen Lebens.

Die Platzkonzerte sind mehr als musikalische Darbietungen – sie sind ein kulturelles Statement. In Zeiten zunehmender Globalisierung und Individualisierung bewahren die Konzerte ein Stück Identität und bringen Generationen zusammen. Junge Musikanten lernen von den Alten, alte Märsche erklingen in neuem Glanz.

Gerade in der Branau, wo viele Gemeinden ihre Wurzeln in der deutschen Ansiedlung haben, ist die Pflege der Blasmusik ein lebendiges Symbol für Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Stolz auf das Erbe. Die Konzerte fördern zudem den interkulturellen Dialog: Viele Gäste – deutschsprachig oder nicht – genießen die besondere Atmosphäre.

In diesem Jahr beteiligten sich neun Blaskapellen aus Branauer Ortschaften wie Ungarischsek, Wemend, Seetsche, Schomberg, Arpad, Nadasch, Bawaz, Willand und Fünfkirchen. Die Programme reichten von klassischen Polkas über Walzer bis zu modernen Bearbeitungen von donauschwäbischen Liedern. Gespielt wurde sonntags zwischen 18 und 19 Uhr im Innenhof des frisch renovierten Lenau-Hauses unter dem Motto: Klingen lassen, was verbindet.

das Lenau-Team

Auf dem Video der Deutschen Selbstverwaltung Fünfkirchen ist die Wemender Blaskapelle zu hören bzw. zu sehen.

Treffen donauschwäbischer Organisationen in Sindelfingen

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Die Leiter von drei donauschwäbischen Organisationen, die eine Vielzahl von Gemeinschaften zusammenführen, trafen sich Mitte September in Sindelfingen, um über Möglichkeiten der Zusammenarbeit und verfügbare Ressourcen zu beraten. 

Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Jürgen Harich, Bundesvorsitzender der Donauschwaben und Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, sowie László Kreisz, Vorsitzender des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, waren sich einig, dass die Achtung und authentische Bewahrung der dreihundertjährigen Traditionen der Donauschwaben eine gemeinsame Aufgabe ist, diese jedoch den heutigen Gegebenheiten und Herausforderungen entsprechend neu überdacht und für junge Menschen attraktiv gestaltet werden müssen.  

v.l.n.r.: Joschi Ament, Jürgen Harich und László Kreisz – Foto: Attila Székely

Die Veranstaltung bot eine hervorragende Gelegenheit, die Aktivitäten und die Infrastruktur des Landesrats, der im nächsten Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert, vorzustellen. Der Landesrat bot seine Hilfe und sein Wissen nicht nur den Organisationen und Kulturgruppen im Mutterland, sondern auch denen jenseits der Grenzen an. Ein lebendiges Beispiel dafür war das diesjährige Welttreffen der Donauschwaben im August, an dessen elf Tage dauernde Etappe in Ungarn der Landesrat an der Organisierung aktiv beteiligt war. Die Leitung ist der Ansicht, dass mit interessanten, erlebnisorientierten Programmen und systematischer Gemeinschaftsbildung jene Schicht angezogen und gehalten werden kann, die offen für die Bewahrung und das Leben der schwäbischen Traditionen am Donauufer ist. Es ist wichtig, dass die verbindende Kraft der donauschwäbischen Gemeinschaften und das stabile Wertesystem erlebt werden, die in der turbulenten Welt der Gegenwart einen Orientierungspunkt bieten.

Das Treffen fand in diesem Jahr im komplett renovierten Haus der Donauschwaben in Sindelfingen statt. Bei der Besprechung wurde auch die neu eröffnete, niveauvolle Ausstellung über die Geschichte der Donauschwaben besichtigt. Am Ende des Treffens versicherten sich die Teilnehmer gegenseitig ihre Zusammenarbeit und den weiteren Kontakt.

LandesratForum

„Vielseitig, hilfreich, motivierend und lebendig“

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Frischer Wind für den Nationalitätenunterricht
Das ZEITLINIE-Projekt begeistert Pädagogen

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres 2025/26 startete ein bemerkenswertes Fortbildungsprojekt für Lehrkräfte an ungarndeutschen Nationalitätenschulen: das ZEITLINIE-Workshopprogramm, das vom Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum (UMZ) organisiert wurde. Das Fachmaterial wurde von zwei engagierten Pädagoginnen – Judit Lazri und Katalin Boldizsár-Steckl – von der Deutschen Nationalitätenschule in Werischwar/Pilisvörösvár entwickelt und bot neue Impulse für den Volkskundeunterricht – praxisnah, kreativ und motivierend.

Vielfalt im Unterricht von zentraler Bedeutung

Die Workshops – mitfinanziert von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) – machten zwischen dem 25. August und dem 16. September 2025 in sechs Städten – Ödenburg/Sopron, Baje/Baja, Fünfkirchen/Pécs, Budapest, Waschludt/Városlőd und Werischwar/Pilisvörösvár – Station. In jeweils fünf Unterrichtseinheiten wurden die Inhalte strukturiert und praxisnah vermittelt.

Ein Lehrpaket mit Herz und Verstand

Im Mittelpunkt der Fortbildung stand die sogenannte „ZEITLINIE“, ein didaktisch durchdachtes Materialpaket, das Feste und Traditionen der deutschen Nationalität in Ungarn auf spielerische Weise vermittelt. Die TeilnehmerInnen – etwa zwanzig PädagogInnen aus verschiedenen Schulen pro Fortbildungsort – erhielten nicht nur theoretische Einblicke, sondern konnten die Materialien direkt vor Ort ausprobieren und eigene Ideen entwickeln. Am Ende der Fortbildung bekamen die teilnehmenden Schulen je ein Geschenkpaket. 

Das Paket besteht aus einer visuellen Zeitlinie, die an der Wand befestigt werden kann, einer Materialmappe, die altersgerechte Beschreibungen der Ereignisse enthält, sowie einem Brettspiel mit dem Titel „Hier!“, das Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Sprachkompetenz fördert.

Zu Beginn des jeweiligen Workshops erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in das ZEITLINIE-Projekt, wobei die Entstehung, die Ziele und die didaktischen Prinzipien des Lehrpakets vorgestellt wurden. Anschließend konnten sie die ZEITLINIE durch verschiedene Spiele, mit denen Feste und Traditionen der deutschen Nationalität vermittelt werden, erleben. In der dritten Einheit stand der handlungsorientierte Unterricht im Fokus, bei dem die Sprachförderung durch Bewegung und differenzierte Materialien für verschiedene Altersgruppen eine besondere Priorität bekommt. Die vierte Einheit widmete sich der Frage, wie Motivation und Nachhaltigkeit im Unterricht erreicht werden können. Hier wurden Beispiele für Wiederholungs- und Vertiefungsphasen sowie Mini-Unterrichtseinheiten präsentiert. Zum Abschluss hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, die Materialien im Detail kennenzulernen, eigene Ideen einzubringen und ein direktes Feedback zur Fortbildung zu geben.

Mehr als nur Unterricht – Identität stärken

Das Lehrmaterial verfolgt mehrere pädagogische Ziele. Es unterstützt junge Lehrkräfte im Volkskundeunterricht, vermittelt Lerninhalte über die deutsche Nationalität in Ungarn durch offene Lernformen und bereichert den Unterricht durch zahlreiche kreative Ideen. Darüber hinaus fördert es spielerisch die soziale und sprachliche Kompetenz der SchülerInnen und trägt zur Stärkung ihres Identitätsbewusstseins bei. Gleichzeitig unterstützt es das einheitliche Erscheinungsbild der ungarndeutschen Bildungseinrichtungen.

Besonders hilfreich ist die Materialmappe, die für jedes Ereignis eine Seite mit Bildern und Texten bietet. Die Beschreibungen sind flexibel und können je nach Altersgruppe angepasst werden. Für jüngere Kinder reichen wenige Schlüsselwörter, während ältere SchülerInnen ganze Sätze oder sogar vollständige Texte bearbeiten können.

„Hier!“ – Das Spiel, das verbindet

Ein besonderes Highlight des Pakets ist das Brettspiel „Hier!“. Es besteht aus sechs Teilen, auf denen Bilder und Symbole abgebildet sind. Das Spiel fördert die Aufmerksamkeit und Reflexe, stärkt das Gedächtnis und die Konzentration. 

Ein Projekt mit Zukunft

Das ZEITLINIE-Projekt zeigt, wie kreative Initiativen von PädagogInnen den Unterricht bereichern können. Es ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie moderne Methoden und kulturelle Inhalte Hand in Hand gehen – zur Freude der Lehrkräfte und zum Nutzen der SchülerInnen.

Hier einige Rückmeldungen über die Workshops und das Material:

„Fantastisch – der Unterricht im Fach Volkskunde bekommt eine völlig neue Perspektive.”

„Es war ein praxisorientierter Workshop mit methodischem Fokus, bei dem wir Informationen und Materialien erhalten haben, die ich tatsächlich in meiner Arbeit nutzen kann.”

„Mein voller Respekt gilt den beiden Entwicklerinnen des Lehrmaterials – eine fantastische Arbeit, die eine echte Lücke schließt und von unschätzbarem Wert ist.”

„Es hat mich darin bestärkt, dass ich den Volkskundeunterricht für meine Schüler durch erlebnisorientierte Pädagogik interessant gestalten kann. Ich liebe es, meine Lernenden aktiv einzubeziehen und ihnen unsere alten schwäbischen Traditionen näherzubringen.”

„Wir haben sehr gut zusammengestelltes und gut einsetzbares Material erhalten.”

„Vielseitig, hilfreich, motivierend und lebendig.”

Das Projekt wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert.

Das UMZ-Team

„Der hochqualitative Sprachunterricht ist das A und O von allem“

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Agnes Amrein-Pesti, Direktorin des Valeria-Koch-Bildungszentrums in Fünfkirchen, wurde für weitere fünf Jahre in ihrem Amt als Schulleiterin bestätigt. Mit ihr hat Viktória Tóth, Journalistin von bama.hu, über den Alltag der Bildungseinrichtung, die Rolle des Nationalitätenunterrichts und die heutigen Herausforderungen der Pädagoginnen gesprochen.

– Wie haben Sie Ihre Ernennung vor fünf Jahren erlebt?
– Unerwartet und früher als geplant bin ich in diese Rolle gekommen. 2019 wurde unsere damalige Direktorin,Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und übergab mir daher den Stab. Obwohl ich zuvor fünf Jahre lang Leiterin des Gymnasiums war, bedeutete es dennoch eine neue Aufgabe, die Verantwortung für die gesamte Institution zu übernehmen, zu der zwei Kindergärten, eine Grundschule, das Gymnasium und das Schülerwohnheim gehören.

Agnes Amrein-Pesti – Foto: Péter Löffler

– Wie ist der Unterricht am Valeria-Koch-Bildungszentrum aufgebaut?
– Wir sind eine deutsche Nationalitäteneinrichtung mit zweisprachigem Profil. Die Grundlagen werden bereits im Kindergarten gelegt: Seit mehr als zehn Jahren läuft bei uns ein nahezu einzigartiges Programm, das die deutschsprachige Erziehung zum Ziel hat. Die Kinder, die aus den Kindergärten kommen, beginnen die Schule bereits mit fertigen Satzstrukturen und einem reichen Wortschatz. Natürlich sind wir aber für alle offen, die Teil der Kultur und Gemeinschaft der Ungarndeutschen werden möchten.
In der Grundschule gibt es pro Jahrgang drei Klassen, von denen eine eine sogenannte einsprachige Klasse ist. Dort bemühen wir uns noch bewusster darum, dass auch die praktischen Fächer – wie Musik, Kunst oder Werke – auf Deutsch unterrichtet werden. Aber die fünf Wochenstunden deutsche Sprache und Literatur sowie das Fach „Volkskunde der Ungarndeutschen“ sind von der ersten bis zur zwölften Klasse für alle verpflichtend. Ergänzt wird dies durch die Einbindung der ungarndeutschen Traditionen sowohl in die Lehrpläne als auch in den Alltag.

– Mit welchen Ergebnissen schließen die SchülerInnen ihre Bildung ab?
– In der achten Klasse legen die SchülerInnen die deutsche staatliche DSD-I-Prüfung – in der Regel mit sehr guten Ergebnissen – ab, was dem Niveau B1 entspricht. In der zehnten Klasse erreichen sie das Mittelstufenniveau (B2), und zum Abitur erwerben 90% unserer SchülerInnen das Oberstufenniveau (C1). Darüber hinaus verlassen viele auch mit einer Englischprüfung die Schule nach dem Abitur. Ein großer Erfolg für uns ist, dass wir im vergangenen Jahr im landesweiten Gymnasialranking den 67. Platz erreicht haben und damit das beste Gymnasium im Komitat Branau wurden.

Das Valeria-Koch-Bildungszentrum

– Welche Herausforderungen und Ziele sehen Sie für die kommenden fünf Jahre?
– Als ich Direktorin wurde, kam fast sofort die Corona-Pandemie, und damit wurde die Organisation des digitalen Unterrichts zur größten Herausforderung. Wir mussten herausfinden, wie wir den Unterricht in digitaler Form umsetzen und welche guten Praktiken wir aus dieser Zeit weiterführen können. Sicher ist: Angesichts der heutigen Herausforderungen sind die Entwicklung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen Schlüsselfragen. Ich bin überzeugt, dass – künstliche Intelligenz hin oder her – in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen weiterhin Fachleute gebraucht werden, die Sprachen gut beherrschen. Im Bereich der Kompetenzentwicklung hat die Schule ein eigenes Lernmethodikprogramm erarbeitet, um gezielt die Forschungs-, Datenverarbeitungs- und Präsentationsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu fördern.
Wir sind stolz auf das, was wir in den letzten 30 Jahren erreicht haben: dass wir im Bildungswesen der Ungarndeutschen eine Vorreiterrolle einnehmen. Neben der Pflege von Tradition und Kultur bleibt unsere Hauptaufgabe die hochqualitative Sprachvermittlung – sie ist das A und O von allem.

Mehr zu diesem Thema kann man auch im kürzlich erschienenen, ungarischsprachigen Podcast von bama.hu hören, in dem es um Nationalitätenprojekte, Programme und die Geschichte des Schulzentrums geht.

Quelle: bama.hu